Wie verändern Selftracking-Technologien unsere Gesundheit?
Diese Hausarbeit analysiert kritisch das Phänomen Quantified Self und zeigt anhand der App mySugr, wie digitale Selbstvermessung das Gesundheitswesen revolutioniert – mit all ihren Chancen und Risiken. Ein fundierter Blick auf personalisierte Medizin, Datenschutzfragen und die Zukunft der digitalen Patientenversorgung.
Inhaltsverzeichnis
1. Hinführung zum Thema
2. Von der Anthropometrie zu gegenwärtigen Praktiken der Selbstvermessung
3. Quantified Self in der Gesundheitspraxis
3.1 Digitales Gesundheitswesen: eHealth/mHealth und Telemedizin
3.2 Anwendungsgebiete von QS-Technologien im Gesundheitswesen
3.3 Potenziale und Risiken der digitalen Selbstvermessung
4. Gesundheitsbezogenes Selftracking-Apps in der Analyse
4.1 MySugr Diabetes Tagebuch
4.2 Analyse des Medizinproduktes
5. Ausblick/ Zukunftserwartungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Quantified-Self-Technologien im modernen Gesundheitswesen, wobei der Fokus auf der Analyse der Potenziale und Risiken digitaler Selbstvermessung am Beispiel einer diabetesspezifischen App liegt.
- Historische Entwicklung der Anthropometrie und Selbstvermessung
- Digitalisierung im Gesundheitswesen (eHealth, mHealth und Telemedizin)
- Analyse des Medizinproduktes "mySugr"
- Datenschutzrechtliche Aspekte und Risiken der Datenverarbeitung
- Perspektiven für personalisierte Medizinsysteme
Auszug aus dem Buch
3. Quantified Self in der Gesundheitspraxis
Wie das vorrangehende Kapitel gezeigt hat, ist das Vermessen des eigenen Körpers und das Analysieren von Körperdaten kein Phänomen der Neuzeit, sondern seit langem Teil unserer Kultur und vor allem im Bereich der Medizin ein langjähriger Begleiter und Gehilfe, der insbesondere bei der Versorgung von Patienten mit chronischen Erkrankungen essenzieller Bestandteil von Behandlungen ist. Mit der Digitalisierung und dem derzeitigen Trend zur Datensammlung und Visualisierung dieser Daten ist ein neuer, moderner Ansatz entstanden, der das Schlagwort personalisierte Medizin wieder auf den Plan ruft und unter Einbeziehung von individuellen Patientendaten die Medizin der Zukunft prognostiziert.
Der durch die Digitalisierung herbeigeführte Systemwandel im Gesundheitswesen hat eine Vielzahl von Begriffen entstehen lassen, die neue Anwendungsfelder und Anwendungsarten beschreiben und eine Abgrenzung erforderlich machen. Im Wesentlichen lassen sich die beiden Disziplinen eHealth und Telemedizin benennen, die sich durch technische Unterstützung auszeichnen und sich aufgrund des medizinisch-technischen Fortschrittes, aber auch in Folge des demographischen Wandels und des daraus resultierenden flächendeckenden Mangels an Fachkräften, vor allem im ländlichen Raum herausgebildet haben.
Der Oberbegriff für die Anwendung von elektronischen Kommunikations- und Informationstechniken im Gesundheitswesen ist eHealth, mit dessen Hilfe „Informationen elektronisch verarbeitet, über sichere Datenverbindungen ausgetauscht und Behandlungs- und Betreuungsprozesse von Patientinnen und Patienten unterstützt werden“. Die verschiedenen eHealth-Anwendungen lassen sich ausgehend von ihren Zielen in fünf Bereiche einteilen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hinführung zum Thema: Dieses Kapitel motiviert die Relevanz der Selbstvermessung am Beispiel des Diabetes-Managements und führt in die zentrale Fragestellung der Arbeit ein.
2. Von der Anthropometrie zu gegenwärtigen Praktiken der Selbstvermessung: Der Abschnitt skizziert die historische Entwicklung des menschlichen Strebens nach Selbstoptimierung von der griechischen Antike bis zur digitalen Revolution.
3. Quantified Self in der Gesundheitspraxis: Hier werden die theoretischen Grundlagen von eHealth, mHealth und Telemedizin sowie die allgemeinen Chancen und Risiken der Selbstquantifizierung analysiert.
4. Gesundheitsbezogenes Selftracking-Apps in der Analyse: In diesem Teil erfolgt eine detaillierte Untersuchung der Anwendung mySugr im Hinblick auf deren Funktionalität und regulatorische Einordnung als Medizinprodukt.
5. Ausblick/ Zukunftserwartungen: Das Fazit fasst die notwendigen Handlungsfelder in Politik und Wissenschaft zusammen und bewertet das Potenzial personalisierter Versorgungskonzepte für die Zukunft.
Schlüsselwörter
Quantified Self, Selbstvermessung, Diabetes management, eHealth, mHealth, Telemedizin, Personalisierte Medizin, mySugr, Datenschutz, Datensicherheit, Wearables, Medizinprodukt, Gesundheitswesen, digitale Transformation, Selbstoptimierung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Digitalisierung medizinischer Prozesse durch Quantified-Self-Technologien und untersucht, wie diese den Gesundheitssektor und die Patientenversorgung verändern.
Welche Technologien stehen im Fokus?
Der Fokus liegt auf digitalen Selftracking-Anwendungen (Medical Apps) und Wearables, die Daten zur Gesundheit erfassen, visualisieren und zur Therapieunterstützung genutzt werden können.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Potenziale und Risiken der digitalen Selbstvermessung wissenschaftlich einzuordnen und anhand eines praktischen Beispiels konkrete Handlungsempfehlungen sowie eine kritische Würdigung vorzunehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und analytische Aufarbeitung des Themas vorgenommen, die durch eine fallbasierte Analyse der App "mySugr" sowie eine Auswertung relevanter Fachliteratur zu Datenschutz und Medizintechnik ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einbettung der Selbstvermessung, eine theoretische Klassifizierung von eHealth-Anwendungen sowie die praktische Analyse eines zertifizierten Medizinproduktes.
Welche zentralen Schlüsselwörter definieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Quantified Self, eHealth/mHealth, Personalisierte Medizin, Datenschutz sowie regulatorische Anforderungen an Medizinprodukte.
Warum wird "mySugr" als Fallbeispiel gewählt?
Die App dient als Fallbeispiel, da sie ein zertifiziertes Medizinprodukt ist, das komplexe Diabetes-Daten strukturiert und spielerisch aufbereitet, jedoch gleichzeitig Datenschutzprobleme aufwirft.
Welche spezifischen Risiken werden im Dokument diskutiert?
Die Arbeit identifiziert den Datenmissbrauch durch Dritte, ethische Bedenken bei der Datennutzung durch Versicherungen (Diskriminierungspotenzial) und die mangelnde Qualität nicht-regulierter Gesundheits-Apps als kritische Risikofaktoren.
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- Anonym (Author), 2018, Personalisierte Gesundheit. Wie Quantified Self das Gesundheitswesen von morgen verändert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1577692