Einleitung
Deutschland hat sich im vergangenen halben Jahrhundert allmählich von einem Gastarbeiterland zu einem der wichtigsten Einwanderungsländer der modernen Welt entwickelt.
Im Bildungswesen zeigt sich dieser Wandel in der Anzahl der Kinder und Jugendliche mit Migrationshintegrund. Unter den 15-jährigen Schülerinnen und Schülern war es 2006 jede bzw. jeder fünfte, unter den Viertklässlern bereits jede bzw. jeder vierte und bei den Kindern unter fünf Jahren schon jedes dritte Kind.....
Jedoch sind nicht alle Nachteile der Migranten Kinder ausschließlich Folgen von Deutschdefiziten. Welche weiteren Ursachen eine Rolle spielen, ist nur unzureichend geklärt. In Frage kommen sowohl schulische Faktoren, wie unzureichende Förderung in den Familien, aber auch die familiale Faktoren wie Einreisealter, Verweildauer von Kindern und Eltern, Rückkehrabsichten, Offenheit bzw. Abschottung gegenüber der deutschen Kultur und Gesellschaft.........
Im Folgenden werden zunächst die Begriffe der Integration, des Migrationshintergrundes und der sozialen Lage erläutert.
Anschließend werden wichtigste Ergebnisse der Berliner Studie „ Ungenutzte Potenziale, Zur Lage der Integration in Deutschland“ skizziert. Anhand von Befunden aus der Studie werden aus acht Migranten Gruppen die vier größten Gruppen vorgestellt. Außerdem soll versucht werden die Stärken und Schwächen der einzelnen Herkunftsgruppen zu identifizieren. Gleichzeitig gehen wir der Hauptfrage der Untersuchung nach: Welche Gruppen von Migranten und auf welche Weise sind integriert?.....................
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was verstehen wir unter Integration
3. Was heißt „ Migrationshintergrund
4. Die soziale Lage
5. Die Studie: Ungenutzte Potenziale. Zur Lage der Integration in Deutschland
6. Zusammenfassung der Ergebnisse
6.1 Herkunft: EU- Länder- 25
6.2 Die Aussiedler
6.3 Die Gruppe mit südeuropäischen Migrationshintergrund
6.4 Herkunft: Türkei
7. Fazit
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die soziale Lage und den Integrationsstatus verschiedener Migrantengruppen in Deutschland. Ziel ist es, unter Einbeziehung einer spezifischen Berliner Studie, die unterschiedlichen Startbedingungen und Integrationserfolge zu identifizieren, ohne dabei pauschalisierende Stigmatisierungen vorzunehmen.
- Grundlagen der Integrationsbegriffe und Definition des Migrationshintergrunds.
- Analyse der sozialen Lebenslagen von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.
- Vorstellung und Auswertung der Studie "Ungenutzte Potenziale. Zur Lage der Integration in Deutschland".
- Differenzierter Vergleich spezifischer Herkunftsgruppen (EU-Länder, Aussiedler, Südeuropäer, Türkei).
- Identifikation von Bildungsbenachteiligungen und Potenzialen zur künftigen Gestaltung der Integrationspolitik.
Auszug aus dem Buch
1.Einleitung
Deutschland hat sich im vergangenen halben Jahrhundert allmählich von einem Gastarbeiterland zu einem der wichtigsten Einwanderungsländer der modernen Welt entwickelt. Im Bildungswesen zeigt sich dieser Wandel in der Anzahl der Kinder und Jugendliche mit Migrationshintegrund. Unter den 15-jährigen Schülerinnen und Schülern war es 2006 jede bzw. jeder fünfte, unter den Viertklässlern bereits jede bzw. jeder vierte und bei den Kindern unter fünf Jahren schon jedes dritte Kind.
So wird es aktuell über die Miseren und Notwendigkeit der Integration von Migranten, die Gewalt von ausländischen Jugendlichen, sowie über die Entstehung mehrerer Parallelgesellschaften heftig debattiert. Am häufigsten wird zurzeit über ungleichen Bildungschancen diskutiert. Die Pisa- Studien haben gezeigt, dass Bildungschancen in hohem Maße von der sozialen Herkunft der Kinder abhängen. Der Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und der Bildungsbeteiligung von Personen, hat sich zwar im Zuge der Bildungsexpansion reduziert, setzt sich aber nach wie vor fort. So stehen die Chancen, das Gymnasium zu besuchen für die Kinder aus der „oberen Dienstklasse“ um das Sechsfache höher als für die Kinder aus Facharbeiterfamilien.
Allerdings hat sich die Zusammensetzung der Gruppe der Kinder, die im Bildungssystem benachteiligt ist, geändert. In den 1960er Jahren war es noch die „katholische Arbeitertochter vom Lande“, die zu der Gruppe der Benachteiligten gehörte, heute ist der „Migrantensohn“, der die Bildungsbenachteiligung repräsentiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel Deutschlands zum Einwanderungsland und die daraus resultierenden Herausforderungen, insbesondere im Bildungssektor.
2. Was verstehen wir unter Integration: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Integration als aktiven, lebenslangen Prozess der Individuation und Teilhabe.
3. Was heißt „ Migrationshintergrund: Hier wird die komplexe statistische Definition des Migrationshintergrunds gemäß dem Statistischen Bundesamt erläutert.
4. Die soziale Lage: Das Kapitel führt in das soziologische Konzept der sozialen Lebenslage ein, um die Lebensbedingungen von Migranten präziser erfassen zu können.
5. Die Studie: Ungenutzte Potenziale. Zur Lage der Integration in Deutschland: Es wird die Methodik und Zielsetzung der Berliner Studie vorgestellt, die einen Index zur Messung von Integration entwickelt hat.
6. Zusammenfassung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde zu verschiedenen Herkunftsgruppen wie Aussiedlern, Südeuropäern und türkischstämmigen Migranten.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Heterogenität der Integrationserfolge zusammen und betont, dass eine erfolgreiche Integration untrennbar mit Bildungschancen verbunden ist.
Schlüsselwörter
Integration, Migrationshintergrund, Bildung, soziale Lage, Migranten, Zuwanderung, Bildungsbenachteiligung, PISA-Studie, Arbeitsmarkt, Herkunftsgruppen, Aussiedler, Sozialisation, Chancengleichheit, Deutschland, Lebenslage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die verschiedenen sozialen Lagen und den Integrationsstatus von Migrantengruppen in Deutschland auf Basis aktueller Studien und soziologischer Konzepte.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die Bereiche Bildungschancen, Integrationsprozesse, soziale Herkunft sowie die statistische Erfassung von Menschen mit Migrationshintergrund.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die heterogenen Lebenslagen verschiedener Migrantengruppen aufzuzeigen und zu analysieren, welche Faktoren eine erfolgreiche Teilhabe an der Gesellschaft begünstigen oder behindern.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse soziologischer Theorien sowie die Auswertung empirischer Daten, insbesondere der Studie „Ungenutzte Potenziale“ des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Begriffsbestimmungen Integration/Soziale Lage) und die empirische Analyse spezifischer Herkunftsgruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Integration, Migrationshintergrund, Bildungsbenachteiligung, soziale Lebenslage und die differenzierte Betrachtung verschiedener Zuwanderergruppen.
Wie unterscheiden sich die Integrationserfolge laut Studie?
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede: Während Aussiedler und EU-Migranten oft gute Integrationswerte aufweisen, zeigen sich bei Gruppen aus der Türkei oder Südeuropa häufiger Herausforderungen in Bildung und Arbeitsmarkt.
Welche Rolle spielt die Bildung für die Integration?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Bildung der entscheidende Faktor für die soziale Teilhabe ist und dass Unterschiede in der Herkunftskultur sowie familiäre Ressourcen den Bildungserfolg maßgeblich beeinflussen.
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- Larissa Schott (Author), 2010, Mehrsprachigkeit als Aspekt der Lebenslage von Migranten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/156787