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Identität und Internet

Die Konzeption des Selbst bei George H. Mead und seine Anwendungsmöglichkeiten auf die neuen Medien

Title: Identität und Internet

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nemo Tronnier (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Die Hausarbeit wird in einem ersten Schritt die Konzeption des Selbst von George H. Mead erläutern. Hier wird gezeigt werden, dass für Mead individuelles Verhalten und menschliches Bewusstsein nur im sozialen Kontext verstanden werden können. Die gesellschaftlichen Voraussetzungen, unter denen sich das Selbst entwickelt, sind heute nicht mehr dieselben wie vor knapp 80 Jahren. Der soziale Kontext in dem sich eine Identität ausbildet, hat sich durch fortschreitende gesellschaftliche Differenzierung, mit der Folge einer immer stärker werdenden Individualisierung, zumindest in den westlichen Gesellschaften, grundlegend verändert. Durch einen rasanten technischen Fortschritt entstehen neue Wege mit Identität umzugehen. Verschiedene Formen der „neuen Medien“ wie „Chat rooms“, Computerspiele, Homepages, soziale Netzwerke und sogar „Real-Life-Simulationen“ im Internet bieten völlig neue Möglichkeiten sich darzustellen und Anerkennung in einer Art Parallelgesellschaft zu finden. Mit Anerkennung und Vergesellschaftung bei Mead beschäftigt sich auch die Sekundärliteratur von Axel Honneth und Jürgen Habermas.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung des Selbst bei George H. Mead

2.1 Exkurs: Analogien zu Begrifflichkeiten von Pierre Bourdieu und Sigmund Freud

2.2 Die Erfahrung des Selbst im gesellschaftlichen Kontext

2.3 Die Verwirklichung der Identität

3. Axel Honneth: Kampf um Anerkennung

4. Jürgen Habermas: Individuierung durch Vergesellschaftung

5. Fazit unter Einbeziehung des Textes: „New Media & Society“ von Laura Robinson

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Identitätskonzept von George H. Mead vor dem Hintergrund der Möglichkeiten und Herausforderungen moderner neuer Medien. Ziel ist es, zu analysieren, wie sich das menschliche Selbstbewusstsein und die Identitätsbildung in digitalen Räumen – wie etwa sozialen Netzwerken oder Online-Rollenspielen – vollziehen und inwiefern Meads Theorie der symbolischen Interaktion auf diese Phänomene anwendbar bleibt.

  • Das Konzept des Selbst bei George H. Mead
  • Interdisziplinäre Vergleiche (Bourdieu, Freud)
  • Identitätstheoretische Perspektiven von Honneth und Habermas
  • Einfluss der Digitalisierung auf Sozialisationsprozesse
  • Empirische und kritische Einordnung virtueller Identitätsbildung

Auszug aus dem Buch

Die Erfahrung des Selbst im gesellschaftlichen Kontext

Das Selbst kann sich in der Selbstbehauptung oder im Eintreten für die Sache der Gemeinschaft ausdrücken. Durch die Wechselwirkung zwischen „I“ und „Me“ entsteht die Möglichkeit, die Haltung der Gesellschaft zu übernehmen und sein eigenes Verhalten in das der Gesellschaft zu integrieren. „Die sich aus dieser Hereinnahme (...) in das Verhalten der Einzelnen ergebende Veränderung findet in der Erfahrung aller Individuen statt, die diese Gesellschaft bilden“ (Mead 1968: S. 236 o.). Am Beispiel der Mode erläutert Mead diesen Vorgang. Nehmen wir die Haltung einer Person gegenüber einer neuen Mode. Zuerst lehnt sie diesen neuen Trend wahrscheinlich ab, findet ihn gar komisch oder lächerlich. Im Laufe der Zeit scheint dieser neue Trend jedoch plötzlich gar nicht mehr so schlecht und je mehr Menschen diesem modischen Trend folgen, desto eher integriert man ihn in seinen eigenen Stil (vgl. Mead 1968: S. 236 m.). Der Prozess dieses Sinneswandels erfolgt, ohne dass man seiner gewahr wird. Wir werden uns dieses Prozesses erst bewusst, wenn wir definitiv die Haltung der Anderen übernehmen. Selbst wenn wir uns ausdrücklich dagegen entscheiden, einer gewissen Mode zu folgen, nehmen wir die Haltung der Anderen gegenüber uns selbst in das eigene Verhalten hinein. Nur indem der Einzelne die Haltung der Anderen einnimmt, ist er fähig, sich selbst als Identität zu verwirklichen. Die Erfahrung einer Identität nur aus sich selbst heraus wäre nicht möglich. Erst wenn die Reaktion des Anderen zum entscheidenden Aspekt in der Erfahrung oder im Verhalten des Einzelnen wird, erscheint der Einzelne in seiner Erfahrung als Identität (vgl. Mead 1968: S.237).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die soziologische Themenstellung und Erläuterung des gewählten theoretischen Bezugsrahmens nach George Herbert Mead.

2. Die Entwicklung des Selbst bei George H. Mead: Detaillierte Darstellung der Meadschen Konzeption des Selbst und dessen Entstehung in sozialen Interaktionsprozessen.

2.1 Exkurs: Analogien zu Begrifflichkeiten von Pierre Bourdieu und Sigmund Freud: Einordnung der Meadschen Theorie durch den Vergleich mit zentralen Konzepten von Bourdieu und Freud.

2.2 Die Erfahrung des Selbst im gesellschaftlichen Kontext: Analyse der Wechselwirkung zwischen Individuum und Gesellschaft am Beispiel der Identitätsbildung.

2.3 Die Verwirklichung der Identität: Untersuchung der Möglichkeiten zur Selbstbehauptung und Identitätsverwirklichung innerhalb sozialer Strukturen.

3. Axel Honneth: Kampf um Anerkennung: Betrachtung der Anerkennungsproblematik und der intersubjektiven Identitätskonstitution nach Axel Honneth.

4. Jürgen Habermas: Individuierung durch Vergesellschaftung: Analyse der gesellschaftlichen Individuierungsprozesse unter Einbeziehung von Habermas’ Identitätsverständnis.

5. Fazit unter Einbeziehung des Textes: „New Media & Society“ von Laura Robinson: Kritische Zusammenführung der theoretischen Ansätze mit der heutigen Realität digitaler Mediennutzung.

Schlüsselwörter

George H. Mead, Identität, Selbst, Soziale Interaktion, Anerkennung, Neue Medien, Internet, Sozialisation, Virtuelle Realität, Axel Honneth, Jürgen Habermas, Symbolischer Interaktionismus, Individuierung, Online-Identität, Web 2.0

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Identität und Anerkennung im digitalen Zeitalter, basierend auf der sozialpsychologischen Theorie von George H. Mead.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des Selbst, der Bedeutung sozialer Anerkennung, gesellschaftlicher Individuierung und deren Manifestation in neuen Medien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Anwendung klassischer soziologischer Identitätstheorien auf die moderne, durch das Internet geprägte Lebenswelt zur Klärung der Identitätsbildung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die soziologische Konzepte (Mead, Honneth, Habermas) auf aktuelle Entwicklungen der neuen Medien bezieht und kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Meads Konzept des Selbst, dessen interdisziplinäre Parallelen, die Anerkennungstheorie bei Honneth sowie Habermas’ Perspektiven zur Individuierung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie symbolischer Interaktionismus, "Generalisierter Anderer", virtuelle Identität, Anerkennung und Sozialisation geprägt.

Wie verändert das Internet nach dieser Arbeit das Identitätsverständnis?

Das Internet bietet neue, erweiterte Möglichkeiten zur Selbstdarstellung und Rollenübernahme, wobei es gleichzeitig die Herausforderungen der Identitätsverwirklichung in einer Parallelgesellschaft betont.

Inwiefern spielt der Vergleich mit anderen Theoretikern eine Rolle?

Der Vergleich dient dazu, die Einzigartigkeit von Meads Theorie zu schärfen und zu zeigen, wie modernere Ansätze (Honneth, Habermas) die Identitätsdiskussion erweitert haben.

Wie bewertet der Autor den Einfluss virtueller Welten wie „Second Life“?

Der Autor hinterfragt, ob solche Welten eine genuine Erweiterung der Identitätsbildung darstellen oder eher unter einem hohen Erwartungsdruck leiden.

Welche Rolle spielt die „kritische Einordnung“ durch Laura Robinson?

Laura Robinsons Text dient im Fazit dazu, die anfangs aufgestellte, optimistische Utopie virtueller Identität durch eine empirisch fundierte, kritische Perspektive zu relativieren.

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Details

Title
Identität und Internet
Subtitle
Die Konzeption des Selbst bei George H. Mead und seine Anwendungsmöglichkeiten auf die neuen Medien
College
Justus-Liebig-University Giessen
Course
Identität, Anerkennung und Neue Medien
Grade
1,0
Author
Nemo Tronnier (Author)
Publication Year
2008
Pages
23
Catalog Number
V150602
ISBN (eBook)
9783640620579
ISBN (Book)
9783640620838
Language
German
Tags
Neue Medien Internet Identität Sozialpsychologie Sozialwissenschaft Soziologie Habermas Mead Honneth Anerkennung Second Life StudiVZ Facebook Psychologie Identitätsforschung Netz Web Identity
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nemo Tronnier (Author), 2008, Identität und Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150602
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