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Antisemitische Stereotype und Mythen

Der Weg vom religiösen Vorurteil des Mittelalters zum rassistischen Feindbild des Nationalsozialismus

Titel: Antisemitische Stereotype und Mythen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 27 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Cathleen König (Autor:in)

Didaktik - Gemeinschaftskunde / Sozialkunde
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit wird sich mit einigen Produkten antisemitischer Phantasie beschäftigen, deren Auftreten konkretisieren und ihre Überlieferung bis in den Nationalsozialismus verfolgen. Hierbei konzentriert sich die Arbeit allgemein auf die Entwicklung vom religiösen zum rassistischen Antisemitismus, die Verwendung mittelalterlicher antijüdischer Stereotype im Nationalsozialismus und im Besonderen auf die Benutzung dieser Stereotype und Feindbilder in Julius Streichers Wochenblatt „Der Stürmer“. Die dabei vorgestellten antisemitischen Bilder von Juden sind Stereotype aus einem völkischen und religiösen Umfeld. Besonders diese im Mittelalter geprägten und über die Jahrhunderte verfestigten Vorurteile und Mythen bildeten Typen eines Menschen – des Juden – heraus, geprägt von hässlichem Aussehen, einer geheimnisvollen Sprache und dem Vorwurf des Gottesmordes. Diese Bilder wandelten und modernisierten sich, ließen sich mit neuen Inhalten füllen verloren aber nie wirklich an Aussagekraft.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Juden – antisemitische Vorurteile und Feindbilder

2.1. Der Jude als…

2.1.1. … Brunnenvergifter

2.1.2. … Hostienschänder

2.1.3. … Ritualmörder

3. Vom christlichen Antijudaismus zum rassistischen Antisemitismus

3.1. „Der Stürmer“– traditionelle Feindbilder im „modernen Antisemitismus“

3.2. Das Feindbild des jüdischen Ritualmordes im „Stürmer“

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Kontinuität antisemitischer Stereotype und Feindbilder, von ihren mittelalterlichen religiösen Wurzeln bis hin zur instrumentalisierten Verwendung im nationalsozialistischen Wochenblatt „Der Stürmer“, um die Mechanismen der Ausgrenzung und Feindbildkonstruktion aufzudecken.

  • Entwicklung vom christlichen Antijudaismus zum rassistischen Antisemitismus
  • Mittelalterliche Mythen: Brunnenvergiftung, Hostienschändung und Ritualmord
  • Die Funktion von Feindbildern als Instrumente der Identitätsstiftung und Machtsicherung
  • Propagandistische Nutzung antisemitischer Stereotype im „Stürmer“
  • Psychologische Hintergründe und soziologische Funktionen von Vorurteilen

Auszug aus dem Buch

2.1.3. … Ritualmörder

Die Legende vom, von Juden angeblich begangenen, Ritualmord an christlichen Kindern stammt aus dem Hochmittelalter und ist ein weiterer Aspekt des Antisemitismus, der sich in die Liste der Vorurteile und Mythen gegen das Judentum einreihen darf. Ritualmordbeschuldigungen sind keinesfalls Phänomene „[…] vergangener Epochen, auf die das aufgeklärte Gegenwartsbewusstsein nur erinnernd zurückblicken kann.“ Denn obwohl diese Beschuldigungen im Widerspruch zur jüdischen Religion und ihrer Ausübung stehen, verbreitete sich die Ritualmordlegende in ganz Europa, hat bis in das frühe 20. Jahrhundert hinein immer wieder Anlass zu antijüdischen Übergriffen gegeben und lebt heute in der arabisch-muslimischen Judenfeindschaft wieder auf.

Der Ritualmordvorwurf ist wie der Hostienfrevel eine historisch und geografisch weit verbreitete Erscheinung der Religionsgeschichte und gehört zu den Blutbeschuldigungen gegen die Juden. Die Vorwürfe wurden schon in der Antike gegen religiöse Minderheiten erhoben und unterstellte ihnen „[…] Mord als Element eines religiösen Rituals.“ Der Fund der Leiche eines Jungen namens William im englischen Norwich 1144 schließlich war der Auslöser für die Ritualmordbeschuldigungen gegen die Juden. Ihnen wurde daraufhin vorgeworfen, Mitglieder der christlichen Gemeinde, überwiegend Knaben, um die Osterzeit zu entführen, zu quälen und schlussendlich zu töten. Aufgrund der Formulierung der Transsubstantiationslehre sahen die Christen in dieser Tat das Motiv der Blutentnahme und die damit verbundene „[…] neuerliche Verhöhnung der Passion Jesu […]“ Dieses Blut der Christenknaben, nach dem die Juden vermeintlich gierten, sollte nach Meinung der Ankläger für die Zubereitung von Mazzoth (ungesäuertes, koscheres Brot) für das Pessachfest dienen oder für die verschiedensten magischen, beziehungsweise medizinischen Zwecke verwendet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Antisemitismus als widerstandsfähiges Phänomen und stellt die vier Grundformen der Judenfeindschaft nach Wolfgang Benz vor, um den Rahmen für die Untersuchung zu bilden.

2. Die Juden – antisemitische Vorurteile und Feindbilder: Dieses Kapitel erläutert die psychologische und soziale Funktion von Stereotypen und Feindbildern bei der Konstruktion eines negativen Bildes über die Juden.

2.1. Der Jude als…: Hier wird die allgemeine Grundlage der drei häufigsten antisemitischen Anschuldigungen des Mittelalters dargelegt.

2.1.1. … Brunnenvergifter: Die Legende der Brunnenvergiftung während der Pestzeit wird als Instrument zur kollektiven Sündenbockzuweisung analysiert.

2.1.2. … Hostienschänder: Dieses Unterkapitel beleuchtet die Rolle der Transsubstantiationslehre und wie Zweifel an dieser zur Anklage des Hostienfrevels gegen Juden führten.

2.1.3. … Ritualmörder: Die Ritualmordlegende wird als historisch langlebiger Mythos beschrieben, der tief in der Blutmystik verwurzelt ist und zur kollektiven Diskriminierung genutzt wurde.

3. Vom christlichen Antijudaismus zum rassistischen Antisemitismus: Das Kapitel beschreibt den Wandel vom religiös motivierten Antijudaismus zum rassistischen, biologisch argumentierenden Antisemitismus im 19. Jahrhundert.

3.1. „Der Stürmer“– traditionelle Feindbilder im „modernen Antisemitismus“: Die Rolle von Julius Streichers Wochenblatt als Propagandainstrument zur Verbreitung antisemitischer Hetze im Nationalsozialismus wird untersucht.

3.2. Das Feindbild des jüdischen Ritualmordes im „Stürmer“: Es wird analysiert, wie die nationalsozialistische Propaganda mittelalterliche Ritualmordmythen aufgriff und in eine moderne, wirtschaftlich motivierte Feindbildrhetorik überführte.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Antisemitismus vor allem ein Symptom für Probleme in der Mehrheitsgesellschaft ist und die Kontinuität von Feindbildern unabhängig von Bildung und sozialem Status besteht.

Schlüsselwörter

Antisemitismus, Antijudaismus, Ritualmord, Hostienschändung, Brunnenvergiftung, Feindbild, Vorurteil, Der Stürmer, Julius Streicher, Nationalsozialismus, Rassentheorie, Stereotype, Blutbeschuldigung, Sündenbock, Propaganda.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die historische Kontinuität und Transformation antisemitischer Mythen und Feindbilder von der mittelalterlichen Ära bis in die nationalsozialistische Zeit.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten gehören der christliche Antijudaismus, mittelalterliche Blutbeschuldigungen, die Entwicklung des rassistischen Antisemitismus im 19. Jahrhundert sowie die propagandistische Nutzung dieser Mythen durch das NS-Wochenblatt „Der Stürmer“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Entstehung und Funktion antisemitischer Stereotype als Instrumente zur Identitätsstiftung der Mehrheitsgesellschaft und zur Ausgrenzung jüdischer Minderheiten aufzuzeigen.

Welche methodische Vorgehensweise liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer kulturhistorischen Analyse der Vorurteilsgeschichte, gestützt auf Fachliteratur und Primärquellen zur antisemitischen Publizistik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit konkret behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Konstruktion spezifischer Feindbilder wie des „Brunnenvergifters“, „Hostienschänders“ und „Ritualmörders“ und deren Überführung in die moderne nationalsozialistische Hetzpropaganda.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Antisemitismus, Feindbildkonstruktion, Stereotype, Blutmystik und Propaganda definieren.

Warum spielt die Transsubstantiationslehre eine so wichtige Rolle für die untersuchten Mythen?

Die Lehre von der Verwandlung der Hostie in den realen Leib Christi bildete im Mittelalter den theologischen Ausgangspunkt, von dem aus der Vorwurf des Hostienfrevels gegen Juden als „Gottesmörder“ konstruiert wurde.

Wie veränderte sich die Ritualmordlegende durch die NS-Propaganda im „Stürmer“?

Die Propaganda wandelte das ursprünglich religiöse Feindbild in ein wirtschaftlich-rassistisches um, indem sie den Juden beispielsweise als „ausbeuterischen Unternehmer“ darstellte, der „Christenblut“ trinke, um sich zu bereichern.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Antisemitische Stereotype und Mythen
Untertitel
Der Weg vom religiösen Vorurteil des Mittelalters zum rassistischen Feindbild des Nationalsozialismus
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Zeitgeschichte)
Note
2,7
Autor
Cathleen König (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
27
Katalognummer
V160899
ISBN (eBook)
9783640739479
ISBN (Buch)
9783640739813
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antisemitische Stereotype Mythen Vorurteil Mittelalters Feindbild Nationalsozialismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Cathleen König (Autor:in), 2009, Antisemitische Stereotype und Mythen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/160899
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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