Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Theaterwissenschaft, Tanz

Bilder homosexueller Männlichkeit in Eugene Lee Yangs Buzzfeed-Musikvideo "The History Of Queer Dance"

Titel: Bilder homosexueller Männlichkeit in Eugene Lee Yangs Buzzfeed-Musikvideo "The History Of Queer Dance"

Hausarbeit , 2018 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Hanna Liertz (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Männlichkeitsbilder werden sowohl im Alltag als auch in den Unterhaltungsmedien konstruiert und in die Zwänge heteronormativer Diskurse eingebunden. Wer oder was als männlich gilt, definiert sich über die zur jeweiligen Zeit festgelegten Normen. Meist wird Männlichkeit mit Attributen wie körperlicher Stärke, natürlicher Dominanz und einer selbst-überzeugten Haltung verbunden. Wer aus diesem Raster herausfällt, wird schnell als unmännlich wahrgenommen und von anderen ‚männlicheren‘ Männern unterdrückt. Vor allem männliche Homosexualität wird im Patriarchat mit Weiblichkeit, und damit mit Schwäche und Minderwertigkeit, assoziiert. Um gegen die Dichotomie von Männlichkeit und Weiblichkeit anzukämpfen und einen Ausdruck für das eigene Begehren zu finden, schließen sich Personen, die sich nicht in heteronormative Strukturen eingliedern lassen, zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Orten zu Gemeinschaften zusammen und entwickeln ihre eigenen Stile. In der männlichen Homosexuellenszene sind das beipielsweise leather oder drag.

Diese Stile finden sich auch in Eugene Lee Yangs Musikvideo "The History Of Queer Dance" wieder, das er für die Onlineplattform Buzzfeed produziert und am 21.05.2018 auf Youtube veröffentlicht hat. Hier werden Homosexualität und Abweichungen von der Norm in ihren verschiedenen Formen zelebriert, aber auch die Grenzen ihrer Akzeptanz in der Gesellschaft aufgezeigt. Lee Yang selbst ist Teil der LGBT community. Das Musikvideo basiert auf dem Lied "Gon Blow" des Rappers Cakes Da Killa. Auch dieser outete sich schon früh als homosexuell und stellte damit eine der homophobsten Musikszenen auf die Probe. Statt sich den rigiden Regeln des Männlichkeitsbilds im Hip-Hop unterzuordnen, entscheidet sich Cakes Da Killa für eine authentische und transparente Darstellung ohne Versteckspiel. Den wahren Skandal der Hip-Hop-Szene sieht er in den gewaltverherrlichenden Texten und Darstellungen, und nicht in seinem Outing: "An openly gay rapper shouldn’t be breaking news." Damit reiht sich Cakes Da Killa in eine aufstrebende Gruppe von queeren Rappern ein, die vor allem in New York zu finden sind. Auch Mainstream-Rapperinnen und Rapper wie Nicki Minaj oder Popstars wie Madonna nehmen vermehrt Merkmale in ihren Kostümen, Performances und Texten auf, die den homosexuellen Gemeinschaften zugeordnet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Hintergrund des Musikvideos

2. Männlichkeitsbilder im Hip-Hop

3. Zentrale männliche Figuren im Video

3.1 Die Dragqueen

3.2 Der Closeted Guy

4. Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit Homosexualität und ihrer Kultur geschichte

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion und Darstellung homosexueller Männlichkeit im Musikvideo "The History Of Queer Dance" von Eugene Lee Yang. Im Zentrum steht dabei die Analyse, wie das Video durch das Aufbrechen traditioneller Männlichkeitsbilder im Hip-Hop einen Raum für die Sichtbarkeit und den Ausdruck diverser queer-identitärer Stile schafft, während es gleichzeitig gesellschaftliche Repressionsmechanismen thematisiert.

  • Analyse der Männlichkeitsnormen innerhalb der Hip-Hop-Kultur
  • Untersuchung zentraler queerer Identitätsfiguren (Dragqueen und Closeted Guy)
  • Dekonstruktion von Geschlechterrollen durch performative Tanzstile wie Voguing
  • Reflexion über Homonormativität, Diskriminierung und gesellschaftliche Ausgrenzung

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Dragqueen

Unter ‚drag‘ versteht man die oft ironische Imitation des anderen Geschlechts durch Travestie. Ziel ist die Dekonstruktion einer festen Definition von Geschlecht und Sexualität mit Hilfe einer Aneignung von Stereotypen. Durch das Tragen von Kleidung, die eigentlich dem anderen Geschlecht zugeordnet wird, wird die Performativität von Geschlecht angedeutet. Aus der Verbindung von gay culture und drag hat sich das Bild der Dragqueen herausgebildet. Dabei handelt es sich um „[a] male dressed as a female, often elaborately, and displaying mock feminized gestures and expressions, often in conjunction with others in a drag show.“

Schon aus historischen Gründen kommt der Dragqueen ein besonderer Stellenwert für die Homosexuellenszenen zu. Der ‚Stonewall-Aufstand‘, der 1969 in New York von Transvestiten und Dragqueens gegen die vorherrschende polizeiliche Willkür angeführt worden ist, gilt als Beginn der modernen Schwulenbewegung, die sich für Gleichberechtigung und Anerkennung der von der Norm abweichenden Geschlechter und Sexualitäten einsetzt. Spätestens seit den 70er-Jahren gelten drag performances nicht mehr nur als Unterhaltung, sondern auch als politischer Aufruf gegen Geschlechternormen und heterosexuelle Vorherrschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hintergrund des Musikvideos: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Männlichkeitskonstruktion und führt das Musikvideo von Eugene Lee Yang als Untersuchungsgegenstand ein.

2. Männlichkeitsbilder im Hip-Hop: Es wird die aggressive, heteronormative Männlichkeitsdarstellung im Hip-Hop kritisch analysiert und deren Zerbrechlichkeit durch die performative Natur von Geschlecht aufgezeigt.

3. Zentrale männliche Figuren im Video: In diesem Hauptteil erfolgt eine detaillierte Untersuchung der Charaktere, wobei zwischen der politisch-historisch aufgeladenen Dragqueen und dem im persönlichen Alltag gefangenen Closeted Guy unterschieden wird.

4. Notwendigkeit einer Auseinandersetzung mit Homosexualität und ihrer Kultur geschichte: Das Fazit betont die anhaltende Relevanz der medialen Auseinandersetzung mit queerer Geschichte, um Diskriminierung entgegenzuwirken und Diversität als gesellschaftliche Bereicherung zu etablieren.

Schlüsselwörter

Männlichkeitsbilder, Hip-Hop, Homosexualität, Dragqueen, Closeted Guy, Queerness, Voguing, Performativität, Ball Culture, Heteronormativität, Diskriminierung, Identität, Geschlechterrolle, Pop-Musikvideo, LGBT-Community.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Darstellung homosexueller Männlichkeit und deren Bruch mit traditionellen Geschlechternormen anhand des Musikvideos "The History Of Queer Dance".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Dekonstruktion von Hip-Hop-Männlichkeit, der Rolle der "Ball Culture", queerer Identitätsdarstellung und dem Umgang mit gesellschaftlicher Ausgrenzung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Video durch die Zelebrierung queerer Diversität klassische Klassifizierungen von Geschlecht und Sexualität in Frage stellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kulturwissenschaftliche Analyse auf Basis von Theorien zu Gender, Männlichkeit und queerer Identität in populären Medien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die zwei zentralen Figuren-Typen des Videos: die Dragqueen als politisches Symbol und den Closeted Guy als Repräsentant des individuellen Kampfes mit heteronormativen Zwängen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Männlichkeitskonstruktion, Performativität, Homonormativität sowie der spezifische Kontext der queeren Subkultur.

Warum spielt die sogenannte "Ball Culture" eine wichtige Rolle für das Video?

Die Ball Culture dient als historischer und ästhetischer Bezugspunkt, der Diversität zelebriert und es den Akteuren ermöglicht, durch Voguing eigene Geschlechtsidentitäten jenseits der Norm auszudrücken.

Inwiefern ist die Figur des "Closeted Guy" für die narrative Struktur entscheidend?

Er fungiert als Identifikationsfigur, die den Kontrast zwischen dem explizit queeren Tanzraum und dem repressiven, heteronormativen Alltag in einer US-amerikanischen Vorort-Umgebung verdeutlicht.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bilder homosexueller Männlichkeit in Eugene Lee Yangs Buzzfeed-Musikvideo "The History Of Queer Dance"
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Theaterwissenschaft)
Veranstaltung
Star Performance und Gender im Pop-Musikvideo
Note
1,0
Autor
Hanna Liertz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
18
Katalognummer
V1569362
ISBN (eBook)
9783389118382
ISBN (Buch)
9783389118399
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Männlichkeit Männerbild Hip Hop Musikvideo Homosexualität queer Tanz Rap Musik BuzzFeed
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hanna Liertz (Autor:in), 2018, Bilder homosexueller Männlichkeit in Eugene Lee Yangs Buzzfeed-Musikvideo "The History Of Queer Dance", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1569362
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  18  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum