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Elternschaft von Menschen mit geistiger Behinderung

Inwiefern stigmatisieren und marginalisieren ableistische Normen und Vorstellungen in der Gesellschaft Eltern mit geistiger Behinderung?

Title: Elternschaft von Menschen mit geistiger Behinderung

Term Paper , 2021 , 18 Pages

Autor:in: Anonym (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Inwiefern stigmatisieren und marginalisieren ableistische Normen und Vorstellungen in der Gesellschaft Eltern mit geistiger Behinderung? Um den Rahmen dieser Arbeit nicht zu sprengen, wurde sie auf folgende Themenschwerpunkte eingeschränkt. Zunächst wird auf die konstruierten Chancen und Barrieren für eine Familiengründung mit Kindern eingegangen. Danach folgt ein differenzierter Blick auf die Fähigkeiten und Belastungen bezüglich der Erziehung und Versorgung der Kinder. Weiterhin folgt die Untersuchung von Diskriminierungsformen und Fremdzuschreibungen, die Eltern mit geistiger Behinderung erfahren. Das Phänomen Elternschaft mit geistiger Behinderung soll anhand der sozialen, historischen sowie rechtlichen Entwicklungen beleuchtet werden.

Die gesetzliche Situation unterliegt einem historisch-politischen Wandel, sodass in der Vergangenheit auf strenge Maßnahmen gegen das Elternsein von Menschen mit geistiger Behinderung zurückgegriffen wurde, wie zum Beispiel mit „Zwangssterilisationen" in Zeiten des Nationalsozialismus. Der Kinderwunsch und das Elternsein von Menschen mit geistiger Behinderung wird somit einerseits durch gesetzliche Regelungen und andererseits durch das gesellschaftliche und persönliche Umfeld beeinflusst. Denn ihr Wunsch, eigene Kinder zu haben, wird nicht ernst genommen oder er wird kategorisch abgelehnt. Heute sind die Diskussionen im deutschsprachigen Raum bezüglich des Forschungsproblems vor allem durch Normalisierungsdebatten und Empowermentbewegungen in den letzten Jahren gestiegen. Obwohl Ergebnisse zeigen, dass es in Deutschland tausende Eltern mit geistiger Behinderung gibt, handelt es sich nach wie vor um ein tabuisiertes Thema.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Familiengründung

2.2. Erziehung und Versorgung der Kinder

2.3. Diskriminierende Zuschreibungsprozesse

3. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht das Phänomen der Elternschaft von Menschen mit geistiger Behinderung unter dem Aspekt der Stigmatisierung und Marginalisierung. Ziel ist es, den Einfluss rechtlicher, historischer und sozialer Entwicklungen auf die Lebensrealität betroffener Eltern kritisch zu beleuchten und aufzuzeigen, wie diskriminierende Zuschreibungen ihre Teilhabe behindern.

  • Historische und rechtliche Rahmenbedingungen der Elternschaft bei Menschen mit geistiger Behinderung.
  • Die Bedeutung von Familiengründung und der Kinderwunsch aus soziologischer Perspektive.
  • Anforderungen an die Erziehung und Versorgung von Kindern durch Eltern mit geistiger Beeinträchtigung.
  • Stigmatisierungsprozesse und die Konstruktion von "Norm-Abweichungen" durch die Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

2.1. Familiengründung

Kinderwunsch wird aus wissenschaftlicher Perspektive als „historisches Phänomen“ (Pixa-Kettner & Bargfrede, 2006, S. 73) verstanden. Die Entscheidung Kinder bekommen zu wollen, wird besonders durch den psychischen und sozialen Zustand der Personen mit Kinderwunsch beeinflusst (Pixa-Kettner & Bargfrede, 2006). Die Gründe für einen Kinderwunsch bei Personen mit geistiger Behinderung sind ähnlich wie die von nichtbehinderten Personen, trotzdem wird beim ersteren eher mit großer Kritik und Vorurteilen (Pixa-Kettner & Bargfrede, 2006) sowie mit „Ablehnung durch das Umfeld“ (Wohlgensinger, 2007, S 64) reagiert.

In der Zeit des Nationalsozialismus verhinderten Gesetze zu Zwangssterilisationen, dass Menschen mit geistiger Behinderung eigene Kinder zeugen konnten (Pixa-Kettner, 2009). Ihr Nachkommen stellte in der nationalsozialistischen Ideologie eine Gefahr für die Nation dar (Pixa-Kettner, 2009). Infolgedessen wurden „ca. 400 000“ (Badelt, 2003, S. 272) geistig beeinträchtigte Menschen zwangssterilisiert. Auch eine Ehe einzugehen war durch „„Blutschutzgesetz“ von 1935“ (Badelt, 2003, S. 273) verboten. Das Betreuungsgesetz führt 1992 neue Gesetze bezüglich der Sterilisation von Menschen mit geistiger Behinderung ein (Pixa-Kettner, 2009).

Denn erst in den 90er Jahren wandelt sich die eher „defizitorientierte(r) Sichtweise“ (Pixa-Kettner, 2009, S. 246) der Diskussionen um den Nachwuchs bei Personen mit Behinderung (Pixa-Kettner, 2009). Das Betreuungsgesetz, das in Deutschland am 1.1.1992 in Kraft getreten ist, wurde eingeführt, um die „rechtliche Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen und psychischen Beeinträchtigungen“ (Vlasak, 2006, S. 92) auf rechtlicher und gesetzlicher Ebene zu stabilisieren. Bis diesem Zeitpunkt entsprachen ihre Rechte vergleichsweise den Rechten von Kindern (Vlasak, 2006). Sie galten nämlich als, rechtlich handlungsunfähig“ (Vlasak, 2006, S. 92) und durften zum Beispiel nicht heiraten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die rechtliche Situation nach der UN-Behindertenrechtskonvention ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Stigmatisierung und Marginalisierung von Eltern mit geistiger Behinderung.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert die historischen Entwicklungen, rechtlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Diskriminierungsprozesse, die das Leben von Eltern mit geistiger Behinderung prägen.

2.1. Familiengründung: Dieses Kapitel betrachtet den Kinderwunsch als historisches Phänomen und zeigt den Wandel von der nationalsozialistischen Zwangssterilisationspolitik hin zur rechtlichen Gleichstellung auf.

2.2. Erziehung und Versorgung der Kinder: Hier werden die Befürchtungen und Zweifel an der elterlichen Kompetenz von Menschen mit geistiger Behinderung sowie die Bedeutung professioneller Unterstützungsangebote thematisiert.

2.3. Diskriminierende Zuschreibungsprozesse: Dieses Kapitel untersucht, wie durch Sprache und gesellschaftliche Normen Stigmatisierung entsteht und wie das Bild einer „nicht-normalen Familie“ konstruiert wird.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass behindertenfeindliche historische Muster einer gleichberechtigten Teilhabe von Eltern mit geistiger Behinderung weiterhin entgegenstehen.

Schlüsselwörter

Elternschaft, geistige Behinderung, Stigmatisierung, Marginalisierung, Familienplanung, UN-Behindertenrechtskonvention, Betreuungsgesetz, Normalisierungsdebatte, Empowerment, Erziehungskompetenz, soziale Ausgrenzung, behindertenfeindliche Ideologie, Beratung, Elternrechte, Kindeswohl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Eltern mit geistiger Behinderung und analysiert, welchen sozialen, historischen und rechtlichen Herausforderungen sie in Deutschland gegenüberstehen.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Familiengründung, die elterliche Erziehungskompetenz und die gesellschaftlichen Stigmatisierungsprozesse, die betroffene Personen erfahren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu ergründen, inwiefern stigmatisierende und ableistische Normen und Vorstellungen in der Gesellschaft das Leben von Eltern mit geistiger Behinderung beeinflussen und welche Rolle dabei Machtstrukturen spielen.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt einen soziologischen Zugang, indem sie mittels Literaturanalyse die historische und rechtliche Entwicklung sowie aktuelle wissenschaftliche Diskurse und Studien zum Thema kritisch zusammenführt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Familiengründung (historischer Wandel), Erziehungspraxis und Herausforderungen bei der Versorgung sowie die Analyse von diskriminierenden Zuschreibungsprozessen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kritische Begriffe wie Stigmatisierung, Marginalisierung, empowermentorientierte Ansätze, elterliche Kompetenz und die rechtliche Gleichstellung via Betreuungsgesetz sind zentral.

Welche Bedeutung hat das Betreuungsgesetz von 1992 für die Thematik?

Das Gesetz markierte einen wichtigen Wendepunkt, indem es die rechtliche Gleichstellung von Menschen mit geistiger Behinderung förderte, nachdem sie zuvor lange Zeit als "rechtlich handlungsunfähig" galten.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle professioneller Unterstützung?

Professionelle Begleitung und unterstützende Wohnformen werden als essenziell für eine gelingende Elternschaft bewertet, wobei jedoch auf den Mangel an verfügbaren Plätzen und Ressourcen hingewiesen wird.

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Details

Title
Elternschaft von Menschen mit geistiger Behinderung
Subtitle
Inwiefern stigmatisieren und marginalisieren ableistische Normen und Vorstellungen in der Gesellschaft Eltern mit geistiger Behinderung?
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
18
Catalog Number
V1547627
ISBN (PDF)
9783389099001
ISBN (Book)
9783389099018
Language
German
Tags
elternschaft menschen behinderung inwiefern normen vorstellungen gesellschaft eltern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Elternschaft von Menschen mit geistiger Behinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1547627
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