Die Droogs - eine typische Peergroup?

Untersuchung des Films A Clockwork Orange von Stanley Kubrick


Hausarbeit, 2010

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Peergroup?
a) Was ist eine Peergroup?
b) Wer gilt als Jugendlicher?

3. Die Droogs
a) Sind die Droogs Jugendliche?
b) Was sind Merkmale einer Peergroup bei den Droogs?

4. Droogs - Gesellschaft

5. Diskussion

6. Literatur- und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Thema der vorliegenden Arbeit ist der 1971 durch den New York Film Critics Circle unter anderem in der Kategorie Best Picture ausgezeichnete Film A Clockwork Orange des Regisseurs Stanley Kubrick (vgl. NYFCC 2009, S.1). Dieser stellt im Kern die Welt einer Gruppe Jugendlicher, der Droogs, in einer nicht naher bezeichneten Zukunft dar. Der Anfuhrer Alex, welcher zugleich als Erzahler dient, fuhrt diese Gruppe durch Kriminalitat und Gewalt, wird jedoch schlie&lich von ihnen verraten. Diese Arbeit untersucht die Gruppe der Droogs und ihre direkte Umwelt genauer. Hierbei ist von zentralem Interesse, ob es sich bei dieser um eine Kreation mit kunstlichen, nicht in der Welt aufzufindenden Eigenschaften/ Charakteristika handelt oder um eine, wenn auch ubertriebene, Darstellung von jugendlichem Gruppenleben. Die Fragestellung der vorliegenden Arbeit lautet daher- Sind die Droogs eine Peergroup und wenn ja in welcher Weise steht diese im Wechselverhaltnis zur sie umgebenden Gesellschaft?

Fur das methodische Vorgehen stutzt sich diese Arbeit erstens auf den Film A Clockwork Orange mit deutscher Tonspur sowie zweitens auf die Hinzuziehung von verschiedener thematisch relevanter Fachliteratur. Die Gliederung der Arbeit ergibt sich daher aus der aufgeworfenen Fragestellung wie folgt. Inhalt des zweiten Abschnitts wird die Klarung der Begrifflichkeiten Peergroup und Jugend sowie ihre Anwendbarkeit auf den Sachverhalt sein. Der dritte Abschnitt pruft die Zulassigkeit der Zuordnung der Droogs zu den Begrifflichkeiten Jugendliche und Peergroup unter Ruckgriff auf im filmischen Ausgangsmaterial verfugbare Informationen. Im schlie&enden Abschnitt erfolgt eine kurze Reflexion der vorangegangenen Inhalte.

2. Peergroup?

a) Was ist eine Peergroup?

Bei der Suche nach dem Begriff Peergroup ergibt sich neben dem Umstand, dass dieser Begriff ursprunglich aus den USA stammt, auch die Erkenntnis, dass hierzu unterschiedliche Sichtweisen existieren (vgl. I.1. 2003, S.1). Resultierend aus dieser Perspektivenpluralitat werden im Folgenden nur Kernpunkte in dieser Arbeit beleuchtet. Das Prinzip der Peergroup geht von der Annahme aus, „dass Jugendliche ein sehr starkes Interesse an Gruppen von Gleichaltrigen haben" (I.1. 2003, S.1). Die Einlassung auf diese Gruppe geht ferner mit der „Ubernahme von gruppenspezifischen Normen und Regeln der Peer Group einher, die subkulturelle Eigenschaften" (ebd.) besitzen. Daruber hinaus heiBt es dort, die Peergroup sei „fur die Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensstil, dem Umgang mit Drogen, Musikvorlieben, Mode und Freizeitgestaltung wichtig" (ebd.). Die letztgenannten Sachverhalte werden in den nachfolgenden Abschnitten in ihrer Bedeutung fur diese Arbeit noch deutlicher. Insbesondere die Gewalt, welche nach Kuhnel/ Matuschek „zu den Begleiterscheinungen des (Freizeit-) Alltags von Jugendlichen" (Kuhnel/ Matuschek 1995, S.12) gehort spielt eine beherrschende Rolle in dem filmischen Leben der Gruppe. Zusammengefasst handelt es sich bei einer Peergroup um eine Gruppe Jugendlicher, welche ein gegenseitiges Interesse an der Beschaftigung miteinander, beziehungsweise an der Beschaftigung mit Gleich- oder Ahnlichaltrigen, haben. Weitergehend sind diese Gruppen mit Eigenschaften ausgestattet, welche es zulassen sie als eigenstandigen Teil der Gesellschaft zu betrachten, wie etwa eigene Verhaltensnormen oder eine spezielle Selbstsicht (vgl. I.2. 2003, S.1). Das Leben innerhalb von Peergroups ist daruber hinaus forderlich fur „die Bildung einer Identitat in einem Schonraum jenseits der Kontrolle durch Erwachsene, der Familie und schulischer Anforderungen" (Ecarius et al. 2008, S. 106). Erkennbar tritt der Aspekt fehlender gruppenexterner Kontrolle wie beispielsweise durch die eigene Familie hervor, vielmehr handelt es sich um den Ort des Erprobens von Verhaltensweisen mit vorrangiger Rechenschaftspflicht gegenuber den anderen Peers. Die Peergroup erlangte erst im Zuge der Zunahme von schulischer Bildung fur breitere Bevolkerungsschichten auch in gesteigertem Lebensalter an Bedeutung, die groBeren zeitlichen Freiraume wurden demnach aufgrund der weitestgehenden Freiheit von Erwerbstatigkeit und hauslichen Verpflichtungen mit den Peers verbracht (Ecarius et al. 2008, S. 104 ff.).

b) Wer gilt als Jugendlicher?

In diesem Zusammenhang gilt es nun zu klaren, wer als Jugendlicher gilt. Hier ergeben sich groBe Unterschiede zwischen den Quellen. Nicht thematisiert werden soll an dieser Stelle die Veranderung der Jugendphase oder ihre historische Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert, um den inhaltlichen Rahmen nicht zu sehr zu strapazieren. Vielmehr sollen hier Indikatoren fur die Einordnung in die Kategorie Jugend aufgezeigt werden. Die Jugendstudie im Auftrag von Shell fasst Probanden zwischen dem begonnenen 12. und dem noch nicht vollendeten 25. Lebensjahr unter den Begriff Jugendliche (vgl. Shell Jugendstudie 2006, S. 18). Bei den Vereinten Nationen hingegen wird die Spanne vom 15. bis zum 24. Lebensjahr als Kriterium fur die Einordnung in die Altersgruppe Jugendliche benannt (vgl. I.3. 1981, S.1). GemaB dem Sozialgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland ist ein Jugendlicher eine Person zwischen dem vollendeten 14. und dem noch nicht begonnenen 18. Lebensjahr (vgl. Sozialgesetzbuch 1990, § 7.1). Trotz der aufgezeigten weiten Verbreitung ist das Kriterium des Lebensalters ist in dieser Arbeit nicht geeignet zur Entscheidung, ob es sich bei den Droogs um Jugendliche handelt, da das Alter der Mitglieder dieser Gruppe im Film keine Erwahnung findet und somit nur zu vermuten ist. Das Ausscheiden des Alters als entscheidendes Kriterium macht einen neuen Ansatz zur Unterscheidung zwischen Jugendlichen und Erwachsenen notwendig. Die Kategorie Kind erscheint hierbei nicht als berucksichtigenswert, da die korperliche Entwicklung der Droogs sowie die regelmaBige Handhabung eines Personenkraftwagens auf ein Lebensalter uber den in diesem Abschnitt aufgefuhrten Mindestanforderungen fur die Kategorie Jugendlicher schlieBen lassen. Da anhand der korperlichen Merkmale ebenfalls noch nicht auf die Kategorie Seniorenalter geschlossen werden kann scheiden beide Kategorien aus der weiteren Betrachtung aus (vgl. Kubrick 1999, 7:13 Min.; Hurrelmann 2005, S.17). Als Kerndimensionen fur das Erwachsensein benennt Josting „Ausbildung und Erwerbsarbeit... [sowie daruberhinausgehend die] Grundung einer Familie" (Josting 2005, S. 40). Allerdings verweist sie im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage darauf, dass sich diese Schritte durchaus verzogern konnen (vgl. Josting 2005, S. 40 ff.). Um das Wegfallen dieser Indikatoren zu kompensieren verwies Josting daher darauf, dass Jugend der Konstruktion durch die Gruppe unterliegt, daher haben die Gruppenmitglieder auch genaue Vorstellungen uber die Indikatoren, welche sie auf Nachfrage auBern (vgl. ebd.). Bedauerlicherweise muss die Moglichkeit der Nachfrage aufgrund der Quellenlage dieser Arbeit entfallen, daher werden das Verhaltnis der Personen zur Erwerbstatigkeit beziehungsweise der tatsachlichen Bestreitung ihres Lebensunterhaltes aus selbst erwirtschafteten Mitteln und der Grad der Loslosung vom elterlichen Haushalt nun als Ersatzindikatoren fur das nicht verfugbare Alter der Akteure dienen. Dies entspricht in Grundzugen den Ausfuhrungen Hurrelmanns, welcher eine gewisse Abkopplung der Jugendlichen von der „Erwerbsarbeit...[sowie] der Produktion und der wirtschaftlichen Reproduktion der Gesellschaft" (Hurrelmann 2005, S. 23) anfuhrt, allerdings gleichzeitig die gesellschaftliche Funktion der Jugend in der Ausbildung und Qualifizierung der Jugendlichen sieht (vgl. Hurrelmann 2005, S. 23 ff.). Den Grad der Loslosung vom elterlichen Haushalt hingegen thematisiert Ferchhoff als Faktor zur Bestimmung der Lebensphase Jugend (vgl. Ferchhoff 2007, S. 336 ff.).

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Details

Titel
Die Droogs - eine typische Peergroup?
Untertitel
Untersuchung des Films A Clockwork Orange von Stanley Kubrick
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V158570
ISBN (eBook)
9783640722716
ISBN (Buch)
9783640723140
Dateigröße
539 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Droogs, Peer, Peergroup, Identifikation, Gruppe, Jugend, Jugendliche, Merkmale, Gewalt
Arbeit zitieren
Christof Kaczmarkiewicz (Autor), 2010, Die Droogs - eine typische Peergroup?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/158570

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