Der Hund im Hoch- und Spätmittelalter

Status, Prestige, Symbolik


Examensarbeit, 2009

71 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

Danksagung

Einleitung: Der Hund als Objekt der historischen Forschung

I. Die Realgeschichte des Hundes
a. Von den Anfängen bis in das römische Kaiserreich und die außerrömische Welt
1. Vor- und Frühgeschichte
2. Die frühen Hochkulturen
3. Griechische Antike
4. Römische Antike
5. Die außerrömische Welt der Antike
b. Frühmittelalter
c. Hoch- und Spätmittelalter
1. Jagdhunde
3. Schoßhunde
4. Halterlose Hunde

II. Die Symbolik des Hundes in Kultur des Mittelalters
a. Hunde in der Literatur
1. Literatur der Antike
2. Der höfische Roman
a. Gottfrieds von Straßburg „Tristan“
ß. Wirnts von Grafenberg „Wigalois“
Y. Hademars von Laber „Die Jagd“
3. Kurzprosa, Fabeln und Märchen
b. Hunde in der Religion
1. Polytheistische Religionen
2. Monotheistische Religion
a. Die jüdisch-christliche Tradition
ß. Islamische Tradition
Y. Christliche Heiligenviten und theologische Texte
c. Hunde im mittelalterlichen Rechtssystem
1. Das Hundetragen
2. Vergeltung für Vergehen am Hund
3. Das Mithängen von Hunden

III. Die Symbolische Bedeutung des Hundes im Mittelalter - Versuch einer Auswertung
a. Die allgemeine symbolische Bedeutung der Hunde - Ein Überblick
1. Der Jagdhund
b. Der Wachhund
c. Der Schoßhund
d. Der herrenlose Hund

IV. Fazit und Zusammenfassung

Literatur

Quellen:

Sekundärliteratur:

Monographien und Sammelbände:

Aufsätze:

Internet:

Register

Danksagung

Die hier vorliegende Arbeit wurde im November 2008 als Examensarbeit an der Bergischen Universität Wuppertal (BUW) eingereicht und akzeptiert. Vor der Drucklegung wurde sie noch überarbeitet, durchgesehen und um einige Punkte ergänzt, weicht aber von den inhaltlichen Erkenntnissen nicht ab.

Dass sie nun als Buch vorliegt, verdankt sie vor allem Herrn Prof. Dr. Eckhard Freise (Wuppertal), der mit mir zusammen das Thema ersann und es für eine Examensarbeit akzeptierte, sowie Prof. Dr. Gerrit Walther (Wuppertal), der wertvolle Literaturhinweise gab und als Zweiprüfer zur Verfügung stand. Daneben bin ich zu Dank für Literaturhinweise Frau Prof. Dr. Elisabeth Stein (Wuppertal), Herrn Prof. Dr. Orth (Wuppertal), Herrn Prof. Dr. Johann Schäffer (Hannover), Herrn Prof. Dr. Franz Fuchs (Würzburg), und Herrn Anton Schoberwalter (Marienberg) verpflichtet. Für die Nachbearbeitungen und Ergänzungen erhielt ich direkte oder indirekte Hilfe von Frau Prof. Dr. Ursula Kocher (Wuppertal) und Prof. Dr. Sabine Obermeier (Mainz). Dafür sei Ihnen herzlich gedankt. Ein Dankeschön gilt auch Frau Jun.-Prof. Dr. Sabine Mangold (Wuppertal) für die Aufnahme eines Vortrags zum Thema in die Vortragsreihe des historischen Kolloquiums innerhalb des Historischen Seminars an der BUW.

Eine solche Arbeit entsteht aber nicht nur durch fachliche Hilfe, sondern auch durch moralische Unterstützung. Auch diesen Helfern sei hier gedankt, namentlich bei Frau Angelika Roos (Wuppertal), die immer Neues aus dem Mittelalter wissen wollte, bevor die Hundeschule los ging, bei Herrn Daniel Klausz (Köln), für endlose Diskussion und logischen Widerspruch beim gemeinsamen Spaziergang, bei Herrn Gerrit Petrowski und seiner Frau Lindsay (beide Oldenburg), dafür dass sie nicht auflegten, wenn ich die sehr kurze Zeit zum Telefonieren dazu nutze, sie über neue Erkenntnisse aus dem Reich der Hunde zu nerven, Frau Linda Vollmann (Solingen), dafür, dass sie mich dazu brachte, auch über anderes zu sprechen, und schließlich auch bei Herrn John Lentzsch (Wuppertal), der sich bereit erklärte die Korrekturlesung zu übernehmen und immer auch eine Kopie für mich dabei hatte, mit Quellen zur angelsächsischen Kulturgeschichte des Hundes.

Am Ende natürlich auch meiner Familie. Allen voran meiner Schwester Yvonne, die wirklich alles, was ich über Hunde lass, von mir rezitiert bekam, und schließlich bei meinen Eltern Dorothee und Wolfgang, die nicht bei jedem Fluch, Jubel oder sonst irgendeinem Geräusch aufgeschreckt störten und wissen wollten, was los sei und die Entschuldigung „Ich schreibe gerade“ bereitwillig akzeptierten, wenn ich mal wieder nicht helfen konnte oder sonst keine Zeit hatte.

Hinzu kommen die vielen Menschen, die mir während Zugfahrten, gemeinsamen Essen und Spaziergängen zuhörten, widersprachen, Fragen stellten und so meine Perspektive erweiterten. Auch Ihnen sie hier auf herzlichste gedankt.

Einleitung: Der Hund als Objekt der historischen Forschung

Marion Schwartz stellt am Anfang ihrer Monografie „A History of Dogs in the Early Americas“ fest, sie besitze keinen Hund1. Ihrem Beispiel sei gefolgt. Der Verfasser dieser Arbeit hingegen ist Hundebesitzer und nennt sogar zwei dieser Tiere sein Eigen. Daher kennt er aus eigener Erfahrung und aus Gesprächen mit anderen Hundeeignern Probleme und Freuden, die mit diesen Tieren einhergehen.

Schon beim Kauf eines Hundes fragt man sich unweigerlich, warum man das tut. Grob überspitzt hat so ein Tier ja keinerlei Funktion. In Zeiten von Alarmanlagen und Sicherheitsagenturen, braucht man keinen Wachhund, im Gegenteil stört das Bellen meistens, nicht nur einen selbst sondern besonders Nachbarn. Dem Landwirt und dem Schäfer werden diese Tiere ja durchaus von Nutzen sein, aber in der Stadt sind sie dieses Nutzens scheinbar beraubt. Selbiges gilt auch für die Funktion als Jagdhund. Stadtbewohner jagen nicht mehr, höchstens zu ihrem persönlichen Vergnügen. Diesen Menschen sei ein Hund zugestanden, doch wofür braucht der Teil der städtischen Bevölkerung einen Hund, der nicht jagt?

Der Hund birgt keinerlei Nutzen für den typischen Bewohner einer Stadt. Daneben ist der Besitz eines Hundes sogar eher mit Nachteilen verbunden. Neben der Bezahlung der Ware Hund kommt generell eine kommunale Abgabe hinzu2, die jährlich bezahlt werden muss. Hinzu kommen die Ausgaben für Futter und Spielzeug. Zahlen muss man auch für Versicherungsprämien und Behandlungen durch Veterinäre.

Neben der finanziellen Belastung trägt zudem noch der zeitliche Aufwand. Ein Hund will beschäftigt werden, muss mehrmals am Tag hinaus und kann bei Krankheit und später im Alter seinen Besitzer sogar nachts dazu zwingen. Erziehung und sportliche Aktivitäten schlagen nicht nur finanziell sondern auch zeitlich zu Buche.

Trotzdem ist der Hund weiterhin das zweitbeliebteste Haustier der Deutschen. Im Jahr 2007 waren 13, 4 Prozent der deutschen Haushalte in Besitz eines Hundes3. Es darf also die Frage erlaubt sein, warum dem so ist. Objektivität lässt sich dabei kaum von einem Hundebesitzer erwarten. Abgesehen von Allgemeinplätzen, über den Grad der Niedlichkeit eines Hundes oder den Grad seiner Stärke, wird man kaum etwas hören. Das liegt aber wohl an der Tatsache, dass der Besitz eines Hundes, wenn es sich dabei nicht um therapeutische Gründe handelt, kaum rational nachvollziehbar ist.

Es muss also einer andere Triebfeder hinter dem Hundebesitz bedürfen als der des Zwecks. Einen Hund zu besitzen, muss anderen Gesetzen folgen als den in unserer Gegenwart alltäglichen wirtschaftlichen Zwecken. Es muss einen Sinn neben dem rational Erklärbaren geben. Ein Ansatz diesen anderen Sinn auszumachen, liegt darin sich den Tieren und deren Beziehung zu dem Mensch zu nähern.

Dieser Weg jedoch ist bisher wenig beschritten worden. Die Geschichte dieses Tieres wurde eher immer in zoologischen und evolutionsbiologischen aber auch jagdhistorischen Studien betrachtet. Dies bezeugen die Hinweise auf weiterführende Literatur zum Thema „Hund“ im Lexikon des Mittelalters4. Wie jung die Behandlung der Geschichte der Tiere generell innerhalb der Geschichtswissenschaft ist, erläutert auch Paravincini5. Er zeigt auf, dass diese Richtung der Alltags- und Kulturgeschichte französische Wurzeln hat. Erst am Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts begann man sich mit der Geschichte der Tiere zu beschäftigen. Dabei wurde allerdings meistens immer ein weiter Bogen gezogen und das Tier in seiner Ganzheit betrachtet, über alle Artengrenzen hinaus6.

Studien zu einzelnen Tierarten wiederum beschäftigen sich mit dem Wandel dieses Tiers in der Geschichte der Menschheit und beginnen mit der Vorgeschichte und enden dann in der heutigen Zeit7. Viele dieser Darstellungen sind dann auch eher populärwissenschaftlicher Art8. Einzelne Tierarten in einer Epoche finden sich lediglich in Aufsätzen, in denen dem Tier als solchem zwar eine besondere Bedeutung beigemessen wird, es allerdings nicht über die ihm vom Menschen zugewiesene Rolle hinauskommt und ohne das Tier selber als Forschungsobjekt in den Mittelpunkt zustellen9.

Interessant ist die Quellenlage. Obwohl Althistoriker immer wieder beteuern, wie schlecht diese in ihrem Metier sei, scheint, was den Bereich der Hundegeschichtsschreibung in der Altertumswissenschaft angeht, ein großes Wissen erkennbar. Über archaische und klassische Zeiten hinweg bis hin zur Spätantike finden sich vor allem in den Gesamtdarstellungen immer wieder Verweise auf die antike Tradition. Mit dem Beginn der Neuzeit folgt dann in den meisten Fällen eine große Detailkenntnis der Geschichte. Allein das Mittelalter scheint immer nur sehr marginal behandelt zu werden10.

Es scheint daher an der Zeit, das Mittelalter im Bezug auf Hunde genauer zu untersuchen und die Erkenntnisse der verschiedenen Forschungen, zusammenzutragen. Dabei darf auch ein Blick auf bisher unbeachtete Quellen nicht fehlen.

Warum sollte man sich denn überhaupt mit dem Hund oder irgendeinem anderen Tier auseinandersetzten? Was ist eigentlich das Wichtige an einer Geschichte der Tiere? Dies soll kurz an der Geschichte des Hundes erläutern werden.

Erhard Oeser schrieb im Jahre 2001 einen Aufsatz, der den provozierenden Titel trug „Der Anteil des Hundes an der Menschwerdung des Affen“11. Er geht darin von den äußerst egoistischen und bösartigen Handlungen der Menschenaffen aus. Wenn diese, die nächsten Verwandten des Menschen, sich so antisozial verhalten, stellt er die Frage, wie der Mensch denn nun zu seinem sozialen Verhalten und seinen ethischen Grundsätzen kommt. Oesers Antwort darauf scheint in erster Linie kontrovers zu sein. Er attestiert der Koevolution von Hund und Mensch einen entscheidenden Anteil daran, weil eben der Mensch ohne den Jagdgenossen niemals gelernt hätte, wie wichtig eine soziale Ordnung ist, um das Überleben zu sichern. So unglaubwürdig Oesers Ansatz auch klingen mag, spiegelt sich doch diese Sehnsucht nach der Menschlichkeit des Hundes in Aussprüchen wieder, wie etwa in dem Friedrich dem Großen zugeschriebenem Bonmot, Hunde hätten alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne deren Fehler zu haben12. Der Hund scheint also tatsächlich in den Augen vieler Menschen mehr Menschlichkeit zu besitzen als der Mensch selbst. Allein dieser Vermenschlichung des Hundes lohnt einer nicht nur soziologischen oder psychologischen sondern auch historischen Betrachtung.

Ein weiteres Argument sich mit der Geschichte des Hundes zu befassen ist das Näherbringen der Kulturtechnik des Züchtens und der Domestikation. Der Hund ist wohl nicht nur das älteste Haustier des Menschen13, sondern auch das einzige Tier, das es ohne Eingriff des Menschen nie gegeben hätte14. Damit wäre ein wesentlicher Eingriff in die Natur durch den Menschen gemacht worden, der zu einer Änderung im Verhalten der Tiere führte und so sogar deren Evolutionbeeinflusste. Für den Bereich der Umweltgeschichte, die in Zeiten von Klimawandel und seinen Kontroversen immer wichtiger wird, ist somit auch eine Geschichte der Hunde bzw. der Tiere generell von Bedeutung15. Entwicklung der Menschheit und auch Umweltgeschichte aber sind nur am Rande Thema dieser Arbeit. Das hat vor allem den Grund, dass beide Vorgänge in der Frühgeschichte des Menschen stattfanden.

Diese Arbeit aber befasst sich mit dem Mittelalter. Es geht um die Beziehung von Hund und Mensch. Wie so vieles innerhalb der Menschheitsgeschichte unterliegt auch die Beziehung zwischen Mensch und Hund dem Wandel. Der heutige Mensch hat ein anderes Verständnis vom Hund als der Mensch des Mittelalters.

Ziel dieser Arbeit soll sein, das Verhältnis des mittelalterlichen Menschen zum Hund deutlich zu machen. Es muss geklärt werden, ob der Facettenreichtum, den die Symbolik des Hundes ausmacht, sich tatsächlich auf den Hund im Allgemeinen bezieht, oder ob man Abstriche machen muss, je nachdem welche Art von Hund man vor sich hat. Darin scheint in meinen Augen die Antwort auf die in der Forschungsliteratur zu findende Verwunderung auf die sich widersprechende Symbolik des Hundes zu liegen. Auch dazu wird in dieser Arbeit eingegangen werden16.

Um die Abgrenzung der mittelalterlichen Gesellschaft von den vorherigen Zeiten zu verdeutlichen, aber auch um das Erbe zu beleuchten, auf das diese Menschen geblickt haben, ist der erste Teil der Arbeit dem realhistorischen Überblick geschuldet, der sich von der Vor- und Frühgeschichte über Ägypten und Mesopotamien bis hin zur römischen und germanisch-keltischen Zeit zieht und dann nahtlos Früh- sowie Hoch-und Spätmittelalter miteinbezieht. Im zweiten Teil wird kulturhistorisch auf den Hund geblickt. Literatur, Religion und Rechtspraktiken werden nach Symbolik untersucht und erste Analyseversuche unternommen, um dann schließlich im dritten Teil der Arbeit die Symbolik der einzelnen Hunde zu beleuchten und wird auch nach der Hundehaltung eingeteilt sein. Zusammengefasst werden die Ergebnisse dieser Arbeit schließlich am Ende im letzten Teil.

I. Die Realgeschichte des Hundes

Unter „Realgeschichte“ soll zunächst auf das eingegangen werden, was gemeinhin als „Wirklichkeit“ bezeichnet wird. „Wie war es nun wirklich?“, ist eine Frage, die man oft hören kann. Da Geschichte aber immer nur eine Rekonstruktion dessen sein kann, was wir aus Hinterlassenschaften deuten, muss man diese Hinterlassenschaften auswählen. Im folgenden Kapitel geht es daher um Knochenfunde, Grabsteine, Inschriften, Geschichtsschreibung und andere Arbeiten, denen kein unmittelbarer fiktiver Charakter zugesprochen werden kann.

a. Von den Anfängen bis in das römische Kaiserreich und die außerrömische Welt

Ohne Zweifel ist der Hund das älteste Haustier der Menschen17. Zusätzlich stellt seine Domestikation einen Sonderfall dar, weil sie nicht dazu diente, den Hund als Nahrungs- oder Kleidungsquelle zu nutzen, sondern der Hund Hilfe und Unterstützung sein sollte, um den Menschen in den Besitz dieses Materials zu bringen18. Darüber hinaus entwickelte sich ein enges Verhältnis, dass nicht nur das Mittelalter prägte. Es scheint daher ratsam in einem weit zurückführenden Abschnitt das europäische Verhältnis zwischen Hund und Mensch näher zu beleuchten.

1. Vor- und Frühgeschichte

Die Domestikation des Wolfs führte zur Erschaffung des Hundes19. Diese scheinbar zur Allgemeinbildung gehörige Feststellung ist bis vor wenigen Jahren noch nicht allzu klar gewesen und wird auch noch heute durchaus angezweifelt20. Folgt man dieser Richtung, die in den fünfziger Jahren unter anderem auch von Konrad Lorenz vertreten wurde21, stammt der Hund nicht vom Wolf ab, sondern eher vom Schakal. Auch im Standardwerk zur Geschichte der Haustiere von Frederick Zeuner, kann gelesen werden22, dass der Hund sowohl vom Schakal als auch vom Wolf abstammen könne. Heute allerdings gilt durch Genanalysen als bewiesen, dass der Wolf der Vorfahr des Hundes ist23.

Was aber macht den Wolf für den Menschen zu einem Tier, das als Haustier gehalten werden konnte? Eine allgemein akzeptierte Theorie, die in der Forschungsliteratur von den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit rezipiert wird, ist die Vermutung, dass Wolf und Mensch die gleiche Art der Jagd aufwiesen24. Sowohl Wolf als auch Mensch waren bei ihrer Suche nach Nahrung der potenziellen Beute körperlich, etwa in Kraft oder Geschwindigkeit, unterlegen. Das zwang beide zur Kooperation mit anderen Wölfen bzw. Menschen25. Dem Menschen ist diese Symmetrie im Jagdverhalten jedoch nicht sofort aufgefallen, belegen archäologische Funde doch, dass der Mensch zunächst auch den Wolf jagte, um diesen als Nahrung zu nutzen. So zeigen Knochenfunde aus dem chinesischen Ort Choukoutien bei Peking, dass der Wolf vor 500.000 Jahren durchaus noch zur Jagdbeute des Menschen gehörte, wie sich an Hand von Bissspuren auf den Knochen nachweisen lassen konnte26. Das gleiche Verhalten des Wolfs bei der Jagd scheint im Menschen dafür gesorgt zu haben, dass er schließlich Wolf und Mensch als gleichrangig und geistesverwandt ansah.

Für das Zeitalter des Jungpaläolithikums (40.000 - 13.000 v. Chr.) kann nachgewiesen werden, dass eine Zähmung des Wolfes stattgefunden hat27. Eine neuere Untersuchung hat sogar bereits dezidiert nachgewiesen, dass Hunde in Mitteleuropa für diesen Zeitraum existierten. An Hand eines Kieferknochen konnte belegt werden, dass es sich um einen Hund gehandelt haben muss28. In Israel wurde ein 12.000 Jahre altes Grab untersucht. Der Bestatteten wurde auch ein Hund mit ins Grab gegeben. Auf Grund des Alters des Hundes, das auf nur wenige Monate geschätzt wird, ist nicht klar, ob es sich überhaupt ein domestiziertes Tier handelt, doch die Geste - die Bestatte hält den Hund im Arm 29 - und auch die oben angeführte Untersuchung lässt dies vermuten. Ältere Literatur erwähnt zudem Knochenfunde aus der nordamerikanischen Jaguar Cave im Bundesstaat Idaho30, wonach auch diese Knochen 10.000 Jahre alt sein sollen. Schwartz aber erwähnt, dass durch eine im Jahre 1987 stattgefundene Radiokarbonanalyse das Alter auf 3500 Jahre zurückdatiert werden musste31. Auffallend an diesen Hunden jedoch ist die Tatsache, dass es wesentliche Größenunterschiede zwischen den Knochen der ausgewachsenen Tiere gibt. Zwei Hundearten konnten so ausgemacht werden32. Neben dem erwähnten Hundefund sind auch in Europa weitere Gräber belegt. So ist ein Grab, dass um 12.000 v. Chr. datiert wird, bei Bonn gefunden worden33.

In dem Zeitraum zwischen 500.000 und 12.000 Jahren vor unsere Zeitrechnung muss die Domestikation des Hundes stattgefunden haben, ein Ereignis, dass Lorenz als „Epoche machend“ bezeichnete34. Zwei Theorien probieren dieses Ereignis zu erklären. Die erste Theorie geht davon aus, dass der Wolf auf der Suche nach Nahrung dem Abfall produzierenden Menschen folgte und sich so im Laufe der Zeit allmähliche selbst domestizierte35. Die zweite Theorie hingegen, geht von einem gezielten Akt des Menschen aus, der sich Welpen des Wolfs, vielleicht sogar die Jungen einer erlegten Wölfin, ergriff, sie nicht tötete, sondern sie mitnahm, und sich so diese Beziehung entwickelte36.

Nach der Neolithischen Revolution wurde auch bald die Zucht von Tieren erprobt und damit auch die des Hundes, was durch Funde von Hundeknochen verschiedener Größe bestätigt wird37. Erste historisch belegte, systematische Zucht jedoch kann erst in den frühen Hochkulturen nachgewiesen werden38.

2. Die frühen Hochkulturen

Erste Abbildungen von Hunden, die ohne Zweifel zur selben Art gehören, aber unterschiedlichen Rassen zugeordnet werden und sich dem Aussehen nach vom Wolf unterscheiden, finden sich im Alten Ägypten, so zum Beispiel auf einer Stele des Pharaos Antef aus der elften Dynastie (2020 - 1976 v. Chr.).39 Diese auf dem Friedhof El Taraf gefundene Stele zeigt deutlich drei Hunde. Im Gegensatz zum Wolf sind ihre Darstellungen dadurch abgegrenzt, dass ihnen eine wesentlich schlankere Figur zugesprochen wird und sie durch ein kurzes, glattes Fell auffallen40. Hinzu kommen Unterschiede zwischen den einzelnen Hunden, deren Namen überliefert sind41, die darauf schließen lassen, dass es zwei unterschiedliche Rassen waren42. Ganz andere Hunde etwa finden sich in einem Grab aus Mereruka aus der sechsten Dynastie. Dort sind die Hunde mit Ringelschwanz dargestellt, was wiederum eine andere Hunderasse anzeigt43.

Die Tatsache, dass die Hunde namentlich auf der Grabstele des Pharaos bzw. auf dem Grab von Chnumhoteps II.44 genannt werden, zeigt wohl die Wichtigkeit, die diese Hunde für ihren Halter besessen haben. Auch in der Grabkammer des Pharaos Tutenchamun (1347 - 1337 v. Chr.) fand sich ein ein goldener Fächer, der eine Jagdszene darstellt, zu der auch ein Hund gehört45, der den Pharao als großen Jäger ausmacht. Auch die bereits erwähnten Hunde Pharaos Antefs können auf Grund der Darstellung und ihrer Namen, so trägt einer den Namen Gazelle, was wohl auf seine Schnelligkeit hinweist, als Jagdhunde identifiziert werden46.

Das Ägyptologische Museum der Universität Bonn zeigt in einer Vitrine mehrere Hundemumien47. Diese Mumien sind oft weniger als fünfzig Zentimeter groß, was als Hinweis darauf gelten kann, dass in dieser Zeit die Züchtung von Hunden bereits ein übliches Kulturgut war. Größe, Farbe und (Jagd-)Fähigkeiten wurden vornehmlich gezüchtet48. Daneben zeigt sich allerdings auch die besondere Bedeutung die Hunden aber auch Katzen, Ibissen und anderen Tieren zuteil wurde. Neben den Bestattungen der Tiere als Mumien im Grab eines Menschen wurden ihnen auch ganze Grabanlagen errichtete, wie etwa die in Saqqara49. Nicht nur der Tod, sondern auch Geburt und Aufzucht waren den Ägyptern wichtig. Für diese Aufgabe war für den Hund ein Ort mit Namen Kynopolis eingerichtet worden50.

Nicht nur Ägypter waren mit dem Züchten und Halten von Hunden vertraut. Das British Museum in London zeigt ein Relief aus dem assyrischen Palast in Ninive aus der Mitte des 7. Jahrhunderts51. Darauf zu finden sind zwei die Zähne fletschende Hunde. Deutlich kann man ihre deutlich kürzeren Schnauzen und ihre bis an die Oberschenkel der Hundeführer reichende Höhe erkennen. Neben diesen Zuchtmerkmalen, kann man an diesem Bild auch Merkmale der Hundehaltung entdecken. So sind die Hunde muskulös und haben kein Übergewicht52. Das lässt auf eine ordentliche Ernährung und viel Bewegung schließen, die sie im Königspalast erhalten haben. Dieses wiederum war kostspielig und zeitintensiv. Das Bild, das einer ganzer Jagdszene entnommen worden ist, soll nicht nur das Jagdgeschick des Königs verdeutlichen, sondern auch seine Pracht und Macht ausdrücken. Dazu gehören wohl auch die Hunde, die er abbilden ließ.

Die Schulter eines anderen Hundes auf einer Terrakotta-Tafel reicht bis an die Taille des Führers heran, sein Kopf ist doppelt so groß wie der des Menschen neben ihn. Auf Grund seiner Masse scheint er weniger zur Jagd geeignet, als zum Kampf. Diese aus Indien stammenden Hunde waren Hunde, die im Krieg genutzt wurden53. Drei Hundefiguren zeigen denselben Typ Hund, allerdingsmit einer Mähne54, die den Hund wohl einem Löwen gleich aussehen lassen will, was das Prestige des Hundes eventuell erhöht haben mag.

3. Griechische Antike

Wesentlich präziser werden die Erkenntnisse sobald die Quellen aus der griechischen Antike in Betracht gezogen werden. Aristoteles etwa beschäftigte sich in seiner „Tierkunde“ im sechsten Buch mit dem Hund55. Seinem Text kann man wesentliche Einzelheiten über die Natur des Hundes entnehmen. So schreibt er von unterschiedlichen Tragezeiten56, beginnender Geschlechtsreife57 und wie lange eine Hündin in der Lage säugen zu lassen58. Während der Teil über Fortpflanzung den größten Teil einnimmt, geht Aristoteles in einem wesentlich kürzeren Absatz auf das Alter von Hunden ein, die bis zwanzig Jahre alt werden können, und erwähnt auch den Zahnwechsel, dem ein Hund als Welpe anheim fällt. Zwei Bücher weiter erwähnt er Tollwut, Staupe und Fußgicht, die Hunde befallen können. Die Tollwut sei dabei das gefährlichste, weil der Hund sie verbreiten könnte, die beiden anderen verliefen in der Regel tödlich, wobei einige die Fußgicht auch überleben könnten59.

Er unterscheidet zwischen verschiedenen Arten von Hunden60, die sich bei ihm nicht durch Funktionen unterschieden, sondern durch unterschiedliche Biologie. So kann er von den von ihm wohl ausgiebig beobachteten Lakonischen Hunden feststellen, dass Hündinnen dieser Art länger tragen als Hunde anderer Art. Eine Artenvielfalt der Hunde ist daher auch für das antike Griechenland anzunehmen.

Xenophon geht in seiner Schrift „Kynegetikos“ (wörtlich: „Hundeführer“) auf Hunde ein61. Allein in dieser Bezeichnung ist bereits einiges über das Verhältnis der Griechen zum Hund gesagt. Wer auf die Jagd ging, der brauchte einen Hund, der ihm bei dieser Aufgabe half. Xenophons Ausführungen betreffen dann auch vor allem die Haltung des Hundes62. Er gibt Anleitung für den richtigen Erwerb von Leinen und macht darauf aufmerksam, wie man erkennt, wann der Hund erkrankt. Auch Befehle, die der Jäger dem Hund zu geben hat, erwähnt er63. Xenophon geht wie auch Aristoteles auf die Fortpflanzung und Aufzucht der Tiere ein. Dem folgt dann ein Katalog mit Hundenamen, die alle das Kriterium der Kürze erfüllen64.

Abgesehen von diesen protonaturwissenschaftlichen bzw. Praxis bezogenen Werken kann auch die griechische Geschichtsschreibung von Hunden erzählen. Neben den Molossern, die wohl eine Weiterentwicklung der oben genannten mesopotamischen Hunde sind, die durch die Perserkriege nach Griechenland kamen und Alexander den Großen nach Indien begleiteten65, gibt es sogar einige namentlich bekannte Hunde. Dazu zählen etwa der Hund Soter, der als einziger Hund die Verteidigung der Festung Akrokorinths überlebte und dafür eine lebenslange Rente bezog, so wie Alkibiades, der ein teurer Luxusartikel war und in ganz Athen für Gesprächsstoff sorgte66.

Am Alexanderfeldzug und der Verteidigung Akrokorinths lässt sich auch eine weitere wichtige Funktion des Hundes erkennen. Von Persien aus wurden die jagenden Hunde nämlich zu den kämpfenden und kriegsführenden Hunden gezüchtet und umerzogen67. Diese Tradition wurde bis nach Griechenland hinein getragen und dadurch wohl zum guten Brauch in der späteren Kriegskunst. Wenn diese Hunde nicht im Krieg eingesetzt wurden, so wurden sie zum Kampf benötigt, mit ihres gleichen, aber auch mit Elefanten, Löwen und anderen Tieren68. Das aber war nach der Zeit der Griechen und trug sich in den Arenen des Römischen Reiches zu.

4. Römische Antike

Während die Griechen als besondere Liebhaber der Jagd mit Hunden69 galten und sich ein Großteil der Kulturgüter den Hund betreffend um dieses Jagen dreht, so scheint der Hund bei den Römern zum Luxusgut geworden zu sein, das keine Aufgabe hatte, aber geliebt wurde. So ist im British Museum eine 65 cm hohe Statue aus weißem Marmor zu sehen, die zwei Hunde darstellt70. Beide gehören zur selben Art und können ohne Zweifel als Windhunde identifiziert werden.

Diese Darstellung stammt wohl aus dem ersten oder zweiten Jahrhundert nach Christus und zeigt deutlich, wie es um den Hund in der Kunst der Römer gestellt war. Der Hund ist zum Kunstobjekt geworden und symbolisiert damit zum einen den eigenen Status, aber auch den des Besitzers der fein gearbeiteten Statue, die in einer Prachtvilla nahe Rom gefunden wurde71.

Zweifellos kann an Hand der Statue bereits festgemacht werden, dass die Hunde in römischer Zeit einen anderen Stellenwert hatten als in früherer Zeit. Während die Griechen als besondere Liebhaber der Jagd mit Hunden72 galten und sich ein Großteil der Kulturgüter den Hund betreffend um dieses Jagen drehen, so scheint der Hund bei den Römern zum Luxusgut geworden zu sein, das keine Aufgabe hatte, aber geliebt wurde. Erneut im British Museum ist ein Grabstein zu finden, auf dem der Hund Margaritha in Versen gewürdigt wird73. Diese sei in Gallien geboren und als Jagdhund ausgebildet worden, habe ihr Leben als Schoßhund verlebt, niemals jagen müssen und sei schließlich an den Folgen einer Geburt gestorben74. Auch andere Hundegrabsteine mit Inschriften sind überliefert. So gibt es auch eine Inschrift für das Hündlein Theia, nach dem sich jammernd gesehnt wird75.

Der Hund mag als Luxusgut in Rom viel Beachtung erhalten haben, trotzdem war sein Dasein nicht völlig ohne Nutzen. Ein in Pompeji aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. stammendes Mosaik zeigt einen völlig anders gearteten Hund als die beiden Marmorjagdhunde. Sein Fell ist nicht glatt und angelegt, unter ihm steht „Cave Canem“ geschrieben. Dieser Warnung folgend ist der Hund angelegt. Mehrere solcher Mosaike sind überliefert, von denen die meisten nichts mit Kunst, sondern mit normaler Arbeit eines Handwerkes zu tun haben76 und quasi zu einem Alltagsgegenstand wurden, die die Funktion hatten, vor dem Hund zu warnen. Der Hund hatte also die Funktion des Wächters.

Marcus Terentius Varro beschreibt in seinem Werk „De re rustica“ an zwei Stellen den Hund. Zunächst findet sich eine relativ kurze Beschreibung darüber, wie viele Hunde man wie zu halten hat. Varro rät zu gefährlich aussehenden Hunden, die tagsüber eingeschlossen zu schlafen haben, damit sie des Nachts wachen können77. Später sagt er, dass es zunächst zwei Arten von Hunden gibt, die, mit denen man jagt und diejenigen, die wachen78. Folgt man Varros Vorstellung vom Aussehen des Wachhundes, so muss dieser einen großen Kopf mit Schlappohren haben, einen kräftigen Nacken und große Knochen. Das Fell sollte möglichst weiß sein, damit sie in der Dunkelheit nach Löwen aussehen79. Überhaupt legt Varro großen Wert auf ein abschreckendes Aussehen des Hundes, ohne auf Charaktereigenschaften einzugehen, führt aber Geschichten an, die die Treue des Hundes im Allgemeinen beschreiben80. Schließlich fügt er noch einige Anweisungen zur Aufzucht, Beschaffung und Ernährung der Hunde bei81.

Varros Verbindung zum Hund ist die eines Gutsbesitzers. Er spricht sachlich von den Vor- und Nachteilen eines Hundes und ordnet sie einem grundlegenden Zweck zu. In seinem Text findet sich an keiner Stelle ein Hinweis darauf, dass er den Hund als etwas ansieht, das mehr für den Menschen sein könnte als ein Tier, wenn auch ein besonderes. Diese Einstellung kommt besonders bei Marcus Tullius Cicero zum Ausdruck, der über den Hund schrieb:

„Die treue Wachsamkeit der Hunde, die so liebevolle Anhänglichkeit an ihren Herren, ihr so erbitterter Hass gegen Fremde, der so unglaubliche Spürsinn ihrer Nasen und ihre große Jagdlust - deutet das nicht auf ihre alleinige Bestimmung, den Menschen von Nutzen zu sein?“82

Daher hat sich wohl erst mit der Wende von der Republik zum Kaiserreich auch die Mentalität der Römer zu den Hunden geändert hat. Waren diese zu jener Zeit noch distanziert, so scheinen die Hunde sich in der Kaiserzeit zum Objekt der Liebkosung gewandelt zu haben. Knoche weißt zudem daraufhin, dass in der römischen Kaiserzeit eine größere Zahl von unterschiedlichen Hundearten entstand83, was wohl ebenso als Beispiel für ein besonders Interesse am Hund herhalten kann. Dahin gehend ist dann wohl auch eine tierärztliche Behandlung zu sehen, auf die Plinius der Ältere eingeht. Besonders die Tollwut des Hundes hat es ihm angetan. So erwähnt er zur Vorbeugung gegen die die Tollwut solle man dem Hund Hühnermist und Nieswurz unter das Futter zu mischen. Auch das Kupieren des Schwanzes soll das Ausbrechen der Tollwut verhindern84.

Auch „De re rustica“ von Lucius Iunius Moderatus Columella, geht intensiv auf Hunde ein. Zunächst stellt er klar, dass er nur über Hirten- und Wachhunde sprechen wird, weil die ihm auch bekannten Jagdhunde nicht zu seinem Metier gehören85. Columella berichtet, wie der Hund zur Abschreckung aussehen sollte, welche Fellfarbe für welche Funktion eher geeignet ist86. Neben Aussehen87 und Ernährung88 widmet er sich auch, wie vor ihm schon Xenophon und Aristoteles, der Fortpflanzung und der Aufzucht der Hunde89. Dem schließt er ein eigenes Kapitel über Hundekrankheiten an. Im Gegensatz zu den oben beschriebenen griechischen Autoren aber, gibt er auch Hinweise auf Heilung der Krankheiten, besonders auf das Vorbeugen selbiger90.

Mutet der Text Columellas in seiner Form ähnlich den griechischen Texten an, so unterscheidet er sich doch in einer Nuance. Columella schreibt eine Einleitung, in der er den Hund preist91. Dieses schließlich konnte man bei den praxisbezogenen Werken der Griechen genauso wenig wie bei Varro finden.

Es scheint also tatsächlich einen Wandel im Verhalten des Menschen zum Hund gegeben zu haben. Neben einer Vielzahl von neuen Hunden, wurde nun auch probiert, den Hund gesund zu pflegen, er wurde nach seinem Tod betrauert und ihm wurden Gräber errichtet92. Dieses Verhalten wurde aus den Quellen der Republik nicht ersichtlich93.

Diese Tierliebe aber zeigte sich nicht überall und führte schon gar nicht zu einer Art von Naturschutz. Im Gegenteil wurde der Hund in der Arena gezeigt. Neben Hunden, die gegen ihres Gleichen kämpften, waren vor allem auch Kämpfe zwischen Hund und Mensch beliebt94. Die dazu genutzten Hunde waren wohl die großen als Molosser bereits in Mesopotamien bekannten Hunde95. Die kaiserzeitlichen Römer hatten also ein ambivalentes Verhältnis zu Hunden. Zum einen wurden sie geschätzt und vermenschlicht, auf der anderen Seite, war man sich wohl bewusst, dass ein wohl abgerichteter und aggressiver Hund für die Arena taugte. Daneben war allerdings auch der reine Nutzen des Hundes als Hirten-, Hof- und Jagdhund überaus verbreitet.

5. Die außerrömische Welt der Antike

Auch außerhalb der römischen Welt sind Spuren des Hundes zu finden. Das Museum of Scotland in Edinburgh zeigt als eines seiner Exponate zur Vor- und Frühgeschichte des Landes eine in einen Stein gravierte Jagdszene, in der eine Frau dargestellt wird, die der Jagd offenbar als Anführerin frönt96. Das Alter dieser Stele, die im Mittelalter als Grabstein benutzt wurde, wird auf mehrere tausend Jahre geschätzt. Neben dieser frühen Darstellung einer jagenden Frau, sind auch drei Hunde unterschiedlicher Art dargestellt. Nahe dem gejagten Tier finden sich zwei dem Windhund gleichende Tiere, in der oberen rechten Ecke ein anderer Hund, der massiger und kleiner ist. In derselben Abteilung des Museums findet sich auch ein kleinerer Stein von ähnlichem Alter auf der eine weitere Hundeart dargestellt ist, die sich von der Form her zwischen den beiden Arten der großen Stele bewegt.

Die frühen Einwohner Schottlands scheinen also bereits nicht nur Hunde gehalten, sondern sie auch zu bestimmten Jagdzwecken gezüchtet zu haben. Aus Zeiten als sich die Römer im heutigen England ansiedelten, ist zudem eine Geschichte übermittelt, die aufzeigt, wie wertvoll ein Hund für den Anführer der Scoten war. Einem Anführer namens Crathinluth wurde von jungen Picten sein Hund samt Hundewart entführt. Nachdem dieser davon Kenntnis erhalten hatte, begann er eine Armee aufzustellen und gegen die Picten in den Krieg zu ziehen. Schlimmeres konnte nur durch das Eingreifen des Römers Carausius verhindert werden, der von den Ältesten beider Stämme zur Hilfe gerufen wurde, weil sie diesen Krieg für dumm und unnütz hielten97.

Der hier auftretende Generationenkonflikt zwischen den Jüngeren, die wegen eines Hundes in den Krieg ziehen und der Älteren, die dieses Vorgehen missbilligen, kann mit einem Wechsel in der Wertvorstellung bezogen auf Hunde zusammenhängen. Näher aber liegt wohl der von McHardy in seiner Nacherzählung selbst angegebene Schluss, dass die jungen Picten und auch der junge König der Scoten eben jung waren und daher unerfahren und fahrig98.

Nicht nur in Schottland, auch im südlichen Teil der Britischen Inseln können Hunde nachgewiesen werden. In seiner Schrift „Cynegetica“ berichtet Gratius Faliscus von Hunden der Briten, die zwar in Form und Farbe hässlich, aber in der Lage seien, Molosser zu schlagen99. Auch wenn die ältere Forschungsliteratur davon ausgeht, diese Hunde seien mit den Molossern verwandt100, so ist heute davon auszugehen, dass sie mit dem der Antike bekannten Molosser nichts zu tun haben, weil sie bereits vor Caesars Versuch in Britannien Fuß zu fassen dort heimisch waren101.

Auch auf dem Festland müssen vor den römischen Okkupationsversuchen Hunde heimisch gewesen sein. Im Jahr 1951 wurde bei Worms ein Grab entdeckt, dem man ein Modell entnehmen konnte, das unzweifelhaft einen Hund darstellte. Der Hund ist aus blauem Glas gemacht und besitzt gelbe Streifen. Hinzu kommen Stehohren und einen dem Mops ähnlichen Schwanz. Das Kunstwerk konnte als von den Kelten stammend identifiziert werden und muss nach dem dritten vorchristlichen Jahrhundert entstanden sein102.

Die Tatsache, dass der Hund in einem Grab gefunden wurde, ließ die Forschung zu dem Schluss kommen, dass der Hund wohl als Totenbegleiter mit ins Grab gegeben worden war. Das wiederum würde dem Hund auch in der keltischen Kultur eine religiöse Bedeutung zuordnen103.

[...]


1 Vgl.: Schwartz, Marion: A History of Dogs in the Early Americas, New Haven 1998, S. IX.

2 Vgl. u. a.: Hundesteuersatzung der Stadt Wuppertal vom 15. 12. 2006, § 2, siehe: http://www.wuppertal.de/ rathaus_behoerden/pdf_archiv/2-20-2.pdf. (13.09.2008)

3 Vgl.: Industrieverband Heimtierbedarf: Der deutsche Heimtiermarkt 2007, 2007, S. 4, siehe: http://www.ivh- online.de/fileadmin/user_upload/ (13.9.2008)Dokumente/Heimtiere.2007.Markt.Gesamt.pdf.

4 Vgl.: Hünemörder, Christian/Jaszai, Geza: Hunde, in: Lexikon des Mittelalters, Bd. 5, München 2002, Sp. 214.

5 Vgl.:Paravicini, Werner: Tiere aus dem Norden, Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters 59 (2003) , 559.

6 Vgl. dazu vor allem Delort, Robert: Der Elefant, die Biene und der heilige Wolf. Die wahre Geschichte der Tiere, München, Wien 1987 Benecke, Norbert: Der Mensch und seine Haustiere, Stuttgart 1994 (im Folgenden Benecke, 1994a), Dinzelbacher, Peter (Hrsg.): Mensch und Tier in der Geschichte Europas, Stuttgart 2000 und Meier, Frank: Mensch und Tier im Mittelalter, Ostfieldern 2008.

7 Vgl. dazu: Oeser, Erhard: Hund und Mensch. Die Geschichte einer Beziehung, Darmstadt 2007.

8 Vgl. dazu: Klever, Ulrich: Die dickste Freundschaft der Welt. 5000 Jahre Hund und Mensch. Die amüsante und erstaunliche Kulturgeschichte des Hundes, München 1966 und Dreesbach, Anne: Die Geschichte der Hunde. Vom Kaiserreich bis heute. Stuttgart 2006.

9 Vgl.: Teuscher, Simon: Hunde am Fürstenhof. Köter und „edle wind“ als Medien sozialer Beziehungen vom 14. Bis 16. Jahrhundert, in: Historische Anthropologie 6, 1998, 347 - 369, hier wird zwar ausführlich, auch über den Titel des Aufsatzes hinaus, der Hund behandelt, Teuschner geht aber z. B. nicht auf Hundehaltung oder die rein praktischen Aspekte des Hundes ein.

10 Vgl.: Klever, 1960, Brackert, Helmut/ von Keffens, Cora: Von Hunden und Menschen. Geschichte einer Lebensgemeinschaft, München 1999und Oeser 2007.

11 Vgl. Oeser, Erhard: Der Anteil des Hundes an der Menschwerdung des Affen: Von Platon zu Lorenz. In: Kotrschall/Müller/Winkler, Konrad Lorenz und seine verhaltensbiologischen Konzepte aus heutiger Sicht, Fürth 2001, 225—232.

12 Dieser Spruch wird im vor allem im Internet Friedrich II. zugeschrieben, eine wirkliche Quelle aber konnte nicht ausgemacht werden. Die Authentizität aber ist in diesem Fall auch unwichtig, die Aussage scheint allgemein anerkannt zu sein, finden sich doch 193.000 Treffer bei einer Suche dieses Zitats im Internet.

13 Vgl. Benecke 1994a, S. 68.

14 Vgl. Zeuner, Frederick: Geschichte der Haustiere, München-Basel-Wien 1967, S. 75.

15 Das gilt etwa für den Bereich der Frühneuzeit, vgl.: Ruppel, Sophie, Steinbrecher, Aline (Hgg.): „Die Natur ist überall bey uns“. Mensch und Natur in der Frühen Neuzeit, Zürich 2009.

16 Vgl.: Schwenk, Bernd: Das Hundetragen. Ein Rechtsbrauch im Mittelalter. In: Historisches Jahrbuch 110, 1990, 299.

17 Vgl. von den Driesch, Angela/ Peters, Joris: Geschichte der Tiermedizin. 5000 Jahre Tierheilkunde, Stuttgart 22003, 3 und Benecke, 1994a, 68ff.

18 Vgl.: Zeuner, 1967, 69.

19 Vgl.: Knoche, Bianca: Auf den Hund gekommen? Natur- und Kulturgeschichte des Hundes, Münster 2001, 10.

20 so etwa von dem deutsch-türkischem Kriminalschriftsteller Akif Piringci, vgl.: Piringci, Akif: Cave Canem, München 72001., 34-35.

21 Vgl.: Knoche, 2001, 10.

22 Vgl.: Zeuner, 1967, 71.

23 Vgl.: Knoche, 2001, 10.

24 Vgl. u. a.: Zeuner, 1967, 72-73 sowie Grossman, Lloyd: Der beste Freund des Menschen. Der Hund und seine wahre Geschichte, Mürlenbach 1995, 37-40 und Oeser, 2007, 37-38.

25 Vgl.: Grossmann, 1995, 36.

26 Vgl.: Benecke, 1994a, 68.

27 Vgl.: Benecke, 1994a, 68.

28 Vgl.: Napierala, Hannes/Uerpmann, Hans-Peter: A 'New' Palaeolithic Dog from Central Europe, in: International Journal of Osteoarchaeology, http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/oa.1182/full (19. August 2010).

29 Vgl.: Grossman, 1995, 46 und Peters/van den Diersch, 2003, 4.

30 Vgl.: Grossman, 1995, 46.

31 Vgl.: Schwartz, 1997, 16.

32 Vgl.: Schwartz, 1997, 16 und Grossman, 1995, 46.

33 Vgl.: Benecke, 1994a, 73.

34 Zitiert nach Grossman, 1995, 37.

35 Vgl.: Knoche, 2001, 12.

36 Vgl.: Benecke, 1994a, 72.

37 Vgl.: Zeuner, 1967, 82.

38 Vgl.: Grossman, 1995, 51.

39 Vgl.: Grossman, 1995, 52, zur Datierung vgl.: Schlögl, Hermann A.: Das Alte Ägypten, München 220 05, 141.

40 Vgl.: Grossman, 1995, 23.

41 Vgl.: Grossman, 1995, 52.

42 Wichtig scheint hier darauf hinzuweisen, dass der Rassenbegriff beim Hund erst im 19. Jahrhundert auftaucht. In diese Epoche fallen auch die meisten Rassezüchtungen (Vgl. Dreesbach, 2006, 16 - 26). Ein Vergleich heutiger Rassen mit den damaligen ägyptischen scheint abwegig und wird daher unterlassen.

43 Vgl.: Zeuner, 1967, 82.

44 Vgl.: Peters/von den Driesch, 2003, 13.

45 Vgl.: Grossman, 1995, 54 - 56 und Hawass, Zahi: Tutankhamun and the Golden Age oft he Pharaohs, Washington 2005, 196-197.

46 Vgl.: Grossman, 1995, 52.

47 Vgl. auch: Grossman, 1995, 56 und Peters/van den Diersch, 2003, 18.

48 Vgl.: Grossman, 1995, 56.

49 Vgl.: Peters/von den Driesch, 2003, 18.

50 Ebenda.

51 Vgl.: Caygill, Marjorie: The British Museum. A - Z Companion tot he Collections. London 1999,. 106.

52 Vgl.: Meyer, Gudrun/Meyer, Helmut: 25 Hundeporträts, Berlin 1998, 8.

53 Vgl.: Zeuner, 1967, 86. Zu den Kampfhunden aus Indien oder auch Tibet, vgl.: Klever, 1966, 73 - 75 sowie Oeser,2007, 85 - 88.

54 Vgl.: Caygill, 1999, 107.

55 Vgl.: Aristoteles: Tierkunde, Paderborn 1957, VI, 20.

56 Vgl.: Aristoteles, 1957, VI,20, 547a.

57 Vgl.: Ebenda.

58 Vgl.: Ebenda.

59 Vgl.: Aristoteles, 1957, VIII, 22.

60 Die deutschsprachige Übersetzung spricht hier von Rasse und auch Oeser (Vgl. 2007, 67) übernimmt diesen Begriff. Das scheint anachronistisch und daher wird von Arten gesprochen werden.

61 Vgl.: Peters, Jorgis: Ein Hundeleben in der Antike, in: Antike Welt 5/2005, 10.

62 Vgl.: Xenophon: Über die Jagd, in: ders: Werke, Bd. 6, übersetzt von Adolph Heinrich Christian, Stuttgart 1831, 6 - 7.

63 Vgl.: Xenophon, 1831, 6.

64 Vgl.: Xenophon, 1831, 7.

65 Vgl.: Klever, 1966, 73 - 75.

66 Vgl.: Meyer/Meyer, 1998 12-14.

67 Vgl.: Klever,1966, 74, Beteille, 1997, 14 und Oeser, 2007, 86.

68 Vgl.: Klever, 1966, 83f., Oeser, 2007, 88.

69 Vgl.: Knoche, 2001, 30.

70 Vgl.: Caygill, 1999, 107.

71 Vgl.: Grosman, 1995, 70.

72 Vgl.: Knoche, 2001, 30.

73 Vgl.: Caygill, 1999, 106 - 107 und Frings, Irene: Mantua me genuit. Vergils Grabepigramme auf Stein und Pergament, in: Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik 123, 94.

74 Ebenda.

75 Vgl.: Meyer/Meyer, 1998, 23.

76 Vgl.: Meyer/Meyer, 1998, 22.

77 Vgl.: Marcus Terrentius Varro: Über die Landwirtschaft, herausgegeben und übersetzt von Dieter Flach, Darmstadt 2006, I, XXI.

78 Vgl.: Varro, 2006, II, IX,1.

79 Vgl.: Varro, 2006, II, IX, 4.

80 Vgl.: Varro, 2006, II, IX, 6.

81 Vgl.: Varro, 2006, II, IX, 8 - 16.

82 M. Tullius Cicero: De natura deorum, herausgegeben und übersetzt von Ursula Blank-Sangmeister, Stuttgart 1995., II, 158.

83 Vgl.: Knoche, 2001, 30.

84 Vgl.: C. Plinius Secundus: Naturalis Historia, Bd. 8, herausgegeben und übersetzt von Roderich König, Düsseldorf 22007, VIII, LXIII, 152 - 153.

85 Vgl.: Lucius Iunius Moderatus Columella: Über die Landwirtschaft, herausgegeben und übersetzt von Will Richter, München 1981, VII, 12,2.

86 Vgl.: Columella, 1981, VII, 12, 3 u. 4.

87 Vgl.: Columella, 1981, VII, 12, 5 - 9.

88 Vgl.: Columella, 1981, VII, 12, 10.

89 Vgl.: Columella, 1981, VII, 12, 11 - 12.

90 Vgl.: Columella, 1981, VII, 13.

91 Vgl.: Columella, 1981, VII, 12, 1 - 2.

92 Auch wenn es Meinungen klassischer Philologen gibt, es handle sich bei diesen Inschriften um eine Parodie auf Dichtung (Vgl. Frings, 1998, 94 u. 96).

93 Der Mentalitätswandel gegenüber den Hunden von Republik bis zur Kaiserzeit scheint bisher nicht ausreichend erforscht, um auf weiterführende Literatur zu verweisen, Vgl.: Dinzelbacher, 2000, 140 - 145.

94 Vgl.: Klever 1966, 83

95 Vgl.: Oeser, 2007, 88f.

96 Da das Museum of Scotland keinen Museumsführer besitzt, der dem Umfang desjenigen des British Museum entspricht, kann hier leider nicht auf ein solches Werk verwiesen werden.

97 Vgl.: McHardy, Stuart: Tales of the Picts, Edinburgh 2005, 165 - 171, und Trevor-Roper, Hugh: The Invention of Scotland. Myth and History, New Haven 2008, 18.

98 Vgl.: McHardy, 2005, 166

99 Vgl.: Klever, 1966, 75.

100 Ebenda.

101 Vgl.: Oeser, 2007, 89.

102 Vgl.: Meyer/Meyer, 1998, 16f.

103 Meyer/Meyer, 1998, 18.

Ende der Leseprobe aus 71 Seiten

Details

Titel
Der Hund im Hoch- und Spätmittelalter
Untertitel
Status, Prestige, Symbolik
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal  (Historische Seminar)
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
71
Katalognummer
V156529
ISBN (eBook)
9783640808663
ISBN (Buch)
9783640809202
Dateigröße
2988 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Hund ist das älteste Haustier des Menschen. Seine besondere Bedeutung soll hier für das Mittelalter besprochen werden. Anhand von Geschichtsschreibung und Literatur des Mittelalters wird gezeigt, welche Bedeutung, welche Symbolik der Hund besaß und wie diese uns bis heute prägt. Neben der Realgeschichte, die sich von der Vor- und Frühgeschichte, über Antike und Frühmittelalter erstreckt, wird die Symbolik betrachtet und ihre Verbindung zur Realität aufgezeigt. Ein völlig neuer Blick auf den besten Freund des Menschen entsteht. Heiko Schnickmann ist Historiker und lebt in Wuppertal.
Schlagworte
Hund, Mittelalter, Antike, Symbolik, Tiere, Status, Adel, Jagdhund, Wachhund, Schoßhund, Aberglaube, Religion, Literatur, höfischer Roman, Epos, Geschichtsschreibung, Histeriographie
Arbeit zitieren
Heiko Schnickmann (Autor), 2009, Der Hund im Hoch- und Spätmittelalter , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156529

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