Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Didactics - Politics, Political Education

Irreguläre Migration. Eine Unterrichtsreihe

Title: Irreguläre Migration. Eine Unterrichtsreihe

Term Paper , 2024 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jens Fröhlich (Author)

Didactics - Politics, Political Education
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In dieser Hausarbeit wird basierend auf einer Sachanalyse eine Unterrichtsreihe zum Thema 'Irreguläre Migration' skizziert.
Die Sachanalyse geht in jeweils eigenen Abschnitten auf Grundlagen der Migration, gesetzliche Regelungen, Statistiken, Folgen von Migration, verschiedene Akteure und politische Positionen ein.
Bei der Entwicklung der Unterrichtsreihe wird besonderer Wert auf die Urteilsbildung gelegt.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird daher eine 13-stündige Unterrichtsreihe für einen Gemeinschaftskunde-Leistungskurs am baden-württembergischen Gymnasium zum Thema ‚irreguläre Migration‘ konzipiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis des Buches

  • 1. Einführung
  • 2. Sachanalyse
    • 2.1 Grundlagen
    • 2.2 Gesetzliche Regelungen
    • 2.3 Zahlen
    • 2.4 Auswirkungen
    • 2.5 Akteure & Positionen
    • 2.6 Vorschläge
  • 3. Didaktische Analyse
  • 4. Urteilsbildung
  • 5. Didaktische Reflexion
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit konzipiert eine 13-stündige Unterrichtsreihe für einen Gemeinschaftskunde-Leistungskurs an einem baden-württembergischen Gymnasium zum Thema "irreguläre Migration". Das primäre Ziel und die Forschungsfrage der Arbeit ist es zu untersuchen, was die Bundesregierung gegen irreguläre Migration unternehmen soll und wie dies didaktisch aufbereitet werden kann.

  • Detaillierte Sachanalyse der irregulären Migration in Deutschland
  • Analyse gesetzlicher Regelungen und deren Auswirkungen auf Migrationsströme
  • Beleuchtung der Akteure und deren Positionen in der Migrationspolitik
  • Didaktische Aufbereitung des Themas für den Schulunterricht
  • Förderung der Urteils- und Handlungskompetenz von Lernenden
  • Reflexion über Herausforderungen bei der Planung der Unterrichtsreihe

Auszug aus dem Buch

2.4 Auswirkungen

Debatten über Migration verlaufen oft hitzig und emotional, weil mit dem Thema viele Hoffnungen, aber auch viele Ängste verbunden sind. Dieser Abschnitt versucht daher, anhand der Auswirkungen von Migration zu erklären, warum diese als relevantes Handlungsfeld der Politik angesehen wird. Im Vordergrund steht dabei die Frage: Gibt es ein Problem mit (irregulärer) Migration und wenn ja, welches?

Hoffnungen bestehen v. a. derart, dass Migranten den demografischen Wandel abschwächen und so den Arbeitskräftemangel in Deutschland vermindern könnten. Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität dürfen nicht offiziell arbeiten, weshalb es keine verlässlichen Zahlen zu ihrer Erwerbsbeteiligung gibt. Vermutet wird aber, dass sie eine tragende Rolle bspw. im Baugewerbe und in der Pflege innehaben (Mediendienst Integration 2024; Hoesch 2018: 41). Sowieso gilt: Migranten sind für den hiesigen Arbeitsmarkt unverzichtbar; sie arbeiten schon heute überproportional in den Berufen, in denen der größte Bedarf besteht. Trotzdem fehlen der Bundesrepublik bereits jetzt Arbeitskräfte auf allen Qualifikationsniveaus (Angenendt, Knapp & Kipp 2023: 9, 12). Bis 2035 werden Deutschland ohne Zuwanderung über 7 Millionen potenzielle Arbeitskräfte fehlen. Angenendt et al. gehen davon aus, dass dem sogar „bei einer steigenden Erwerbsquote von Frauen und Älteren ... langfristig nur mit einer jährlichen Nettozuwanderung von 400.000 Menschen entgegengewirkt werden kann“ (2023: 11). Dafür wird die Zuwanderung aus EU-Staaten nicht reichen, wir brauchen also auch solche aus ferneren Ländern. Die Bundesregierung versucht bereits, dieses Potenzial gezielt zu nutzen – etwa durch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Bisher haben diese Versuche jedoch nur begrenzte Abhilfe geschaffen (Angenendt et al. 2023: 12f., 16-20): „Tatsächlich ist die Zuwanderung aus Drittstaaten nur zu einem geringen Teil erwerbsbezogen“ (Angenendt et al. 2023: 14): 2023 erhielten nur etwa 70.000 Personen eine Aufenthaltserlaubnis für Erwerbszwecke (BAMF 2024b: 100). Nicht vergessen sollte man jedoch, dass auch Schutzsuchende arbeiten dürfen und das in vielen Fällen auch tun (60% nach fünf Jahren; Angenendt et al. 2023: 15). Das oft befürchtete Ausnutzen des Wohlfahrtsstaates scheint hingegen kein relevantes Migrationsmotiv zu sein, die meisten Migranten wollen arbeiten und haben daher Regionen mit vielen Arbeitsplätzen als Ziel (Hoesch 2018: 27).

Befürchtungen im Zusammenhang mit Migration bestehen v. a. hinsichtlich der inneren Sicherheit. Besonders irreguläre Migranten, aber auch Asylbewerber werden im öffentlichen Diskurs oft als Gefahr dargestellt und lösen so Angst aus (Leese 2020). Das liegt u. a. an der Berichterstattung der Medien: Über ausländische Tatverdächtige wird – verglichen mit deutschen Tatverdächtigen - überproportional häufig berichtet (Malteser 2023: 66). Daneben wird die Angst auch bewusst von Politikern geschürt, die „darauf setzen, dadurch Legitimation für die von ihnen angebotenen Lösungsstrategien zu gewinnen“ (Leese 2020). Deshalb kommt das Thema häufig nach prominenten Gewaltdelikten auf die Tagesordnung. Das ist auch dieses Mal der Fall, in dem die Debatte durch das Attentat von Solingen (mit-)ausgelöst wurde, dessen Täter eigentlich ausreisepflichtig war (Tagesschau 2024a). Die tatsächliche Beziehung zwischen Migration und Sicherheit ist kompliziert. Auf den ersten Blick erscheinen Migranten tatsächlich als Sicherheitsrisiko. So treten sie überproportional häufig als Verdächtige in der Polizeilichen Kriminalstatistik [PKS] auf (aber auch häufiger als Opfer). Allerdings ist die Aussagekraft der PKS begrenzt, u. a., weil es sich um eine Hellfeld- und Verdachtsstatistik handelt (Malteser 2023: 60f.). Außerdem dürfte die höhere Kriminalitätsneigung vermutlich nicht mit Migration an sich, sondern anderen Faktoren korrelieren, von denen Zuwanderer schlicht häufiger betroffen sind (z. B. männliches Geschlecht, junges Alter und niedriges sozioökonomisches Niveau; Malteser 2023: 66; Kap. 2.2). Migranten sind also nicht per se krimineller, sie gehören aber überdurchschnittlich häufig zu Personengruppen, die öfter kriminell sind. Irreguläre Migranten stellen für die Sicherheitsbehörden auch deshalb eine Herausforderung dar, weil so wenig über sie bekannt ist (Leese 2020).

Eine andere, häufig genannte Sorge ist eine ganz praktische:
„Durch die wieder stark ansteigenden Zahlen von Schutzsuchenden berichten die Kommunen vermehrt, an ihre Belastungsgrenzen zu gelangen. [Sie beklagen] einen Mangel an Wohnraum, Kita- und Schulplätzen [sowie] kommunalem Personal. Diese Umstände würden die Integration der Schutzsuchenden erschweren“ (Malteser 2023: 28f.).

Auch das dürfte ein Grund sein, warum gerade jetzt wieder vermehrt über Migration – und infolgedessen auch über irreguläre Migration – gesprochen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Dieses Kapitel stellt das aktuelle Thema der irregulären Migration vor und begründet die Relevanz der Konzeption einer Unterrichtsreihe für den Politikunterricht.

2. Sachanalyse: Hier wird eine umfassende fachliche Einarbeitung in das Thema der irregulären Migration geboten, die Grundlagen, gesetzliche Regelungen, Zahlen, Auswirkungen, Akteure und politische Vorschläge umfasst.

3. Didaktische Analyse: In diesem Kapitel werden die Inhalte und Ziele der Unterrichtsreihe aus der Sachanalyse abgeleitet und das Thema als zentrale Problemfrage für den Politikunterricht formuliert.

4. Urteilsbildung: Dieses Kapitel widmet sich der Förderung der Urteilskompetenz der Lernenden, um sie zu befähigen, begründete Urteile zu politischen Maßnahmen im Kontext der Migration zu fällen.

5. Didaktische Reflexion: Abschließend werden die Herausforderungen bei der Planung und Umsetzung der Unterrichtsreihe beleuchtet, insbesondere der große Umfang des Themas und die Notwendigkeit, Komplexität im Unterricht zu vermitteln.

Schlüsselwörter

Irreguläre Migration, Unterrichtsreihe, Sachanalyse, Didaktische Analyse, Urteilsbildung, Migrationspolitik, Push-Pull-Faktoren, Asylverfahren, Bezahlkarte, Fluchtursachenbekämpfung, Arbeitskräftemangel, Sicherheitsrisiko, Grenzkontrollen, Dublin-Abkommen, Beutelsbacher Konsens

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption einer 13-stündigen Unterrichtsreihe zum Thema "irreguläre Migration" für einen Gemeinschaftskunde-Leistungskurs, um das Thema didaktisch aufzubereiten und die Urteilsbildung der Schüler zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen eine tiefgehende Sachanalyse der irregulären Migration, gesetzliche Grundlagen, statistische Zahlen, gesellschaftliche Auswirkungen, Akteure und politische Lösungsansätze sowie die didaktische und methodische Aufbereitung für den Unterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Konzeption einer Unterrichtsreihe, die es Schülern ermöglicht, die Frage "Was soll die Bundesregierung gegen irreguläre Migration tun?" fundiert zu beantworten und eine eigene begründete Meinung zu entwickeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Sachanalyse aktueller wissenschaftlicher Publikationen und Berichte sowie auf politikdidaktischen Konzepten zur Unterrichtsplanung und Kompetenzförderung, insbesondere der Urteilsbildung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt eine Sachanalyse zur irregulären Migration (Grundlagen, gesetzliche Regelungen, Zahlen, Auswirkungen, Akteure, Vorschläge), gefolgt von der didaktischen Analyse, der Urteilsbildung und einer didaktischen Reflexion der Unterrichtsreihe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Irreguläre Migration, Unterrichtsreihe, Sachanalyse, Didaktische Analyse, Urteilsbildung, Migrationspolitik, Push-Pull-Faktoren, Asylverfahren und Bezahlkarte.

Warum wird die sogenannte "Bezahlkarte" im Kontext der irregulären Migration diskutiert?

Die Bezahlkarte wird diskutiert, um die Sozialleistungen für Asylbewerber nicht mehr in bar, sondern per Karte auszuzahlen. Ziel ist es, Migrationsanreize zu verringern und die Kommunen zu entlasten, obwohl die wissenschaftlichen Prognosen bezüglich der Wirksamkeit eher verhalten sind.

Welche Rolle spielt das Dublin-Abkommen in der europäischen Asylpolitik?

Das Dublin-Abkommen regelt, dass der Staat für ein Asylverfahren zuständig ist, über den der Migrant in die EU eingereist ist. Dies führt zu einer Überlastung der Mittelmeerstaaten und hat seit der "Flüchtlingskrise" 2015/16 zum Scheitern des Abkommens geführt.

Wie sollen politische Urteile im Rahmen der Unterrichtsreihe gefördert werden?

Die Urteilsbildung wird durch die Konzeption der Unterrichtsreihe entlang des Politikzyklus gefördert, wobei Lernende schrittweise von Entscheidungs- zu Gestaltungsurteilen gelangen und eigene Kriterien für die Beurteilung politischer Maßnahmen entwickeln.

Welche Spannungsfelder ergeben sich in der Migrationspolitik laut dem Dokument?

Ein zentrales Spannungsfeld in der Migrationspolitik entsteht zwischen Effizienz (der Wirksamkeit von Maßnahmen) und Legitimität (deren Rechtfertigbarkeit), da die effizientesten Maßnahmen oft illegal oder moralisch fragwürdig sein können.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
Irreguläre Migration. Eine Unterrichtsreihe
College
University of Tubingen  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Didaktik des Politikunterrichts
Grade
1,0
Author
Jens Fröhlich (Author)
Publication Year
2024
Pages
24
Catalog Number
V1597636
ISBN (PDF)
9783389139998
ISBN (Book)
9783389140000
Language
German
Tags
Didaktik Politikdidaktik Gemeinschaftskunde Migration Irreguläre Migration Unterricht Gymnasium Oberstufe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jens Fröhlich (Author), 2024, Irreguläre Migration. Eine Unterrichtsreihe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1597636
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint