Der Unterrichtsentwurf "753 – Rom kroch aus vielen Eiern. Rom und seine Anfänge" beschäftigt sich mit den frühen Ursprüngen und der Gründung der Stadt Rom, einem fundamentalen Thema der antiken Geschichte. Der Entwurf richtet sich an Lehramtsstudierende und bietet eine fundierte didaktische Herangehensweise an die komplexe Thematik der römischen Gründungsgeschichte. In der Sachanalyse werden zunächst zwei zentrale Aspekte der Thematik behandelt: der Gründungsmythos Roms und die historischen Erkenntnisse über die Gründung Roms.
Der Gründungsmythos, der von den Zwillingssöhnen Romulus und Remus und ihrer wundersamen Rettung durch eine Wölfin erzählt, bildet eine wichtige Grundlage für das Verständnis des römischen Selbstbildes und seiner kulturellen Identität. Dieser Mythos wird mit den historischen Fakten verglichen, die durch archäologische Funde und die Schriften antiker Historiker, wie Titus Livius und Plutarch, überliefert sind. Dabei wird die Frage aufgeworfen, inwiefern der Mythos mit den historischen Gegebenheiten übereinstimmt und welchen Einfluss er auf das spätere Bild von Rom in der Weltgeschichte hatte.
Im anschließenden Abschnitt der didaktisch-methodischen Analyse wird aufgezeigt, wie dieses Thema für Schüler der Sekundarstufe sinnvoll aufbereitet und vermittelt werden kann. Welche didaktischen Ziele sollen erreicht werden? Wie können Schüler die Bedeutung von Mythos und Geschichte in der antiken Geschichtsschreibung erkennen und kritisch reflektieren? Zudem wird die Wahl der methodischen Ansätze erläutert, die es den Schülern ermöglichen sollen, sich aktiv mit der Thematik auseinanderzusetzen.
Der Stoffverteilungsplan gibt eine Übersicht darüber, wie die Unterrichtseinheit strukturiert ist und wie das Thema "Rom und seine Anfänge" über mehrere Stunden hinweg vermittelt werden kann. Hierbei wird auf eine ausgewogene Mischung aus theoretischem Input, Gruppenarbeit und aktiver Reflexion gesetzt. Der Stundenverlaufsplan konkretisiert die einzelnen Phasen der Unterrichtseinheit und legt fest, wie der Unterricht schrittweise aufgebaut werden soll – vom Einstieg über die Erarbeitung bis hin zur Reflexion und der abschließenden Evaluation des Gelernten. Dieser Unterrichtsentwurf ist besonders geeignet für Lehramtsstudierende, die sich mit der Didaktik der Alten Geschichte beschäftigen und einen praxisorientierten Zugang möchten.
Inhaltsverzeichnis
1. Sachanalyse
1.1 Der Gründungsmythos Roms
1.2 Historische Erkenntnisse über die Gründung Roms
2. Didaktisch-methodische Analyse
3. Stoffverteilungsplan
4. Stundenverlaufsplan
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Dieser Stundenentwurf zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler der 6. Jahrgangsstufe zur kritischen Unterscheidung zwischen dem römischen Gründungsmythos und der historischen Entstehung der Stadt zu befähigen. Dabei werden Lesekompetenz und Kooperationsfähigkeit gefördert, um ein fundiertes Verständnis historischer Prozesse innerhalb eines heterogenen kulturellen Kontextes zu entwickeln.
- Analyse und Dekonstruktion des römischen Gründungsmythos
- Erarbeitung historischer Erkenntnisse zur Entstehung der Stadt Rom
- Förderung der Lesekompetenz durch Vergleich von Quellen und Darstellungstexten
- Stärkung der Kooperationsfähigkeit mittels kooperativer Lernformen
- Reflexion über die Bedeutung von Gründungsmythen für die Identitätsbildung
Auszug aus dem Buch
1.2 Der Gründungsmythos Roms
Der überlieferte Gründungsmythos wird bei Livius schriftlich festgehalten. So heißt es in Kapitel 4: „Die vergewaltigte Vestalin brachte Zwillinge zur Welt und bezeichnete Mars als Vater ihrer Kinder ohne Namen. Vielleicht tat sie es aus Überzeugung oder weil ein Gott als Geliebter ehrenvoller war. Doch weder Götter noch Menschen schützten sie und ihre kleinen Kinder vor der Grausamkeit des Königs. […] ihre Kinder ließ der König in den Flu[ss] werfen. Durch Gottes Fügung aber hatte sich der Tiber über seine Ufer hinaus in stehende Sümpfe verbreitert. […] Aber […] die Diener des Königs […] hielten […] dieses seichte Wasser für tief genug, um sie zu ertränken. […] Es geschah dort, wo jetzt der ruminalische Feigenbaum steht [am Lupercal in Rom]. Als [der] Korb mit den Knaben auf festem Grund stehen ließ, lockte das Weinen der Kinder - so berichtet die bekannte Sage - eine Wölfin herbei […] Sie bot den Kindern ihre Zitzen […] der Oberhirt der königlichen Herden habe gesehen, wie sie die Kleinen leckte. Es wird weiter berichtet, der Hirt habe Faustulus geheißen. Er nahm die Kinder mit in die Hütte der Hirten zu seiner Frau Larentia, um sie großzuziehen. Einige Leute meinen, Larentia habe bei den Hirten Lupa [die Liederliche] geheißen, weil sie sich vielen hingab. Lupa heißt aber auch Wölfin. Dort liegt also die Wurzel dieser Sage und des Wunders.“ so seine Deutung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sachanalyse: Dieses Kapitel liefert den inhaltlichen Hintergrund zur Entstehung Roms, indem es sowohl die sagenhafte Überlieferung als auch den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zur historischen Besiedlung darlegt.
2. Didaktisch-methodische Analyse: Hier wird die unterrichtliche Einbettung erläutert, wobei Lernziele, methodische Ansätze und die Begründung für die Behandlung des Themas im Geschichtsunterricht dargelegt werden.
3. Stoffverteilungsplan: Diese Übersicht gliedert die geplante Unterrichtsreihe „ROM - Vom Dorf zum Imperium Romanum“ in zehn spezifische Unterrichtseinheiten inklusive inhaltlicher Kurzbezeichnungen.
4. Stundenverlaufsplan: Dieser enthält die detaillierte zeitliche und methodische Strukturierung der 90-minütigen Doppelstunde sowie die eingesetzten Materialien und angestrebten Lernziele.
Schlüsselwörter
Rom, Gründung, Gründungsmythos, Romulus, Remus, Historische Wirklichkeit, Antike, Latium, Stadtentwicklung, Etrusker, Migration, Schmelztiegel, Geschichtsunterricht, Identitätsbildung, Didaktik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Stundenentwurf grundsätzlich?
Der Entwurf behandelt die Anfänge der Stadt Rom und dient als erste Unterrichtseinheit in einer Reihe über die römische Geschichte für das 6. Schuljahr.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Kontrast zwischen dem literarischen Gründungsmythos (Romulus und Remus) und den archäologisch sowie historisch belegbaren Siedlungsvorgängen.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, zwischen mythischen Erzählungen und historischer Realität zu unterscheiden sowie Rom als Ergebnis eines ethnisch-kulturellen Schmelztiegels zu begreifen.
Welche wissenschaftliche Methode wird im Unterricht eingesetzt?
Der Entwurf integriert die „Think-Pair-Share“-Methode zur Differenzierung und arbeitet mit einem binnendifferenzierten Ansatz, um unterschiedliche Leistungsniveaus zu berücksichtigen.
Was wird im Hauptteil der Stunde behandelt?
Im Zentrum steht das gemeinsame Erarbeiten und der anschließende Vergleich von Arbeitsblättern zum Gründungsmythos und zur historischen Wirklichkeit sowie die Ergebnissicherung durch eine Bildanalyse und Zeitstrahlarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Zentrale Begriffe sind Gründungsmythos, Romulus und Remus, historische Wirklichkeit, Stadtgründung, Didaktik und interkulturelle Identitätsbildung.
Warum wird im Entwurf die römisch-kapitolanische Wölfin thematisiert?
Die Statue wird als visuelle Quelle für die Ergebnissicherung genutzt, um durch Beschreibung und Deutung den Übergang vom Mythos zur historischen Faktenprüfung zu vollziehen.
Welchen Stellenwert hat der "Zeitstrahl" in der Planung?
Der Zeitstrahl fungiert als strukturgebendes Element für die gesamte Unterrichtsreihe, um den Schülern eine visuelle Einordnung der chronologischen Abstände und geschichtlichen Ereignisse zu ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Unterrichtsentwurf zum Thema "753 - Rom kroch aus vielen Eiern. Rom und seine Anfänge" für die Sekundarstufe im Fach Geschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1553411