Das Bauhaus gilt heute als Inbegriff, Initiator und Wegbereiter der
Moderne.
Eher unbekannt ist die Tatsache, dass das Bauhaus nicht immer als ein solch wichtiger Punkt in der Designgeschichte gesehen wurde. Gerade in seinen Wirkzeiten sah sich das Bauhaus oftmals der Kritik ausgesetzt, dass es zu modern und zu fern von aktuellen Bedürfnissen gestalte.
Dass sich am Bauhaus aber nicht nur das moderne Design kristallisierte, sondern auch viel tiefere, sozial-utopische Vorstellungen vom neuen Wohnen, der Neugestaltung und der Schaffung von Lebensraum der Ursprung vieler gestalterischer Ergebnisse waren, wird sogar in aktuellen Betrachtungen immer wieder missachtet.
Gerade die Stahlrohrmöbel, welche in den 20er-Jahren entstanden und produziert wurden, konnten sich ihrerzeit nicht etablieren, wurden in den 80er-Jahren aber zum Inbegriff einer modernen Raumausstattung, waren das Ergebnis eines menschenfreundlichen, nachhaltigen Gedankenguts.
In der vorliegenden Arbeit möchte ich zunächst einen kleinen Überblick über das große Thema »Bauhaus« schaffen, darüber hinaus speziell auf die Thematik der Stahlrohrmöbel eingehen und diese schließlich unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
vorwort
das bauhaus
chronik
entwicklungsphasen
typisierung
die stahlrohrmöbel
marcel breuer
revolution
klubsessel
freischwinger
nachhaltigkeit
akzeptanz
fehleranalyse
schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Hintergründe und die Entwicklung der Bauhaus-Stahlrohrmöbel unter besonderer Berücksichtigung ihrer Nachhaltigkeitsaspekte sowie der Gründe für ihre anfängliche mangelnde Marktakzeptanz.
- Historische Chronologie und Entwicklungsphasen des Bauhaus
- Die gestalterische Revolution durch Marcel Breuer
- Analyse der Nachhaltigkeit nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Kriterien
- Untersuchung der gesellschaftlichen Akzeptanz und Fehleranalyse
Auszug aus dem Buch
revolution
Bevor es die Bauhausmöbel und Bauhaushäuser gab, war das Wohnen subjektiv häuslich und gemütlich. Die Designlandschaft war gezeichnet vom verspielt-dekorativen und organischen Jugendstil.
Im Frühjahr 1925 sollte Marcel Breuer dieses Wohnbild revolutionieren. Über seinen, von der »de-Stijl«-Bewegung beeinflussten Lattenstuhl aus 1921, gelang er bei der Betrachtung eines Fahrradlenkers als Arbeitsmaterial zur Idee zu seinen Stahlrohrmöbeln. Breuer schreibt dazu:
Ein Stuhl soll z.B. nicht horizontal-vertikal sein, auch nicht expressionistisch, auch nicht konstruktivistisch, auch nicht rein auf Zweckmäßigkeit hin gearbeitet sein, auch nicht zu dem Tisch ›passen‹, sondern er soll ein guter Stuhl sein, und dann paßt er auch zum guten Tisch.
Zusammenfassung der Kapitel
vorwort: Einführung in die Bedeutung des Bauhaus und die Intention der Arbeit, Stahlrohrmöbel unter Nachhaltigkeitsaspekten zu untersuchen.
das bauhaus: Überblick über die wesentlichen Stationen, die chronologischen Entwicklungsphasen und das Konzept der Typisierung am Bauhaus.
die stahlrohrmöbel: Detaillierte Betrachtung der Biografie von Marcel Breuer, der revolutionären Gestaltungsideen, spezifischer Möbeltypen, Nachhaltigkeit, Akzeptanzproblemen und einer abschließenden Fehleranalyse.
schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse, wonach eine nachhaltige Gestaltung neben funktionalen Aspekten zwingend eine vierte Säule der ästhetischen Vermittlung an die Zielgruppe benötigt.
Schlüsselwörter
Bauhaus, Stahlrohrmöbel, Marcel Breuer, Typisierung, Nachhaltigkeit, Industriedesign, Funktionalismus, Wohnkultur, Designgeschichte, Klubsessel, Freischwinger, Fehleranalyse, Konsumentenakzeptanz, soziale Gestaltung, Materialinnovation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Stahlrohrmöbeln des Bauhaus, ihrer Entstehungsgeschichte und ihrer heutigen Relevanz im Kontext von Nachhaltigkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Designhistorie des Bauhaus, die gestalterische Innovation durch Stahlrohr, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit sowie die gesellschaftliche Aufnahme dieser Möbel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Stahlrohrmöbel auf ihre Nachhaltigkeit zu prüfen und zu analysieren, warum sie zum Zeitpunkt ihrer Entstehung nicht den erhofften gesellschaftlichen Erfolg hatten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die mittels Quellenstudium (Monographien, Archivmaterial) und einer kritischen Fehleranalyse die Zusammenhänge zwischen Designintention und Akzeptanz aufarbeitet.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Akteure (insb. Breuer), die Definition von Designprinzipien (Typisierung), die Untersuchung von Nachhaltigkeitskriterien und eine kritische Reflexion der Marktakzeptanz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Bauhaus, Stahlrohrmöbel, Nachhaltigkeit, Funktionalismus und Designgeschichte beschreiben.
Warum wird dem Aspekt der "Ästhetik als vierte Säule" im Fazit so viel Bedeutung beigemessen?
Der Autor schlussfolgert, dass selbst die funktional und ökologisch beste Gestaltung scheitert, wenn sie die Zielgruppe ästhetisch nicht erreicht oder "falsch sendet".
Welche Rolle spielte die "Typisierung" für die Nachhaltigkeit der Bauhaus-Möbel?
Die Typisierung ermöglichte durch Standardisierung eine effizientere Produktion und eine leichtere Austauschbarkeit von Bauteilen, was als Vorläufer moderner ökologischer Designprinzipien interpretiert wird.
- Quote paper
- Manuel Kniepe (Author), 2009, Stahlrohrmöbel am Bauhaus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150844