Physisch-geographische Raumanalyse von Rheinland-Pfalz


Hausarbeit, 2009

26 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Herzlich Willkommen in Rheinland-Pfalz

2. Geographische Lage

3. Großlandschaften von Rheinland-Pfalz
3.1 Entstehungsgeschichte der Großlandschaften in Rheinland Pfalz
3.2 Gestalt der Großlandschaften in Rheinland-Pfalz
3.2.1 Das Haardtgebirge
3.2.2 Das Pfälzisch-Saarländische Muschelkalkgebiet
3.2.3 Das Saar-Nahe-Bergland
3.2.4 Das Nördliche Oberrheinische Tiefland
3.2.5 Der Hunsrück
3.2.6 Das Moseltal
3.2.7 Das Gutland
3.2.8 Die Eifel
3.2.9 Das Mittelrheingebiet
3.2.10 Der Taunus
3.2.11 Das Lahntal
3.2.12 Der Westerwald
3.2.13 Das Bergisch-Sauerländische Gebirge

4. Gewässernetz

5. Klimatische Besonderheiten in Rheinland-Pfalz

6. Böden

7. Auf Wiedersehen in Rheinland-Pfalz

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Herzlich Willkommen in Rheinland-Pfalz

„Mitten im Herzen Europas liegt einzigartig vielseitig Rheinland-Pfalz: Rheinland-Pfalz, das ist die pure Erholung in prachtvoller Natur. Eine Region mit sanften Hügeln, steilen Hängen, grünen Wäldern, romantischen Ortschaften und einem unver-gleichlichen Esprit. Rheinland-Pfalz beeindruckt mit malerischen Landschaften, in denen man urwüchsige Natur, kulturellen Feingeist und kulinarischen Hochgenuss gleichermaßen zelebrieren kann. Jede der rheinland-pfälzischen Regionen ist geprägt durch ihre Einzigartigkeit. Sie hat ihre eigene Natur, ihre Geschichte und ihre Menschen.“

Mit diesen ansprechenden und einladenden Worten wird der interessierte, potentielle Rheinland-Pfalz Urlauber auf der Homepage der Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH empfangen. Doch was bietet das Bundesland dem Landschafts- und Naturliebhaber tatsächlich?

Auf den folgenden Seiten möchte ich dieser Frage auf den Grund gehen und dabei meine Heimat Rheinland-Pfalz aus einer physisch-geographischen Perspektive vorstellen. Neben der geographischen Lage innerhalb Mitteleuropas werde ich die zahlreichen Großlandschaften mit ihrer Entstehungsgeschichte betrachten, was den Hauptteil meiner Arbeit darstellt. Anschließend gehe ich kurz auf das Gewässernetz, klimatische Besonderheiten und das Vorkommen verschiedener Bodentypen ein.

2. Geographische Lage

Das Bundesland Rheinland-Pfalz mit einer Fläche von fast 20.000 km² liegt im Südwesten Deutschlands und ist die Heimat von etwa 4 Millionen Menschen. Es grenzt im Norden an Nordrhein-Westfalen, im Osten an Hessen und Baden-Württemberg, im Südwesten an das Saarland und darüber hinaus hat es gemeinsame Grenzen mit den Nachbarländern Frankreich, Belgien und Luxemburg.

3. Großlandschaften von Rheinland-Pfalz

Die Großlandschaften in Rheinland-Pfalz (vgl. Abb. 1) zählen zu den ältesten Großeinheiten der Welt und gliedern sich grob in drei Bereiche: An das Rheinische Schiefergebirge im nördlichen Teil des Landes schließt sich nach Süden das Saar-Nahe-Bergland und schließlich das Oberrheinische Tiefland an. Diese übergeordneten Großeinheiten lassen sich nochmals in weitere, kleinere naturräumliche Einheiten unterteilen, die jeweils so einzigartig in Erscheinung und Gestalt sind und es deshalb verdienen, im Anschluss an ihre Entstehungsgeschichte im Einzelnen kurz vorge-stellt zu werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Großlandschaften von Rheinland-Pfalz

3.1 Entstehungsgeschichte der Großlandschaften in Rheinland Pfalz

Die geologische Geschichte meines Heimatlandes begann bereits im Paläozoikum.

Im Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz herrschten noch vor etwa 370 Mio. Jahren, im unteren Mitteldevon Verhältnisse, wie man sie in der heutigen Südsee antrifft. Die Landschaft war, wie auch weite Teile Mitteleuropas von einem gewaltigen Meer bedeckt. Mächtige Sand- und Schlammmassen lagerten sich auf dem Meeresboden ab. Diese mehrere tausend Meter mächtigen paläozoischen Sedimente wurden während der variszischen Gebirgsbildung, die im unteren Devon vor etwa 290 Mio. Jahren einsetzte und durch die Kollision der Kontinente Ur-Europa und Ur-Afrika verursacht wurde zusammengeschoben, kräftig gefaltet und unterlagen einer schwachen Metamorphose. Ein Gebirge war entstanden. Aus den eingepressten feinkörnigen Sedimenten entstand der heute im Rheinischen Schiefergebirge vorherrschende Tonschiefer, die Sandbänke wurden zu Quarzit umgewandelt. Aus dieser Zeit stammen außerdem Grauwacken und Kalke sowie vulkanische Gesteine, die aus magmatischen Vorgängen wie etwa aufsteigenden granitischen Schmelzen, entstanden sind (Semmel 2002: 466, Fischer 1989: 52). Im darauf folgenden Perm verschwand das Meer wieder aus dem Gebiet des heutigen Rheinischen Schiefergebirges. Die weitere Reliefentwicklung erfolgte nun lediglich durch exogene Kräfte wie Temperaturwechsel, Wasser und Wind. In den rund 250 Mio. Jahren des endogenen Ruhezustands wurde das Gebirge fast bis zur Ebenheit zu einem Gebirgsrumpf abgetragen und die korrelaten Sedimente in den Randsenken akkumuliert. Für uns bedeutend ist an dieser Stelle das Gebiet des heutigen Saar-Nahe-Berglandes, damals noch eine „Saar-Nahe-Senke“, das seit dem unteren Rotliegenden verfüllt wurde. Die bräunlich bis rötliche Färbung der Sedimente weist auf mechanische Verwitterung unter periodisch ariden Klimaverhältnissen hin. Die dem Rotliegenden folgende Transgression des Zechsteinmeeres von Osten her streifte gerade noch so das Gebiet des heutigen Oberrheingebiets und berührte das heutige Rheinische Schiefergebirge nur randlich (Fischer 2004: 7f).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Geologie von Rheinland-Pfalz

Mit der vor rund 225 Mio. Jahren einsetzenden Ära des Mesozoikums rücken nun die südlicheren Landschaften in den Mittelpunkt unserer Betrachtungen. Mit der Hebung und Einrumpfung der nördlichen Gebirge bildete sich im Süden eine Senkungszone heraus, in die hinein Buntsandstein abgelagert wurde. Geringfügige Hebungen und Senkungen führten kurzfristig zu kleinen Transgressionen und Regressionen. Daher ist der deutsche Buntsandstein (vgl.Abb. 2), der unter anderem Grundstock des Pfälzer Waldes ist, wechselnd marin und terrestrisch abgelagert worden. Mit der Transgression des Muschelkalkmeeres folgte auf den Buntsandstein der Muschelkalk, der heute z.B. im Bitburger Gutland häufig anzufinden ist.

Veränderungen endogenen Ursprungs ereigneten sich erst wieder seit dem Beginn des Känozoikums vor etwa 70 Mio. Jahren. Mit dem Tertiär entstanden zwar auch neue Gesteine, vor allem aber die heutige landschaftliche Grobgliederung und die Grundstrukturen, auf denen sich die jetzigen Oberflächenformen entwickelten. In mehreren Phasen erfolgte ein nord-südlich gerichteter Zusammenschub der Gesteinsschichten, auf den unterschiedlich starke Hebungsperioden folgten. Die vertikale und horizontale Bewegung der Gebirgsbildung übertrug sich auch auf die Nachbarräume: auf eine erste eozäne Aufwölbung des rheinischen Mesozoikums folgte eine zweite mitteleozäne flache Gewölbebildung im Bereich des heutigen Schwarzwaldes und der Vogesen. Daraufhin bildete sich der oberrheinische Graben, allerdings nicht als plötzlich einsetzender und kurzzeitiger Bruchvorgang. Es war vielmehr die Bildung einzelner Teilbecken, die sich entlang einer tektonisch vorgezeichneten Schwächezone zwischen Mittelmeer und Skandinavien entwickelte. Dieser Vorgang dauerte über 45 Mio. Jahre an. Eine durchgehende Verbindung zwischen den einzelnen Teilbecken kam erst nach Beendigung der Bewegung und dem niveauausgleichenden Ausräumen durch die Abflüsse der jeweiligen Becken zustande. Erst jetzt konnte der Rhein, der vorher noch teilweise durch Sundgau zur Rhône floss, seinen Lauf durch das heutige Oberrheintal und über das Schiefergebirge nehmen. Der eigentliche Oberrheingraben entstand erst im Spätpliozän und Altpleistozän, als es zur starken Hebung der Randgebirge kam. Die Hauptverbreitungsgebiete tertiärer Sedimente sind neben der Haardt vor allem das Rheinhessische Tafel- und Hügelland im westlichen Mainzer Becken. Erst im Mittel- und Oberoligozän erfolgte die sich bis ins anschließende Pleistozän fortsetzende langsame Hebungsperiode des Gebirges, in das sich dann der inzwischen auch den Rheingraben in voller Länge durchziehende Rhein einschnitt. Hand in Hand mit der alpidischen Orogenese ging tertiärer Vulkanismus, dessen Schwerpunktgebiete der Kaiserstuhl und der Vogelsberg, aber auch Westerwald und Eifel sind. Mit dem Ende des Tertiärs war das heutige naturlandschaftliche Gefüge in seinen Grundzügen festgelegt. Alle strukturbe-stimmenden Gesteine waren abgelagert, das Hochgebiet des Schiefergebirges war eingerumpft und das heutige Gewässernetz wenigstens in seiner groben Abflussrichtung festgelegt. Das Quartär, das vor etwa 2 Mio. Jahren mit dem Pleistozän begann, brachte schließlich die letzten Elemente für die Ausformung der Landschaften an Rhein und Mosel mit sich. Mit Beginn des Eiszeitalters rückten die alpinen Gletscher bis zur Donau, die skandinavischen bis zur nördlichen Mittelgebirgsschwelle vor. Zwar lag das Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz im „Periglazial“, doch führte der enorme sich allseitig ausbreitende Druck zu einer Ausgleichsbewegung, die sich in Hebung dieser nicht von Eis bedeckten Gebiete, zu denen auch der Schiefergebirgsraum gehört, äußerte. Da die Sommertemperaturen über dem Gefrierpunkt lagen, konnte die erodierende, transportierende und akkumulierende Tätigkeit der Gewässer fortdauern. Sie schnitten sich also weiter in das sich noch hebende Schiefergebirge ein und erodierten während der Hebungsphasen nach der Tiefe und während der Stillstände in die Breite. Dabei entstanden Terrassen, die mit Kiesen, Schottern und Sanden, die der Rhein und die Mosel aus den Frostschuttgebieten ihrer Herkunftsräume bzw. ihrer damaligen Oberläufe mit sich führten, überlagert wurden. Das rheinland-pfälzische Flussnetz, so wie wir es heute kennen, darf so erst gegen Ende der Würm-Kaltzeit vor etwa 20 000 Jahren als entwickelt angesehen werden. Im Spätpleistozän kam es auch im Süden zur bis in die Gegenwart weiterwirkende Letztprägung der Schichtstufenlandschaft: Im breiten Oberrheintal kam es zur Aufschüttung von Kiesen und Geröllen. Das periodische Einschneiden des Rheins in die eigenen Ablagerungen führte zur Bildung der Niederterrassen mit den teilweise steilen Abfällen der Hochgestade. Die vorherrschenden West- und Südwestwinde waren verantwortlich für die Ausblasung von Kalkstaub aus den voralpinen und westeuropäischen Frostschuttzonen. Dieser setzte sich auf den Vorbergzonen, Randhügeln und den sanften Abhängen des Ober- und Mittelrheins luv- und leeseitig als Löss ab (Fischer 1989: 56f).

Das uns heute bekannte Landschaftsbild von Rheinland-Pfalz ist allerdings nur eine Momentaufnahme, geschossen während des Bruchteils einer Sekunde auf einer Uhr der geologischen Geschichte. Abgesehen von seltenen abrupteren Bewegungen, die z.B. kleinere Erdbeben hervorrufen, laufen die tektonischen Vorgänge in gemächlicher, kaum wahrnehmbarer Geschwindigkeit ab und lassen uns die Endlichkeit der heutigen Landschaftsform leicht vergessen.

3.2 Gestalt der Großlandschaften in Rheinland-Pfalz

3.2.1 Das Haardtgebirge

Das Haardtgebirge besteht hauptsächlich aus der naturräumlichen Haupteinheit Pfälzerwald. Diese nahezu vollständig bewaldete Mittelgebirgslandschaft auf Buntsandstein gilt mit ihren 1771 km² als das größte zusammenhängende Waldgebiet Deutschlands. Das Relief ist geprägt von massiven Bergstöcken und langgezogene, durch Kerbtäler getrennte Höhenrücken. Daneben stellt das Dahn-Annweilerer-Felsenland (vgl.Abb. 3) mit seinen isoliert stehenden, bizarr geformten Kegelbergen, Bergkämmen und Felskuppen die zweite Haupteinheit dar. Im Gegensatz zu den armen trockenen Sandsteinböden des Pfälzerwaldes findet man hier fruchtbare Böden des Oberrotliegenden, die eine bessere landwirtschaftliche Nutz-ung möglich machen. Daher wird die Waldlandschaft durch weiträumige, grünlandgeprägte Täler und Rodungsinseln mit Siedlungen unterbrochen.

Der östliche, langgestreckte Gebirgsrand steigt steil und markant von der Oberrheinniederung zu den höchsten Erhebungen des Haardtgebirges (Kalmit 673 m, Kesselberg 662 m) auf. Am Unterhang, dem sogenannten Haardtrand (vgl. Abb. 4), befindet sich die bekannte Weinlandschaft der Deutschen Weinstraße. In westlicher Richtung fällt das Haardtgebirge allmählich ab und geht fließend in die Hochfläche des Westrichs über und im Süden schließen sich die Nordvogesen des Elsaß an (Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz 2008).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Napoleonsfels im Dahner Felsenland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Haardtrand bei Eschbach

3.2.2 Das Pfälzisch-Saarländische Muschelkalkgebiet

Mit einer Gesamtfläche von ca. 1200 km² schließt sich westlich des Pfälzerwaldes das Pfälzisch-Saarländische Muschelkalkgebiet an, das sich neben dem rheinland-pfälzischen Teil, dem Zweibrücker Westrich, auch auf das Saarland und Frankreich erstreckt. Es handelt sich um eine Hochfläche auf einer hügelig-wellig ausgeprägten Muschelkalkplatte, die im Norden durch die Saar stark zerschnitten und in zahlreiche Täler gegliedert ist. Die Höhen fallen von über 400m im Norden nach Südwesten hin ab. Die Landschaft ist überwiegend von offenen, landwirtschaftlichen Höhen geprägt. Waldbestände findet man lediglich an den steilen Talhängen (Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz Rheinland-Pfalz 2008).

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Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Physisch-geographische Raumanalyse von Rheinland-Pfalz
Autor
Jahr
2009
Seiten
26
Katalognummer
V160603
ISBN (eBook)
9783668204355
Dateigröße
2908 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rheinland-Pfalz, Großlandschaften, Haardt, Pfälzisch-Saarländisches Muschelkalkgebiet;, Saar-Nahe Bergland;, Nördliches Oberrheinisches Tiefland;, Hunsrück;, Moseltal;, Gutland;, Eifel;, Mittelrheingebiet;, Taunus;, Lahntal, Westerwald;, Bergisch-Sauerländisches Gebirge;, Gewässernetz, Böden
Arbeit zitieren
Kristin Fischer (Autor), 2009, Physisch-geographische Raumanalyse von Rheinland-Pfalz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160603

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