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Leitfaden für die Bilanzierung latenter Steuern.

Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz. Latente Steuern nach HGB und IFRS.

Title: Leitfaden für die Bilanzierung latenter Steuern.

Diploma Thesis , 2010 , 69 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Tuptus Virtual (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Summary Excerpt Details

Das Konzept zur Abgrenzung latenter Steuern kommt ursprünglich aus den angelsächsischen Ländern. Bereits 1967 hat das Accounting Principles Board (APB) des American Institute of Certified Public Accountants (AICPA) in seiner Opinion No. 11 eine wegweisende Stellungnahme zum Konzept der latenten Steuern abgegeben. Dabei wurden Begriff, Inhalt und Behandlung für die amerikanische Rechnungslegungspraxis festgelegt. Im Handelsgesetzbuch (HGB) wurden 1985 erstmals latente Steuern kodifiziert. Davor war der Tatbestand der latenten Steuerabgrenzung in der deutschen Rechnungslegung nicht zu finden.

Unter dem Begriff latente Steuern kann man sich zunächst nichts Konkretes vorstellen. Während der Bestandteil „Steuern“ durchaus verständlich und gegenwärtig ist, weiß man eine Latenz in diesem Zusammenhang nur schwer einzuordnen. Latenz, so ist dem Lexikon zu entnehmen, kommt von dem Lateinischen latens und bedeutet verborgen, nicht direkt hervortretend. Die Latenzzeit ist der Zeitraum zwischen einem verborgenen Ereignis und dem Eintreten einer sichtbaren Reaktion auf dieses.

Diese Arbeit soll als Leitfaden für die Bilanzierung von latenten Steuer genommen werden können. Es soll gezeigt werden, wo potenziell latente Steuern entstehen können. Die Abhandlung stellt heraus, welche Änderungen sich für die Bilanzierung latenter Steuern nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz ergeben und stellt diese den Regelungen der internationalen Rechnungslegungsstandards gegenüber.

Die Annäherung des HGB an die IFRS ist sicher eine Richtung, die man in der deutschen Rechnungslegung noch mehrfach erleben wird. Ob das für alle Beteiligten immer wünschenswert ist, steht auf einem anderen Blatt. Für die latenten Steuern gilt sowohl für das HGB als auch für die IFRS, dass ihre Bedeutung auch für die Steuerplanung zunehmen wird.

Letztlich kann nur jedem Unternehmen geraten werden, sich gründlich mit dem Thema latente Steuern zu befassen und die Regelungen, die es gibt, unabhängig davon, ob nach HGB oder IFRS bilanziert wird, für sich zu nutzen. Nur so ist es möglich, den Mehraufwand, den die neuen Regelungen des HGB nach Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, aber auch die internationalen Rechnungslegungsstandards bedingen, möglicherweise in einen Vorteil zu verwandeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Untersuchungsgegenstand

2 Konzeption und Bewertung latenter Steuern

2.1 Arten von Differenzen

2.1.1 Zeitlich unbegrenzte Differenzen

2.1.2 Zeitlich begrenzte Differenzen

2.1.3 Quasi zeitlich unbegrenzte Differenzen

2.2 Timing-Konzept

2.3 Temporary-Konzept

2.4 Bewertung latenter Steuern

2.4.1 Deferred-Methode

2.4.2 Liability-Methode

3 Latente Steuern im HGB der neuen Fassung

3.1 Norm und Ausweis

3.1.1 Steuerliche Verlustvorträge

3.1.2 Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung

3.1.3 Angaben im Anhang

3.2 Erfasste Differenzen

3.3 Abweichungen zwischen der HGB-Handelsbilanz und der Steuerbilanz

3.3.1 Anlagevermögen

3.3.2 Immaterielle Vermögensgegenstände

3.3.3 Sachanlagen

3.3.4 Finanzanlagen

3.3.5 Umlaufvermögen

3.3.6 Aktive Rechnungsabgrenzung

3.3.7 Wertaufholung

3.3.8 Währungsumrechnung

3.3.9 Wahlrechte

3.3.10 Rückstellungen

3.3.11 Verbindlichkeiten

3.3.12 Abweichungen durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz

4 Latente Steuern in den IFRS

4.1 Norm und Ausweis

4.1.1 Ausnahmen von der Ansatzpflicht

4.1.2 Ausweis in der Gewinn- und Verlustrechnung

4.1.3 Angaben im Anhang

4.2 Erfasste Differenzen

4.3 Abweichungen zwischen der IFRS-Handelsbilanz und der Steuerbilanz

4.3.1 Immaterielle Vermögenswerte

4.3.2 Sachanlagen

4.3.3 Finanzanlagen

4.3.4 Umlaufvermögen

4.3.5 Forderungen

4.3.6 Wertpapiere

4.3.7 Eigenkapital

4.3.8 Sonderposten mit Rücklagenanteil

4.3.9 Verbindlichkeiten und Rückstellungen

5 Fazit und Ausblick

5.1 Das HGB – alter und neuer Fassung

5.2 HGB der neuen Fassung und IFRS

5.3 Perspektiven

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) auf die Bilanzierung latenter Steuern nach HGB und stellt diese den internationalen Regelungen nach IFRS gegenüber, um als Leitfaden für die Identifikation potenzieller latenter Steuerpositionen zu dienen.

  • Vergleich der Konzepte zur Abgrenzung latenter Steuern (Timing- vs. Temporary-Konzept).
  • Methodische Bewertung latenter Steuern mittels Deferred- und Liability-Methode.
  • Detaillierte Untersuchung bilanzrechtlicher Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz.
  • Darstellung der spezifischen Anforderungen an den Ausweis und die Anhangangaben nach IFRS.
  • Praktische Anwendungsbeispiele zur Ermittlung latenter Steuern.

Auszug aus dem Buch

1 Untersuchungsgegenstand

Das Konzept zur Abgrenzung latenter Steuern kommt ursprünglich aus den angelsächsischen Ländern. Bereits 1967 hat das Accounting Principles Board (APB) des American Institute of Certified Public Accountants (AICPA) in seiner Opinion No. 11 eine wegweisende Stellungnahme zum Konzept der latenten Steuern abgegeben. Dabei wurden Begriff, Inhalt und Behandlung für die amerikanische Rechnungslegungspraxis festgelegt (vgl. Coenenberg et al. 2009: 463). Im Handelsgesetzbuch (HGB) wurden 1985 erstmals latente Steuern kodifiziert. Davor war der Tatbestand der latenten Steuerabgrenzung in der deutschen Rechnungslegung nicht zu finden (vgl. Coenenberg et al. 2003: 382).

Unter dem Begriff latente Steuern kann man sich zunächst nichts Konkretes vorstellen. Während der Bestandteil „Steuern“ durchaus verständlich und gegenwärtig ist, weiß man eine Latenz in diesem Zusammenhang nur schwer einzuordnen. Latenz, so ist dem Lexikon zu entnehmen, kommt von dem Lateinischen latens und bedeutet verborgen, nicht direkt hervortretend. Die Latenzzeit ist der Zeitraum zwischen einem verborgenen Ereignis und dem Eintreten einer sichtbaren Reaktion auf dieses.

Wenn die Handelsbilanz und die Steuerbilanz den gleichen Gewinn ausweisen, fallen die Ertragsteuern bei beiden Gewinnermittlungen gleich aus. Doch nicht immer ist eine Gewinngleichheit gegeben, obwohl die Handels- und Steuerbilanz durch die allgemeine (materielle) Maßgeblichkeit (§ 5 Abs. 1 EStG) auch nach dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) miteinander verbunden sind. Die möglichen Abweichungen bestehen entweder darin, dass der Handelsbilanzgewinn zunächst höher als der Steuerbilanzgewinn ist oder, dass der Handelsbilanzgewinn zunächst niedriger als der Steuerbilanzgewinn ist (vgl. Buchholz 2009: 133). Tabelle 1 zeigt das Beschriebene in vier Perioden anschaulich, wobei von einem Ertragsteuersatz von 30 % ausgegangen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Untersuchungsgegenstand: Einführung in die historische Entstehung und die begriffliche Herleitung von latenten Steuern in der Rechnungslegung.

2 Konzeption und Bewertung latenter Steuern: Erläuterung der theoretischen Grundlagen, insbesondere der Unterschiede zwischen Timing- und Temporary-Konzept sowie der Bewertungsmethoden.

3 Latente Steuern im HGB der neuen Fassung: Analyse der spezifischen Regelungen für den HGB-Jahresabschluss nach BilMoG, inklusive detaillierter Aufstellung potenzieller Differenzursachen.

4 Latente Steuern in den IFRS: Untersuchung der internationalen Rechnungslegungsvorschriften nach IAS 12 und deren Unterschiede zur nationalen HGB-Rechnungslegung.

5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Entwicklung hin zum Temporary-Konzept und Einschätzung der zukünftigen Bedeutung für Unternehmen.

Schlüsselwörter

Latente Steuern, HGB, IFRS, BilMoG, Timing-Konzept, Temporary-Konzept, Steuerbilanz, Handelsbilanz, Deferred-Methode, Liability-Methode, Differenzen, Rechnungslegung, Maßgeblichkeit, Steuerabgrenzung, Ertragsteuern.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Bilanzierung latenter Steuern und wie diese durch die Neuregelungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) im deutschen Handelsrecht sowie im internationalen Standard IAS 12 abgebildet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Ansätze der Steuerabgrenzung (Timing- vs. Temporary-Konzept), die Bewertungsmethoden der Steuern sowie der praktische Vergleich zwischen der deutschen Handelsbilanz und der IFRS-Rechnungslegung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen Leitfaden für die Bilanzierung latenter Steuern zu bieten, der aufzeigt, wo Differenzen zwischen Handels- und Steuerbilanz entstehen und wie diese nach den aktuellen Vorschriften korrekt ausgewiesen werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und einen systematischen Vergleich der Rechnungslegungsstandards, ergänzt durch anschauliche Praxisbeispiele zur Ermittlung latenter Steuerpositionen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine detaillierte Analyse der HGB-Regelungen (inkl. BilMoG) sowie eine umfassende Betrachtung der IFRS-Standards unter Berücksichtigung verschiedener Bilanzposten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie latente Steuern, BilMoG, Temporary-Konzept, Handels- und Steuerbilanz sowie die Abgrenzungsmethoden geprägt.

Warum ist der Übergang vom Timing- zum Temporary-Konzept so bedeutend?

Dieser Übergang stellt einen Paradigmenwechsel dar: Weg von einer rein erfolgsorientierten Betrachtung (Timing-Konzept) hin zu einer bilanzorientierten Sichtweise (Temporary-Konzept), die darauf abzielt, Steuerbelastungen für künftige Perioden präziser abzubilden.

Wie unterscheidet sich der Ansatz der Liability-Methode von der Deferred-Methode?

Die Liability-Methode ist bilanzorientiert und erfordert die Anpassung latenter Steuern bei Steuersatzänderungen, während die Deferred-Methode primär periodengerecht die Steueraufwandsverrechnung im Fokus hat und Anpassungen bei Steuersatzänderungen vernachlässigt.

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Details

Title
Leitfaden für die Bilanzierung latenter Steuern.
Subtitle
Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz. Latente Steuern nach HGB und IFRS.
College
University of Applied Sciences Hamburg
Grade
1,3
Author
Tuptus Virtual (Author)
Publication Year
2010
Pages
69
Catalog Number
V152739
ISBN (eBook)
9783640649877
ISBN (Book)
9783640649730
Language
German
Tags
deferred liability IFRS HGB BilMoG latent Steuer IAS 12 § 274 HGB temporary quasi permanent latente Steuern deferred tax
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tuptus Virtual (Author), 2010, Leitfaden für die Bilanzierung latenter Steuern., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/152739
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