Die Entwicklung der Sprache


Hausarbeit, 2005
19 Seiten

Leseprobe

INHALT

1. Einleitung

2. Eine Definition von Sprache
2.1 Entwicklungen von Sprache
2.2 Bedeutungen von Sprache
2.3 Kategorien von Sprache
2.3.1 Die Erstsprache
2.3.2 Die Muttersprache
2.3.3 Die Zweitsprache
2.3.4 Bilingualismus

3. Aufgaben des Muttersprachlichen Unterrichts
3.1 Modellbeispiele des Muttersprachlichen Unterrichts
3.2 Vor- und Nachteile des Muttersprachlichen Unterrichts

4. Resümee

Literatur

Fragestellung:

Was macht die Sprache des Menschen und ihre Entwicklung aus und bezogen auf ihre Vielfalt, inwieweit ist eine vertiefende Überarbeitung und Ausgestaltung der Lehre in der Schule z.B. durch Muttersprachlichen Unterricht notwendig?

1. Einleitung

Um Antworten auf die Eingangsfragen finden zu können, muss im ersten Schritt des Textes eine grundlegende Definition von Sprache festgehalten und anschließend ihre Entwicklung und Bedeutung für den Menschen beschrieben werden.

Einzelne Ausdrücke wie „Erstsprache“ und „Zweitsprache“, die „Muttersprache“ und der „Bilingualismus“ müssen geklärt werden, um dann im letzten Teil des Textes den „Muttersprachlichen Unterricht“ als Modellversuch in den USA und Kanada zu betrachten. Überlegungen für und gegen einen Muttersprachlichen Unterricht werden dann gegeneinander gestellt, um abschließend auf dieser Basis zu einer Antwort zu kommen.

2. Eine Definition von Sprache

„Die Sprache als menschliches und soziales Phänomen kann als ein artspezifisches, biologisch determiniertes und hierarchisch strukturiertes System von Zeichen und Regeln angesehen werden“ (BATTACCHI/ SUSLOW/ RENNA 1996, S. 53) und ihre Aneignung erfolgt durch soziale Lernprozesse die sich, wie unten noch beschrieben werden wird, nicht nur auf Nachahmungsvorgänge reduzieren lassen. Die folgende Darstellung der Entwicklung von Sprache und ihrer Bedeutung ist keineswegs vollständig, soll aber einen Eindruck verschaffen, welches unentbehrliche und diffizile Gut der Mensch zur Kommunikation entwickelt hat.

2.1 Entwicklungen von Sprache

Es gibt verschiedene Ansätze zum Erwerb der Sprache, da die sprachliche Entwicklung bei Kindern bis heute nicht exakt zu erklären ist. Verschiedene Theorien befassen sich mit dem Thema, wobei man sich immer im klaren sein muss, dass „Theorien niemals eindeutig sind; wir arbeiten immer nur an und mit Hypothesen“ (GÜNTHER/ GÜNTHER 2004, S. 46).

Vier Theorieansätze sollen nun im folgenden kurz beschrieben werden, um die umfangreiche Bedeutung der menschlichen Sprache zu verdeutlichen.

An erster Stelle soll der behavioristische Erklärungsversuch umrissen werden. Dieser sieht das Kind als passives Wesen an, dass die Sprache durch das Nachahmen der von Erwachsenen gesprochenen Sprache lernt. Der Mensch wird nach Skinner sozusagen zum Sprechen gebracht und nach der Vorstellung der Behavioristen haben Eltern, Erzieher und Lehrer so eine große Chance den Spracherwerb des Kindes zu lenken (vgl. ebd., S. 48).

Cromsky der dem Nativismus angehört, kritisiert Skinner und meint, dass der Spracherwerb als Reifungsprozess anzusehen ist. Dieser ist größtenteils biologisch bestimmt und deshalb angeboren. Das Lernen spielt in diesem Ansatz eine Untergeordnete Rolle und die sprechende Umwelt ist nicht so wichtig, wie im erst genannten Ansatz. Die Sprachen so die Vertreter des Nativismus entwickeln sich alle auf ähnliche Weise (vgl. ebd., S.48).

Die Entwicklungspsychologen um Piaget hingegen, vertreten die Meinung, dass die Sprachentwicklung als ein Teil der allgemeinen kognitiven Entwicklung betrachtet werden muss. So geht der Kognitivismus weder von einem angeborenen Vorgang des Spracherwerbs aus, noch glauben die Entwicklungspsychologen an die Kraft der Nachahmung. Sie sehen das Kind in einer ständigen Auseinandersetzung mit der Umwelt, mit den Menschen und Dingen und so ist für den Erwerb der Sprache die sensomotorische Entwicklung bei ihnen und die Wechselwirkung von Sprache und Denken ausschlaggebend. „Nach dieser Vorstellung ist das Kind ein konstruktiv vorgehendes, intelligentes Wesen“ (ebd., S. 49).

Anschließend sei auf die interaktionistischen Theorien verwiesen, die beim Ersterwerb von einer sehr engen und dynamischen Wechselbeziehung zwischen dem Kind und seinem Umfeld ausgehen, ähnlich dem Kognitivismus. Doch ist der Ausgang der Sprachentwicklung die vorsprachliche Interaktion von Kind und Mutter. Schreien, Lautäußerungen und Mimik gehören da genauso zu, wie die Zuwendung der Mutter gegenüber dem Kind. Hier sind beide Seiten am kommunikativen Prozess beteiligt und die Sprache wird als Mittel zur Herstellung sozialer Beziehungen benutzt und so nicht gelernt, sondern zwischen den Beteiligten ausgehandelt (vgl. ebd., S. 49 f).

Abschließend muss zu den beschriebenen Theorieansätzen gesagt werden, dass sie nicht isoliert oder gar additiv gesehen werden dürfen. Sie sind „im Sinne eines integrativen und natürlichen Spracherwerbkonzepts zu verstehen, wobei unterschiedliche Aspekte des Spracherwerbs beleuchtet werden“ (ebd., S.50). Dieser Hinweis soll darauf aufmerksam machen, dass der Spracherwerb nicht zu sehr auf einen zentralen Aspekt fokussiert werden darf, sondern unter einem komplexen und hochsensiblen, multifunktionalen Beziehungsgeflecht betrachtet werden muss.

Die Überlegungen zur Sprachentwicklung sind besonders für die Betrachtung der Diskussion um den Muttersprachlichen Unterricht relevant, da hier der Werdegang der Sprache selten respektiert wird, dieser eher vernachlässigt und so die sensible Sprachentwicklung selten in den Blick genommen wird.

Im nächsten Abschnitt wird nun die Bedeutung von Sprache und wichtige kognitive Voraussetzungen zum Aufbau dieser erläutert.

2.2 Bedeutungen von Sprache

„Eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung der kindlichen Sprache ist primär der Dialog mit Kindern“ (GÜNTHER/ GÜNTHER 2004, S. 43). Wichtig ist die Zuwendung der Mutter gegenüber dem Kind, wie bei den interaktionistischen Theorien angesprochen, wobei zuvörderst das Gehör und der Sehsinn beansprucht werden. Trotzdem sind die Erfahrungen mit dem Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn notwendig. Der Tastsinn bildet den Schlüssel zum Spracherwerb, da ein Kleinkind über ihn Gegenstände erfühlt und anschließend diese Dinge und Gegenstände einem Wort zugeordnet werden. „So wird aus dem ‚Greifen‘ ein ‚Begreifen‘ und aus dem ‚Anfassen‘ wird ein ‚Erfassen‘. Die Sinne sind das Tor zur kindlichen Welt, zu den Begriffen und damit zur Sprache“ (ebd., S. 43).

Wenn die Sinne nicht beansprucht werden, kann diese mangelnde Sinneswahrnehmung die Neugierde blockieren und dies führt dann „zu nachhaltigen Problemen bei der Sprachentwicklung“ (ebd., S. 43). Doch kommt es heutzutage in den Familien immer seltener zu einer gezielten Förderung bei Kindern. Die Eltern haben immer weniger Zeit und schon lange haben Medien den Einzug ins Kinderzimmer gefunden. Doch Fernseher, Computerspiele und Kassetten beanspruchen zu sehr das Gehör und den Sehsinn, „aber keineswegs den aktiven Gebrauch der Sprache“ (ebd., S. 43). Durch die intensive „mediale Berieselung“ bleiben vielen Kindern „die basalen Erfahrungen mit ihrem Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn weitgehend fremd“ (ebd., S. 43) und Wörter und Begriffe bleiben abstrakt und relativ undifferenziert.

Dieser Abschnitt soll durch das angedeutete Beispiel der „medialen Berieselung“ der Sinne verdeutlichen, was heute die Sprachentwicklung negativ bestimmen kann. Alle Sinne müssen gefordert werden, um eine positive Entfaltung der Sprache des Kindes zu ermöglichen.

Wie bedeutend die Sprache für den Menschen ist, kann geschichtlich bis in die Anfänge de Menschheit verfolgt werden. Schon auf ihren Wanderungen mussten sich die verschiedenen Volksgruppen verständigen und es gab nicht nur eine Sprache, sondern schon damals gab es die Zwei- oder Mehrsprachigkeit unter den Menschen.

Heute kann gesagt werden, dass 70% der Weltbevölkerung täglich mehr als eine Sprache sprechen und über 50% der Kinder auf dieser Welt in der Schule eine andere Sprache sprechen als zu Hause. In Deutschland wachsen etwa 20% der Grundschulkinder mehrsprachig auf, da ihre Muttersprache nicht deutsch, sondern eine andere Sprache ist (vgl. ebd., S. 44).

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung der Sprache
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Autor
Jahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V162573
ISBN (eBook)
9783640779994
ISBN (Buch)
9783640780792
Dateigröße
452 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprachentwicklung, Mehrsprachigkeit, Entwicklung der Sprache, Muttersprache, muttersprachlicher Unterricht, Integration
Arbeit zitieren
Yvonne Yannopoulos (Autor), 2005, Die Entwicklung der Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162573

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