Die Ursachen der ökologischen Krise


Hausarbeit, 2008

23 Seiten, Note: 1,7

Tina Brüskmann (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die ökologische Krise

3. Ursachen der ökologischen Krise
3.1 Die Industrialisierung
3.2 Der Wertewandel in der Gesellschaft

4. Die Auswirkungen des Gesellschaftswandels
4.1 Die Folgen der Gasemissionen

5. Politische Konsequenzen

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Internetquellenverzeichnis:

9. Anhang

1. Einleitung

„Alles, was gegen die Natur ist, hat auf Dauer keinen Bestand.“[1] Dieses Zitat von Charles Darwin scheint sich in der heutigen Zeit auf ungeahnte Weise zu bestätigen.

Die Menschheit scheint vor ihrem Ende zu stehen, wenn sie nicht schnellstmöglich von dem Ziel des Wirtschaftswachstums, des Konsums und der Bequemlichkeit Abstand nimmt und den „Krieg gegen die Natur“[2] unterlässt.

Immer häufiger wird in den Medien von einzigartigen Naturbedrohungen wie Stürmen, Fluten, Jahrhunderthitzewellen, schmelzenden Polkappen und anderen Geschehnissen berichtet, die auf einem durch den Menschen verstärkten Klimawandel und der Erderwärmung basieren. Die Wahrscheinlichkeit solcher Hitzewellen, wie sie 2003 auftraten, liegen normalerweise unter 0.0001 Prozent.[3] Die Luft- und Meeresverschmutzungen durch Industrieabgase und Chemikalien bedrohen die Umwelt, dessen Ökosystem und seine Lebensformen immens. In diesen Jahren wird der „“Fortschritt“ als entscheidende Denkkategorie der Neuzeit ins Wanken“[4] gebracht. Trotz der wahrzunehmenden Bedrohung und der großen medialen Aufmerksamkeit zieht die Politik scheinbar keine ausreichenden Schlüsse. In der Wissenschaft werden die Zeichen der ökologischen Krise kontrovers diskutiert. Der Grundtenor in den neueren Büchern ist allerdings meist von pessimistischer Art. Trotz allem sollte man sich vielleicht überlegen, ob die Problematik durch die Medien und das aufkommende „in sein“ von ökologischem Handeln nicht dazu beitragen, dass die Problematik verstärkt wird.

Woher aber kommen diese ökologischen Veränderungen? Wodurch ist diese Krise entstanden?

Im Folgenden wird der Begriff der Ökologie und der ökologischen Krise erklärt. Darüber hinaus wird beschrieben, wie eine Umweltpolitik entstand. Anschließend wird gezeigt was die Ursachen und Auswirkungen der ökologischen Krise sind. Abschließend wird auf die Konsequenzen, die die Politik schon gezogen hat, eingegangen. Kann der Mensch diese Entwicklungen überhaupt noch aufhalten und ein Gleichgewicht zwischen Ökologie und Ökonomie herstellen?

„Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten, aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.“[5]

2. Die ökologische Krise

Der Begriff der Ökologie kam Ende des 19. Jahrhunderts als „Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zur umgebenden Außenwelt“[6] auf. Als man nicht mehr leugnen konnte, dass der Mensch eine große Rolle bei den Umweltveränderungen spielte, führte man den Begriff der „Humanökologie“ ein, als Wechselwirkung von Mensch und Natur. Schon früher gab es Umweltprobleme. Aber erst mit der Fortschreitung der Industrialisierung und den nun nicht mehr übersehbaren überregionalen Folgen wie Luft- und Wasserverschmutzung, traten Begriffe wie „ökologische Krise“ oder „Umweltkrise“ in den Brennpunkt der Öffentlichkeit. Erst 1969, nach ersten Maßnahmen der UNO und NATO, wurde der Begriff der „Umweltpolitik“ von Innenminister Hans-Dietrich Genscher als Korrespondent zu der amerikanischen environmental policy in Deutschland gültig. Diese politische Kategorie gewann schnell an großer Bedeutung. Besonders das Problem der Umweltverschmutzung und die Verringerung der Ressourcen (Ölkrise, 1973) bei ständigem Bevölkerungswachstum wurden erörtert. Das Umweltbewusstsein und das Hinterfragen von gängigen Werten der Menschen kamen nach der 1972 veröffentlichten Studie „Die Grenzen des Wachstums“, die vom Club of Rome im Massachusetts Institute of Technology in Auftrag gegeben wurde und der UN- Umweltkonferenz namens „Only One Earth“ auf einen ersten Höhepunkt.[7] Es entstand eine Umweltbewegung, die das Ziel hat eine Wirtschaftsform zu finden „die ohne Energie- und Rohstoffverschwendung auskommt und in ökologische Kreisläufe eingepasst ist“[8].

Seither gab es immer wieder beängstigende Studien über mögliche Folgen in der Umwelt und viele politische Bemühungen, die ökologische Krise abzuschwächen und eine „Wiederherstellung von benutzten ökologischen Ressourcen und belasteten ökologischen Absorptionskapazitäten“[9] zu vollbringen. Es wurde beispielsweise versucht, den CO2 Ausstoß zu verringern und auf erneuerbare Energien zu verweisen. Heute kann man feststellen, dass die Umweltprobleme zugenommen haben, dass der Mensch tatsächlich bleibende Schäden ungeahnten Ausmaßes in der Natur hinterlassen hat und dass er sich ändern muss, wenn er den Schaden begrenzen will. Die nötige Geschwindigkeit dieses Wertewandelprozesses ist umstritten.

3. Ursachen der ökologischen Krise

3.1 Die Industrialisierung

Schon im Mittelalter entwickelte sich durch einen immensen Anstieg des Handels, der Produktivität, der Innovation und des Wohlstands eine Dynamik im Wirtschaftssektor. Durch das Bevölkerungswachstum mussten Verbesserungen in der Landwirtschaft entwickelt werden und die Modernisierung wurde gefördert. Mit dem technischen Fortschritt kam es zunächst im 18. Jahrhundert in England zur „industriellen Revolution“. Dieser Begriff wurde von F. Engels und L.A. Blanqui gewählt, da die nun ökonomischen Veränderungen in einer unglaublichen Geschwindigkeit und Radikalität geschahen. England war hier ein Vorreiter, da dort schon früher die Voraussetzungen zur Kapitalbildung und technischen Innovation durch eine Lockerung der Grundherrschaft und des Zunftzwangs entstanden. Erst später breitete sich die Industrialisierung in den USA und den europäischen Ländern aus. Durch die Erfindung der Dampfmaschine durch James Watts, der Spinnmaschine, dem mechanischen Webstuhl und anderen Maschinen stand nun dem erweiterten und schnelleren Handeln nichts mehr im Wege. Die Zahl der technischen Erneuerungen zwischen 1700 und 1900 war sechsmal höher als die Innovationen der 1700 Jahre davor.[10] Durch den Einsatz von Maschinen und damit der „Enteignung der individuellen Fertigkeiten“[11] in Fabriken konnte man nun die Präzision, Effizienz und Produktivität steigern. Über erneuerte Infrastrukturen konnte man die produzierten Güter bald nicht nur mit der Eisenbahn sondern auch Schiffen und Flugzeugen in hoher Geschwindigkeit transportieren und auch exportieren. Es wurden nun in energieintensiven Verfahren aus natürlichen Stoffen künstliche, schlecht abbaubare Stoffe erzeugt. Dies war der Beginn vom stetigen Wirtschaftswachstum einer kapitalistischen Gesellschaft die profitmaximierend orientiert war[12]. Das Kapital und das Sozialprodukt stiegen allein von 1850 bis 1913 um das fünffache. Durch die neuen Kommunikations-, Verkehrs- und Ausbildungswege wurde der Grundstein der heutigen Lebensversorgung und Lebensstile geprägt. Eine der wichtigsten technischen Erneuerungen der Industrialisierung waren die neuen, künstlich gewonnenen Energien in Form von Elektrizität, Treibstoff und Atomkraft, die fast unbegrenzt erzeugt werden konnten, nicht Ortsgebunden waren (wie vorher die Wasserkraft), und eine Tempo- und Leistungserhöhung garantierten. Auch die neuen Apparatursysteme wie Maschinen der Fabrik, des Verkehrs (Autos, Lokomotiven und Flugzeuge und der Kommunikation waren sehr wichtig für dies Zeit. Bis Ende des 19. Jahrhunderts blieb England so der Vorreiter der Industrialisierung, doch besonders Deutschland war ein großer Rivale. Gerade in der Roheisen- und Stahlerzeugung machte es große Innovationen (die Stahlerzeugung wuchs zwischen 1870 und 1930 um das achtzigfache) und war in manchen industriellen Bereichen international führend. In der Chemieindustrie wurden neue Stoffe wie Aluminium, Gummi und Glas hergestellt und im Bereich der Farbstoffindustrie und der Energiegewinnung hatte Deutschland schnell die anderen Länder überholt und wurde zu einem kapitalistisch organisierten Industriestaat. Besonders der Export steigt in Deutschland auch heute noch kontinuierlich.[13]

In Hinblick auf die Umwelt war dies der Wandel von dem „ „hölzernen Zeitalter“ zu den fossilen Energieträgern“[14], Die Wälder wurden nun statt für bäuerliche Zwecke zur Vermarktung benutzt und waren nur noch ein schlichter Holz- und damit Energielieferant. Als man sah, dass Holz nicht der einzige Energielieferant sein konnte, griff man auf fossile Energieträger wie Steinkohle, später auch Braunkohle, Erdöl, Atomkraft und Erdgas zurück. Durch die abgeführten giftigen Industrieabwässer wurden Böden und Flüsse verschmutzt. Giftige Abgase schädigten die Luft.[15] Hiermit wurden Lebensräume verschiedenster Tier und Pflanzenarten beeinträchtigt.

[...]


[1] Zitat: http://deutschesfachbuch.de/info/detail.php?isbn=3423344334&word=

[2] Zitat: Bruhn, Jürgen: Öko Report 2000: Wege aus der Umweltkatastrophe, Weitbrecht Verlag, Stuttgart, Wien, 1994, S.10

[3] Lynas, Mark: Sturmwarnung: Berichte von den Brennpunkten der globalen Klimakatastrophe, Riemann Verlag, München, 2004, S.16 ff

[4] Zitat: Hünemörder, Kai F.: Die Frühgeschichte der globalen Umweltkrise und die Formierung der deutschen Umweltpolitik (1950- 1973), Franz Steiner Verlag, München, 2004, S. 11

[5] http://www.umweltbuero.at/umweltgemeinderat/umweltordner/framesets/4_umweltthemen/4_frame.html?main1=/umweltgemeinderat/umweltordner/framesets/4_umweltthemen/4_3_1_frame.html&main=/umweltgemeinderat/umweltordner/html/4_3_1_4.html

[6] Zitiert nach: Hünemörder, Kai F.: Die Frühgeschichte der globalen Umweltkrise und die Formierung der deutschen Umweltpolitik, S.23

[7] Hünemörder, Kai F.: Die Frühgeschichte der globalen Umweltkrise und die Formierung der deutschen Umweltpolitik, S. 22 ff

[8] Zitat: Drechsler/ Hilligen/ Neumann: Gesellschaft und Staat: Lexikon der Politik, 10. Auflage, Verlag Vahlen, München, 2003, S. 706

[9] Zitat: Nohlen, Dieter/ Schultze, Rainer-Olaf: Lexikon der Politikwissenschaft, Band 2 N-Z, 3. Auflage, Verlag C. H. Beck, München, 2005,S. 1049

[10] http://www.bpb.de/publikationen/2OR8C7,0,Voraussetzungen_der_Industrialisierung_Entwicklung_der_Technik.html, 14.10.08

[11] Zitat: Nohlen, Dieter/ Schultze, Rainer-Olaf: Lexikon der Politikwissenschaft, Band 1 A-M, 3. Auflage, Verlag C. H. Beck, München, 2005, S. 369

[12] Butschek, Felix: Industrialisierung: Ursachen, Verlauf, Konsequenzen, Böhlau Verlag, Köln, Wien, Weimar, 2006, S. 119ff

[13] http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bild:Aussenhandel_entwicklung_deutschland.png&filetimestamp=20071125211814, Siehe Anhang Graphik I

[14] Zitat nach: Uekötter, Frank: Umweltgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, München, 2007, S. 7

[15] Uekötter, Frank: Umweltgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert, Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, München, 2007

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Die Ursachen der ökologischen Krise
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
23
Katalognummer
V159619
ISBN (eBook)
9783640724734
ISBN (Buch)
9783640725014
Dateigröße
688 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ursachen, Krise, ökologische Krise, Klimawandel
Arbeit zitieren
Tina Brüskmann (Autor), 2008, Die Ursachen der ökologischen Krise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159619

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