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Die Entwicklung Malis zu einem weak state. Der Einfluss der Tuareg

Titel: Die Entwicklung Malis zu einem weak state. Der Einfluss der Tuareg

Bachelorarbeit , 2024 , 58 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Nico Dietrich (Autor:in)

Politik - Thema: Internationale Beziehungen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Inwiefern haben die Kolonialisierung, sowie die ersten drei Tuareg-Rebellionen dazu beigetragen, dass aus Mali ein schwacher Staat wurde?

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Gründe für den Staatszerfall Malis mit der pastoral lebenden Bevölkerung der Tuareg in Verbindung zu setzen.
In einem ersten Schritt wird dafür der theoretische Rahmen gesetzt. Es wird dargestellt, wie ein Staat zu seiner Staatlichkeit gelangt und ob man Mali als postkolonialen Staat überhaupt als einen faktischen Staat bezeichnen kann. Das zweite Unterkapitel beschäftigt sich mit der Staatszerfallforschung. Nach der theoretischen Einordnung folgt eine kurze Darstellung der Geographie und Demographie des Staates Mali. Der wesentliche Teil der Arbeit beschäftigt sich anschließend einerseits mit dem kolonialen Erbe, der Marginalisierung der Tuareg sowie der ersten Rebellion in den sechziger Jahren. Ebenso wird ein Fokus auf die zweite Tuareg-Rebellion in den neunziger Jahren und die dritte Tuareg-Rebellion ab dem Jahr 2006 gelegt und dessen Zusammenhang mit der Beschädigung der Staatsfunktionen. Abschließend wird ein Fazit gezogen.
Die Methodik ist eine ausschließliche Literaturrecherche.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Rahmen

2.1 Staatsbegriff

2.2 Theorien des Staatszerfalls

3 Die Rolle der Tuareg bei der Schwächung des malischen Staates

3.1 Demographische und geographische Einordnung Malis

3.2 Koloniales Erbe und Marginalisierung

3.3 Rebellionen und Aufstände zwischen 1990 und 2006

3.3.1 Erste Phase der zweiten Tuareg-Rebellion: Juni bis Dezember 1990

3.3.2 Zweite Phase der zweiten Tuareg-Rebellion: Januar 1991 bis Februar 1994

3.3.3 Dritte Phase der zweiten Tuareg-Rebellion: Februar bis Oktober 1994

3.3.4 Vierte Phase der zweiten Tuareg-Rebellion: Oktober 1994 bis März 1996

3.3.5 Die dritte Tuareg-Rebellion 2006

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

6 Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen des Staatszerfalls in Mali und analysiert dabei insbesondere den Einfluss der Tuareg-Bevölkerung auf die Schwächung staatlicher Strukturen. Im Zentrum der Forschungsfrage steht die Analyse, inwiefern die koloniale Vergangenheit sowie die ersten drei Tuareg-Rebellionen zur Entwicklung Malis zu einem fragilen Staat (weak state) beigetragen haben.

  • Historische Analyse des kolonialen Erbes und dessen Auswirkungen auf Staatlichkeit.
  • Untersuchung der strukturellen Marginalisierung der Tuareg in Mali.
  • Analyse der verschiedenen Tuareg-Rebellionen und deren Eskalationsmechanismen.
  • Anwendung politikwissenschaftlicher Theorien zu Staatszerfall und fragiler Staatlichkeit (u.a. nach Schneckener und Rotberg).
  • Bewertung der staatlichen Sicherheits- und Wohlfahrtsfunktionen sowie der Legitimitätsaspekte.

Auszug aus dem Buch

3.1 Demographische und geographische Einordnung Malis

Gegenwärtig zählt Mali mit 1.240.000 km² zum achtgrößten Land Afrikas (vgl. Hilali 2018: 448). Seit der Unabhängigkeit im Jahre 1960 ist die Bevölkerung von 5,35 Millionen auf 22,6 Millionen gestiegen. Sie disaggregiert sich in 23 verschiedene ethnische Gruppen, wobei die Tuareg mit 2% oder 300.000 Personen zu einer Minderheit gehören. Die Hälfte der Bevölkerung des malischen Staates ist unter fünfzehn Jahre alt (vgl. Tetzlaff 2023: 416). Lambach weist auf eine Korrelation zwischen Staatszerfall und einem hohen Anteil Jugendlicher an der Gesamtbevölkerung hin (vgl. Lambach 2016: 67).

Geographisch liegt Mali in der westlichen Sahelzone und bildet dort zusammen mit dem Niger dessen Zentrum (vgl. Heß / Lutz 2021: 15f.). Die Sahelzone ist wegen ihrer fluiden Grenzen zu den sieben Nachbarstaaten Malis instabil (vgl. Hilali 2018: 449). Insbesondere die Wüstengrenze zum Nachbarstaat Algerien gilt als unkontrollierbar. Im Vergleich zu den anderen Sahelstaaten hat Mali nur einen geringen arabischen Anteil an der Bevölkerung, der allerdings aufgrund seiner Tendenz, sich extremistischen Gruppen anzuschließen, eine hohe Bedeutung für die Politik hat (vgl. Heß 2021: 124). Die malischen Tuareg leben überwiegend im Norden des Landes, weit weg von den im südlichen Landesteil angesiedelten Ballungszentren (vgl. Erameh 2021: 10). Als wichtige Hochburg der Tuareg gilt die Stadt Kidal im Nord-Osten Malis, welche eine lange Geschichte ethnischer Spannungen aufweist (vgl. Hilali 2018: 449). Der periphere Norden ist durch seine Trockenheit besonders stark von Dürreperioden betroffen, auf dessen Relevanz im späteren Verlauf des Kapitels noch näher eingegangen wird (vgl. Krings 1995: 57).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen fragiler Staatlichkeit ein, verortet Mali im „Fragile States Index“ und stellt die Forschungsfrage sowie die Hypothese zum Einfluss der Tuareg auf den Staatszerfall vor.

2 Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die konzeptionellen Grundlagen des Staatsbegriffs nach Max Weber und vergleicht verschiedene Theorien zur Staatszerfallforschung, insbesondere von Ulrich Schneckener und Robert I. Rotberg.

3 Die Rolle der Tuareg bei der Schwächung des malischen Staates: Der Hauptteil analysiert die demographische und geographische Ausgangslage, das koloniale Erbe, die Marginalisierung der Tuareg sowie die verschiedenen Rebellionen und deren Auswirkungen auf die staatlichen Funktionen.

4 Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und resümiert, dass Kolonialzeit und Regimeverhalten entscheidende Auslöser für die Entwicklung Malis zum schwachen Staat sind, wobei internationale Unterstützungsbemühungen die Stabilität nicht nachhaltig sichern konnten.

5 Literaturverzeichnis: Hier werden alle verwendeten Quellen und wissenschaftliche Fachliteratur aufgelistet, die für die Analyse herangezogen wurden.

6 Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Abbildungen und tabellarische Darstellungen der Indikatoren zur Messung von Staatlichkeit, welche im Text referenziert werden.

Schlüsselwörter

Mali, Tuareg, Staatszerfall, fragile Staatlichkeit, Kolonialgeschichte, Rebellion, Marginalisierung, Sicherheitsfunktion, Wohlfahrtsfunktion, Legitimität, Sahelzone, Azawad, Staatlichkeit, Konfliktverlauf, Schwacher Staat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Gründe für den Staatszerfall in Mali und setzt diese in den Kontext der historisch gewachsenen Spannungen zwischen der Zentralregierung und der pastoral lebenden Bevölkerung der Tuareg.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das koloniale Erbe, die Marginalisierung ethnischer Minderheiten, die Auswirkungen von Klimawandel und Dürreperioden auf pastorale Systeme sowie die Funktionsfähigkeit staatlicher Institutionen in Mali.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern haben die Kolonialisierung, sowie die ersten drei Tuareg-Rebellionen dazu beigetragen, dass aus Mali ein schwacher Staat wurde?“

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer rein theoretischen Untersuchung mittels einer methodischen Literaturrecherche, um die historischen und politischen Zusammenhänge aufzuarbeiten.

Welche Themen werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der demographischen und geographischen Einordnung, den historischen Hintergründen der Tuareg-Konflikte von der Kolonialzeit bis 2009 sowie der detaillierten Betrachtung spezifischer Rebellionen und deren Einfluss auf die Staatlichkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Mali, Tuareg-Rebellionen, Staatszerfall, fragile Staatlichkeit, koloniales Erbe und politische Marginalisierung.

Welche Rolle spielt das koloniale Erbe für die heutige Situation Malis?

Laut Arbeit legte die künstliche Grenzziehung der Kolonialmacht Frankreich den Grundstein für ethnische Spaltungen und Konflikte, da sie gewachsene gesellschaftliche Strukturen ignorierte und im postkolonialen Staat unzureichende administrative Grundlagen hinterließ.

Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit der Friedensabkommen mit den Tuareg?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Friedensabkommen, wie das „Tamanrasset Agreement“ oder der „Pacte National“, aufgrund von mangelnder Einbindung aller Tuareg-Gruppen, Misstrauen und einer defizitären Umsetzung durch die malische Regierung größtenteils wirkungslos blieben.

Ende der Leseprobe aus 58 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Entwicklung Malis zu einem weak state. Der Einfluss der Tuareg
Hochschule
Technische Universität Dortmund  (Humanwissenschaften und Theologie)
Veranstaltung
Internationale Beziehungen
Note
1.0
Autor
Nico Dietrich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
58
Katalognummer
V1516370
ISBN (PDF)
9783389086919
ISBN (Buch)
9783389086926
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mali / Tuareg / weak state
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nico Dietrich (Autor:in), 2024, Die Entwicklung Malis zu einem weak state. Der Einfluss der Tuareg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1516370
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Leseprobe aus  58  Seiten
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