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Die Abschaffung des Ehegattensplittings. Eine kritische Analyse und aktuelle Reformoptionen

Titel: Die Abschaffung des Ehegattensplittings. Eine kritische Analyse und aktuelle  Reformoptionen

Bachelorarbeit , 2024 , 87 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Marita Schmidt (Autor:in)

Jura - Steuerrecht
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Bachelorarbeit bietet eine umfassende und tiefgreifende Analyse eines der kontroversesten Themen im deutschen Steuerrecht: dem Ehegattensplitting. Mit einer klaren Struktur und präzisen Erläuterungen führt sie den Leser durch die historische Entwicklung und die mathematische Berechnungsmethodik dieses steuerlichen Instruments. Die Arbeit beleuchtet sowohl die Zusammenveranlagung von Ehepartnern als auch die damit verbundenen Vorteile des Splittingeffekts und gibt detaillierte Einblicke in die steuerrechtlichen Grundlagen, wie das Lohnsteuerabzugsverfahren und die Ermittlung des zu versteuernden Einkommens.

Im weiteren Verlauf wird das Ehegattensplitting kritisch hinterfragt: Welche gesellschaftlichen Werte wie das Leistungsfähigkeitsprinzip oder der Schutz von Ehe und Familie liegen ihm zugrunde? Welche Kritikpunkte werden von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vorgebracht, etwa die Benachteiligung von Frauen oder die unzureichende Förderung von Familien?

Die Diskussion über die Reformnotwendigkeit wird durch eine Analyse möglicher Alternativen untermauert. Die Arbeit stellt nicht nur verschiedene Modelle vor – von der Individualbesteuerung bis hin zum französischen Familiensplitting –, sondern analysiert deren Vor- und Nachteile im Detail.

Mit einem ausgewogenen Fazit und fundierten Reformvorschlägen bietet die Arbeit nicht nur einen fachlich anspruchsvollen Überblick, sondern inspiriert auch zu neuen Denkansätzen für ein gerechteres Steuersystem. Eine unverzichtbare Lektüre für Steuerexperten, Politikinteressierte und all jene, die ein tieferes Verständnis für die rechtlichen und gesellschaftlichen Dimensionen des Ehegattensplittings gewinnen möchten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Gang der Untersuchung

1.2 Zielsetzung

2 Das Ehegattensplitting im Steuerrecht

2.1 Einzelveranlagung

2.2 Zusammenveranlagung von Ehegatten

2.3 Splittingeffekt

2.4 Ermittlung des zu versteuernden Einkommens

2.5 Lohnsteuerabzugsverfahren

3 Einführung des Ehegattensplittings

3.1 Historischer Kontext

3.2 Leistungsfähigkeitsprinzip

3.3 Erwerbs- und Verbrauchsgemeinschaft

3.4 Schutz der Ehe und Familie

3.5 Wandel der Ehe

4 Diskussionen zur Reform des Ehegattensplittings

4.1 Kritik an der Leistungsfähigkeit

4.2 Unzureichende Förderung von Familien

4.3 Benachteiligung von Frauen

4.4 Ungerechte Verteilungswirkung des Splittingvorteils

4.5 Kritik an der Erwerbsgemeinschaft

4.6 Zwischenfazit

5 Reformalternativen

5.1 Individualbesteuerungsvarianten

5.1.1 Individualbesteuerung

5.1.2 Individualbesteuerung mit Übertragung des Grundfreibetrages

5.2 Ehegattenrealsplitting

5.3 Familiensplitting

5.3.1 Familienrealsplitting

5.3.2 Französisches Modell

5.3.3 Familientarifsplitting

6 Fazit und Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Ehegattensplitting kritisch vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels und untersucht die Notwendigkeit einer Reform. Dabei wird der Splittingeffekt steuerrechtlich beleuchtet und verschiedenen Reformalternativen, wie der Individualbesteuerung oder dem Familiensplitting, gegenübergestellt, um deren Auswirkungen auf Steuergerechtigkeit und Erwerbsanreize zu prüfen.

  • Steuerrechtliche Grundlagen des Ehegattensplittings und des Splittingeffekts
  • Historische Entwicklung und der Wandel der Ehe als Institution
  • Kritische Analyse von Leistungsfähigkeit, Familienförderung und Geschlechtergerechtigkeit
  • Untersuchung von Reformalternativen wie Individual- und Familiensplitting
  • Vergleich internationaler Ansätze, insbesondere des französischen Modells

Auszug aus dem Buch

2.3 Splittingeffekt

Der Splittingvorteil fällt umso größer aus, je höher das Gesamthaushaltseinkommen ist und je stärker sich die individuellen Einkommen der zusammenveranlagten Ehegatten unterscheiden. Die Progression des Einkommensteuertarifs spielt dabei auch eine Rolle. Wie sich der Splittingeffekt in Abhängigkeit zu den beiden Einkommen verändert, zeigen die folgenden Rechenbeispiele:

Szenario 1:

Im ersten Szenario hat der Ehemann ein z. v. E. von 150.000 €, wohingegen die Ehefrau kein Einkommen bezieht. Wählen die Ehepartner die Einzelveranlagung, unterliegen beide der Individualbesteuerung. Die Höhe der Steuer beträgt nach der Grundtabelle 2024 52.239 €, während die Steuerbelastung bei der Zusammenveranlagung nach der Splittingtabelle 2024 einen Betrag von 41.794 € aufweist. Die Differenz, der sogenannte Splittingeffekt, liegt bei einem Wert von 10.603 €. Der Grund für die Höhe der unterschiedlichen Besteuerungshöhen liegt vor allem am Grundfreibetrag, der beiden Steuerpflichtigen zusteht. Bei der Zusammenveranlagung kann der Grundfreibetrag in der Steuererklärung, trotz fehlender Einkünfte der Ehefrau, beim Einkommen des Ehemannes zweimal berücksichtigt werden, wohingegen dies bei der Einzelveranlagung nur einmal möglich ist. Durch die Doppelberücksichtigung des Grundfreibetrags und der Halbierung des z. v. E. gelangt der Ehemann in die niedrigere Progressionsstufe und hat somit im Ergebnis eine geringere Steuerbelastung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Diskussion um das Ehegattensplitting ein und benennt die Zielsetzung der Arbeit sowie den methodischen Gang der Untersuchung.

2 Das Ehegattensplitting im Steuerrecht: Das Kapitel erläutert die steuerrechtlichen Grundlagen, inklusive Einzelveranlagung, Zusammenveranlagung, dem Splittingeffekt sowie der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens und dem Lohnsteuerabzugsverfahren.

3 Einführung des Ehegattensplittings: Hier werden der historische Kontext, das Leistungsfähigkeitsprinzip sowie die soziopolitische Bedeutung von Ehe und Familie als Grundlage des Splittings detailliert betrachtet.

4 Diskussionen zur Reform des Ehegattensplittings: Dieses Kapitel analysiert zentrale Kritikpunkte, darunter die Leistungsfähigkeit, die Förderung von Familien, die Benachteiligung von Frauen und die Verteilungswirkung des Splittingvorteils.

5 Reformalternativen: Es werden verschiedene Ansätze wie die Individualbesteuerung, das Ehegattenrealsplitting und das Familiensplitting vorgestellt und auf ihre Tragfähigkeit hin bewertet.

6 Fazit und Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Notwendigkeit von Reformen im Hinblick auf aktuelle politische Debatten.

Schlüsselwörter

Ehegattensplitting, Einkommensteuer, Steuerrecht, Splittingeffekt, Familienförderung, Individualbesteuerung, Familiensplitting, Leistungsfähigkeitsprinzip, Zusammenveranlagung, Steuergerechtigkeit, Erwerbsanreiz, Reformalternativen, Lohnsteuerverfahren, Geschlechtergerechtigkeit, Ehe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Analyse des deutschen Ehegattensplittings, den historischen Hintergründen und den aktuellen Diskussionen zu dessen möglicher Reform aufgrund veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zentrale Felder sind das steuerrechtliche Splittingverfahren, das Leistungsfähigkeitsprinzip, die ökonomische Situation von Familien sowie die Auswirkungen des Steuersystems auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Notwendigkeit einer Reform des Ehegattensplittings zu prüfen, indem die Auswirkungen des aktuell bestehenden Modells analysiert und alternative Besteuerungsmodelle bewertet werden.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Autorin kombiniert eine deskriptive Rechtsanalyse mit einer Auswertung von Statistiken und ökonomischen Studien zur Steuerbelastung, um die verschiedenen Reformkonzepte einander gegenüberzustellen.

Was ist der Schwerpunkt im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der aktuellen Besteuerungslogik, eine kritische Diskussion der Effekte auf Ehepaare und Familien sowie die detaillierte Vorstellung und Bewertung von Reformalternativen wie dem französischen Modell.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Splittingeffekt, Individualbesteuerung, Familienförderung, Steuerlast und Erwerbsverhalten definiert.

Wie unterscheidet sich das französische Modell vom deutschen System?

Im Gegensatz zum deutschen Ehegattensplitting bezieht das französische System Kinder direkt in das Splittingverfahren ein, indem der Splittingdivisor nicht nur durch zwei Ehepartner, sondern durch die Anzahl der Kinder individuell und variabel bestimmt wird.

Warum wird das Ehegattensplitting oft in Bezug auf die Erwerbstätigkeit von Frauen kritisiert?

Die Kritik basiert darauf, dass das Splittingverfahren insbesondere für Einverdiener-Ehen ökonomische Anreize setzt, die eine Zweitverdiensttätigkeit, häufig von Frauen, aufgrund der Lohnsteuerklassenkombination III/V oder Progressionsnachteilen finanziell unattraktiv machen können.

Ende der Leseprobe aus 87 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Abschaffung des Ehegattensplittings. Eine kritische Analyse und aktuelle Reformoptionen
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Karlsruhe, früher: Berufsakademie Karlsruhe
Note
1,0
Autor
Marita Schmidt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
87
Katalognummer
V1523647
ISBN (eBook)
9783389093054
ISBN (Buch)
9783389093061
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ehegattensplitting Zusammenveranlagung Ehegatten Splittingeffekt zu versteuerndes Einkommen Lohnsteuerabzugsverfahren Historie Leistungsfähigkeitsprinzip Erwerbs- und Verbrauchsgemeinschaft Schutz Familie Ehe Kritik Förderung Verteilungswirkung Splittingvorteil Erwerbsgemeinschaft Individualbesteuerung Grundfreibetrag Ehegattenrealsplitting Familiensplitting Familienrealsplitting Fanzösisches Modell Familientarifsplitting Rollenverteilung Steuervorteile Reformalternative Einkommen Steuerfestsetzung Tarif Splittingtarif Durchschnittsteuersatz Steuerbelastung Progressionszonen Steuerklassen Grundgesetz Arbeitsangebotselastizität Gütertrennung Gütergemeinschaft Zugewinngemeinschaft Realsplitting Kinder Reform
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marita Schmidt (Autor:in), 2024, Die Abschaffung des Ehegattensplittings. Eine kritische Analyse und aktuelle Reformoptionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1523647
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  87  Seiten
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