Die Sachsenfeldzüge Karls des Großen und die „capitulatio de partibus Saxoniae“


Seminararbeit, 2010

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte
2.1. Die „Sachsen“
2.2. Die „Franken“
2.2.1. Die Merowinger und Karolinger
2.2.2. Karl der Große

3. Die Sachsenfeldzüge Karls des Großen
3.1. Der erste Angriff auf die sächsischen Stämme
3.2. Die Sachsen nehmen Rache
3.3. Aufständische unter Widukind
3.4. Die Taufe Widukinds
3.5. Der gebrochene Widerstand

4. Das „capitulatio de partibus Saxoniae“
4.1. Analyse des „capitulatio de partibus Saxoniae“
4.2. Vergleichend zu dem späteren „capitulare saxonicum“

5. Abschließende Betrachtung

6. Literaturverzeichnis

7. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Die Feldzüge Karls des Großen, welche er über 32 Jahre, von 772 nach Christus bis etwa 804 nach Christus, gegen die Sachsen führte, stellen einige der erbittertesten und blutigsten Kriege der Geschichte dar. Sie sind bis heute nicht lückenlos und zusammenhängend zu rekonstruieren, was aus der schlechten Quellenlage über die früh-mittelalterliche Zeit der Merowinger und Karolinger resultiert. Dadurch wurde mir bereits bei dem Einsehen möglicher Quellen klar, dass eine Darstellung und Analyse der vergangenen Ereignisse nicht ohne ein gewisses Maß an Spekulationen und Vermutungen zu vollziehen ist. Zu viele Widersprüche, Lücken und unterschiedliche Datierungen treten in den verschiedensten Quellen, welche sich auf diese Zeit der Sachsenkriege Karls des Großen beziehen, auf. Somit sind vor allem die Beweggründe Karls, die ihn in diesen für beide Seiten sehr grausamen Krieg trieben, in späteren Quellen vielseitig interpretiert und ideologisiert wurden. Sah Karl der Große es als seinen, von Gott gegebenen Auftrag, auch die heidnischen Sachsen zu missionieren und somit zum christlichen Glauben zu bekehren? Wollte der fränkische König das Land der sächsischen Stämme annektieren, da er es als Teil seines Reiches sah? Wollte Karl das Reich der Franken vor den Einfällen der Sachsen schützen, sowie damit seine Machtposition weiter festigen und ausbauen?

Diese und weitere Fragen werde ich, aufgrund des geringen Umfangs dieser Hausarbeit, eher knapp beantworten. Dabei geht es mir hauptsächlich um eben die Gründe, die Karl der Große veranlasste, diesen Krieg zu beginnen und solange fortzuführen. Somit dient die Betrachtung der einzelnen Kriegsabschnitte dazu, die Handlungen Karls nachzuvollziehen und wird deshalb nur oberflächlich abgehandelt.

Im ersten Teil meiner Hausarbeit werde ich näher auf das vorangegangene Verhältnis der „Sachsen“ und „Franken“ eingehen, wohingegen sich der mittlere Abschnitt mit dem Verlauf und den Auswirkungen der einzelnen Kriegshandlungen beschäftigt. Im dritten Teil werde ich die Gesetzgebung von Karl dem Großen analysieren, wobei der Schwerpunkt auf das „ capitulatio de partibus Saxoniae“, aus den 80er Jahren des achten Jahrhunderts, gesetzt ist, da dies die eindeutigen Absichten Karls belegt.

Grundlegend bezieht sich meine Hausarbeit, neben dem gerade genannten Gesetzestext, auf die Reichsannalen und auf die „Vita Karoli Magni“ von Einhardt, wobei „Die Sachsen“ von Matthias Springer besonders ausschlaggebend für meine Betrachtungen war.

2. Vorgeschichte

2.1. Die „Sachsen“

Die genauen Ursprünge der Sachsen sind bis heute unbekannt und man ist der Meinung ihre Entstehung auf das zweite Jahrhundert nach Christus zu datieren. Dabei geht man davon aus, dass sich verschiedene Völker zu einem Kriegsverband zusammengeschlossen haben. Dabei geht ihr Name vermutlich die typische Waffe dieses Verbands zurück, das „Sax“, ein einschneidiges Schwert. Weiterhin verehrten sie unter anderem den Gott „Saxnoth“, dem in der Zeit der Karolinger während des Taufgelöbnisses gesondert abgeschworen werden musste. Ab dem dritten Jahrhundert ließen sich die Sachsen als Hilfstruppen des römischen Heeres anstellen und nach ihrem Dienst zogen sie mit ihrer Beute zurück in die Heimat. Dies belegen Grabbeigaben und Münzfunde im Raum der Elbe und Weser, was zudem auch auf die Siedlungsgebiete der Sachsen schließen lässt. Es gibt noch viele weiter Hinweise auf Siedlungspunkte der Sachsen, wie zum Beispiel Britannien, sodass man nicht von einem geeinten Volksstamm ausgehen kann.[1]

Geführt wurden die einzelnen Stämme der Sachsen von so genannten Satrapen, was einer Art weltlichen Würdenträger, wie etwa einem Herzog, entsprechen könnte. Im Kriegsfall wurde unter den Satrapen ausgelost wer den Oberbefehl hatte. Diese Auslosung, sowie Stammesversammlungen aus anderen Gründen fanden in „Marklo“[2] statt. Dadurch lässt sich die Struktur der Stammesverbände erkennen, welche ein einheitliches handeln ziemlich erschwerte, wenn nicht gar unmöglich machte. Dies machte die Sachsen zwar leichter angreifbar für die Franken, verhinderte allerdings einen schnellen Sieg der fränkischen Truppen über die Sachsen, da geschlossene Abkommen, Verträge oder Ähnliches nur für den jeweiligen Stamm Geltung hatte, jedoch die anderen Stämme nicht direkt betraf und somit für sie keinerlei Bedeutung hatte.[3] Somit musste jeder Stamm als eigenständige Einheit betrachtet werden und als solche auch separat unterworfen werden.

2.2. Die „Franken“

2.2.1. Die Merowinger und Karolinger

Die Sachsen machten schon in der Zeit der Merowinger kleinere Beutezüge gegen das fränkische Reich. 555 nach Christus probten die Sachsen einen Aufstand gegen den Nachfolger des fränkischen Königs Theudebald, Chlotar I., welcher mit seinem Heer gegen die Aufständischen marschierte und den Aufstand im Keim erstickte. Ein Jahr später mussten die Sachsen etwa 500 Rinder als Entschädigung an die Franken abtreten. Um diese Zeit kann man sagen, beginnen die Konflikte zwischen den Sachsen und den Franken.

Unter der Herrschaft der Karolinger führten sowohl Pippin der Ältere, als auch Pippin der Mittlere Krieg und Beutezüge gegen die östlichen Regionen, einschließlich der Ländereien der sächsischen Stämme. Was darauf hinweist, das die fränkischen Herrscher durchaus diese Gebiete beanspruchten.[4]

Eine der ersten „Strafexpeditionen“ gegen die Sachsen, führte den Hausmeier Karl Martell im Jahre 718 nach Christus vom Rhein bis an die Weser. Sie war ein Vergeltungsschlag für Überfälle der Sachsen. Die Gründe warum Martell einige weitere Feldzüge in den folgenden Jahren, von etwa 720 nach Christus bis circa 738 nach Christus, gegen die Sachsen führte sind leider nicht bekannt. Damit beginnt meiner Meinung nach ein das offensive vorgehen der Franken gegen die Sachsen. So folgten auch Karlmann und Pippin der Jüngere dem Beispiel Martells, in dem sie während ihrer Regentschaft Kriege gegen die Sachsen führten.[5]

2.2.2. Karl der Große

748 nach Christus wurde Karl der Große als ältester Sohn Pippins geboren. An den Feldzügen seines Vaters nach Aquitanien, 761 nach Christus und 762 nach Christus, nahm er erfolgreich teil. Am 9.Oktober 769 wurden Karl und sein jüngerer Bruder Karlmann zu Königen ihrer Reichshälften gesalbt, welche ihr Vater ihnen vor seinem Tode zugeteilt hatte. Da beide Brüder ihr Reich mit Hilfe von Bündnispartnern gegen den anderen sichern wollten, hielten sie sich in ihrem Herrschaftsgebiet auf und versuchten nicht dieses zu erweitern. Dies änderte sich 771 nach Christus mit dem Tode Karlmanns, da Karl nun die andere Hälfte des Reiches erhielt und nun alleiniger Herrscher des fränkischen Reiches war.[6] Somit konnte Karl seine ungeteilte Aufmerksamkeit auf die äußeren Feinde des Reiches richten. Dabei handelte es sich um zwei Völker die eine unmittelbare Gefahr darstellten, einerseits die Langobarden und andererseits die Sachsen.

[...]


[1] Sammelangabe: Becher, Matthias: „Verfassung und Ethnogenese in Sachsen in Sachsen während des 8. Jahrhunderts“,S. 3 , Gebers, Wilhelm: „Auf dem Weg nach Walhall-Die Pferde der Altsachsen-Begleiter in Leben und Tod“ S.19, Capelle, Torsten: „Die Sachsen des frühen Mittelalters“, S.9-19, Genrich, Albert: „Die Altsachsen“, S.30, Bemmann, Jan: „Zur Münz- und Münzersatzbeigabe in Gräbern der römischen Kaiserzeit und Völkerwanderungszeit des mittel- und nordeuropäischen Barbaricums, S.453

[2] Sprekelmayer, G.: „Marklo“, in: „Lexikon des Mittelalters“, Zeile 306

[3] Springer, Matthias: „Die Sachsen“ S.131

[4] Springer, Matthias: „Die Sachsen“, S.97

[5] Schieffer, Rudolf: „Die Karolinger“,S.41 , Springer, Matthias: „Die Sachsen“, S.168, S.174

[6] Becher, Matthias: „Karl der Grosse“, S.41-49

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Sachsenfeldzüge Karls des Großen und die „capitulatio de partibus Saxoniae“
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Geschichte)
Veranstaltung
einführendes Proseminar mittelalterliche Geschichte
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
15
Katalognummer
V151651
ISBN (eBook)
9783640636709
ISBN (Buch)
9783640636853
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Sachsenfeldzüge, Karl der Große, Sachsen, Germanen, Widukind, capitulatio, Sachsenkriege, Merowinger, Karolinger, Taufe, Widerstand, Gesetze, Geschichte, Mittelalter, Seminararbeit
Arbeit zitieren
Sven Häntzschel (Autor), 2010, Die Sachsenfeldzüge Karls des Großen und die „capitulatio de partibus Saxoniae“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/151651

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