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Hauptsache kompliziert?! - Sprache im Fachjournalismus

Title: Hauptsache kompliziert?! - Sprache im Fachjournalismus

Term Paper , 2003 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Thomas Joppig (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Ohne die Silbe „Fach“ wäre das Wort „Fachzeitschrift“ nicht vollständig. Fachschriften tragen ihren Namen, weil sie sich ein Fachgebiet zum Thema machen. Diese Hausarbeit thematisiert das Thema Sprache im Fachjournalismus anhand von mehreren Beispielen aus Fachzeitschriften.

Die Auseinandersetzung mit diesem Thema sollte sich hier jedoch -salopp ausgedrückt- nicht mit der Feststellung „Hach, ist das alles kompliziert geschrieben“, begnügen. Anders gesagt: die Untersuchung von Syntax und Lexik ist in dieser Hausarbeit kein Selbstzweck. Denn es geht hier nicht darum, Satzbau und Wortwahl einzelner Fachzeitschriften auf einer grammatikalischen beziehungsweise linguistischen Mikroebene zu analysieren. Denn Sprache hat schließlich nicht nur individuelle Strukturen, sondern auch individuelle Inhalte. Um das Verhältnis zwischen Sprache und Fachzeitschrift besser zu verstehen, reicht das Zählen von Kommata und Nebensätzen folglich nicht aus. Vielmehr gilt es, Sprache als einen Teil des Gesamtsystems Fachjournalismus zu verstehen, sie in einem direkten Kontext mit Themen und Rezipienten fachjournalistischer Publikationen zu begreifen.

Sprache ist das elementarste Werkzeug des Journalismus. Wäre sie ein Tier, dann ein Chamäleon. Ihr Stil wechselt, meist mit Thema und Rezipientenkreis. Diese Wechselwirkung macht ihre Rolle im (Fach-)Journalismus so interessant. Zugleich ist es deshalb jedoch auch schwer, auf der sprachlich-stilistischen Ebene übereinstimmende Merkmale von Sprache in Fachzeitschriften zu finden. Denn im Zusammenspiel sprachlicher Nuancierungsmöglichkeiten und fachjournalistischer Themenvielfalt entsteht eine Fülle von individuellen Merkmalen einzelner Zeitschriften. Anders gesagt: die Sprache von „Bänder, Bleche, Rohre“ ist eine andere als die von „Tibia – Magazin für Holzbläser“.

Und doch gibt es bei vielen Zeitschriften eine wesentliche Gemeinsamkeit – und die liegt im Verwenden von Fachsprache. Sie ist in Publikationen aus den unterschiedlichsten Themenfeldern zu finden. Die Beschäftigung mit ihrer Bedeutung im Fachjournalismus bildet deshalb den wichtigsten inhaltlichen Schwerpunkt dieser Hausarbeit.

Die vorliegende Ausarbeitung ist der Versuch einer grundsätzlichen Bestandsaufnahme ohne missionarische Stoßrichtung. Eine einseitige Parteinahme für Fachjournalisten und ihren derzeitigen Sprachgebrauch ist deshalb nicht das Ziel, ein Plädoyer für einen allgemeinverständlichen Fachjournalismus ebenso wenig.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Sprache – das Chamäleon im fachlichen Blätterwald

2. Fachzeitschriften als Foren der Experten

3. Fachzeitschrift ist nicht gleich Fachzeitschrift: Nuancen der Komplexität

4. Die Wissensgemeinschaft und ihre Fachsprache: Fachjournalisten und Rezipienten

5. Satzstrukturen zwischen Schlagzeilenstil und Schachtelsatz

6. Kritischer Journalismus oder Hofberichterstattung? - Eine Frage des (Sprach-)Stils

7. Fazit: Fachzeitschriften und Fachfremde

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Sprache im Fachjournalismus, um das komplexe Verhältnis zwischen fachjournalistischer Publikation, deren Inhalten und den spezifischen Rezipientengruppen besser zu verstehen. Dabei steht die Analyse, wie fachspezifisches Wissen und fachsprachliche Strukturen die Kommunikation innerhalb von Expertenkreisen prägen, im Mittelpunkt.

  • Rolle und Funktion von Fachsprache in Fachzeitschriften
  • Einfluss von Syntax und Lexik auf die Verständlichkeit
  • Abgrenzung von Fachjournalismus zu General-Interest-Medien
  • Untersuchung von Sprachstilen hinsichtlich journalistischer Distanz

Auszug aus dem Buch

Die Wissensgemeinschaft und ihre Fachsprache: Fachjournalisten und Rezipienten

Was am Anfang schon mit der Beschreibung eng gefasster Leserkreise anklang, ist zugleich das wesentlichste Merkmal von Fachzeitschriften. Denn die fehlende Universalität dieses Genres ist zugleich seine spezifische Stärke. Für Fachjournalisten sind die Leser in der Regel keine anonyme Masse sondern eine fassbare, weil partikular interessierte Rezipientengruppe. Meist durch Beruf, Studium oder privates Interesse bedingt hat sich diese Gruppe ein Vor- und Fachwissen über ein bestimmtes Themengebiet angeeignet, das über das durchschnittliche Allgemeinwissen in diesem Bereich heraus ragt. Der Schlüssel zum Verständnis von Fachzeitschriften ist folglich das soeben erwähnte Fachwissen.

Dazu gehört auch das Verstehen von Abkürzungen oder Fachwörtern, deren Bedeutung für den Laien nicht ohne Erklärung zu verstehen ist. Schnell wird hier der Einfluss von Fachsprache deutlich: „Der Gebrauch einer Fachsprache ist sowohl von der Sache, dem Fachgebiet als auch vom Benutzerkreis, nämlich den auf diesem Gebiet berufsmäßig tätigen Menschen, den Fachleuten eingeschränkt“, resümiert der Sprachwissenschaftler Claus Gnutzmann. Der oben genannte „Fachwissen-Schlüssel“-Vergleich findet in der Definition von Johanna Lalouschek und Peter Nowak in den Bezeichnungen „Insider“ und „Outsider“ Parallelen: „Die Entstehung einer Fachsprache ist prinzipiell mit der Entwicklung, Differenzierung und Spezialisierung eines Fachgebiets verbunden. Innerhalb der wissenschaftlichen Einzeldisziplinen dient sie dazu, Erkenntnisse festzuhalten oder zu übermitteln und eine exakte und ökonomische Kommunikation unter den „Insidern“ eines Faches zu ermöglichen. Außerhalb dieses Bereichs erschwert der Gebrauch der Fachsprache die Verständigung, da die „Outsider“ die spezifischen Sprachmittel des Gegenstandbereiches nicht beherrschen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Sprache – das Chamäleon im fachlichen Blätterwald: Einführung in die Thematik der Sprachverwendung im Fachjournalismus und Festlegung des Untersuchungsrahmens jenseits rein linguistischer Mikroanalysen.

2. Fachzeitschriften als Foren der Experten: Definition von Fachzeitschriften in Abgrenzung zu General-Interest-Publikationen anhand von Kriterien wie Publizität, Aktualität und dem spezifischen Rezipientenkreis.

3. Fachzeitschrift ist nicht gleich Fachzeitschrift: Nuancen der Komplexität: Erörterung der unterschiedlichen Komplexitätsgrade von Fachpublikationen, basierend auf der notwendigen fachlichen Vorbildung der Leser.

4. Die Wissensgemeinschaft und ihre Fachsprache: Fachjournalisten und Rezipienten: Untersuchung der Rolle von Fachsprache als Instrument der ökonomischen und exakten Kommunikation innerhalb von Experten-Wissensgemeinschaften.

5. Satzstrukturen zwischen Schlagzeilenstil und Schachtelsatz: Analyse, wie Syntax und Satzbau – neben der Lexik – die Verständlichkeit von Fachjournalismus beeinflussen.

6. Kritischer Journalismus oder Hofberichterstattung? - Eine Frage des (Sprach-)Stils: Untersuchung der journalistischen Distanz anhand von Sprachstil und Wortwahl in verschiedenen Fachzeitschriften.

7. Fazit: Fachzeitschriften und Fachfremde: Zusammenfassende Bewertung der Rolle von Fachzeitschriften und deren Eignung zur Vermittlung von Wissen an fachfremde Interessierte.

Schlüsselwörter

Fachjournalismus, Fachzeitschriften, Fachsprache, Wissensgemeinschaft, Rezipienten, Syntax, Lexik, Journalistische Distanz, Komplexität, Spezialisierung, Insider, Outsider, Fachwissen, Publizität, Fachpublikum

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die sprachliche Gestaltung und stilistische Charakteristik von Fachzeitschriften und deren Funktion innerhalb des Fachjournalismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen das Verhältnis zwischen Fachsprache und Fachwissen, die Rolle der Rezipienten sowie die Frage, wie journalistische Distanz in Fachmedien gewahrt wird.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine Bestandsaufnahme der Sprache im Fachjournalismus, um zu verstehen, wie Fachpublikationen ihre spezifischen Zielgruppen erreichen und warum sie sich von allgemeinen Medien unterscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autor arbeitet primär mit einer medienwissenschaftlichen und linguistischen Analyse, die durch konkrete Textbeispiele und Vergleiche verschiedener Fachzeitschriften untermauert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Abstraktionsebenen von Fachsprachen, den Einfluss von Syntax und Wortwahl auf die Lesbarkeit sowie die journalistische Haltung gegenüber den jeweiligen Fachbranchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Fachjournalismus, Fachsprache, Wissensgemeinschaft, journalistische Distanz und Komplexität charakterisieren.

Welche Rolle spielt das „Fachwissen“ bei der Rezeption?

Das Fachwissen fungiert laut Arbeit als „Schlüssel“, der den Zugang zu den Inhalten ermöglicht; ohne dieses Vorwissen ist eine fachgerechte Erschließung der Texte für Laien kaum möglich.

Warum ist laut Autor die „Hofberichterstattung“ in Fachzeitschriften kein prinzipielles Kriterium?

Obwohl eine Tendenz zur wohlwollenden Berichterstattung in manchen Fachblättern erkennbar ist, zeigen Vergleiche (z. B. mit Touristik-Magazinen), dass auch eine distanzierte und kritische Berichterstattung in diesem Genre möglich ist.

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Details

Title
Hauptsache kompliziert?! - Sprache im Fachjournalismus
College
University of Applied Sciences Bremen  (Internationaler Studiengang Fachjournalistik)
Course
Medientheorie V
Grade
1,0
Author
Thomas Joppig (Author)
Publication Year
2003
Pages
21
Catalog Number
V15551
ISBN (eBook)
9783638206242
ISBN (Book)
9783638758338
Language
German
Tags
Hauptsache Sprache Fachjournalismus Medientheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Joppig (Author), 2003, Hauptsache kompliziert?! - Sprache im Fachjournalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15551
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