Angst im Sport. Ursachen, Symptome und Prävention


Hausarbeit, 2007

12 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Definition des Begriffes „Angst“

3. Entstehung von Angst
3.1 Angstauslöser
3.1.1 Sturzgefahr
3.1.2 Unbekanntes
3.1.3 Orientierungsschwierigkeiten
3.1.4 Laute Geräusche
3.1.5 Schmerz

4. Angstentwicklung im Sportunterricht
4.1 Leistungs- und Konkurrenzsituation
4.2 Prüfungs- und Zensurenangst
4.3 Angst vor Misserfolg
4.4 Angst vor körperlicher Verletzung
4.5 Angst vor der Blamage

5. Symptome von Angst
5.1 Organische Symptome
5.2 Motorische Symptome
5.3 Verhaltensmerkmale

6. Angstreduktion durch Selbst- und Fremdregulation

7. Literatur

1. Einleitung

Situationen, in denen Angst bei Schülern eine Rolle spielt, sind im Sportunterricht fast an der Tagesordnung. Und nicht nur dort, Bandelow schreibt in seinem Angstbuch:

„Angst ist allgegenwärtig. Sie bestimmt, ob wir verzagte oder mutige, strebsame oder untätige, nachgiebige oder durchsetzungsfähige, liebenswürdige oder streitbare, disziplinierte oder nachlässige, humorvolle oder ernste, fröhliche oder niedergeschlagene, charmante oder unhöfliche, nachdenkliche oder sorglose Menschen werden.“ (Bandelow, 2004, S. 18).

Angst ist also ein bedeutendes Thema, dass insbesondere in seiner Form im Sportunterricht nicht zu unterschätzen ist.

In den folgenden Kapiteln soll geklärt werden, wie der Begriff Angst zu definieren ist, worin die Ursachen für Angst liegen und was sie auslösen kann (primäre Angstauslöser), unter welchen Symptomen Angst im Sport zu erkennen ist und schließlich welche Möglichkeiten der Lehrer hat, die Angst seiner Schüler zu reduzieren beziehungsweise abzubauen, aber auch welche Möglichkeiten der Schüler selbst hat, seine Ängste zu überwinden.

2. Definition des Begriffes „Angst“

Um das Thema „Angst im Sport“ und eventuelle Lösungsmöglichkeiten im Umgang mit solchen Situationen zu beleuchten, muss zunächst geklärt werden, wie der Begriff Angst definiert wird. Dies scheint jedoch nicht so einfach zu sein, denn Boisen stellt dazu fest:

„Es gibt weder eine einheitliche Theorie über das Entstehen von Angst noch eine allgemein akzeptierte Definition oder Abgrenzung des Begriffes“ (Boisen, 1975, S. 6).

Ähnlich sieht es Vormbrock:

„Angst als psychologischer Forschungsgegenstand wird jeweils theoriegebunden sehr unterschiedlich definiert“ (Vormbrock, 1983, S. 15).

Allerdings kann der Begriff trotz vieler Definitionen nach Boisen unter folgenden Merkmalen zusammengefasst werden:

- „Angst ist eine emotionale Reaktion auf eine Gefahrensituation oder auf die Antizipation derselben
- Angst wird als unangenehm wahrgenommen und ist von physiologischen Veränderungen begleitet (z.B. Blutdruckanstieg, Schweißausbruch, Zittern, Erblassen).
- Angst ruft Verhaltensänderungen auf.“ (Boisen, 1975, S. 8)

Vormbrock fasst die Vielzahl an Definitionen für den Begriff so zusammen, dass Angst in der Mehrzahl der Definitionen als ein unangenehmes Gefühl auf Grund der Wahrnehmung von Gefahr erklärt wird (vgl. Vormbrock, 1983). Etwas genauer versucht Baumann Angst zu definieren:

„Unter Angst, Nervosität und Stress werden im Allgemeinen negative emotionale Zustände verstanden, die durch Unlust, übergroße Spannung, Überforderung, starke Erregung oder Bedrohung gekennzeichnet sind. Diese werden subjektiv als unangenehm erlebt, wirken in der Regel leistungsmindernd und drängen den Menschen dazu, die negativen Gefühlszustände zu vermeiden, zu beenden oder zu umgehen.“ (Baumann, S. 237)

Um den ziemlich komplexen Begriff „Angst“ weiter eingrenzen und erklären zu können, gibt es Meinungen, die Begriffe Angst und Furcht voneinander zu unterscheiden. Angst ist demnach die „ unbestimmte, gegenstandslose, anonyme, unmotivierte Emotion, Furcht die bestimmte, auf einen bedrohlichen Gegenstand oder eine gefährliche Situation gerichtete, benennbare, entsprechend motivierte Gefühlslage“ (Boisen, 1975, S. 6). Baumann allerdings rät, als Differenzierungsmerkmal zwischen Angst und Furcht nicht die Gegenstandslosigkeit, sondern das Unwissen über die Auslöser zu wählen (vgl. Baumann, 2006).

3. Entstehung von Angst

Nach Freud entsteht die Angst als Reaktion des Ichs auf eine Gefahr. Als Ursachen dieser Bedrohung können eigene Triebansprüche des Unbewussten (des Es), die Bedrohung durch das Über-Ich (Gewissensangst) oder die Wahrnehmung bedrohender Umweltreize (Realangst) vorliegen (vgl. Baumann, 2006).

Ein weiterer Ansatz kommt von Spielberger. Seiner Meinung nach kann man Angst als Eigenschaft oder als Zustand verstehen. Angst als Eigenschaft bedeutet dabei die überdauernde Bereitschaft einer Person, auf bedrohliche Situationen mit Angst zu reagieren. Angst als Eigenschaft sei demnach erworben worden und zwar durch vergangene Lernerfahrungen (insbesondere durch Bestrafungssituationen im Elternhaus). Dabei spielen vor allem solche Situationen eine wichtige Rolle, in denen das Selbstwertgefühl negativ beeinflusst zu werden droht (vgl. Bierhoff, 1983).

Angst als Zustand hingegen ist auf bestimmte Umweltsituationen bezogen. Ein Sportler kann zu einem bestimmten Zeitpunkt Angst haben (zum Beispiel vor dem Wettkampf oder vor einer Aktion des Gegners). Die Zustandsangst soll also gegenstandsbezogen und dadurch begrenzt sein (vgl. Baumann, 2006).

Des weiteren kann die gedankliche Vorwegnahme einer Bedrohung (wie zum Beispiel das Überspringen des Kastens im Sportunterricht) bereits Angst auslösen. Die meisten Ängste im Sport entstehen aus der gedanklichen Vorwegnahme angstbesetzter Situationen und Erlebnisse (vgl. Baumann, 2006). Dabei kann es sich um soziale Ängste handeln (beispielsweise sich vor der Klasse oder dem Lehrer zu blamieren), aber auch um die eigene Person bedingte Angst (zum Beispiel sich selbst gesetzte Ziele nicht zu erreichen. Diese Art von Ängsten sind dabei an früher erlebte, Angst auslösende Ereignisse gekoppelt und treten auf, wenn zukünftige Situationen Ähnlichkeiten mit diesen zuvor erlebten Ereignissen scheinbar aufweisen.

3.1 Angstauslöser

Nach Baumann gibt es als weitere Art von Angst eine „ angeborene Angstdisposition “, die in Gefahrensituationen die Angst bedingt. Diese angeborenen Ängste treten demnach immer in für den Menschen bedrohlichen Situationen auf, ohne dass dieser bereits über Lernerfahrung in solchen Momenten verfügt (primäre Angstauslöser). Primäre Angstauslöser, die im Sport häufig auftreten sind die Sturzgefahr, Unbekanntes, Orientierungsschwierigkeiten, Laute Geräusche und Schmerz (vgl. Baumann, 2006).

3.1.1 Sturzgefahr

Bei der Sturzgefahr spielt die Gefährdung des Gleichgewichts eine Rolle. Diese Gefährdung fasst der Mensch als Bedrohung auf und durch den drohenden Verlust seiner festen Unterlage fällt er in den Zustand der Unsicherheit und Angst (als Beispiel sei hier der Anfänger beim Skifahren genannt). Auch der Verlust der Kontrolle über seinen Körper bei einem Sturz verunsichert den Menschen (vgl. Baumann, 2006).

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Angst im Sport. Ursachen, Symptome und Prävention
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Begleitung des Halbjahrespraktikums
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V162328
ISBN (eBook)
9783640758524
ISBN (Buch)
9783640758630
Dateigröße
466 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Angst, Sport
Arbeit zitieren
Sören Haß (Autor:in), 2007, Angst im Sport. Ursachen, Symptome und Prävention, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162328

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