Aufgrund der immer rascher voranschreitenden gesellschaftlichen Entwicklungen, besonders in Hinblick auf Digitalisierung, sind auch Schulen gezwungen, sich laufend zu verändern und ihren Unterricht an die neuen Anforderungen der Gesellschaft anzupassen. Um also schulische Innovationen erfolgreich und nachhaltig zu implementieren, beschäftigt sich diese Arbeit mit der Frage, wie ein positiver Führungsstil Veränderungsprozesse in der Schule am aktuellen Beispiel der Digitalisierung unterstützen kann.
Ausgehend von der vom Bildungsministerium geforderten Digitalisierung wird in einem ersten Kapitel näher untersucht, wie weit diese an den Schulen in Österreich bereits vorangeschritten ist und welche konkreten Herausforderungen sich dadurch für die Lehrer*innen an Österreichs Schulen ergeben. Hierbei werden vor allem der Erwerb zusätzlicher digitaler und didaktischer Kompetenzen sowie die Veränderung des Rollenbildes betrachtet. Auch auf die Aufgaben der Schulleitung in Hinblick auf Digitalisierung wird dabei eingegangen.
Das zweite Kapitel befasst sich im Anschluss mit dem Begriff des Change Managements und damit, wie sich organisationaler Wandel gestalten lässt. Ferner wird aufgezeigt, wie Change Management in Schulen praktiziert werden kann, um notwendige Veränderungsprozesse erfolgreich zu durchlaufen. Dabei wird vorrangig auf die Ursachen von und den Umgang mit Widerständen eingegangen, da diese der nachhaltigen Implementation von Neuerungen im Weg stehen könnten.
Im dritten Kapitel erfolgt eine Auseinandersetzung mit Positive Leadership als einer Möglichkeit für Führungskräfte, Mitarbeiter*innen in organisationalen Wandel miteinzubeziehen und ihre Motivation zur Mitwirkung zu fördern. Dazu wird zunächst das Konzept der positiven Führung aus der Wirtschaft vorgestellt, um anschließend darzustellen, wie dies für die Führung einer Schule übernommen werden kann. Eingehend diskutiert werden darüber hinaus die Auswirkungen von Positive Leadership auf Lehrpersonen.
Aufbauend auf den vorangehenden Kapiteln wird im vierten Kapitel analysiert, welche konkreten Auswirkungen von Positive Leadership auf Change Management sich in Hinblick auf Digitalisierungsprozesse in der Schule ergeben. Hierzu werden die Anforderungen von Change Management den förderlichen Effekten von Positive Leadership gegenübergestellt und ein Bezug zu den notwendigen Veränderungen hin zu (teilweise) digitalem Unterricht hergestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 DIGITALISIERUNG ALS SCHULISCHE HERAUSFORDERUNG
1.1 STAND DER DIGITALISIERUNG AN ÖSTERREICHS SCHULEN
1.2 HERAUSFORDERUNGEN FÜR LEHRER*INNEN
1.3 ROLLE DER SCHULLEITUNG IN HINBLICK AUF DIGITALISIERUNG
2 CHANGE MANAGEMENT IM KONTEXT SCHULE
2.1 ORGANISATIONSENTWICKLUNG UND CHANGE MANAGEMENT
2.1.1 Herkunft und Begriffsklärung
2.1.2 Phasenmodelle für Veränderungsprozesse
2.2 CHANGE MANAGEMENT IN DER SCHULE
2.2.1 Ursachen für Widerstände
2.2.2 Umgang mit Widerständen
2.2.3 Rolle der Schulleitung in der Schulentwicklung
3 POSITIVE LEADERSHIP IM KONTEXT SCHULE
3.1 HERKUNFT UND BEGRIFFSKLÄRUNG
3.2 ELEMENTE VON POSITIVE LEADERSHIP
3.2.1 Positive Emotionen
3.2.2 Engagement
3.2.3 Beziehungen
3.2.4 Sinnhaftigkeit
3.2.5 Zielerreichung
3.3 POSITIVE LEADERSHIP IN DER SCHULE
3.3.1 Positive Orientierung
3.3.2 Moralische Grundsätze
3.3.3 Beziehungsorientierung
3.3.4 Orientierung an der Aufgabe
3.4 AUSWIRKUNGEN VON POSITIVE LEADERSHIP AUF LEHRER*INNEN
4 AUSWIRKUNGEN VON POSITIVE LEADERSHIP AUF CHANGE MANAGEMENT IN DER SCHULE
4.1 ROLLE VON POSITIVE LEADERSHIP IM CHANGE MANAGEMENT
4.2 EINFLUSS VON POSITIVE LEADERSHIP AUF SCHULISCHE DIGITALISIERUNG
4.2.1 Schulentwicklung zu vermehrter Digitalisierung
4.2.2 Positive Leadership und schulische Digitalisierung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Führungsstil "Positive Leadership" Change-Management-Prozesse in Schulen unterstützen kann, wobei die Digitalisierung als exemplarisches Beispiel für solche Veränderungsvorhaben dient. Das primäre Ziel ist es, theoretische Ansätze der positiven Führung auf den schulischen Kontext zu übertragen und Strategien aufzuzeigen, wie Schulleitungen ihr Lehrpersonal bei der Bewältigung digitaler Innovationen motivieren und begleiten können.
- Grundlagen des Change Managements an Schulen und Ursachen für Widerstände.
- Konzeptueller Rahmen von "Positive Leadership" und dessen Elemente (PERMA).
- Rolle der Schulleitung als zentraler Akteur bei der Schulentwicklung.
- Wechselwirkungen zwischen Führungspraxis, Lehrermotivation und Implementierung digitaler Lehr-Lern-Methoden.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Positive Emotionen
Als positive Emotionen werden beispielsweise Freude, Dankbarkeit, Heiterkeit und Zufriedenheit, Interesse, Hoffnung, Stolz, Vergnügen, Inspiration, Ehrfurcht und Liebe angesehen (Ebner, 2019, S. 117f). Auch Mitgefühl und Vergebung sollen durch dieses Führungskonzept gefördert werden (Tamtik & Davies, 2021, S. 20). Gefühle wie Glück sind allerdings nichts, was dem Menschen einfach so widerfährt, was man mit Geld kaufen könnte oder was von äußeren Ereignissen abhängt, sondern entstehen aus der Interpretation dieser – Glück ist ein Zustand, der vorbereitet, kultiviert und verteidigt werden muss (Csikszentmihalyi, 1990, S. 2). Glück und Zufriedenheit mit dem eigenen Leben werden davon bestimmt, wie das Gehirn alltägliche Erfahrungen filtert und einordnet (Csikszentmihalyi, 1990, S. 9).
Um sich wirklich glücklich zu fühlen, sollte ein Mensch dreimal so viele positive Gefühle empfinden wie negative; dadurch kommt es zu einer Steigerung von Leistungsfähigkeit, Ausdauer und Konzentration sowie der eigenen Handlungsfähigkeit (Streit & Wohlkönig, 2014, S. 129). Emotionen und Handlungen nehmen jeweils wechselseitigen Einfluss aufeinander; einerseits können Gefühle Auslöser für bestimmte Handlungen sein, andererseits lösen auch gewisse Handlungen Gefühle aus (Ebner, 2019, S. 106). Ist eine Tätigkeit mit Freude verbunden, wird sie zumeist schneller und besser ausgeführt, weil sie „leichter von der Hand geht“ (Ebner, 2019, S. 105).
Zusammenfassung der Kapitel
1 DIGITALISIERUNG ALS SCHULISCHE HERAUSFORDERUNG: Analyse des Digitalisierungsstandes an österreichischen Schulen sowie der daraus resultierenden Herausforderungen für Lehrkräfte und Schulleitungen.
2 CHANGE MANAGEMENT IM KONTEXT SCHULE: Erörterung theoretischer Modelle des Wandels und Untersuchung der Ursachen sowie des konstruktiven Umgangs mit Widerständen im Schulalltag.
3 POSITIVE LEADERSHIP IM KONTEXT SCHULE: Einführung in das Konzept der stärkenorientierten Führung und Darstellung der fünf Elemente des PERMA-Modells in ihrer Anwendung auf die Schulleitung.
4 AUSWIRKUNGEN VON POSITIVE LEADERSHIP AUF CHANGE MANAGEMENT IN DER SCHULE: Synthese der Konzepte zur praktischen Unterstützung von Digitalisierungsprozessen durch motivierende Führung und Vertrauenskultur.
Schlüsselwörter
Positive Leadership, Change Management, Digitalisierung, Schule, Schulentwicklung, Schulleitung, Lehrermotivation, Veränderungsprozesse, Organisationskultur, digitale Kompetenzen, Führungskompetenz, Engagement, Schulklima, Personalentwicklung, Innovation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Master-Thesis grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie positive Führung (Positive Leadership) Schulleitungen dabei unterstützen kann, Veränderungsprozesse – am Beispiel der schulischen Digitalisierung – erfolgreich zu gestalten und das Kollegium zu motivieren.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit verbindet Theorien aus dem Bereich des Change Managements mit Ansätzen der Positiven Psychologie (Positive Leadership) und wendet diese spezifisch auf die systemische Ebene des österreichischen Schulwesens an.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet, wie ein positiver Führungsstil Change-Management-Prozesse in der Schule am aktuellen Beispiel der Digitalisierung unterstützen kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der Aufarbeitung aktueller Konzepte zum Change Management und zu Positive Leadership basiert.
Was bilden die Schwerpunkte im Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Digitalisierungswandels in Schulen, die Analyse von Change-Management-Modellen und Widerstandsfaktoren sowie die detaillierte Ausarbeitung des Positive Leadership-Konzepts (PERMA-Modell) und dessen Übertragung auf die Schulleitung.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Positive Leadership, Change Management, Schulentwicklung, Digitalisierung, motivierende Führung und Vertrauenskultur.
Wie beeinflusst Positive Leadership konkret die Digitalisierung an Schulen?
Durch den Aufbau einer vertrauensvollen Atmosphäre und die Förderung von Stärken statt Schwächen können Ängste der Lehrkräfte vor neuen Technologien abgebaut und die Bereitschaft zur Innovation erhöht werden.
Welche Rolle spielt die Schulleitung bei der Umsetzung?
Die Schulleitung fungiert als Promotorin, die aktiv Rahmenbedingungen für kollaboratives Lernen schafft, als Vorbild dient und durch Wertschätzung die Motivation für den digitalen Wandel stärkt.
- Arbeit zitieren
- B. Lehner (Autor:in), 2021, Wie kann Positive Leadership Change-Management-Prozesse in der Schule unterstützen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1547676