Für die Generation der heutigen Mitte- bis Ende-Dreißiger war das Vorhandensein, der Gebrauch oder gar der Besitz von Medien in ihrer Kindheit keine Selbstverständlichkeit. Im Elternhaus des Autors war darüber hinaus nahezu jede technische Erneuerung nur durch viel Überredungskunst, Geduld und finanziellen Aufwand seitens der Kinder realisierbar.
Doch die Medien, ihre Verfügbarkeit und die Nutzung durch die Menschen und insbesondere durch Kinder hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich verändert. Die „Überflutung“ der kindlichen Lebenswelt mit (Massen-)Medien und die daraus resultierende Notwendigkeit von Kompetenzen im Umgang mit ihnen aufzuzeigen und die Vorgaben der Bildungspläne für den Deutschunterricht dahingehend zu untersuchen, soll durch die vorliegende Hausarbeit geleistet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die aktuelle Verbreitung von (Massen-)Medien in der BRD
3 Der Computer als zentraler Ausgangspunkt für zukunftsfähige Mediennutzung
3.1 Computereinsatz in der Primarstufe
3.2 Die aktuelle Verbreitung von Computern in der BRD
3.3 Wie nutzen Kinder den Computer?
4 Was ist Medienkompetenz?
4.1 Medienkompetenz nach Baacke
5 Verwendung von Computern in der Grundschule
5.1 Computernutzung im Deutschunterricht
5.2 Medienkompetenz als Chance der Computernutzung
6 Stellung der Medienkompetenz in den Bildungsstandards und im Kerncurriculum im Fach Deutsch für die Primarstufe
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Computers als zentrales Medium in der Lebenswelt von Grundschulkindern und analysiert, inwieweit aktuelle Bildungsstandards und Kerncurricula im Fach Deutsch die Vermittlung von Medienkompetenz durch den Computereinsatz im Unterricht fördern.
- Mediennutzungsverhalten von Kindern im Grundschulalter
- Definition und Dimensionen der Medienkompetenz nach Dieter Baacke
- Chancen und didaktische Möglichkeiten der Computernutzung im Deutschunterricht
- Analyse der curricularen Vorgaben zur Medienbildung in der Primarstufe
Auszug aus dem Buch
3.1 Computereinsatz in der Primarstufe
Kompetenzen im Bereich Computer sind zunehmend Voraussetzung für Ausbildung, Studium und Beruf und sehr hilfreich für das Privatleben. Doch laut Institut der deutschen Wirtschaft verfügen mehr als 38% der über 15jährigen Deutschen über keinerlei Kenntnisse im Umgang mit dem Computer. Der Grundstein muss also bereits in der Schule gelegt werden. Die Bundesregierung erkannte dies schon in den 1990er Jahren und schrieb im Orientierungsrahmen zur Medienerziehung der Bund-Länder-Kommission nieder, dass der Computer als Medium im Unterricht zu thematisieren sei. Mit der Entscheidung der Kultusbehörden für die Computernutzung in der Primarstufe begann Ende der 1990er Jahre die mediale Aufrüstung in den Klassenzimmern, die auch von der Wirtschaft mit Projekten wie „Schulen ans Netz“ gefördert wurden. Auch Kepser führt die beunruhigende Wissenskluft an und sieht Schule, insbesondere den Deutschunterricht in der Pflicht, dieser entgegenzusteuern. Diese Wissenskluft tut sich da auf, wo Schulkindern der Zugriff auf Computer verwehrt bleibt, da keine Geräte vorhanden sind oder die Nutzung verboten ist, wo die Motivation fehlt oder keine geeigneten Nutzungsstrategien vermittelt werden.
Der Spalt zwischen informationsreichen und informationsarmen Kindern vergrößert sich in der Folge immer mehr, da diejenigen mit Vorwissen von weiterer Informationsaufnahme stärker profitieren als diejenigen ohne entsprechende Wissensgrundlage bzw. Erfahrungen. Ein Indiz für die Notwendigkeit des möglichst frühen Einbaus von Computernutzung in den Unterricht ist der Umstand, dass für nur 10% der Jugendlichen in Deutschland die Schule die wichtigste Vermittlungsinstanz für computerbezogene Kenntnisse ist.
Um das Medium Computer pädagogisch bearbeiten zu können, ist es nötig, sich der Verbreitung und somit der Verfügbarkeit von Computern, also PCs (Personal Computer) und Laptops bzw. Notebooks, für Kinder im Grundschulalter bewusst zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung reflektiert die persönliche mediale Sozialisation des Autors und leitet zur Fragestellung über, wie das moderne Medienumfeld die Anforderungen an den Deutschunterricht verändert.
2 Die aktuelle Verbreitung von (Massen-)Medien in der BRD: Dieses Kapitel definiert den Medienbegriff und belegt anhand der KIM-Studie die hohe Verfügbarkeit technischer Geräte in Haushalten mit Grundschulkindern.
3 Der Computer als zentraler Ausgangspunkt für zukunftsfähige Mediennutzung: Das Kapitel beleuchtet den Computer als Basismedium der Informationsgesellschaft und diskutiert dessen Bedeutung für Freizeit, Wirtschaft und die schulische Bildung.
4 Was ist Medienkompetenz?: Hier wird der inflationär gebrauchte Begriff der Medienkompetenz theoretisch eingeordnet, insbesondere durch das vierdimensionale Konzept von Dieter Baacke.
5 Verwendung von Computern in der Grundschule: Der Fokus liegt auf den didaktischen Möglichkeiten des Computereinsatzes im Deutschunterricht und den damit verbundenen Chancen für den Schriftspracherwerb und die Textarbeit.
6 Stellung der Medienkompetenz in den Bildungsstandards und im Kerncurriculum im Fach Deutsch für die Primarstufe: Dieses Kapitel analysiert die offiziellen Bildungspläne hinsichtlich ihrer Vorgaben zur Vermittlung von Medienkompetenz und deren praktischer Umsetzung.
7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Medienkompetenz eine essenzielle Bildungsaufgabe ist, deren konkrete Umsetzung im Unterricht jedoch stark von der individuellen Motivation der Lehrkräfte abhängt.
Schlüsselwörter
Medienkompetenz, Computernutzung, Grundschule, Deutschunterricht, Medienpädagogik, Schriftspracherwerb, Bildungsstandards, Kerncurriculum, Medienkritik, Medienkunde, Mediengestaltung, Digitalisierung, Basismedium, KIM-Studie, Medienerziehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration des Computers als Medium im Deutschunterricht der Primarstufe und der damit verbundenen Notwendigkeit, Medienkompetenz systematisch zu fördern.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Medienausstattung von Haushalten, die theoretische Fundierung von Medienkompetenz sowie die didaktischen Potenziale digitaler Werkzeuge für den Sprachunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bildungspläne die Medienbildung konkret fassen und welche Rolle der Lehrer bei der Umsetzung dieser Anforderungen spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer vergleichenden Auswertung aktueller Bildungsstandards sowie empirischer Studien zur Mediennutzung von Kindern.
Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die medientechnische Ausgangslage, die theoretische Herleitung von Medienkompetenz (Baacke) und die praktische Anwendung im Deutschunterricht.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Medienkompetenz, Computernutzung, Grundschule, Deutschunterricht und Bildungsstandards definieren.
Inwiefern beeinflusst der sozioökonomische Hintergrund die Computernutzung von Kindern?
Die Arbeit belegt, dass es deutliche Unterschiede in der technischen Geräteausstattung abhängig vom Netto-Haushaltseinkommen gibt, was eine Wissenskluft zwischen Kindern begünstigen kann.
Warum betont der Autor die Bedeutung des Schriftspracherwerbs am Computer?
Da moderne Medien stark textbasiert sind, bildet der Schriftspracherwerb eine notwendige Grundlage für die weiterführende Medienkompetenz und den sachgerechten Umgang mit digitalen Inhalten.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Lehrkraft?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass trotz curricularer Rahmenbedingungen die tatsächliche Umsetzung des Medieneinsatzes maßgeblich von der Einstellung und dem Engagement der einzelnen Lehrkraft abhängt.
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- M.Ed. Georg Rabe (Author), 2006, Kinder und Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162603