Urbanisierung und innere Struktur von Städten


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

25 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen
2.1 Der Begriff „Stadt“
2.2 Der Begriff „Urbanisierung“

3. Historische Entwicklung von Städten
3.1 Annahmen
3.2 Die Entwicklungsphasen

4. Das Standardmodell der „New Urban Economics“
4.1 Annahmen
4.2 Das Rentengebot
4.3 Die Rentengebotskurve
4.4 Komparativ statische Analyse
4.5 Kritik

5. Polyzentrische Modelle
5.1 Mehrzentrenmodelle
5.2 Nicht-monozentrische Modelle

6. Dynamische Modelle
6.1 Dynamisch städtische Produktionsmodelle
6.2 Dynamisch städtische Wohnmodelle

7. Die Zukunft der Stadt

8. Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Urbanisierung

Abbildung 2: Suburbanisierung

Abbildung 3: Desurbanisierung

Abbildung 4: Rentengebotskurven für Haushalte

Abbildung 5: Rentengebotskurven für Unternehmen

Abbildung 6: Die größten Städte der Erde 1900-2000

Abbildung 7: Wachstumsprognose der größten Städte der Welt

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Urbanisierung und den daraus resultierenden inneren Strukturen von Städten. Die Siedlungsstruktur- und Stadtentwicklung sind eigenständige und ganzheitliche Handlungs-, Arbeits- und Forschungsfelder der Raumordnung und Raumordnungspolitik.[1]) Diesen Ent­wicklungen kommt dabei eine relativ eng begrenzte aber sehr wichtige Bedeutung zu. Raumordnung und Raumordnungspolitik schließen Siedlungsstruktur- und Stadt­entwicklung ein wobei die speziellen Entwicklungstendenzen, insbesondere einer Stadt, berücksichtigt und deren Interaktion mit dem großmaßstäblichen Raum analysiert werden müssen. Die Anzahl der externen Effekte und Funktionen des Zusammenlebens vieler Individuen und organisatorischer Einheiten auf en­gem Raum ist groß.[2]) Obwohl wenige gesicherte empirische Beweise existieren lässt sich sagen, dass Städte großen Einfluss auf wirtschaftliche-, infrastrukturelle-, ökologi­sche-, soziale- und politische Entwicklungen nehmen.

Das Ziel dieser Arbeit ist die theoretische Erklärung der Stadtstrukturentwicklung. Dazu werden die historische Entwicklung und theoretische Stadtstrukturmodelle betrachtet.

2. Definitionen

2.1 Der Begriff „Stadt“

Eine allgemeingültige Definition des Begriffes „Stadt“ gibt es nicht, da dieser Begriff durch unterschiedliche Wissenschaften in verschiedener Weise definiert wird. Hält man sich an die Funktionen, die eine Stadt erfüllen sollte, so lässt sich allerdings eine Begriffseingrenzung erreichen. Demnach besteht die Rolle einer Stadt darin einen Marktplatz zum Austausch von Gütern und Informationen zu Verfügung zu stellen.[3]) Da Stadt und Land keine autonomen, unverbundenen Räume sind muss auch der Einfluss und die Verantwortung der Städte auf bzw. für ihr Hinterland berücksichtigt werden. Städte sind demnach Zentren wirt­schaftlicher Entwicklung und wirtschaftlichen Wachstums. Durch ihre materielle und immaterielle Infrastruktur und ihre heterogene Bevölkerung stellen sie Orte dar an denen sich ökonomische Faktoren wie Kapital, Arbeit und Wissen konzent­rieren.[4]) Dadurch sind Städte Konzentrationszentren wirtschaftlicher und politi­scher Macht, da die Entscheidungsträger über die Verteilung dieser Faktoren pri­mär in Städten leben. Des weiteren handelt es sich bei Städten um Innovations­zentren, da die Konzentration und He­terogenität an Organisationen, Institutionen und Menschen an einem Ort zu viel­fältigen Interaktionen und damit zum Aus­tausch von Informationen kommt. Meistens wird allerdings eine Stadt in Bezug auf deren Einwohnerzahl definiert. Per internationalem Einigung wurde festge­legt, dass es sich ab dem Überschreiten eines gewissen Schwellenwertes um eine Stadt handelt.[5]) Es wird dabei unterschie­den in Großstädte mit mehr als 100.000, Mittelstädte mit zwischen 20.000 und 100.000, Kleinstädten mit 5.000 bis 20.000 und Landstädte mit 2.000 bis 5.000 Einwohnern.

2.2 Der Begriff „Urbanisierung“

Der Begriff Urbanisierung wurde aus dem englischen durch Verstädterung über­setzt. Um die Entwicklung von Städten sinnvoll zu beschreiben muss in qualita­tive und quantitative Faktoren unterschieden werden.[6]) Erstere beziehen sich auf die Ausbreitung und Verstärkung städtischer Lebens-, Wirtschafts- und Verhal­tensweisen. Quantitative Faktoren bestehen in der Ausdehnung und Vergrößerung von Städten hinsichtlich ihrer Zahl, Fläche und Einwohner sowohl absolut als auch relativ in Bezug zu Landbevölkerung bzw. nicht städtischer Siedlungen. Die Vereinten Nationen definieren „urban“ als ein bebautes Gebiet mit mehr als 20.000 Einwohnern.[7])

3. Historische Entwicklung von Städten

Die Phasenmodelle versuchen die Zusammenhänge zwischen interstädtischen Entwicklungen und innerstädtischen Verflechtungen dynamisch darzustellen. Da­bei wird, ähnlich der Produktzyklustheorie, von einer chronologischen Abfolge der Entwicklungsstufen ausgegangen.[8]) Ein wichtiger Anstoß für die Stadtent­wick­lung wird hierbei durch technische- und soziale Innovation gege­ben.[9])

3.1 Annahmen

Das Phasenmodell berücksichtigt mehrere Städte und ordnet diese in eine zentral­örtliche Hierarchie. Des weiteren wird jede Stadt individuell in einen inneren und äußeren Bereich, den s.g. Kern und die Ringe, unterteilt. Sie bilden die funk­tio­nale Stadtregion, die Gebiete darstellt die wirtschaftlich mit der Stadt verbun­den sind. Als Kriterium, ab wann eine Verbindung besteht, kann die Pendleranzahl aus einem bestimmten Bereich in die Stadt genommen werden. Das Modell be­schränkt sich auf Groß- und Mittelstädte, wobei außenliegende Gebiete zum länd­lichen Hinterland erklärt werden. Die Definition des Kerns stellt sich in der Praxis kompliziert dar, so das darunter meistens das Gebiet einer Stadt mit der größten Bevölkerungsdichte verstanden wird. Dieses Gebiet ist größer als der Kern der Stadt. Öko­nometrisch lassen sich die Ringe als das Residuum, also alles außer dem Kern, definieren. Da das Phasenmodell über die Wachstumsunterschiede zwischen Kern und Ringen hergeleitet wird, stellen diese unbefriedigenden Defi­nitionen einen Kritikpunkt dar. Räumliche Entwicklungen in einer Stadt können nur schwer analysiert werden.

3.2 Die Entwicklungsphasen

Obwohl die Stadt schon mehr als 10.000 Jahre alt ist, soll im Rahmen dieses Ka­pitels nur die historische Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert vorgestellt wer­den.[10]) Die Urbanisierungsphase entstand aus dem Übergang von einer Agrar- zu einer Industriegesellschaft. Um 1840 lagen die meisten Städte in der Nähe zu Flüssen oder Meeren. Dadurch sanken die Kosten für überregionalen Transport von Gütern signifikant ab. Je größer die Menge der umgeschlagenen Güter war, desto geringer die Kos­ten. Durch die Existenz von Städten stellten sich demnach Skaleneffekte ein. Die­ser Effekt stellte sich ebenfalls mit der Erfindung der Ei­senbahn am Ende des 19. Jahrhundert, für Städte die nahe an den Schienen lagen, ein. Zu dieser Zeit wurde der innerstädtische Transport durch Pferdewagen erle­digt, was äußerst zeitrau­bend war. Als Ergebnis entwickelten sich Produktions­stätten hauptsächlich in der Nähe des Hafens oder der Eisenbahn, dem Central Business District (CBD). Um diese Bezirke herum entwickelte sich ein Wohn­raum durch Ansiedlung der Arbeitnehmer. Ver­schiedene Industrien sie­delten sich in einem relativ abgegrenzten, kleinen Bereich an. Da der Transport innerhalb der Städte zu Fuß oder mit dem Pferd erledigt wurde wollten alle Bevölkerungs­schichten nahe dem CBD leben, was sich allerdings nur die reichen Einwohner leisten konnten. Es lässt sich nachweisen, dass das Einkommen mit zunehmender Entfernung zum CBD gerin­ger wurde. Da öffentliche Verkehrsmittel fehlten, das Einkommen gering war und die Arbeitszeiten lang, wuchsen Städte hauptsächlich durch Erhöhung der Nut­zungsdichte. Dem mangelnden Wohnraum wurde mit dem Bau von Zinskasernen und kleinen Wohneinheiten begegnet. Die Städte mussten in kurzer Zeit die Ver­kehrs- und Sozialinfrastruktur auf- bzw. ausbauen. Durch hohe Investitionen, räumliche Konzentration und steigendes Einkommen bedingt durch gestiegene Produktivität erlebt die Industrie in den Städten einen Aufschwung. Durch die hohe Dichte der Bevölkerung war ausreichend Nachfra­gepotential vorhanden, was zu neuen Produkten und Spezialisierungen führte. Auch der starke Zustrom der Landbevölkerung war ausschlaggebend für das Wachstum der Städte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Urbanisierung[11])

Die Suburbanisierungsphase war gekennzeichnet durch eine zunehmende Um­verteilung der Bevölkerung in Stadtteile mit geringerer Bevölkerungsdichte. Die Erfin­dung der Straßenbahn erleichterte den Weg in die Stadt und zur Arbeit, was eine Abwanderung der Bes­serverdiener in die äußeren Stadtbezirke zur Folge hatte. Auffallend war, dass sich insbesondere an den Haltestellen der Straßenbahn Siedlungen ergaben. Durch die Erfindung des Telefons und der Dampfmaschine nahmen die Kosten der inner­städtischen Kommunikation und des innerstädtischen Transports drastisch ab. Nun konnten sich auch Betriebe weiter außerhalb ansie­deln und damit den Vorteil geringerer Bodenpreise in Anspruch nehmen ohne Umsatzeinbußen zu erleiden. Als Ergebnis vergrößerte sich die Fläche des CBD. Die Erfindung des Automobils und dessen Massenfertigung befähigten die Men­schen ebenfalls eine größere Strecke unabhängig von öffentlichen Verkehrsmit­teln zu über­brü­cken, was einen steigenden Straßenbau und eine erneute Ausdeh­nung der Wohn­gebiete auf billigeres Bauland zur Folge hatte. Durch den Aufbau eines sub­urba­nen Schienennet­zes und sinkender Kosten des innerstädtischen Kraftverkehrs verlagerte das pro­duzierende Gewerbe seinen Betrieb in weiter ent­fernt liegenden Außenbezirke und der CBD wandelte sich zu einem Dienstleistungs- und Ver­waltungszentren. Dadurch entstanden Belastungen der Umwelt und durch den Ausbau der Infrastruktur auch für die Stadtkassen. Da ins­besondere die einkom­mensstarke Bevölkerung in die Ringe abwanderte, gerieten die Städte häufig in eine Finanzkrise. Dies wird deutlich, wenn man bedenkt, dass Kernstädte die Ver­sorgung für eine wachsende Bevölkerung (Kern + Ring) bei sinkenden Steuerein­nahmen aus dem Kern, erbringen müssen. Die innerstädtische Umverteilung ist in dieser Phase von größerer Bedeutung als der Zustrom aus dem Hinterland.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Suburbanisierung[12])

[...]


[1] Vgl., Rietdorf (1996), S. 481.

[2] Vgl., Böventer (1979), S. 193-194.

[3] Vgl., Weber (1921), S. 621.

[4] Vgl., Blotevogel (Verstädterung 12.05.2003), S. 1.

[5] Vgl., Carlberg (1978), S. 12-13.

[6] Vgl., Bähr (Einführung in die Urbanisierung 14.05.2003), S. 1.

[7] Vgl., Keim (Stadt- und Regionalsoziologie (-entwicklung) 19.05.2003), S. 8.

[8] Vgl., Maier/Tödtling (2001), S. 167-178.

[9] Vgl., Bairoch (1988), S. 319-330.

[10] Vgl., Anas/Arnott/Small (1998), S. 1428-1430.

[11] Eigene Darstellung in Anlehnung an Maier/Tödtling (2001), S. 171.

[12] Eigene Darstellung in Anlehnung an Maier/Tödtling (2001), S. 172.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Urbanisierung und innere Struktur von Städten
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (VWI)
Veranstaltung
Seminar zur Arbeitsmarkt- und Regionalpolitik
Note
1,7
Autor
Jahr
2003
Seiten
25
Katalognummer
V15423
ISBN (eBook)
9783638205344
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Urbanisierung, Struktur, Städten, Seminar, Arbeitsmarkt-, Regionalpolitik
Arbeit zitieren
Danny Stadelmayer (Autor), 2003, Urbanisierung und innere Struktur von Städten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15423

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