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Lesekompetenz und Geschlecht

Titel: Lesekompetenz und Geschlecht

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2003 , 28 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sarah Freund (Autor:in)

Pädagogik - Schulpädagogik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Einleitung


Schon seit mehreren Jahren steht das Schlagwort „Mädchenförderung“ für ein pädagogisches Programm, das in aller Munde ist. In der Schule und durch Freizeitangebote sollen Mädchen ihre spezifischen Kompetenzen erkennen und nutzen lernen sowie Selbstbewusstsein aufbauen. Schwächen sollen durch vielerlei pädagogische Maßnahmen kompensiert werden, Schulen bieten beispielsweise Computerkurse und Arbeitsgemeinschaften nur für Mädchen an. Doch stellt sich die Frage, ob Jungen nicht auch einer speziellen Förderung bedürfen. Werden ihre spezifischen Schwächen vielleicht zu wenig berücksichtigt? Die Ergebnisse der PISA- Studie zeigen neben vielen Stärken auch deutliche Schwächen der Jungen auf: Vor allem im Bereich Lesekompetenz gibt es dringenden Handlungsbedarf. Gibt es hier vielleicht die Notwendigkeit, eine spezielle Jungenförderung ins Leben zu rufen? In dieser Arbeit soll folgender Fragestellung nachgegangen werden: Wie lassen sich die in PISA festgestellten geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Lesekompetenz erklären? Anhand dieser Fragestellung wird am Ende dieser Arbeit eine Einschätzung abgegeben, ob eine spezielle Jungenförderung wirklich notwendig ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die inhaltliche Bedeutung von Lesekompetenz

3. Die Funktionen von Lesekompetenz

4. Internationale Ergebnisse der PISA-Studie zu Geschlechterunterschieden im Bereich der Lesekompetenz

5. Erklärungen für die unterschiedlichen Lesekompetenzleistungen von Jungen und Mädchen

5.1 Theoretische Erklärungsansätze zum Leseverhalten der Geschlechter

5.2 Lesegewohnheiten und motivationale Merkmale der Geschlechter

5.3 Lesesozialisation in der Familie

5.4 Lesesozialisation in der Schule

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Lesekompetenz, wie sie durch die PISA-Studie verdeutlicht wurden. Das primäre Ziel ist es, die Ursachen für das systematisch schlechtere Abschneiden von Jungen in diesem Bereich zu analysieren und kritisch zu hinterfragen, ob und wie eine spezifische Jungenförderung notwendig und sinnvoll ist.

  • Analyse der inhaltlichen Dimensionen und Funktionen von Lesekompetenz.
  • Darstellung der internationalen PISA-Ergebnisse bezüglich der Geschlechterdifferenzen.
  • Untersuchung von Erklärungsansätzen aus der Sozialisationsforschung (Familie und Schule).
  • Diskussion motivationaler Faktoren und geschlechtsspezifischer Lesegewohnheiten.

Auszug aus dem Buch

Die Funktionen von Lesekompetenz

In diesem Abschnitt steht die Frage im Mittelpunkt, ob und warum Lesen eine essentielle Bedeutung für den Menschen darstellt. In der Forschungsliteratur findet man viele Funktionen des Lesens, bei denen sich jedoch ein gemeinsamer Tenor bestimmen lässt: Leser befinden sich gegenüber Nicht- Lesern im Vorteil. So stellt Angela Fritz fest: „Der Leser wird in der Literatur als aufgeschlossen, weltzugewandt und aktiv beschrieben“ (1993, S.26). Außerdem verfügt er über eine „ausgeprägte psychische und soziale Mobilität, d.h. Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen und neuen Anforderungen“ (ebd.). Ulrich Saxer behauptet sogar, dass Lesen „eine elementare Voraussetzung für eine breitere Partizipation am sozialen Leben und an den kulturellen Gütern“ (1991, S.99) ermöglicht. Denn Medien sind ein Hilfsmittel um Kommunikationsprobleme zu lösen bzw. die Kommunikation zu erleichtern. Ohne einen immer dichter werdenden Medienverbund funktioniert unsere zivilisierte Gesellschaft nicht.

Auch Baumgärtner verweist darauf, dass Nichtleser starke Probleme in der Gesellschaft bekommen: Er „kann vor Gefahren nicht gewarnt werden, als Individuum am Geschehen der Welt nicht voll teilnehmen und seinen Lebensstandard durch die Benutzung der Kommunikationsmittel und anderer Informationen nicht wesentlich anheben“ (1974, S.137). Weiter weißt Saxer daraufhin, dass durch Lesen Kompetenzen erworben werden, die sich auch in anderen Bereichen als vorteilhalt erweisen. So sind „fleißige Leser auch verständigere Fernseher“ (1991, S.100), weil sie nicht nur passiv das Programm verfolgen, sondern ihm eigene Schlüsse, Kombinationen und Gedanken hinzufügen. Lesen ermöglicht also auch den kompetenten Umgang mit anderen Medien, es ist eine Grundvoraussetzung für den selbstbestimmten Gebrauch der sich immer schneller verändernden Medien.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Thema Mädchenförderung vs. Jungenförderung und Vorstellung der zentralen Fragestellung bezüglich PISA-Ergebnissen.

2. Die inhaltliche Bedeutung von Lesekompetenz: Begriffsdefinition von Lesekompetenz unter Einbezug historischer und fachwissenschaftlicher Literatur sowie PISA-Standards.

3. Die Funktionen von Lesekompetenz: Erörterung der gesellschaftlichen und persönlichen Relevanz des Lesens als Basiskompetenz und Kulturtechnik.

4. Internationale Ergebnisse der PISA-Studie zu Geschlechterunterschieden im Bereich der Lesekompetenz: Analyse der Leistungsdifferenzen zwischen Jungen und Mädchen anhand der PISA-Daten sowie Berücksichtigung von Schulform- und Textartunterschieden.

5. Erklärungen für die unterschiedlichen Lesekompetenzleistungen von Jungen und Mädchen: Multikausale Untersuchung der Hintergründe für Leistungsunterschiede durch theoretische Ansätze, Lesemotivation, Familie und Schule.

5.1 Theoretische Erklärungsansätze zum Leseverhalten der Geschlechter: Überblick über kulturhistorische, rollentheoretische und sozialisationstheoretische Erklärungsmodelle.

5.2 Lesegewohnheiten und motivationale Merkmale der Geschlechter: Untersuchung des Einflusses von Lesefreude und Interessen auf die Leseleistung.

5.3 Lesesozialisation in der Familie: Analyse des Einflusses des Elternhauses, des elterlichen Bildungsniveaus und der elterlichen Leseförderung.

5.4 Lesesozialisation in der Schule: Untersuchung des Einflusses des Unterrichts, des Wortschatzes und schulischer Förderung auf Jungen und Mädchen.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse mit Forderungen an Wissenschaft, Schule und Bildungspolitik.

Schlüsselwörter

Lesekompetenz, Geschlechterunterschiede, PISA-Studie, Lesesozialisation, Jungenförderung, Lesemotivation, Schule, Familie, Basiskompetenz, Lesegewohnheiten, Bildungsbenachteiligung, Leseförderung, Kulturtechnik, Schriftspracherwerb.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die durch die PISA-Studie belegten Leistungsunterschiede in der Lesekompetenz zwischen Jungen und Mädchen und hinterfragt pädagogische sowie gesellschaftliche Ursachen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Definition von Lesekompetenz, die Bedeutung von Lesesozialisation in Familie und Schule sowie die Analyse motivationaler und kognitiver Faktoren.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: Wie lassen sich die bei PISA festgestellten geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Lesekompetenz erklären und ist eine spezielle Jungenförderung notwendig?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die bestehende Studien (insbesondere PISA und Bertelsmann-Studien) sowie fachwissenschaftliche Literatur kritisch analysiert und zusammenführt.

Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert theoretische Erklärungsansätze für das Leseverhalten und betrachtet detailliert den Einfluss von Familie und Schule auf die Entwicklung der Lesekompetenz.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Lesekompetenz, Geschlechterdifferenzen, PISA, Lesesozialisation und Lesemotivation.

Welche Rolle spielt die Familie laut der Analyse?

Die Familie fungiert als primäre Sozialisationsinstanz; das elterliche Bildungsniveau und das Leseinteresse der Mutter haben einen erheblichen Einfluss auf die Lesekompetenz des Kindes.

Warum wird der "Lieblingswortschatz" als Beispiel angeführt?

Das Beispiel verdeutlicht, dass Unterrichtsmaterialien oft eher den Interessen von Mädchen entsprechen, was Jungen in der Schule zusätzlich demotivieren kann.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lesekompetenz und Geschlecht
Hochschule
Universität Bielefeld  (FB Pädagogik)
Veranstaltung
Seminar: Erfolgreiches Lehren und Lernen in schüleraktiven Unterrichtsformen
Note
1,0
Autor
Sarah Freund (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
28
Katalognummer
V15572
ISBN (eBook)
9783638206419
ISBN (Buch)
9783638726597
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lesekompetenz Geschlecht Seminar Erfolgreiches Lehren Lernen Unterrichtsformen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Freund (Autor:in), 2003, Lesekompetenz und Geschlecht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15572
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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