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Freiarbeit nach den Prinzipien Maria Montessoris

Umsetzungsmöglichkeiten in der Regelschule und Erprobung eines selbst entwickelten Sinnesmaterials

Titel: Freiarbeit nach den Prinzipien Maria Montessoris

Examensarbeit , 2007 , 141 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sarah Mösker (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Hilf mir, es selbst zu tun, dann hilfst du mir, ich selbst zu werden.“

Dieses, an dieser Stelle in leicht abgewandelter Form angeführte, Zitat ist zum Leit- und Grundsatz der reformpädagogischen Konzeption Maria Montessoris geworden.
Welche Bedeutung aber verbirgt sich hinter dem Begriff ‚Montessori-Pädagogik’, der sicherlich jedem schon einmal in irgendeinem Zusammenhang begegnet ist?
In der Montessori-Pädagogik wird die kindliche Individualität beispiellos ernst genommen und die Verschiedenheit der Kinder, was das Alter, das Geschlecht, die Intelligenz, die Begabung, die Herkunft, die Neigungen und die Stärken und Schwächen der Kinder betrifft, wird als Bereicherung angesehen.
Für die Umsetzung ihrer Ideen in der Schule entwickelte Maria Montessori das umfassende Konzept der Freiarbeit, dessen genaue Betrachtung den Schwerpunkt dieser Arbeit bilden soll.
Im Anschluss an einige Informationen zum Leben Maria Montessoris und der Ausbreitung ihrer pädagogischen Ideen, werde ich zunächst ihre Grundgedanken zum Kind, ihre Kritik an der klassischen Schule sowie den Aspekt des Zusammenspiels von Freiheit und Bindung thematisieren, bevor ich auf das umfangreiche Bedingungsgefüge der Freiarbeit im Sinne Maria Montessoris eingehen werde.
Die Vorstellung eines eigenen Freiarbeits-Materials sowie die Beschreibung und Auswertung von dessen Erprobung mit drei Schülern unterschiedlicher Jahrgänge bilden den ab-schließenden Teil dieser Arbeit.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leben und Werk Maria Montessoris

2.1. Ihr Leben und die Anfänge ihrer Pädagogik

2.2. Die Ausbreitung der Montessori-Pädagogik

3. Anthropologische Grundpositionen

3.1. Maria Montessoris Sicht auf das Kind

3.2. Normalisation und Deviation

4. Schulkritik Maria Montessoris

5. Freie Arbeit nach Maria Montessori

5.1. Versuch einer Definition und Legitimation

5.2. Freiheit und Bindung

5.3. Der gebundene Unterricht

6. Das Bedingungsgefüge der Freiarbeit

6.1. Die Polarisation der Aufmerksamkeit

6.1.1. Der Verlauf der konzentrierten Arbeit

6.1.2. Der Schutz der Konzentration

6.2. Die Theorie der sensiblen Phasen

6.2.1. Der erste Entwicklungsabschnitt

6.2.2. Der zweite Entwicklungsabschnitt

6.2.3. Der dritte Entwicklungsabschnitt

6.3. Die Vorbereitete Umgebung

6.4. Das Sinnesmaterial

6.4.1. Die Material-Kriterien

6.4.2. Die Materialgebrauchslektion

6.5. Die Aufgaben des Erwachsenen

6.5.1. Die typische Beziehung zwischen Erwachsenem und Kind

6.5.2. Der veränderte Erwachsene

6.5.3. Die Beobachtung

6.5.4. Das Montessori-Diplom

6.6. Leistungsbewertung

7. Die praktische Umsetzung der Freiarbeit

7.1. Die Altersmischung

7.2. Der Klassenraum

7.3. Das Materialangebot

7.4. Die Rhythmisierung des Schultages

7.5. Bildungskontinuität

8. Umsetzungsmöglichkeiten in der Regelschule

8.1. Einführung der Freiarbeit

8.2. Probleme in der Praxis

9. Kritik an der Montessori-Pädagogik

10. Das selbst entwickelte Sinnesmaterial

10.1. Die Entwicklung der Idee

10.2. Maria Montessori und die Mathematik

10.3. Bruchrechnen in der Grundschule

10.4. Vorstellung des Materials

10.4.1. Die Holzmodelle

10.4.2. Die Einführung in das Material

10.4.3. Die Aufgabenkärtchen

10.4.4. Das Arbeitsblatt

10.4.5. Berücksichtigung der Material-Prinzipien

11. Die Erprobung des selbst entwickelten Sinnesmaterials

11.1. Rahmenbedingungen der Erprobung

11.2. Besonderheiten der Erprobung und kritische Reflexion

12. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Montessori-Pädagogik mit einem besonderen Fokus auf die Freiarbeit und deren Umsetzungsmöglichkeiten in der Regelschule. Das primäre Ziel ist es, die Eignung und praktische Durchführbarkeit dieses reformpädagogischen Konzepts zu reflektieren und durch die eigene Entwicklung sowie Erprobung eines mathematischen Sinnesmaterials zur Bruchrechnung zu ergänzen.

  • Grundlagen und Prinzipien der Montessori-Pädagogik (u.a. Kindbild, sensible Phasen)
  • Das Konzept der Freiarbeit und das Bedingungsgefüge (Rolle der Umgebung und Materialien)
  • Übertragung der Montessori-Ideen auf die heutige Regelschule
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Montessori-Ansatz
  • Konzeption, Entwicklung und empirische Erprobung eines eigenen didaktischen Materials

Auszug aus dem Buch

6.1. Die Polarisation der Aufmerksamkeit

„Daher ist es unser Ziel, das Kind nicht zum bloßen Verstehen zu führen, und noch weniger, es zum Auswendiglernen zu zwingen, sondern seine Phantasie anzustoßen, so dass es sich zutiefst begeistert.“

Wie bereits angedeutet, ereignete sich in der Anfangszeit des ‚Casa di Bambini’ in San Lorenzo eine Situation, die als entscheidendes Schlüsselerlebnis für die Entwicklung der Montessori-Konzeption angesehen werden kann und in zahlreichen Werken zur Montessori-Pädagogik erwähnt wird:

„Mir fiel ein kleines Mädchen von etwa 3 Jahren auf, das tief versunken war in eine Übung mit den kleinen Holzzylindern, die es aus den Vertiefungen des Holzblocks herausnahm und dann wieder an ihren richtigen Platz brachte. Der Ausdruck des Kindes zeugte von einer so intensiven Aufmerksamkeit, dass es für mich eine Offenbarung war: bis dahin hatten die Kinder noch nie eine derartige Stetigkeit der Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand gezeigt, und infolge meiner Überzeugung von der charakteristischen Unstetigkeit der Aufmerksamkeit eines kleinen Kindes, das ruhelos von einer Sache zur anderen eilt, frappierte mich dieses Phänomen noch mehr. Ich beobachtete die Kleine mit Spannung, ohne sie zu stören, und begann zu zählen, wie oft sie die Übung wiederholte; als ich aber sah, dass sie sehr lange bei der Arbeit verharrte, hob ich das Sesselchen, auf dem sie saß, mitsamt dem Kinde auf den Tisch; die Kleine ergriff in Eile den Holzblock, stellte ihn auf die Armlehnen des kleinen Sessels, nahm die kleinen Zylinder auf den Schoß und fuhr in ihrer Arbeit fort. Da forderte ich alle Kinder auf, zu singen; sie taten es, aber jene Kleine fuhr unentwegt mit der Wiederholung der Übung fort, auch als der kurze Gesang zuende war. Ich zählte 44 Wiederholungen; und als sie endlich aufhörte, tat sie das ganz unabhängig von den Ablenkungen um sie her, die sie hätten stören können, und blickte glücklich umher, als ob sie von erquickendem Schlaf erwacht wäre“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die fortwährende Aktualität der Montessori-Pädagogik und erläutert die Motivation der Autorin, die theoretischen Ansätze kritisch zu hinterfragen und durch ein eigenes Praxisprojekt zu ergänzen.

2. Leben und Werk Maria Montessoris: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Maria Montessoris nach, von ihrer frühen akademischen Ausbildung als eine der ersten Ärztinnen Italiens bis zur internationalen Ausbreitung ihrer pädagogischen Ideen.

3. Anthropologische Grundpositionen: Hier werden das Montessori-Bild vom Kind als „Baumeister des Menschen“ sowie der zentrale Prozess der Normalisierung im Gegensatz zur Deviation theoretisch fundiert.

4. Schulkritik Maria Montessoris: Das Kapitel thematisiert Montessoris fundamentale Kritik an der klassischen „Pauk- und Buchschule“ und fordert eine Abkehr von autoritären Erziehungsmustern.

5. Freie Arbeit nach Maria Montessori: Diese Sektion definiert die Freiarbeit als Herzstück des pädagogischen Konzepts, in dem das Spannungsfeld von Freiheit und Bindung eine zentrale Rolle einnimmt.

6. Das Bedingungsgefüge der Freiarbeit: Eine detaillierte Analyse der notwendigen Rahmenbedingungen, darunter die Polarisation der Aufmerksamkeit, die sensiblen Phasen, die Vorbereitete Umgebung und die Fehlerkontrolle.

7. Die praktische Umsetzung der Freiarbeit: Der Fokus liegt hier auf der organisatorischen Praxis, wie der Altersmischung, der Raumgestaltung und der Einbettung der Freiarbeit in den Schultagesrhythmus.

8. Umsetzungsmöglichkeiten in der Regelschule: Dieses Kapitel reflektiert die Chancen und praktischen Schwierigkeiten bei der Integration von Montessori-Elementen in das staatliche Regelschulsystem.

9. Kritik an der Montessori-Pädagogik: Eine Auseinandersetzung mit den Vorwürfen des Naturalismus, Individualismus und Intellektualismus, die der Montessori-Pädagogik im Laufe der Zeit entgegnet wurden.

10. Das selbst entwickelte Sinnesmaterial: Hier beschreibt die Autorin die methodische Überlegung und Entwicklung eines eigenen Mathematik-Materials zur Bruchrechnung unter Berücksichtigung der Montessori-Prinzipien.

11. Die Erprobung des selbst entwickelten Sinnesmaterials: Dieser Teil enthält die Beschreibung und kritische Auswertung der praktischen Erprobung des entwickelten Materials mit drei Kindern unterschiedlicher Jahrgangsstufen.

12. Fazit: Das Fazit fasst die persönlichen Erkenntnisse der Autorin zusammen und bewertet den Nutzen der theoretischen sowie praktischen Auseinandersetzung für ihre zukünftige Tätigkeit als Lehrerin.

Schlüsselwörter

Montessori-Pädagogik, Freiarbeit, Vorbereitete Umgebung, Sinnesmaterial, Bruchrechnen, Mathematischer Geist, Altersmischung, Polarisation der Aufmerksamkeit, Sensible Phasen, Normalisierung, Regelschule, Fehlerkontrolle, Selbsttätigkeit, Reformpädagogik, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Examensarbeit widmet sich dem reformpädagogischen Konzept Maria Montessoris, speziell der Freiarbeit, und untersucht dessen Eignung für eine Umsetzung in der heutigen Regelschule.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die anthropologischen Grundlagen, die Theorie der Freiarbeit, die Bedeutung der Vorbereiteten Umgebung und Materialien sowie die kritische Reflexion der Montessori-Pädagogik in der modernen Bildungspraxis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Übertragbarkeit der Montessori-Prinzipien auf die Regelschule zu prüfen und durch die Entwicklung und Erprobung eines eigenen Sinnesmaterials für das Bruchrechnen praktisch zu untermauern.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Neben einer ausführlichen Literaturanalyse verwendet die Autorin eine handlungsorientierte Methode: die Konstruktion eines didaktischen Materials und dessen anschließende Erprobung in einer Grundschulklasse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Pädagogik die spezifischen Bedingungen der Freiarbeit (Polarisation, sensible Phasen) und die praktische Herausforderung der Umsetzung in Regelschulen diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Montessori-Pädagogik, Freiarbeit, Vorbereitete Umgebung, Mathematischer Geist, Sinnesmaterial und der individuelle Lernprozess.

Was ist das Besondere am selbst entwickelten Sinnesmaterial für das Bruchrechnen?

Das Material nutzt neben dem klassischen Kreismodell auch ein Quadratmodell, um Kindern das Verständnis von Brüchen als abstrakte Konzepte jenseits fester Flächenformen zu ermöglichen.

Warum wurde das Bruchrechnen als Thema für das Material gewählt?

Die Autorin wählte dieses Thema, da sie als Mathematik-Studentin bemerkte, dass Bruchrechnen in der Grundschule oft sehr abstrakt behandelt wird und das Potenzial für eine handelnde Erschließung (nach Montessori) besonders hoch ist.

Welche Herausforderungen zeigten sich bei der Erprobung des Materials?

Die Kinder zeigten zwar großes Interesse, aber es traten Schwierigkeiten bei der Benennung der Brüche auf und es war eine Herausforderung, die Balance zwischen notwendiger Anleitung und freiem, selbsttätigem Arbeiten zu finden.

Ende der Leseprobe aus 141 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Freiarbeit nach den Prinzipien Maria Montessoris
Untertitel
Umsetzungsmöglichkeiten in der Regelschule und Erprobung eines selbst entwickelten Sinnesmaterials
Hochschule
Universität Osnabrück
Note
1,0
Autor
Sarah Mösker (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
141
Katalognummer
V152339
ISBN (eBook)
9783640648405
ISBN (Buch)
9783640648580
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Montessori Freiarbeit Reformpädagogik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Mösker (Autor:in), 2007, Freiarbeit nach den Prinzipien Maria Montessoris, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152339
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  141  Seiten
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