Die hiesige Arbeit knüpft in einigen Aspekten an die während des Semesters von mir abgegeben Ausarbeitungen an. So stehen die Problemstellung und die mit ihr verbundene Thematik ganz im Zeichen des von mir bereits exzerpierten Artikels von Iris Kempe, in welchem sie Anspruch und Realität der Europäischen Nachbarschaftspolitik genauer ins Visier nimmt. Das von Kempe allein durch dieses begriffliche Kontrastpaar angedeutete Spannungsverhältnis soll also ein Anknüpfungspunkt für die hiesige Arbeit sein, sowie auch die zweite von mir bereits abgegebene Ausarbeitung, in der ich meine Skepsis hinsichtlich der ENP zum Ausdruck bringe. In dieser Ausarbeitung nahm ich kritisch Stellung zu einigen, damals noch auf rein subjektiven Eindrücken basierenden, mir als unglaubwürdig erscheinenden Aspekten hinsichtlich der ENP. Der kritische Tenor und die Untersuchung eines Spannungsverhältnisses, welches die Vermutung von Unglaubwürdigkeit in bestimmten Aspekten der ENP nährte, sollen nun also Anknüpfungspunkte an bereits Geleistestes und damit Ausgangspunkt für die nun folgende Arbeit sein.
Einleitung – Versuch einer Lesehilfe
Es handelt sich bei der hiesigen Arbeit um ein Essay, an dessen Anfang die Formulierung einer klaren, begründeten Problem- bzw. Fragestellung stehen sollte (Fahrenholz, 2003 S. 1). Dieser Anforderung will ich sogleich versuchen gerecht zu werden, indem ich einerseits im Hinblick auf die motivationale Begründung der Fragestellung auf das Vorwort verweise und andererseits die das Essay überdachende Fragestelllung nun präsentiere:
Mangelt es der ENP-Strategie erster Stunde in der südlichen Dimension an Kohärenz?
Für die folgende Untersuchung dieser Frage, soll folgende These als Grundlage dienen:
Unter Vorbehalt, mangelt es der ENP- Strategie erster Stunde in der südlichen Dimension an Kohärenz.
Inhaltsverzeichnis
- Vorwort – Anknüpfung an bereits Geleistetes
- Einleitung - Versuch einer Lesehilfe
- Auf der Suche nach Kohärenzmängeln
- Adäquate Bescheidenheit
- Anmerkungen und Verweise
- Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Essay untersucht die Kohärenz der Europäischen Nachbarschaftspolitik (ENP) in ihrer ersten Phase, insbesondere in Bezug auf die südliche Dimension. Der Fokus liegt auf der Frage, ob die ENP-Strategie von 2003 ausreichend kohärent ist, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der südlichen Nachbarn gerecht zu werden.
- Analyse der ENP-Strategie von 2003 hinsichtlich ihrer Ziele und Instrumente
- Bewertung der Kohärenz der ENP-Strategie im Kontext der unterschiedlichen Anforderungen und Gegebenheiten der südlichen Partnerländer
- Untersuchung möglicher Widersprüche zwischen der Forderung nach Vereinheitlichung und der Notwendigkeit der Differenzierung in der ENP
- Einbeziehung aktueller Entwicklungen und Forschungsergebnisse zur ENP
- Bewertung der Glaubwürdigkeit und Widersprüchlichkeit der ENP-Strategie in Bezug auf die südliche Dimension
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort – Anknüpfung an bereits Geleistetes
Der Essay baut auf zwei vorherigen Ausarbeitungen des Autors auf, die sich mit der Europäischen Nachbarschaftspolitik und ihrem Anspruch und Realität auseinandersetzen. Der Fokus liegt auf der Analyse der ENP-Strategie von 2003 und ihrer Kohärenz.
Einleitung - Versuch einer Lesehilfe
Die Einleitung stellt die Fragestellung des Essays dar: Mangelt es der ENP-Strategie erster Stunde in der südlichen Dimension an Kohärenz? Die These besagt, dass es unter Vorbehalt an Kohärenz mangelt. Der Essay untersucht ausgewählte Ziele und Instrumente der ENP-Strategie, um die These zu belegen oder zu widerlegen.
Auf der Suche nach Kohärenzmängeln
Der Autor analysiert die ENP-Strategie von 2003 hinsichtlich der Forderung nach Vereinheitlichung und Differenzierung. Er argumentiert, dass die Ambitionen der ENP, die Beziehungen zu den südlichen Nachbarn zu vereinheitlichen, im Widerspruch zu den Anforderungen der Ausdifferenzierung stehen. Der Essay weist darauf hin, dass die ENP-Strategie unterschiedlichen Gegebenheiten der Partnerländer Rechnung tragen soll und daher differenziert werden muss.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter des Essays sind: Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP), Kohärenz, Vereinheitlichung, Differenzierung, südliche Dimension, Kommissionspapier von 2003, Glaubwürdigkeit, Widersprüchlichkeit, Ziele, Instrumente.
Häufig gestellte Fragen
Was wird an der ENP-Strategie von 2003 kritisiert?
Der Essay untersucht, ob es der Strategie in der südlichen Dimension an Kohärenz mangelt, insbesondere im Spannungsfeld zwischen Anspruch und Realität.
Was bedeutet Kohärenz im Kontext der Europapolitik?
Kohärenz bezeichnet den widerspruchsfreien Zusammenhang und das logische Zusammenwirken verschiedener politischer Ziele und Instrumente.
Gibt es einen Widerspruch zwischen Vereinheitlichung und Differenzierung?
Ja, die Arbeit argumentiert, dass der Versuch, die Beziehungen zu vereinheitlichen, oft den sehr unterschiedlichen Bedürfnissen der Partnerländer nicht gerecht wird.
Welche Rolle spielt die „südliche Dimension“ der ENP?
Sie umfasst die Nachbarstaaten im Mittelmeerraum, deren politische und wirtschaftliche Stabilität für die EU von zentraler Bedeutung ist.
Wer ist Iris Kempe in diesem Zusammenhang?
Iris Kempe ist eine Expertin, deren kritische Analysen zur ENP als wichtiger Anknüpfungspunkt für diesen Essay dienen.
- Quote paper
- Christian Posse (Author), 2008, Auf der Suche nach Mängeln - Eine Überprüfung der ENP auf Kohärenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155255