Tabak ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko für die Menschen. In Deutschland rauchen 22,4 % der Bevölkerung. Im Jahr sterben ca. 121.000 an dem regelmäßigen Konsum von Tabak. Deutschland entstehen Kosten in Höhe von 53,68 Mrd. Euro jährlich durch die verursachten Erkrankungen von Tabakkonsum. Der Staat hat in den letzten Jahren Maßnahmen zur Prävention umgesetzt, um Raucher in Deutschland zu verringern.
Das Ziel dieser Arbeit ist es die Verhaltensprävention und Verhältnisprävention im Bereich der Tabakprävention zu analysieren und Ableitungen zu neuen Handlungsempfehlungen zu geben. Die zentrale Fragestellung lautet, welche neuen Handlungsansätze lassen sich für die Prävention des Tabakkonsums identifizieren?
In einer qualitativen Literaturrecherche wurden die staatlichen Präventionsmaßnahmen untersucht und nach Qualitätskriterien bewertet; mögliche Präventionsansätze zur Verringerung des Tabakkonsums wurden erfasst.
Die umfangreiche Literaturrecherche hat Erkenntnisse über die Wirksamkeit der umgesetzten Präventionsmaßnahmen gezeigt. Dabei hat dich die Präventionsmaßnahme Tabaksteuererhöhung und Entwöhnungsangebote für Tabakkonsumenten als wirksam für alle Zielgruppen herausgestellt. Ein neuer Handlungsansatz ist die Erforschung von neuen Nikotinprodukten mit geringem Gefährdungspotential zum Einsatz für Prävention. Ein zweiter neuer Handlungsansatz ist die Erstellung und Evaluation von Entwöhnungsangeboten mit Tabak- und E-Inhalationsprodukten.
Die Handlungsempfehlungen, die im Rahmen dieser Arbeit entwickelt wurden, können zur Orientierung bei der Entwicklung von Maßnahmen durch gesetzliche Einrichtungen zur Tabakkonsumprävention genutzt werden. Bevor sie in die Praxis umgesetzt werden, sind jedoch weitere Studien zu den neuen Tabakprodukten umzusetzen und eine Ausweitung der Befragung auf den gesamten Rauchermarkt sinnvoll.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Ziel der Arbeit und zentrale Fragestellung
1.3 Struktur der Arbeit
2 Theoretischen Grundlagen und aktueller Forschungsstand
2.1 Gesundheitliche Risikofaktoren im Zusammenhang mit Tabak
2.2 Tabakkonsum und Epidemiologie
2.2.1 Entwicklung des Tabakkonsums
2.2.2 Begriffsdefinitionen zum Thema Rauchen
2.2.3 Sucht und Abhängigkeit
2.2.4 Einstiegsalter und soziale Merkmale
2.2.5 Gesundheitsschäden
2.2.6 Entstehende Kosten
2.3 Produkte für den Tabak-/Nikotinkonsum
2.4 Prävention
2.4.1 Begriffsdefinition Gesundheitsförderung und Prävention
2.4.2 Verhaltensprävention
2.4.3 Verhältnisprävention
2.4.4 Gegenüberstellung von Verhaltensprävention und Verhältnisprävention
2.4.5 Akteure der Tabakprävention
3. Methodisches Vorgehen
3.1 Theoretischer Hintergrund
3.2 Wahl des Untersuchungsdesigns
3.3 Suchstrategie
3.4 Bewertungskriterien
4. Untersuchungsergebnisse
4.1 Die Präventionsmaßnahmen und ihre Wirksamkeit
4.1.1 Tabaksteuererhöhung
4.1.2 Werbeverbot
4.1.3 Aufklärung und Information
4.1.5 Entwöhnungsangebote
4.1.6 Neue Hilfsmittel für Präventionsmaßnahmen
4.2 Abschließende Bewertung der Präventionsmaßnahmen
4.3 Diskussion
5. Handlungsempfehlung
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert Strategien der Verhaltens- und Verhältnisprävention zur Reduzierung des Tabakkonsums, um basierend auf einer literaturgestützten Wirksamkeitsbewertung neue Handlungsansätze für die Prävention zu identifizieren.
- Analyse und Bewertung staatlicher Präventionsmaßnahmen gegen Tabakkonsum.
- Gegenüberstellung von Verhaltensprävention und Verhältnisprävention.
- Identifikation und Evaluation neuer Handlungsansätze durch Marktentwicklungen (z.B. neue Nikotinprodukte).
- Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Reduktion von tabakbedingten Folgeerkrankungen.
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Tabaksteuererhöhung
Der Preis für Zigaretten setzt sich zusammen aus dem Herstellerpreis oder Wirtschaftsanteil, der Tabaksteuer und der Mehrwertsteuer (19 % in Deutschland). Die Erhöhung der Tabaksteuer führt folglich zu einem höheren Preis der Tabakprodukte. (Zu beachten ist, dass Zigarillos und Zigarren, Pfeifentabak und selbstgedrehte Zigaretten weniger besteuert werden als Zigaretten.) Durch die Erhöhung des Preises wurden die Verhältnisse verändert. Somit handelt es sich bei der Tabakprävention um eine Verhältnisprävention.
In Abbildung 5 ist für einen besseren Überblick die Preisaufteilung einer Zigarette dargestellt.
Im Zeitraum von 2002 bis 2005 wurde die Tabaksteuer in Deutschland in mehreren Schritten erhöht. Zwischen 2011 und 2015 wurden weitere Steuererhöhungen nach § 2 Absatz 1 Tabaksteuergesetz umgesetzt. 2016 betrug der Anteil der Tabaksteuer im Verhältnis zum durchschnittlichen Verkaufspreis 59 % und die Bundesrepublik Deutschland nahm mit der Tabaksteuer 14,2 Mrd. Euro netto ein. Im Vergleich zu 2015 sanken diese Einnahmen um 4,9 %. Die größte Senkung des Absatzes ist bei der Zigarette zu verzeichnen. Das zeigt, dass der Konsum zurückgeht. In der Wirtschaft gilt grundsätzlich, dass die Nachfrage nach einem Gut sinkt, wenn dessen Preis steigt. Obwohl es sich beim Rauchen um eine Abhängigkeit handelt, kann durch eine Preiserhöhung der Konsum beeinflusst werden. Unterschiedliche Untersuchungen haben gezeigt, dass die Preissteigerung zu einem Rückgang des Tabakkonsums führt. Eine zehnprozentige Preiserhöhung pro Zigarettenschachtel führt zu einer durchschnittlichen Verringerung des Tabakkonsums um 4 % in den Hocheinkommensländern. In Ländern mit Niedrig- und Mitteleinkommen kommt es sogar zu einer durchschnittlichen Reduktion um etwa 8 %. Bei Personen mit niedrigem Einkommen, wie zum Beispiel Jugendlichen, kann eine Senkung des Tabakkonsums um bis zu 13 % erreicht werden. Im Jahr 2011 wurden diese Beobachtungen durch die International Agency for Research on Cancer wissenschaftlich nachgewiesen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hinführung zum Thema, Zielsetzung und Struktur der Arbeit.
2 Theoretischen Grundlagen und aktueller Forschungsstand: Darstellung der Risikofaktoren, Epidemiologie des Tabakkonsums, Begriffsdefinitionen und Präventionsmodelle.
3. Methodisches Vorgehen: Beschreibung des Forschungsdesigns, der Suchstrategie und der Qualitätskriterien für die Literaturanalyse.
4. Untersuchungsergebnisse: Analyse der Wirksamkeit verschiedener Präventionsmaßnahmen und Diskussion neuer Ansätze.
5. Handlungsempfehlung: Herleitung praxisorientierter Empfehlungen für die Tabakprävention basierend auf den Ergebnissen.
6. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Tabakkonsum, Nikotin, Verhaltensprävention, Verhältnisprävention, Prävention, Tabaksteuer, Raucher, Entwöhnung, Gesundheitsrisiko, Tabakprodukte, E-Zigarette, Raucherentwöhnung, Gesundheitsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelor-Thesis untersucht das Spannungsfeld zwischen Verhaltens- und Verhältnisprävention im Kontext der Tabakprävention in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Felder umfassen die gesundheitlichen und ökonomischen Auswirkungen von Tabakkonsum, die Analyse bestehender Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen sowie die Erforschung neuer Handlungsansätze.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, neue Handlungsansätze zur Prävention des Tabakkonsums zu identifizieren, die durch aktuelle Marktentwicklungen im Gesundheitssektor begünstigt werden könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?
Es wurde eine systematische, qualitative Inhaltsanalyse auf Basis von Literaturrecherchen in wissenschaftlichen Datenbanken und Fachpublikationen durchgeführt.
Womit befasst sich der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte theoretische Aufbereitung des Tabakkonsums, eine methodische Analyse der staatlichen Präventionsstrategien und eine Untersuchung neuer Produkte wie E-Zigaretten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit fokussiert auf Begriffe wie Tabakkonsum, Prävention, Verhaltens- und Verhältnisprävention sowie Schadstoffminderung bei neuen Nikotinprodukten.
Welche Rolle spielt die Tabaksteuer in der Argumentation der Arbeit?
Die Tabaksteuererhöhung wird als wirksamste Verhältnispräventionsmaßnahme identifiziert, da sie einen direkten, dauerhaften Anreiz zur Konsumreduktion bei allen Zielgruppen bietet.
Wie bewerten die Autoren den Einsatz von E-Zigaretten in der Prävention?
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Datenlage zur langfristigen Wirksamkeit und Sicherheit noch unzureichend ist, weshalb aktuelle Empfehlungen zur generellen Nutzung als Hilfsmittel zur Entwöhnung noch vorsichtig bewertet werden müssen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Verhaltensprävention versus Verhältnisprävention. Handlungsansätze für die Tabakprävention, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1553126