Die Azteken – Eine faszinierende Hochkultur


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009
21 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Geschichte der Azteken
2.1 Geschichtliche Quellen – Kritische Zeugnisse
2.2 Die Azteken – Eine Identitätsklärung
2.3 Gründungsmythos und Ursprung

3 Das aztekische Reich
3.1 Das Land der Azteken
3.2 Die politische Organisation des Reiches
3.3 Die Expansionsbestrebungen der Azteken

4 Die Gesellschaftsstruktur
4.1 Der Adel
4.2 Die Herrscher
4.3 Der Nicht-Adel
4.3.1 Die Händler
4.3.2 Die Handwerker
4.3.3 Die Bauern
4.3.4 Die Sklaven

5 Die Wirtschaft des Reiches

6 Das Militärwesen

7 Religion und Kult
7.1 Die Götterwelt
7.2 Menschenopfer
7.3 Die aztekischen Kalender

8 Der Untergang der Aztekenreiches

9 Schlussbetrachtung

10 Bibliographie

1 Einleitung

„Am Morgen erreichten wir die Hauptstraße nach Iztapalapa. Von dort aus sahen wir alle zum ersten Mal die vielen Städte und Dörfer, die mitten in den See gebaut waren, und die noch weitaus größere Zahl der Ortschaften an den Ufern […]. Wir waren sehr angetan von diesem Zauberreich, das fast so unwirklich schien wie die Paläste in dem Ritterbuch des Amadis. Hoch und stolz ragten die fest gemauerten, steinernen Türme, Tempel und Häuser mitten aus dem Wasser. Einige unserer Männer hielten alles für einen Traum. Nie hätte ich geglaubt, dass es irgendwo auf der Welt ein solches Land zu entdecken gäbe.

Heute jedoch ist alles, was ich damals sah, für immer verloren, und kein Stein steht mehr auf dem anderen.“[1]

Die Worte Bernal Díaz del Castillos bringen die Gedanken jener Spanier zum Ausdruck, die sich unter Hernán Cortés am 8. November 1519 erstmals der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán näherten. Der Nachsatz lässt bereits erahnen, was für Veränderungen die Spanier über das aztekische Reich brachten und auf welche Weise dies geschah.

In dieser Arbeit soll die Hochkultur der Azteken, die vom 14. – 16. Jahrhundert in Mexiko existierte, näher beleuchtet werden. Dabei soll genauer auf die Geschichte, Kultur, Religion, und die politische und gesellschaftliche Struktur eingegangen werden, um ein anschauliches und möglichst objektives Bild dieses faszinierenden, indigenen Volkes zu zeichnen.

2 Die Geschichte der Azteken

2.1 Geschichtliche Quellen – Kritische Zeugnisse

Möchte man sich mit der Geschichte der Azteken befassen bedarf es einer genauen und vor Allem kritischen Literaturrecherche. Die meisten schriftlichen Zeugnisse über Leben und Kultur dieses indigenen Volkes stammen aus der Zeit der spanischen Conquista und spiegeln die subjektive Perspektive der spanischen Eroberer unter Hernán Cortés wider. Sie beabsichtigten damals nicht die objektive und vorurteilsfreie Darstellung ihrer Erfahrungen – vielmehr beeinflussten ihre Erwartungen und Vorhaben ihre Berichterstattung dahingehend, dass die Darstellungen ihren Absichten der Machtausdehnung, der Suche nach Gold und der Christianisierung Rechtmäßigkeit verliehen.[2]

Die von den Azteken selbst angefertigten bilderschriftlichen Dokumente über die eigene Kultur und Geschichte gingen während des Eroberungsfeldzuges weitgehend unter. Auch wenn bereits ein Jahrzehnt nach dem Ende der spanischen Conquista Indianer aztekischer Abstammung damit begannen, nach und nach kurze Zeugnisse ihrer Vergangenheit zu erstellen, sind auch diese nicht frei von subjektiver Darstellung und bedürfen ebenfalls der Abstraktion.[3]

2.2 Die Azteken – Eine Identitätsklärung

Die Azteken waren eine mesoamerikanische Hochkultur, die zwischen dem 14. und dem frühen 16. Jahrhundert im heutigen Mexiko ansässig war.

Der Begriff Azteken, im aztekischen Nahuatl Azteca’, bezeichnete ursprünglich die Bewohner des mythischen Ortes Aztlán. Die Bürger der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán und der Stadt Tlatelolco, die beide in der heutigen Hauptstadt Mexikos liegen, führten ihren Ursprung auf jenen sagenumwobenen Ort zurück. Die Bezeichnung dieser Volksgruppen als Azteken wurde erst im 18. Jahrhundert durch einen jesuitischen Historiker geprägt und verbreitet. Die Völker der beiden Städte bezeichneten sich selbst als Tenochca’ und Tlatelolca’ – gemeinsam nannten sie sich Mexi’ca’. Nach heutiger Auffassung gehören alle Volksgruppen, die im Becken von Mexiko ansässig waren und das aztekische Nahuatl sprachen, zu dem indigenen Volk der Azteken. Aufgrund ihrer engen kulturellen Verwandtschaft werden im weiteren Sinne auch die Völker der benachbarten Täler hinzugezählt, die jedoch nicht dem aztekischen Reich angehörten. Dieses Reich unterstand der Führung der Dynastie Colhua’ Mexi’ca’ von Tenochtitlán.[4]

2.3 Gründungsmythos und Ursprung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Ursprung der Azteken ist bis heute unklar und kann auch zeitlich nicht genau eingeordnet werden. Einer aztekischen Legende nach brachen sie im 14. Jahrhundert im nördlichen Mexiko gelegenen Aztlán unter der Führung ihres Gottes Huitzilopochtli auf und machten sich auf den Weg zum Texcoco-See in Zentralmexiko. Auf einer kleinen Insel des Sees entdeckten die Azteken einen Adler, der auf

einem Kaktus sitzend eine Schlange fraß. Nach göttlicher Prophezeiung deutete dieses Ereignis, das heute im Wappen (Abb. 1) der mexikanischen Flagge abgebildet ist, den Ort, an dem sie ihr neues Reich um die Hauptstadt Tenochtitlán errichten sollten.[5]

Eine realistische historische Datierung der Gründung der aztekischen Hauptstadt gestaltet sich schwierig. In der Forschung wird mittlerweile die Meinung vertreten, dass auf der sagenumwobenen Insel bereits vor der Ankunft der Azteken Siedlungen gestanden haben und damit eine Erstbesiedlung unglaubwürdig erscheint. Die Gründung Tenochtitláns, und damit die erste Niederlassung der Azteken, wird in verschiedenen Quellen zwischen 1194 und 1366 vermutet. Neuere Forschungen halten ein Zeitfenster zwischen 1320 und 1350 für erste aztekische Aktivitäten in dieser Gegend für realistischer.[6]

3 Das aztekische Reich

3.1 Das Land der Azteken

„Nie wurde ich der Vielfalt der Bäume müde, welche die verschiedenartigsten Düfte ausströmten, noch der von Rosen und anderen Blumen gesäumten Pfade […] oder des von frischem Wasser durchströmten Teiches. Derart prachtvoll war alles mit Steinmetzarbeiten und Malereien verziert, dass der Anblick den Betrachter in Entzücken versetzte. […] Nie hätte ich geglaubt, dass es irgendwo auf der Welt ein solches Land zu entdecken gäbe.“[7]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Azteken waren im Becken von Mexiko angesiedelt. Ihre Hauptstadt Tenochtitlán lag dort, wo das heutige Mexiko-Stadt in 2240 Metern Höhe liegt. Umringt von teils bis zu 5000 Meter hohen Bergketten vulkanischen Ursprungs war der Hauptteil des Tals von einem See bedeckt auf dessen Inseln die ersten aztekischen Siedlungen um Tenochtitlán entstanden.

Auch die Ufer des Sees, der einen Durchmesser von fast 80 km hatte, waren mit kleineren Siedlungen bebaut. In der Hauptstadt lebten schätzungsweise mehr als 150.000 Einwohner – eine für damalige spanische Vorstellungen überwältigende Größe. Tenochtitlán verfügte nicht nur über viele Verbindungsdämme zu den umliegenden Siedlungen am Ufer, sondern auch über einen Hafen, von dem aus weiter entfernte Siedlungen auf dem Wasserweg erreicht werden konnten.[8]

Die unmittelbaren Seezonen waren meist sumpfig und schwer bebaubar – die umliegenden Gebiete waren teils steppenartig und trockener, aber durch den Bau von Bewässerungssystemen dennoch für intensive Anbauwirtschaft geeignet.

Das gesamte Reich der Azteken (Abb. 2) erstreckte sich zur Zeit der spanischen Eroberer um Hernán Cortés von der Pazifikküste bis zur Küste des Golfs von Mexiko.[9]

3.2 Die politische Organisation des Reiches

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zur Zeit der spanischen Conquista war Motecuzoma der Jüngere alleiniger Herrscher über die Stadt Tenochtitlán und das riesige Reich, das den Texcoco-See umgab. Formell regierte Motecuzoma lediglich die Hauptstadt des Reiches, nicht aber die beiden am Ufer des Sees gelegenen Städte Tetzcoco und Tlacopan. Deren Herrscher Cacama und Tetlepanquetza lebten mit Motecuzoma in der Gemeinschaft des aztekischen Dreibundes (Abb. 3) in gesetzlich vereinbarter Gleichberechtigung zusammen. Dennoch schien Motecuzoma eine übergeordnete Rolle gespielt zu haben, da die anderen beiden in den spanischen Berichten keinerlei Erwähnung finden und jeglicher Kontakt über Motecuzoma stattfand.[10]

[...]


[1] Coe, M. D.: “Mythos Azteken – Große Kulturen, glanzvolle Epochen.“, 2002, 148.

[2] Vgl. Prem, H. J.: „Die Azteken – Geschichte, Kultur, Religion.“, 1996, 11f.

[3] Vgl. ebd., 13.

[4] Vgl. Prem, H. J.: „Die Azteken – Geschichte, Kultur, Religion.“, 1996, 9f.

[5] Vgl. Brown, D. M.: „Untergegangene Kulturen – Die blutige Herrschaft der Azteken.“, 1992, 41.

[6] Vgl. Prem, H. J.: „Die Azteken – Geschichte, Kultur, Religion.“, 1996, 75f.

[7] Bernal Díaz del Castillo unter Hernán Cortés, in: Brown, D. M.: „Untergegangene Kulturen – Die blutige Herrschaft der Azteken.“, 1992, 9.

[8] Vgl. Prem, H. J.: „Die Azteken – Geschichte, Kultur, Religion.“, 1996, 29f.

[9] Vgl. Lanczkowski, G.: „Götter und Menschen im alten Mexiko.“, 1984, 13.

[10] Vgl. Prem, H. J.: „Die Azteken – Geschichte, Kultur, Religion.“, 1996, 18.

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Details

Titel
Die Azteken – Eine faszinierende Hochkultur
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Seminar für romanische Philologie)
Veranstaltung
Hauptseminar “Landeswissenschaft” “Los pueblos indígenas en América Latina”
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
21
Katalognummer
V159814
ISBN (eBook)
9783640726851
ISBN (Buch)
9783640727599
Dateigröße
1803 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Azteken, Eine, Hochkultur
Arbeit zitieren
Daniel Scheibelhut (Autor), 2009, Die Azteken – Eine faszinierende Hochkultur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/159814

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