Gegenstand dieser Arbeit ist es, die Entwicklung des Outsourcings in Theorie und Praxis in den vergangenen 30+ Jahren darzustellen. Da sich die Änderungen der theoretischen Grundlagen hinter dieser Strategie erst nach den entsprechenden Entwicklungen in der Praxis vollzogen, erscheint es als sinnvoll, zuerst auf die Praxis einzugehen und daraufhin die Folgen in der Theoriebasis zu diskutieren. In Kapitel 2 wird Outsourcing allgemein definiert, ein Überblick über die Entstehungsgeschichte dieser Unternehmensstrategie gegeben und drei
entscheidende Phasen in der Praxis-Entwicklung identifiziert. Das Hauptaugenmerk dieses Kapitels richtet sich darauf, die Charakteristika und wesentlichen Unterschiede der einzelnen
Phasen aufzuzeigen. Darauf aufbauend zeigt Kapitel 3 die wichtigsten Theorien auf, die dem Outsourcing-Phänomen zugrunde liegen, sowie die Änderungen in der Theoriebasis, die im Zuge der Entwicklung der Praxis erfolgten. Kapitel 4 bietet einen kurzen Ausblick in mögliche zukünftige Entwicklungen des Outsourcings, ehe in Kapitel 5 die zuvor
abgehandelte Thematik zusammengefasst wird und ein abschließendes Fazit gezogen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Fakten zu Outsourcing
2. Die Praxisentwicklung des Outsourcings in den letzten 30+ Jahren
2.1. Von vertikaler Integration hin zu Outsourcing
2.2. Frühe Outsourcing-Beispiele
2.3. Die Entscheidung von Eastman Kodak 1989
2.4. Die drei Hauptphasen der Outsourcing-Praxis der letzten 30+ Jahre
2.4.1. Taktisches Outsourcing
2.4.2. Strategisches Outsourcing
2.4.3. Transformationales Outsourcing
3. Grundlegende Theorien des Outsourcings in den letzten 30+ Jahren
3.1. Die Transaktionskostentheorie
3.2. Der Resource Based View
3.3. Weitere ausgewählte Theorien
4. Mögliche zukünftige Entwicklungen des Outsourcings
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung des Outsourcings in Theorie und Praxis über die vergangenen 30+ Jahre. Ziel ist es, die Evolution dieser Managementstrategie von einer rein kostenorientierten Maßnahme hin zu einem transformationalen Werkzeug aufzuzeigen und die theoretischen Grundlagen wie die Transaktionskostentheorie und den Resource Based View kritisch zu beleuchten.
- Historische Entwicklung des Outsourcings (30+ Jahre)
- Die drei Phasen: Taktisches, strategisches und transformationales Outsourcing
- Theoretische Fundierung mittels Transaktionskostentheorie und Resource Based View
- Wandel von vertikaler Integration zu "grenzenlosen Unternehmen"
- Zukünftige Herausforderungen und Forschungsfelder
Auszug aus dem Buch
2.4.1. Taktisches Outsourcing
In den frühen Jahren des Outsourcings (bis Anfang der 90er) war das Hauptmotiv für die Auslagerung von Tätigkeiten und Funktionen das Potential einer kurzfristigen Kostenreduktion. Outsourcing war zu dieser Zeit nicht viel mehr als eine traditionelle „Make-or-Buy“ Entscheidung (Eigenfertigung vs. Fremdbezug).
Auslagerungen traten hauptsächlich inländisch auf und die Beziehungen zu den Lieferanten waren eher distanziert und gründeten mehr auf Verträgen als auf partnerschaftlichen Beziehungen. Die Verträge sollten so genau und detailliert wie möglich gestaltet werden und enthielten unter anderem Angaben zu Kosten, Service-Level-Agreements (SLAs), Konventionalstrafen und Schadensersatz. Verträge für große Projekte beinhalteten um die 30.000 Zeilen Vertragstext und über 600 SLAs. Dies erklärt auch, warum das Aushandeln solcher Verträge oft über ein Jahr in Anspruch nahm.
Beim taktischen Outsourcing, in der Literatur meist auch als traditionelles Outsourcing bezeichnet, wurden Prozesse und Tätigkeiten ausgelagert, die nicht zum Kernbereich des Unternehmens zählten (Randfunktionen). Es ging im Grunde genommen darum, es zu vermeiden, Tätigkeiten intern durchzuführen, die andere Unternehmen effizienter und effektiver durchführen können. Mazzawi (2002) bezeichnete traditionelles Outsourcing als „doing the same things a bit better, a bit faster or a bit cheaper“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Fakten zu Outsourcing: Einführung in die heutige Relevanz von Outsourcing als fester Bestandteil moderner Geschäftsstrategien und Skizzierung des Aufbaus dieser Arbeit.
2. Die Praxisentwicklung des Outsourcings in den letzten 30+ Jahren: Detaillierte Darstellung des geschichtlichen Wandels von vertikal integrierten Unternehmen hin zu modernen Organisationsformen unterteilt in drei spezifische Phasen.
3. Grundlegende Theorien des Outsourcings in den letzten 30+ Jahren: Theoretische Analyse der Outsourcing-Entwicklung durch die Transaktionskostentheorie und den Resource Based View sowie ergänzende Netzwerktheorien.
4. Mögliche zukünftige Entwicklungen des Outsourcings: Reflexion über offene Forschungsfragen, wie die Bedeutung des Lieferantenportfolios und die Herausforderungen für kleine und mittlere Unternehmen.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der stetigen Transformation von Outsourcing und der Notwendigkeit einer erweiterten Theoriebasis zur Erklärung heutiger Komplexität.
Schlüsselwörter
Outsourcing, Taktisches Outsourcing, Strategisches Outsourcing, Transformationales Outsourcing, Transaktionskostentheorie, Resource Based View, Kernkompetenzen, Wertschöpfungskette, Offshoring, Lieferantenmanagement, Wettbewerbsvorteil, Make-or-Buy, Organisation, Globalisierung, IT-Outsourcing
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Entwicklung von Outsourcing-Praktiken und deren theoretische Fundierung über einen Zeitraum von über 30 Jahren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den drei Phasen des Outsourcings (taktisch, strategisch, transformational), der theoretischen Herleitung sowie künftigen Herausforderungen im Management von Outsourcing-Beziehungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Wandel von Outsourcing als bloßem Kostenoptimierungstool hin zu einer komplexen, strategischen Unternehmenstransformation theoretisch und praxisorientiert darzustellen.
Welche wissenschaftlichen Theorien werden verwendet?
Hauptsächlich wird die Arbeit auf die Transaktionskostentheorie (TCE) und den Resource Based View (RBV) gestützt, ergänzt durch Netzwerk- und Systemtheorien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historischen Meilensteine, die drei spezifischen Outsourcing-Phasen, die zugehörigen ökonomischen Theorien sowie die Anforderungen an das Management in einem volatilen Marktumfeld.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Outsourcing, Theorie-Praxis-Wandel, Wettbewerbsvorteile, Kernkompetenzen und Prozessoptimierung geprägt.
Warum wird die Entscheidung von Eastman Kodak (1989) besonders hervorgehoben?
Das Ereignis gilt in der Literatur als Meilenstein, der das zunehmende Interesse an Outsourcing-Forschung auslöste und einen "Bandwagon-Effekt" bei vielen anderen Unternehmen verursachte.
Welche Rolle spielt die Differenzierung in taktisches und transformationales Outsourcing?
Sie illustriert den Wandel von reiner Kostenreduktion bei nicht-kritischen Randfunktionen hin zur strategischen Umgestaltung des gesamten Geschäftsmodells eines Unternehmens.
- Quote paper
- Christopher Funk (Author), 2010, Outsourcing-Entwicklung in Theorie und Praxis in den vergangenen 30+ Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155170