Innerhalb dieser Arbeit wird mithilfe musikikonographischer Quellen untersucht, wie die Hausmusik sich über die Jahrhunderte weiterentwickelt hat. Dabei werden die gewählten Beispiele in ihren kultur- und musikhistorischen Kontext gesetzt und analysiert, beziehungsweise interpretiert. Zur zeitlichen Einordnung wird je eine Bild- oder Videoquelle mit Bezug zu Martin Luther, der NS-Zeit und der Moderne gewählt. Ein besonderes Augenmerk soll auf der Fragestellung liegen, ob die Tradition der Hausmusik überhaupt noch zeitgemäß ist, und ob ein Aussterben der Hausmusik zu befürchten ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Hausmusik zu Zeiten Martin Luthers
2.2. Hausmusik im Nationalsozialismus
2.3. Hausmusik in der Moderne
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und den Wandel der Hausmusik von ihren Anfängen bis zur Gegenwart, wobei der Fokus auf musikikonographischen Quellen liegt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, ob die Tradition der Hausmusik in der modernen Gesellschaft noch zeitgemäß ist und ob ein tatsächliches Aussterben zu befürchten steht.
- Historische Einordnung der Hausmusik seit dem 17. Jahrhundert
- Die instrumentelle Nutzung der Hausmusik während des Nationalsozialismus
- Der Wandel der privaten Musizierpraxis im digitalen Zeitalter
- Analyse von Bild- und Videoquellen zur Dokumentation des häuslichen Musizierens
- Kulturelle Bedeutung des gemeinsamen Musizierens in der Familie und Gesellschaft
Auszug aus dem Buch
2.1. Hausmusik zu Zeiten Martin Luthers
Das Prinzip der Hausmusik, also das laienhafte Musizieren in einem privaten Raum wie der Familie, existiert seitdem es Musik im Allgemeinen gibt. Gebraucht wurde der Begriff erstmals 1605 im Gesangbuch “Christliche Hauß und Tisch Musica” von Bartholomäus Gesius, einem deutschen Kantor und Komponist. Darin befinden sich unter anderem Gesänge komponiert von Martin Luther selbst. Allerdings erlebte Luther die Begriffsprägung der Hausmusik selbst nicht mehr mit, da dieser von 1483 bis 1549 lebte. Während seiner theologischen Studien in Eisenach erhielt Luther auch eine musikalische Ausbildung und wies dem gesungenen Glaubensbekenntnis dementsprechend ebenso viel Wichtigkeit zu wie dem Gesprochenen. In weiteren Gesangbüchern des 17. Jahrhundert fällt der Begriff Hausmusik immer in einem christlichen Kontext. Zuvor war es üblich, dass in der Kirche, beim Gottesdienst oder der Messe in der Gemeinde gesungen wurde. Die Liedtexte beschäftigten sich mit der Lobpreisung des Herrn und sollten die Singenden Gottesfürchtigkeit lehren. Fortan sollte christliches Singen auch im häuslichen Bereich Einzug nehmen, um besagte Tugenden auch außerhalb der Kirche im Gedankengut der Menschen zu festigen.
Dass auch Luther selbst diese neue Tradition der Hausmusik ausübte - der Gemeinde also mit gutem Beispiel voran ging - wird in Gustav Adolf Spangenbergs Ölgemälde “Martin Luther im Kreise der Familie” aus dem Jahr 1866 dargestellt. Wenn Hausmusik auch von Luther praktiziert und gefördert wurde, so war der Begriff zu seiner Zeit doch noch nicht geprägt. Vorangestellt sei, dass das Gemälde ca. 300 Jahre nach Luthers Tod entstanden ist. Ob eine ähnliche Situation wie im Bild dargestellt wirklich stattgefunden hat, kann nicht klar bewiesen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Begriff der Hausmusik ein und erläutert die methodische Herangehensweise mittels musikikonographischer Quellen zur Beantwortung der Forschungsfrage.
2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in drei historische Etappen: die Anfänge zu Luthers Zeiten, die Instrumentalisierung im Nationalsozialismus sowie die Entwicklung unter dem Einfluss der Digitalisierung in der Moderne.
3. Fazit: Das Fazit resümiert, dass sich der Begriff und die Ausprägung der Hausmusik zwar massiv gewandelt haben, die Praxis des privaten Musizierens jedoch trotz aktueller Herausforderungen fortbesteht.
Schlüsselwörter
Hausmusik, Musikikonographie, Martin Luther, Nationalsozialismus, Digitalisierung, Musizierpraxis, Kulturgeschichte, Laienmusik, Familienleben, Bildanalyse, Musiksoziologie, Tradition, Musikerziehung, Moderne, Gesellschaftswandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem soziokulturellen Wandel der Hausmusik von der Reformationszeit bis in das digitale Zeitalter.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die religiöse Verankerung der Hausmusik, deren politische Instrumentalisierung sowie die modernen Einflüsse durch Streaming und digitale Medien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob die Hausmusik als Tradition heute noch zeitgemäß ist oder ob sie vom Aussterben bedroht ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt die musikikonographische Methode, bei der Bild- und Videoquellen im historisch-kulturellen Kontext analysiert und interpretiert werden.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert spezifische Fallbeispiele: das Luther-Gemälde von Spangenberg, zeitgenössische Quellen aus der NS-Zeit und moderne digitale Formate wie Online-Konzerte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die wichtigsten Schlagworte sind Hausmusik, Musikikonographie, Tradition, Digitalisierung und kultureller Wandel.
Wie unterschied sich die Bedeutung der Hausmusik im Nationalsozialismus von der heutigen Zeit?
Während die Hausmusik damals stark politisiert wurde, um den Volksgedanken und die Ideologie zu verbreiten, ist sie heute primär Ausdruck individueller Lebensgestaltung und privater Freizeitkultur.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung für die heutige Hausmusik?
Die Digitalisierung hat einerseits den Zugang zur Musik vereinfacht, ermöglicht aber auch neue Formen des kollaborativen Musizierens, wie die im Text erwähnten digitalen Orchester-Projekte während der Pandemie.
- Arbeit zitieren
- Lea Hammermeister (Autor:in), 2024, Hausmusik in Bild- und Videomaterialien. Eine aussterbende Tradition?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1602125