Auf der Suche nach Mängeln - Eine Überprüfung der ENP auf Kohärenz


Essay, 2008

15 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort – Anknüpfung an bisher Geleistetes

Einleitung – Versuch einer Lesehilfe

Auf der Suche nach Kohärenzmängeln

Adäquate Bescheidenheit

Anmerkungen und Verweise

Literatur- und Quellenverzeichnis

Vorwort – Anknüpfung an bereits Geleistetes

Die hiesige Arbeit knüpft in einigen Aspekten an die während des Semesters von mir abgegeben Ausarbeitungen an. So stehen die Problemstellung und die mit ihr verbundene Thematik ganz im Zeichen des von mir bereits exzerpierten Artikels von Iris Kempe, in welchem sie Anspruch und Realität der Europäischen Nachbarschaftspolitik genauer ins Visier nimmt.[i] Das von Kempe allein durch dieses begriffliche Kontrastpaar angedeutete Spannungsverhältnis soll also ein Anknüpfungspunkt für die hiesige Arbeit sein, sowie auch die zweite von mir bereits abgegebene Ausarbeitung, in der ich meine Skepsis hinsichtlich der ENP zum Ausdruck bringe. In dieser Ausarbeitung nahm ich kritisch Stellung zu einigen, damals noch auf rein subjektiven Eindrücken basierenden, mir als unglaubwürdig erscheinenden Aspekten hinsichtlich der ENP. Der kritische Tenor und die Untersuchung eines Spannungsverhältnisses, welches die Vermutung von Unglaubwürdigkeit in bestimmten Aspekten der ENP nährte, sollen nun also Anknüpfungspunkte an bereits Geleistestes und damit Ausgangspunkt für die nun folgende Arbeit sein.

Einleitung – Versuch einer Lesehilfe

Es handelt sich bei der hiesigen Arbeit um ein Essay, an dessen Anfang die Formulierung einer klaren, begründeten Problem- bzw. Fragestellung stehen sollte (Fahrenholz, 2003 S. 1). Dieser Anforderung will ich sogleich versuchen gerecht zu werden, indem ich einerseits im Hinblick auf die motivationale Begründung der Fragestellung auf das Vorwort verweise und andererseits die das Essay überdachende Fragestelllung nun präsentiere:

Mangelt es der ENP-Strategie erster Stunde in der südlichen Dimension an Kohärenz?

Für die folgende Untersuchung dieser Frage, soll folgende These als Grundlage dienen:

Unter Vorbehalt, mangelt es der ENP- Strategie erster Stunde in der südlichen Dimension an Kohärenz.

Zunächst einmal erweisen sich an dieser Stelle zentrale Begriffe für den Leser als erklärungsbedürftig und gleichzeitig als richtungsweisend für den Autor. Da steht zunächst einmal der zu untersuchende Erkenntnisgegenstand etwas unscharf im Raum. Wenn ich also im Zuge des Essays nach Mangel an Kohärenz hinsichtlich der ENP – Strategie suche, dann meine ich damit vordergründig ein Defizit an Glaubwürdigkeit und eine sich, in meinen Augen, entwickelnde Widersprüchlichkeit zwischen zwei Aspekten dieser Strategie. Um die Untersuchungsarena einzugrenzen, frage ich lediglich nach der Strategie erster Stunde und beschränke mich hierbei nur auf die südliche Dimension. Damit erfolgt konkret die Fokussierung auf das Kommissionspapier vom März 2003, in dem ein neuer Rahmen für die Beziehungen der EU zu ihren südlichen Nachbarn konzipiert wird.[ii] So werde ich mich also zunächst darin versuchen, ausgewählte Ziele und Instrumente dieser Konzeption auf mangelnde Kohärenz zu überprüfen, um der These schließlich Nachdruck zu verleihen oder eben Abstriche zu machen. Letztlich wird, auch unter Einbeziehung von Publikationen der begleitenden Forschung und aktueller Entwicklungen der Aspekt zu klären sein, weshalb ich die These lediglich unter Vorbehalt so formuliert habe. Ein letzter Aspekt, der einleitend erwähnenswert erscheint, lässt sich wieder auf die Anforderungen an ein Essay zurückführen. So sollte ein Essay zwar kritisch über die gewählte Thematik reflektieren und eine eigene Argumentation entwickeln, wobei allerdings keinen Wert darauf gelegt werden müsse, dass dies unbedingt in systematischer Weise geschieht (Fahrenholz, 2003 S. 1). Dieser Aspekt spiegelt sich in der relativ willkürlichen Auswahl an Aspekten wieder, die meiner Argumentation zu Grunde liegen werden. In diesem Sinne hoffe ich mit dieser Einleitung eine gewisse Lesehilfe der nun folgenden Überlegungen geliefert zu haben.

Auf der Suche nach Kohärenzmängeln

Der Beginn meiner Suche nach mir widersprüchlich erscheinenden Aspekten im Kommissionspapier soll in der Dimension der Anforderungen liegen, die die EU bei der Konzeption der ENP an sich selber stellt. So ist im Titel von einem neuen Rahmen die Rede (Vgl. KOM[2003] 104 endgültig, S. 1). Wenn ich den Begriff Rahmen richtig verstehe, dann signalisiert er doch eine gewisse Tendenz etwas einzugrenzen. Das zugehörige Attribut neu signalisiert darüberhinaus, dass es schon irgendeine Form der nachbarschaftlichen Beziehungen gegeben hat.

Unter Einbezug dieser beiden Signale lautet mein Rückschluss hinsichtlich des Titels also, dass mit der ENP-Strategie der ersten Stunde zunächst einmal eine Eingrenzung bzw. Vereinheitlichung der bestehenden Nachbarschaftsbeziehungen der EU intendiert wird. Ein Blick ins Dokument verhärtet diesen Rückschluss. So wird unter dem Abschnitt „Eine neue Vision und ein neues Angebot“ davon gesprochen, dass die EU ihre bestehende Nachbarschaftspolitik für mindestens das nächste Jahrzehnt vereinheitlichen müsse (Vgl. KOM[2003] 104 endgültig, S. 9). Nach meinem Verständnis heißt dies zunächst, dass bestehende Ziele, Ansätze und Instrumente beibehalten und lediglich bei einem einzigen Kompetenzbereich der EU angesiedelt werden sollen. Die ENP-Strategie läuft allerdings nicht nur auf eine solch formale Vereinheitlichung hinaus, sondern ebenfalls auf eine inhaltliche. Daran lässt eine genauere Analyse des Abschnitts „Eine neue Vision und ein neues Angebot“ (KOM[2003] 104 endgültig, S. 9-15), meiner Meinung nach, keinen Zweifel.

Wenn es also diese Ambitionen zur inhaltlichen Vereinheitlichung auf Seiten der ENP-Strategie gibt, dann erkenne ich hier einen ersten Mangel an Kohärenz, weil diese Ambitionen im Widerspruch zu einer weiteren Anforderung stehen, die man sich mit dieser Strategie stellt. Gemeint ist hier die Anforderung der Ausdifferenzierung (Vgl. KOM[2003] 104 endgültig, S.15-18) . So soll – wenn ich recht sehe – der neue Rahmen, durch eine inhaltliche und instrumentelle Differenzierung, den unterschiedlichen Gegebenheiten der verschiedenen ENP-Partnerstaaten gerecht werden(Vgl. KOM[2003] 104 endgültig, S. 16).

[...]


[i] Vgl. Kempe, Iris (2007): „Zwischen Anspruch und Realität - Die Europäische Nachbarschaftspolitik“, Berlin, in: Osteuropa - Themenheft: Inklusion, Exklusion, Illusion. Konturen Europas: Die EU und ihre Nachbarn, Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (Hrsg.), BMV Berliner Wissenschaftsverlag, S. 57-68.

[ii] Vgl. KOM(2003) 104 endgültig.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Auf der Suche nach Mängeln - Eine Überprüfung der ENP auf Kohärenz
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto Suhr Institut)
Veranstaltung
Die Nachbarschaftspolitik der EU
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V155255
ISBN (eBook)
9783640690480
ISBN (Buch)
9783640691081
Dateigröße
565 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Suche, Mängeln, Eine, Kohärenz
Arbeit zitieren
Christian Posse (Autor:in), 2008, Auf der Suche nach Mängeln - Eine Überprüfung der ENP auf Kohärenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155255

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