Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht die Auslieferung verzehrfertiger Speisen in ländlichen Regionen mit einer Lieferdrohne, verglichen mit der Auslieferung per Auto auf ihren ökologischen Nutzwert.
Um die Lieferdrohne bezüglich ihres ökologischen Nutzwertes zu bewerten, wird Primärliteratur wissenschaftlich ausgewertet. Basierend auf ihrem Stromverbrauch wird die Drohne auf die ökologisch relevanten Bewertungskriterien „Lokale Schäden durch Feinstaubbelastung“, „Globale Schäden durch CO2-Ausstoß“ und „Ressourcenverbrauch der Auslieferungsarten“ bewertet. Hinzu kommen die von einer Drohne ausgehenden Lärmemissionen, die das Umweltbundesamt ermittelt hat. Die Vergleichswerte der jeweiligen Bewertungskategorien für das Auto werden teils durch Grenzwerte, Durchschnittswerte oder eigens hergeleitete Werte erlangt. Es wird dabei von einem dieselbetriebenen VW Polo 1.9 TDI, 2009er Baujahr in der Variante mit 100 PS als Vergleichsauto ausgegangen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Definition der Auslieferung verzehrfertiger Speisen
2.2 Herkömmlicher Prozess der Essensauslieferung
2.3 Das Konzept der Lieferung verzehrfertiger Speisen per Drohne
2.4 Definition der ökologischen Nachhaltigkeit
3 Auswahl und Gewichtung der Bewertungskriterien sowie Bewertung der Entscheidungsalternativen für die Nutzwertanalyse
3.1 Lokale Schäden durch Feinstaubbelastung
3.2 Globale Schäden durch CO2-Ausstoß
3.3 Ressourcenverbrauch der Auslieferungsarten
3.4 Lärmemissionen
4 Ermittlung der Ergebnisse
4.1 Durchführung der Nutzwertanalyse
4.2 Handlungsempfehlungen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den ökologischen Nutzwert des Einsatzes von Lieferdrohnen im Vergleich zu herkömmlichen PKW bei der Zustellung von verzehrfertigen Speisen in ländlichen Regionen, um die ökologische Vorteilhaftigkeit dieser neuen Technologie zu evaluieren.
- Vergleichende ökologische Nutzwertanalyse (NWA)
- Bewertung von Emissionen wie Feinstaub (PM10) und CO2
- Analyse des Ressourcenverbrauchs alternativer Lieferformen
- Untersuchung von Lärmemissionen im Lieferprozess
- Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Logistikbranche
Auszug aus dem Buch
3.1 Lokale Schäden durch Feinstaubbelastung
Feinstaub (PM10) besteht aus Teilchen, die kleiner als 10 Mikrometer sind. Diese Teilchen entstehen beispielsweise bei einem Verbrennungsprozess oder durch komplexe chemische Reaktionen. Sie können bis in die Lungenbläschen des Einatmenden vordringen, wodurch sie in die Blutlaufbahn gelangen. Dies kann zu Atemwegserkrankungen und Herz- und Kreislauferkrankungen führen. Da der Schaden für die Umwelt somit lokal stattfindet, wird dieser Punkt, verglichen mit den anderen Punkten, unterdurchschnittlich mit 10 % gewichtet.
Der PM10-Ausstoß des deutschen Strommixes lag im Jahr 2018 bei 0,010 g/kWh. Eine Lieferdrohne, die 0,03 kWh/km verbraucht, stößt also 3x10-4 g/kWh PM10 aus. In der Literatur lassen sich keine genauen PM10-Werte für das beschriebene Beispielauto finden. Daher werden die PM10-Grenzwerte des in die Schadstoffklasse „EURO 4“ eingeteilten Dieselautos zurate gezogen. Diese betragen 0,025 g/km. Das Auto, das folglich bis zu 83-mal so viel PM10 ausstößt wie die Lieferdrohne, erhält somit für dieses Bewertungskriterium die Punktzahl „1“, während die Lieferdrohne eine „10“ erhält.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Arbeit durch den Logistiktrend „Green Logistics“ und leitet die Forschungsfrage hinsichtlich des ökologischen Nutzens von Lieferdrohnen ab.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe der Essensauslieferung, das technische Konzept von Lieferdrohnen und die Kriterien für ökologische Nachhaltigkeit.
3 Auswahl und Gewichtung der Bewertungskriterien sowie Bewertung der Entscheidungsalternativen für die Nutzwertanalyse: Hier werden die Kriterien für die Nutzwertanalyse – Feinstaub, CO2, Ressourcenverbrauch und Lärm – detailliert definiert und gewichtet.
4 Ermittlung der Ergebnisse: Dieses Kapitel führt die Nutzwertanalyse durch, stellt die ermittelten Ergebnisse in einer Matrix dar und gibt Empfehlungen für weiteres Vorgehen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Nutzwertanalyse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage mit einem klaren Vorteil für die Lieferdrohne im untersuchten Modell.
Schlüsselwörter
Lieferdrohne, Essensauslieferung, ökologische Nachhaltigkeit, Nutzwertanalyse, Green Logistics, CO2-Ausstoß, Feinstaubbelastung, Ressourcenverbrauch, Lärmemissionen, Logistikmanagement, ländliche Gebiete, Emissionsfaktoren, Mobilität, Umweltschutz, Energieverbrauch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den ökologischen Nutzwert von Lieferdrohnen im Vergleich zu einem PKW bei der Zustellung von verzehrfertigen Speisen in ländlichen Gebieten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen ökologische Nachhaltigkeit, Emissionswerte von Lieferfahrzeugen, Wirkungsketten des Energieeinsatzes und die methodische Bewertung von Alternativen in der Logistik.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist die Erforschung der Forschungsfrage, ob ein ökologischer Vorteil gegenüber der konventionellen Auslieferung mit dem Auto bei Nutzung einer Lieferdrohne nachweisbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit führt eine qualitative Sekundärforschung durch, die in eine quantitative Nutzwertanalyse zur Bewertung der beiden Auslieferungsformen mündet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Definition der theoretischen Grundlagen, der Festlegung gewichteter Bewertungskriterien sowie der detaillierten Berechnung und Interpretation der Ergebnisse durch die Nutzwertmatrix.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lieferdrohne, ökologische Nachhaltigkeit, Nutzwertanalyse, CO2-Ausstoß und Green Logistics.
Welche Rolle spielt das verwendete Fahrzeugmodell für die Ergebnisse?
Das Modell eines VW Polo 1.9 TDI als Vergleichsauto dient zur Herleitung von Grenzwerten und Durchschnitten, um eine vergleichbare Datenbasis gegenüber der drohnenspezifischen Energieeffizienz zu schaffen.
Warum wurde neben CO2 auch Lärm als Bewertungskriterium aufgenommen?
Lärmemissionen stellen einen lokalen Umweltfaktor dar, der laut Umweltbundesamt eine relevante messbare Belastung durch Drohnen darstellt, obwohl der ökologische Nutzen in anderen Bereichen deutlich größer ist.
- Quote paper
- Janis Börsch (Author), 2020, Untersuchung der Auslieferung verzehrfertiger Speisen per Lieferdrohne in ländlichen Gebieten, verglichen mit der Auslieferung per Auto auf ihre jeweilige ökologische Nachhaltigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1585213