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Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM). Entstehung, Funktionen und kritische Analyse

Titel: Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM). Entstehung, Funktionen und kritische Analyse

Hausarbeit , 2012 , 22 Seiten

Autor:in: Thomas Majer (Autor:in)

BWL - Wirtschaftspolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) ist durch eine einheitliche Geldpolitik im Euroraum, einen gemeinsamen Markt und einer überwiegend dezentralen Finanzpolitik gekennzeichnet. Dezentral in dem Sinne, dass der Zuständigkeitsbereich bei den EU-Mitgliedstaaten verbleibt. Sie unterliegen bestimmten Regelungen, wie den Stabilitäts- und Wachstumspakt. Diese sind verpflichtet, für die Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen zu sorgen, um ihre volkswirtschafte Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren und die Stabilität der Finanzsysteme zu gewährleisten. Eine Nichteinhaltung dieser Pflichten über einen längeren Zeitraum, könnte den Gesamtnutzen der WWU schmälern und die Ansteckungsrisiken steigern.

Nur unzureichend wurden die verheerenden Rückkopplungen des Finanzsektors aufgrund von falschen Anreizen berücksichtigt. Somit entstand ein Jahrzehnt der Überschuldung und des wirtschaftlichen Missmanagements des privaten und öffentlichen Sektors, was Leistungsbilanzdefizite herbeiführte. Das Grundproblem waren die unzureichenden Strukturreformen, ebenso hatte der Stabilitäts- und Wachstumsparkt die Nichteinhaltung der Mastricht-Kriterien bewirkt. Die Weltfinanzkrise und der Konjunkturrückgang auf globaler Ebene, erschütterten die Welt. Diese führten zu einer schweren Beeinträchtigung des Wirtschaftswachstums und der Finanzstabilität. Das führte zur Verschlechterung, der Defizit- und Schuldenposition von Mitgliedstaaten (i.S.d. Verordnung (EU) Nr. 407/2010 des Rates v. 11. Mai 2010, Präambel Ziffer 3). Mit der Finanzkrise sind Schwachstellen und Lücken des Steuerungsrahmens aufgetreten. Der Stabilitäts- und Wachstumspakt wurden mit der Zeit aufgeweicht. Diese Schwachstellen und Lücken, könnten die Finanzstabilität des gesamten Euroraumes zukünftig in Gefahr bringen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte

3. ESM und EFSF

4. Europäischer Stabilitätsmechanismus (ESM)

4.1. Sinn und Zweck

4.2. Das Kapital

4.3. Die Organe des ESM

4.3.1. Der Gouverneursrat

4.3.2. Das Direktorium

4.3.3. Der Geschäftsführende Direktor

4.4. Die Instrumente

4.4.1. Vorsorgliche ESM-Finanzhilfen

4.4.2. Finanzhilfe zur Rekapitalisierung von Finanzinstituten eines ESM-Mitglieds

4.4.3. ESM-Darlehen

4.4.4. Primärmakrt-Unterstützungsfazilität

4.4.5. Sekundärmarkt-Unterstützungsfazilität

4.5. Voraussetzungen für die Beanspruchung des ESM

5. Kritische Würdigung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) als zentrales Instrument zur Sicherung der Finanzstabilität im Euroraum zu analysieren, seine strukturellen Mechanismen zu beleuchten und eine differenzierte Bewertung seiner Wirksamkeit und Auswirkungen vorzunehmen.

  • Historischer Kontext und Entstehungsgeschichte der Krisenbewältigungsinstrumente
  • Struktur, Organe und Wirkungsweise des ESM
  • Analyse der verschiedenen Finanzhilfeinstrumente
  • Kritische Auseinandersetzung mit regulatorischen Rahmenbedingungen und Moral-Hazard-Problematiken

Auszug aus dem Buch

4.1 Sinn und Zweck

Wegen der starken Interdependenzen innerhalb des Euro-Währungsgebiets können gegenwärtige und zukünftige Risiken die Finanzstabilität des gesamten Euro-Währungsgebiets gefährden (i.S.d. ESM-Vertrag, Präambel Ziffer 6). Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für länderübergreifende Ansteckungseffekte, da es keine Stelle gibt die für eine zentrale Finanzpolitik verantwortlich ist. Aus diesem Grund kann der ESM auf Grundlage strenger Auflagen, Stabilitätshilfe gewähren, wenn dies zur Wahrung der Finanzstabilität des Euro-Währungsgebiets und seiner Mitgliedstaaten unabdingbar ist (i.S.d. ESM-Vertrag, Präambel Ziffer 6). Ist dies gegeben, wird der ESM dem betreffenden ESM-Mitglied unter der Voraussetzung von strengen Auflagen (makroökonomisches Anpassungsprogramm bis zur kontinuierlichen Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen) Stabilitätshilfe gewähren (i.S.d. Art. 12 Abs. 1 ESM-Vertrag).

Damit der ESM seine Aufgaben erfüllt, kann er an den Kapitalmärkten bei Banken, Finanzinstituten oder sonstigen Personen und Institutionen Kapital aufnehmen (i.S.d. Art. 21 Abs.1 ESM-Vertrag). Der ESM arbeitet bei der Bereitstellung von Stabilitätshilfen eng mit dem Internationalen Währungsfonds zusammen. Hierbei wird die Beteiligung des IWF, auf fachlicher und finanzieller Ebene angestrebt. Ersucht ein Euro-Mitgliedstaat Finanzhilfe durch den ESM, soll dieses ein ähnliches Ersuchen an den IWF richten (i.S.d. ESM-Vertrag, Präambel Ziffer 8). Auch der IWF kann dem ESM-Mitglied Stabilitätshilfen gewähren, wenn dessen Finanzierung über den Markt nicht mehr gegeben ist (i.S.d. ESM-Vertrag, Präambel Ziffer 13).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Herausforderungen der Wirtschafts- und Währungsunion und die Anfälligkeit des Finanzsystems gegenüber Krisen.

2. Vorgeschichte: Analysiert die Entstehung der Finanzkrise in Europa und die Mängel im damaligen Krisenmanagement.

3. ESM und EFSF: Erläutert die Einführung und Funktion des Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM) sowie der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF).

4. Europäischer Stabilitätsmechanismus (ESM): Detaillierte Darstellung der Struktur, des Kapitals sowie der Instrumente und Organe des ständigen europäischen Rettungsschirms.

5. Kritische Würdigung: Hinterfragt die Legitimität, Effektivität und potenzielle Risiken wie Moral Hazard durch die Rettungsmaßnahmen.

6. Fazit: Fasst die ökonomische Notwendigkeit der Stabilitätsmaßnahmen zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten einer krisensicheren Eurozone.

Schlüsselwörter

Europäischer Stabilitätsmechanismus, ESM, EFSF, EFSM, Finanzstabilität, Euro-Währungsgebiet, Finanzhilfe, Kapitalmärkte, Moral Hazard, Wirtschaftspolitik, Krisenmanagement, Souveränität, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Haushaltsdisziplin, Wirtschafts- und Währungsunion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) als ständiges Krisenbewältigungsinstrument zur Wahrung der Finanzstabilität im gesamten Euroraum.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die Strukturen und Aufgaben des ESM, die Rolle der EU-Organe, Art und Umfang der verfügbaren Finanzhilfeinstrumente sowie eine kritische wirtschaftspolitische Bewertung der Krisenhilfen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin, die Funktionsweise des ESM zu erläutern und zu prüfen, inwieweit dieser Mechanismus effektiv zur Stabilität der Eurozone beitragen kann und welche moralischen und ökonomischen Risiken damit verbunden sind.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde verwendet?

Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die primär auf der Auswertung von EU-Rechtstexten, offiziellen Verträgen zum ESM und EFSF sowie Fachliteratur und Berichten der Europäischen Zentralbank basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung des ESM-Konzepts, die detaillierte Darstellung der Finanzkriterien, Kapitalausstattung, die Organe (Gouverneursrat, Direktorium) sowie die einzelnen Instrumente wie ESM-Darlehen und Marktunterstützungsfazilitäten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Relevante Schlagworte sind Finanzstabilität, Moral-Hazard-Problematik, ESM-Vertrag, makroökonomische Anpassungsprogramme und Stabilitätsmechanismen der EU.

Wie unterscheidet sich der ESM von der EFSF?

Der ESM ist als ständiges, vertraglich fest verankertes Sicherheitsnetz für den Euroraum konzipiert, während die EFSF als temporäre, zwischenstaatliche Einrichtung zur Krisenbewältigung diente.

Welche Rolle spielt der IWF bei den ESM-Finanzhilfen?

Der IWF agiert bei der Bereitstellung von Stabilitätshilfen als enger Partner des ESM, wobei eine Beteiligung auf fachlicher und finanzieller Ebene in der Regel angestrebt wird.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM). Entstehung, Funktionen und kritische Analyse
Hochschule
Universität Kassel  (Wirtschaftswissenschaften)
Autor
Thomas Majer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
22
Katalognummer
V1550313
ISBN (PDF)
9783389100318
ISBN (Buch)
9783389100325
Sprache
Deutsch
Schlagworte
European Financial Stabilisation Mechanism Europäische Union Europäischer Stabilitätsmechanismus (ESM) EFSF Gouverneursrat ESM-Finanzhilfen Rekapitalisierung Unterstützungsfazilität European Stability Mechanism European Financial Stability Facility Europäische Zentralbank Europäische Wirtschadts- und Währungsunion Finanzpolitik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Majer (Autor:in), 2012, Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM). Entstehung, Funktionen und kritische Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1550313
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Leseprobe aus  22  Seiten
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