Die Bilanzierung und Bewertung von Wertpapieren nach US-GAAP und IAS im Vergleich


Referat (Ausarbeitung), 2002
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Bilanzierung und Bewertung von Wertpapieren nach US-GAAP
2.1 Ansatz von Wertpapieren nach US-GAAP
2.1.1 Held-to-maturity securities
2.1.2 Die Trading Securities
2.1.3 Die Available-for-Sale Securities
2.2 Bewertung von Wertpapieren nach US-GAAP
2.2.1 Bewertung von held-to-maturity securities
2.2.2 Bewertung von trading securities
2.2.3 Bewertung von available-for-sale securities
2.3 Wertpapiere die einen signifikanten Einfluss begründen
2.4 Umgliederung von Wertpapieren nach US-GAAP

3 Bilanzierung und Bewertung von Wertpapieren nach IAS
3.1 Ansatz von Wertpapieren nach IAS
3.1.1 Held-to-maturity securities
3.1.2 Trading securities
3.1.3 Available-for-sale securities
3.2 Bewertung von Wertpapieren nach IAS
3.2.1 Die Bewertung von held-to-maturity securities nach IAS
3.2.2 Die Bewertung von trading securities nach IAS
3.2.3 Die Bewertung von available-for-sale securities nach IAS
3.3 Wertpapiere die einen signifikanten Einfluss begründen
3.4 Umgliederung von Wertpapieren nach IAS

4 Unterschiede zwischen US-GAAP und IAS

5 Bilanzierung und Bewertung von Wertpapieren nach HGB

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Gründe warum immer mehr deutsche Unternehmen eine internationale Rechnungslegung anwenden sind vielfältig. Insbesondere Aktiengesellschaften die zur Finanzierung ihrer betrieblichen Aktivitäten auf die Eigenfinanzierung zurückgreifen, kommen dabei nicht an den internationalen Finanzplätzen vorbei. Wobei die bedeutendste internationale Börse nun einmal die New York Stock Exchange ist. Eine Aktiennotierung an der New Yorker Börse bedingt jedoch, dass die Jahresabschlüsse nach US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellt werden müssen. Denn Jahresabschlüsse nach dem deutschen Handelsgesetzbuch werden in den Vereinigten Staaten nicht akzeptiert. Eine Notierung an den internationalen Börsen ist jedoch für die großen international tätigen Gesellschaften mit einem großen Finanzierungsvolumen unausweichlich, als Beispiele können hier die Telekom AG oder die Daimler Chrysler AG genannt werden. Doch auch für kleine und mittelgroße Aktiengesellschaften, die sich ihr Eigenkapital an den nationalen Börsen besorgen, gewinnen die internationalen Rechnungslegungsvorschriften immer mehr an Bedeutung.[1] In dem am 10.03.1997 eröffneten Börsensegment für innovative Unternehmen, dem neuen Markt, sind die dort notierten Unternehmen, gemäß Abschnitt 7.3.2 (1) des Regelwerks, zur Erstellung von Abschlüssen nach IAS oder US-GAAP verpflichtet. Und auch in dem am 26.04.1998 eröffneten Börsensegment für mittelständische Unternehmen, dem SMAX-Segment, müssen für die nach dem 31.12.2001 beginnenden Geschäftsjahre Abschlüsse nach IAS oder US-GAAP erstellt werden. Aufgrund dieser Regelung ist wohl die Mehrzahl der in Deutschland nach IAS oder US-GAAP bilanzierenden Unternehmen, den kleinen oder mittleren Wachstumsunternehmen zuzuordnen. Da viele dieser Unternehmen nach ihrem Börsengang einen großen Posten an liquiden Mitteln haben, die zu einem großen Teil auch in Wertpapieren angelegt werden, besitzt die nachfolgend behandelte Thematik der Bilanzierung und Bewertung von Wertpapieren eine hohe praktische Relevanz.[2]

2 Bilanzierung und Bewertung von Wertpapieren nach US-GAAP

2.1 Ansatz von Wertpapieren nach US-GAAP

Die Bilanzierung von Wertpapieren ist in der US-amerikanischen Rechnungslegung in dem 1993 verabschiedeten SFAS No. 115 „Accounting for Certain Investments in Debt and Equity Securities“ geregelt. Grundsätzlich kann zwischen debt securities und equity securities unterschieden werden. Wobei es sich bei den debt securities um Fremdkapitalinvestments und bei den equity securities um Eigenkapitalinvestments handelt. SFAS No. 115 teilt nun diese Wertpapiere in drei Gruppen ein. Die Zuordnung zu den verschiedenen Gruppen hat eine unterschiedliche Bewertung und Ausweis zur Folge. Bei den drei Gruppen handelt es sich um die held-to-maturity securities, die trading securities und die available-for-sale securities. Nachfolgend wird nun auf die einzelnen Gruppen näher eingegangen.[3] Diese Einteilung gilt nur für Aktienbestände, durch die kein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird.

2.1.1 Held-to-maturity securities

Unter der Kategorie held-to-maturity sind alle Gläubigerpapiere, die bis zur Endfälligkeit gehalten werden auszuweisen. Um ein Wertpapier in diese Gruppe einzuordnen, muss sowohl die Absicht als auch die Fähigkeit bestehen die Gläubigerpapiere bis zur Endfälligkeit zu halten. Sollte Ungewissheit herrschen ob das Wertpapier bis zur Endfälligkeit gehalten werden kann, so darf das Wertpapier nicht unter diesem Posten ausgewiesen werden. Erfolgt eine Umgliederung oder ein Verkauf eines held-to-maturity-Wertpapiers, soweit nicht ein einmaliges, außergewöhnliches und unvorhersehbares Ereignis vorliegt, so sind auch die restlichen held-to-maturity-Wertpapiere in die abailable-for-sale-Kategorie umzugliedern. Diese Umgliederung muss nach SFAS No. 115.8 erfolgen, da dann generell die Absicht des Unternehmens, Wertpapiere bis zur Endfälligkeit zu halten, bezweifelt werden muss.[4] Die held-to-maturity-Wertpapiere sind in der Bilanz unter dem Anlagevermögen, den noncurrent Assets, auszuweisen. Im Geschäftsjahr vor ihrer Fälligkeit werden sie dann in das Umlaufvermögen, den current assets, umgebucht.[5]

2.1.2 Die Trading Securities

Die zweite Kategorie von Wertpapieren nach US-GAAP sind die trading securities. Bei den trading securities handelt es sich um Wertpapiere die vom Unternehmen nur vorübergehend, mit der Absicht eine möglichst große Rendite zu erzielen, gehalten werden. Es kann sich hierbei sowohl um Eigenkapitalinvestments als auch um Fremdkapitalinvestments handeln. Diese Wertpapiere sind in der Bilanz im Umlaufvermögen (current asset) auszuweisen.[6]

2.1.3 Die Available-for-Sale Securities

Die dritte und letzte Wertpapierkategorie sind die available-for-sale Wertpapiere. Als available-for-sale securities werden alle Wertpapiere erfasst, die weder zu den held-to-maturity securities noch zu den trading securities gehören. Auch in diese Kategorie können wie bei den trading securities sowohl Eigenkapitalinvestments als auch Fremdkapitalinvestments fallen. Die Wertpapiere der available-for-sale-Kategorie können je nach Unternehmensstrategie entweder im Umlaufvermögen oder im Anlagevermögen ausgewiesen werden.[7]

2.2 Bewertung von Wertpapieren nach US-GAAP

Die Einteilung in die drei verschiedenen Wertpapierkategorien hat einen maßgeblichen Einfluss auf die Bewertung der Wertpapiere. Nachfolgend möchte ich nun aufzeigen wie die einzelnen Wertpapierkategorien zu bewerten sind.

2.2.1 Bewertung von held-to-maturity securities

Die Wertpapiere der held-to-maturity-Kategorie werden gemäß SFAS No. 115 Par. 7 nicht mit dem Fair Value, sondern mit ihren fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Sollte eine nur vorübergehende Wertminderung eintreten, so wird diese nicht erfasst, da bei den Wertpapieren dieser Kategorie definitionsgemäß davon ausgegangen wird, dass diese bis zur Endfälligkeit gehalten werden. Aus diesem Grund wird erwartet, dass sich vorübergehende Wertminderungen kurzfristig wieder ausgleichen. Sollte der Fair Value allerdings dauerhaft unter die fortgeführten Anschaffungskosten fallen, so muss gemäß SFAS No. 115 Par. 16 eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren Fair Value erfolgen. Hierbei ist eine spätere Wertaufholung nicht möglich, da nun der niedrigere Zeitwert an die Stelle der fortgeführten Anschaffungskosten tritt. Ein eventuelles Auf- bzw. Abgeld aus dem Kauf der Wertpapiere, wird über die Laufzeit der Wertpapiere als Zinsaufwand bzw. Zinsertrag verteilt. Diese Vorgehensweise wird zum Beispiel bei der Bilanzierung von Zero-Bonds erforderlich.[8]

2.2.2 Bewertung von trading securities

Nach SFAS No. 115 Par. 13 müssen bei den trading securities Wertminderungen, unabhängig ob sie nur vorübergehend oder dauerhaft sind erfolgswirksam erfasst werden. Ein Wahlrecht zur Abschreibung existiert bei diesen Wertpapieren nicht. Die trading securities sind demnach nach SFAS No. 115 Par. 12 immer mit ihrem Zeitwert zum Bilanzstichtag zu bewerten.[9]

2.2.3 Bewertung von available-for-sale securities

Auch die available-for-sale securities sind wie die trading securities nach SFAS No. 115 Par. 12 immer mit ihren Zeitwerten zum Bilanzstichtag zu bewerten. Der wesentliche Unterschied zu den trading securities liegt darin, dass unrealisierte Gewinne oder Verluste nicht erfolgswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung verrechnet werden, sondern erfolgsneutral in einem gesonderten Eigenkapitalposten auszuweisen sind. Bei diesen Posten handelt es sich für die Gewinne um Unrealized Holding Gain on Securities bzw. bei den Verlusten um Unrealized Holding Loss on Securities. Handelt es sich jedoch um eine dauerhafte Wertminderung so ist diese wie bei den held-to-maturity securities nach SFAS No. 115 Par. 16 aufwandswirksam zu erfassen. Der Wert der durch eine dauerhafte Wertminderung zustande kommt, fungiert in den nachfolgenden Jahren als neue Wertbasis. Später auftretende Wertaufholungen dürfen demnach nur noch über den gesonderten Eigenkapitalposten vorgenommen werden.[10]

[...]


[1] Vgl. Buchholz, R., Internationale Rechnungslegung, 2002, S. 1

[2] Vgl. Leibfried, P./Sommer, U., Praxis der Bilanzierung, 2001, S. 254

[3] Vgl. Pellens, B., Internationale Rechnungslegung, 1999, S. 180 ff.

[4] Vgl. KPMG, Rechnungslegung nach US-GAAP, 1997, S. 59 ff.

[5] Vgl. Pellens, B., Internationale Rechnungslegung, 1999, S. 181

[6] Vgl. KPMG, Rechnungslegung nach US-GAAP, 1997, S. 60 ff.

[7] Vgl. Hayn, S., IAS/US-GAAP/HGB im Vergleich, 2000, S. 100

[8] Vgl. KPMG, Rechnungslegung nach US-GAAP, 1997, S. 61 ff.

[9] Vgl. Pellens, B., Internationale Rechnungslegung, 1999, S. 182

[10] Vgl. Pellens, B., Internationale Rechnungslegung, 1999, S. 183 ff.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Bilanzierung und Bewertung von Wertpapieren nach US-GAAP und IAS im Vergleich
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Ingolstadt
Note
1,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
19
Katalognummer
V15201
ISBN (eBook)
9783638203890
Dateigröße
494 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bilanzierung, Bewertung, Wertpapieren, US-GAAP, Vergleich
Arbeit zitieren
Manfred Rabl (Autor), 2002, Die Bilanzierung und Bewertung von Wertpapieren nach US-GAAP und IAS im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15201

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