Horst Bartnitzky versucht in seinem Werk „Grammatikunterricht in der Grundschule“ ein handlungsbezogenes Konzept für den Grundschul-Grammatikunterricht als Alternative zur traditionellen Vorgehensweise zu entwerfen (vgl. Bartnitzky 2007, S.7). Anhand einer kritischen Analyse des Unterkapitels „Adjektiv“ aus dem Kapitel „Wortarten“ soll gezeigt werden, inwieweit seine Vorschläge umsetzbar bzw. verbesserungswürdig sind und welche Alternativen sich anstelle seiner Vorschläge anbieten könnten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Analyse des Kapitels „Adjektiv“
2.1 Sachklärung
2.2 Didaktische Überlegungen
2.3 Unterrichtsbeispiele
3 Fazit
4 Literatur-/Quellenverzeichnis
5 Selbstständigkeitserklärung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Kapitel „Adjektiv“ aus Horst Bartnitzkys Werk „Grammatikunterricht in der Grundschule“ auseinander. Ziel ist es, die didaktischen Ansätze und Sachinformationen des Autors zu analysieren, um deren praktische Umsetzbarkeit zu bewerten und verbesserungswürdige Aspekte sowie alternative Lehrmethoden für einen handlungsbezogenen Grammatikunterricht aufzuzeigen.
- Kritische Analyse der fachlichen Definitionen und Konzepte zur Wortart Adjektiv.
- Bewertung didaktischer Vorschläge zur Einführung und Vertiefung des Adjektivbegriffs.
- Untersuchung der Eignung spezifischer Unterrichtsbeispiele und Lehrmethoden.
- Erarbeitung von Verbesserungsvorschlägen für eine präzisere grammatische Vermittlung.
Auszug aus dem Buch
2.1 Sachklärung
Bartnitzky beginnt das Kapitel „Adjektiv“ mit einer „Sachklärung“ (S. 121). Er bezeichnet Adjektive als „beigefügte Wörter, die zusätzliche qualitative Aussagen machen“ (ebd.). Diese Sachklärung sollte besser durch eine aussagekräftige Definition ersetzt werden. Stattdessen folgen nach dieser eher oberflächlichen und unscharfen Beschreibung bereits verschiedene Beispiele, um seine nachfolgenden Ausführungen zu verdeutlichen: „a) die lebhaften Kinder, lebhafte Kinder, b) die Kinder spielen lebhaft, c) die Kinder sind lebhaft, d) die Kinder sind lebhafter als sonst, e) die lebhafteren Kinder, lebhaftere Kinder.“ (ebd.). Im Anschluss daran erläutert Bartnitzky anhand seiner Beispiele die Funktionen des Adjektivs (S. 122). Die von ihm verwendeten Beispiele sind jedoch weniger gut geeignet, um Kindern die Wortart `Adjektiv` näher zu bringen. Da Bartnitzky hier nur mit dem Plural arbeitet, kann es leicht zu der Annahme kommen, Adjektive würden nur in Verbindung mit Pluralformen verwendet. Auf diese Weise können Kinder nicht erkennen, wie die Bildung des Adjektivs im Singular erfolgt. Daher wäre hier eine Mischung aus Beispielen in Singular- und Pluralformen sehr viel sinnvoller.
Des Weiteren muss zunächst deutlich werden, welches grammatische System der Klassifizierung in die Ordnungskategorie `Adjektiv` zu Grunde liegt, um die Wortart definieren und ihr Worte zuordnen zu können, denn das Adjektiv ist eine von Grammatikern geschaffene Kategorie, unter die bestimmte Worte eingeordnet werden (vgl. Menzel 1995, S. 25). Es ist somit „eine formale Einheit, die nach morphologischen und/oder syntaktischen Kriterien gewonnen wird [...].“ (S. 26). Aufgrund der verschiedenen Auffassungen der Grammatiker lassen sich daher unterschiedliche Ordnungskategorien identifizieren, sodass manche Worte von den einen zu den Adjektiven, von den anderen zu einer anderen Wortart gezählt werden (S. 25). Leider weist Bartnitzky auf diese Tatsache nur sehr knapp hin und erklärt das von ihm gewählte grammatische System, das seinen Formulierungen zugrunde liegt nur sehr oberflächlich (vgl. Bartnitzky 2007, S. 87 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, das Kapitel „Adjektiv“ von Horst Bartnitzky kritisch auf seine fachliche und didaktische Qualität hin zu untersuchen.
2 Analyse des Kapitels „Adjektiv“: Dieses Hauptkapitel nimmt eine detaillierte Auseinandersetzung mit den im Originalwerk beschriebenen fachwissenschaftlichen Hintergründen, den didaktischen Herangehensweisen sowie den konkreten Unterrichtsvorschlägen vor.
2.1 Sachklärung: Hier werden die von Bartnitzky gewählten Definitionen und Klassifizierungen kritisiert, wobei insbesondere die Unschärfe der Begriffe und die mangelnde Fundierung der Adjektiv-Eigenschaften hervorgehoben werden.
2.2 Didaktische Überlegungen: Dieser Abschnitt analysiert Bartnitzkys didaktische Konzepte zur Einführung der Wortart und zur Komparation und bemängelt die Verwendung verwirrender Stufenschemata und unpräziser Terminologien.
2.3 Unterrichtsbeispiele: Die Analyse der Unterrichtsbeispiele zeigt auf, dass diese zwar motivierend sind, aber teilweise am Adjektivbegriff vorbeiführen, da sie andere Wortarten in die Übungen integrieren.
3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das Konzept von Bartnitzky nur ansatzweise eine traditionelle Lehre ersetzen kann und eine gründliche Überarbeitung der Definitionen sowie eine methodische Schärfung erfordert.
4 Literatur-/Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und elektronischen Ressourcen.
5 Selbstständigkeitserklärung: Formale Bestätigung der eigenständigen Erstellung der Arbeit.
Schlüsselwörter
Adjektiv, Grammatikunterricht, Grundschule, Didaktik, Sachklärung, Wortarten, Komparation, Flektierbarkeit, Derivation, Wortbildung, Sprachwissenschaft, Unterrichtsbeispiele, Grammatische Kategorien, Sprachvermittlung, Horst Bartnitzky.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit bietet eine kritische Analyse des Kapitels „Adjektiv“ aus Horst Bartnitzkys Buch „Grammatikunterricht in der Grundschule“ und untersucht, ob die dort vorgeschlagenen Konzepte als Alternative zum traditionellen Unterricht taugen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die fachliche Sachklärung des Adjektivbegriffs, didaktische Überlegungen zur Einführung der Wortart und die Bewertung praktischer Unterrichtsbeispiele.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Schwachstellen in Bartnitzkys Werk aufzudecken, begriffliche Unschärfen zu kritisieren und konkrete Verbesserungsvorschläge für eine präzisiere Unterrichtsgestaltung zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin wendet eine kritische Textanalyse an, bei der sie das Werk schrittweise gliedert, mit linguistischer Fachliteratur abgleicht und die didaktische Eignung der Vorschläge gegen das Ziel einer klaren Wortartvermittlung prüft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse der drei Unterkapitel: der „Sachklärung“, den „didaktischen Überlegungen“ und den konkreten „Unterrichtsbeispielen“.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Adjektiv, Grammatikunterricht, Grundschule, Didaktik, Komparation, Flektierbarkeit, Derivation und Sprachvermittlung.
Warum hält die Autorin die „Adjektiv-Probe“ von Bartnitzky für ungeeignet?
Sie kritisiert, dass Bartnitzkys Formulierung zu unpräzise ist und Kinder dazu verleiten könnte, „Dingsda“ als Platzhalter für Wörter zu verwenden, die keine Adjektive sind, statt die grammatischen Eigenschaften wie Flektierbarkeit zwischen Artikel und Nomen zu prüfen.
Wie bewertet die Autorin den Vorschlag, „Wörter zu erfinden“?
Die Autorin lehnt das „Erfinden“ von Wörtern bei Derivationsübungen ab, da dies Kinder zu inkorrekten Sprechweisen verleitet und das Ziel, die Bildung existenter Wörter durch Suffixe zu verstehen, untergräbt.
Warum kritisiert die Autorin das Treppenmodell für die Vergleichsformen?
Sie argumentiert, dass das Treppenmodell bei Kindern die Fehlannahme schüren könnte, dass Komparation etwas mit Größen- oder Mengenverhältnissen zu tun habe, was grammatisch unpräzise ist.
- Quote paper
- Janina Schnormeier (Author), 2010, Das Kapitel „Adjektiv“ in Horst Bartnitzkys Werk „Grammatikunterricht in der Grundschule“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155109