Frauenästhetik - anders als Männerästhetik


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009

19 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Hauptteil
2.1. Gibt es Unterschiede zwischen maskuliner und femininer Ästhetik?
2.1.1. Studie von O. Johnson und R. Knapp zu geschlechtsspezifischen Unterschieden
2.1.2. Die Schwierigkeit des Herausfilterns von Frauenästhetik aus einer patriarchalisch überformten Kultur
2.1.3. Deutlichere Ausprägung geschlechtsspezifischer Unterschiede im ästhetischen Verhalten und Gestalten bei Kindern als bei Erwachsenen
2.2. Gibt es eine Gleichberechtigung in der Kunst – oder: wird Frauenästhetik genügend berücksichtigt, um als Unterschied zur Männerästhetik überhaupt erfahrbar zu sein?
2.2.1. Zahlen im Kunstbetrieb zum Geschlechterverhältnis
2.2.2. Rebellion der Künstlerinnen – „Guerrilla Girls“

3. Schluss

4. Quellenverzeichnis

1. Einführung

Zuerst sollte dieses Thema nur ein mehr oder weniger unfreiwilliges Referat werden – ich konnte nicht erahnen, wie sehr mich dieses Thema zur Frauenästhetik in der Kunst persönlich als Frau interessieren könnte. Doch das tat es immer stärker; je mehr ich mich mit dem Thema beschäftigte, umso motivierter wurde ich, daraus eine Seminararbeit zu schreiben. Denn erst jetzt wurde deutlich, wie problematisch diese Unterscheidung zwischen femininer und maskuliner Ästhetik tatsächlich ist. So ist es eigentlich nur die männliche Sichtweise, die in der Philosophie zum Thema Ästhetik dargestellt wird. Es fehlen schlichtweg die Frauen in der Philosophie (und nicht nur dort), folglich gibt es auch keine weibliche Sichtweise in den Ästhetiktheorien. Außerdem sprechen die Philosophen in der Zeit bis ungefähr Mitte 20.Jahrhundert den Frauen die Fähigkeit des ästhetischen Empfindens und Gestaltens grundsätzlich ab. Gelten also die Ästhetiktheorien der Philosophen allgemein, ohne Unterschiede zu machen zwischen Frauen und Männern? Oder ist die feminine Ästhetik doch ein wenig anders als die maskuline Ästhetik? Mit dieser Arbeit sollten sich diese Fragen beantworten lassen und der Bereich der Frauenästhetik klarer werden.

2. Hauptteil

2.1 Gibt es Unterschiede zwischen maskuliner und femininer Ästhetik?

Bis vor ein paar Jahrzehnten wurden von männlichen Philosophen entwickelte Theorien zur Ästhetik und zur Kunst als allgemein gültig dargestellt, entweder ohne zwischen männlich und weiblich als Kunstproduzent oder Kunstrezipient zu unterscheiden, oder den Frauen die Fähigkeit dazu abzusprechen. Jedoch muss im Zuge der Gleichberechtigung und Gleichberücksichtigung, oder aus wissenschaftlichem Interesse überprüft werden, ob beide Geschlechter in Bezug auf Ästhetik Gemeinsamkeiten haben, oder ob sich nicht doch Unterschiede zeigen. Wissenschaftliche Studien zu geschlechtsspezifischen Unterschieden gibt es bereits in vielen Bereichen; im Bereich der Ästhetik ist die Studie von Johnson und Knapp aufschlussreich.

2.1.1 Studie von O. Johnson und R. Knapp zu geschlechtsspezifischen Unterschieden

Die Sozialpsychologen Olof Johnson und Robert H. Knapp führten Studien zu geschlechtsspezifischen Unterschieden bei ästhetischen Vorlieben durch, die sie 1963 unter dem Titel „Sex Differences in Aesthetic Preferences“ veröffentlichten. Versuchspersonen wurden eine Reihe von verschiedenen Kunstobjekten unterschiedlicher Kunstrichtungen gezeigt. Diese sollten sie nach ihren geschmacklichen Präferenzen, nach Gefallen oder Nichtgefallen beurteilen. Die Ergebnisse zeigen, dass es signifikante Unterschiede zwischen den ästhetischen Vorlieben der Frauen und denen der Männer gibt. Inhaltlich ziehen Frauen dem Apersonalen das Personale vor, das Intime dem Großen und das Sinnliche dem Abstrakten. Bezogen auf die Form bevorzugen Frauen das Weniger-Kraftvolle sowie das Gebundene und Kontrollierte in Hinblick auf Dynamik, Intensität und Kontrast. In Sachen Farbe neigen Frauen eher zum Weicheren, Modulierteren und Kontrollierten als zum Ausdrucksvolleren. Das Konventionelle liegt den Frauen näher als das Innovatorische (vgl. Johnson 1963:299f).

Diese allgemeinen Begriffe werden konkret vorstellbar, wenn man sich Bildbeispiele aus dieser Studie aus dem Bereich der Bildenden Kunst ansieht. Insgesamt wurden 25 Bilder gezeigt, die alle als repräsentativ aus der damals zeitgenössischen Kunst ausgewählt worden waren. Um nicht allzu sehr vom Inhaltlichen beeinflusst zu werden, wurden abstraktere Werke für die Beurteilung durch die Probanden ausgesucht (vgl. Johnson 1963:285f).

Aus den 25 Bildern traten bei der Auswertung 9 Bilder besonders hervor, da sich bei diesen die größten geschlechtsspezifischen Unterschiede zeigten. So bevorzugten Männer beispielsweise die Bilder „Composition“ von Fernand Léger von 1919 (Abbildung folgende Seite links, aus Kosinsky 1994:131) und „Composition #2“ von Piet Mondrian von 1922 (Abbildung folgende Seite rechts, aus http://www.abcgallery.com/M/mondrian/mondrian76.html) (vgl. Johnson 1963:288).

Die bevorzugten Bilder der Frauen waren zum Beispiel „For M“ von Philip Guston von 1955 (Abbildung links, aus http://www.flickr.com/photos/strombe/3029572326/) und „Autumn Rhythm“ von Jackson Pollock von 1950 (Abbildung rechts, aus http://www.earlham.edu/~vanbma/20th%20century/images/daytwentyfour04.htm) (vgl. Johnson1963:288).

Bei der Betrachtung dieser Bilder wird klar, dass Frauen im Gegensatz zu den Männern das weniger Streng-Geometrische bevorzugen und eher zu sinnlich-impulsiven Linien und Formen geschmacklich tendieren. In Hinblick auf die Farbgebung wählen Männer eher die Bilder mit kräftigen, ausdrucksvollen Farben und bei den Formen die klaren, exakten Linienführungen.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist die Erkenntnis, dass die Geschlechtszugehörigkeit für die ästhetischen Präferenzen nicht so ausschlaggebend ist wie die Altersgruppe, die soziale Klasse, die spezielle Sehschulung und der Beruf.

So sind die Unterschiede zwischen Mann und Frau bei der ästhetischen Beurteilung doch nicht so schwerwiegend wie die Unterschiede zwischen anderen Gruppen (vgl. Johnson 1963:299f).

Außerdem stellt sich die Frage, wie sehr dieses Ergebnis des Geschlechtsunterschieds bei der Ästhetik durch den Einfluss von Umwelt und Sozialisation und durch Erbanlagen bestimmt wird. Meyer ist hier der Meinung, dass genetische Dispositionen und gesellschaftliche Prägungen wohl ineinander greifen (vgl. Meyer 1990:199). Welche große Rolle die Gesellschaft in Sachen Ästhetik spielt, zeigt sich nun im nächsten Abschnitt.

2.1.2 Die Schwierigkeit des Herausfilterns von Frauenästhetik aus einer patriarchalisch überformten Kultur

Es ist gar nicht so einfach zu beurteilen, was Frauen ästhetisch finden. Das Problem liegt darin, dass die westliche Kultur zum größten Teil von Männern geprägt wird. Dies zeigt sich in allen erdenklichen Bereichen wie zum Beispiel der Geschichtsschreibung, der Philosophie, der Kunst, der Politik usw. Den Frauen waren lange Zeit viele Bereiche sogar verschlossen; so öffneten sich beispielsweise die staatlichen Kunstakademien den Frauen erst im frühen 20. Jahrhundert. Begründet war dies durch die angeblich fehlende Fähigkeit der Frauen, Künstler zu sein. Zwei Zitate sollen hierfür die Meinung der Männer zu dieser Zeit veranschaulichen, das erste von Paul J. Möbius, einem Psychologen, von 1907 und das zweite von Karl Scheffler, einem Kunsthistoriker, von 1908:

Jedoch sieht man ohne Schwierigkeit, dass die große Mehrzahl der weiblichen Maler der schöpferischen Phantasie ganz entbehrt und über eine mittelmäßige Technik nicht hinauskommt: Blumen, Stillleben, Portraits. … Der Mangel an Vermögen zu kombinieren, d. h. in der Kunst der Mangel an Phantasie, macht die weibliche Kunstübung im Großen und Ganzen wertlos.

(Stein 1984:229)

Da die Frau also original nicht sein kann, so bleibt ihr nur, sich der Männerkunst anzuschließen. Sie ist die Imitatorin par Exellence, die Anempfinderin, die die männliche Kunstform sentimentalisiert und verkleinert, die nach Goethes Wort ›keiner Idee fähig ist‹, und das Wissen und die Erfahrung des Mannes als ein fertiges nimmt und sich damit schmückt – sie ist die geborene Dilettantin.

(Scheffler 1908:61)

Folglich ist der größte Teil unserer Kultur ein von Männern geschaffener. Und daran ändert sich trotz Frauenbewegung und Emanzipation seit ein paar Jahrzehnten so schnell nicht besonders viel. Was Frauen als ästhetisch ansehen, kann also gar nicht als reine Frauenästhetik bezeichnet werden. Durch die Erziehung wurden jahrhundertelang Werte und Anschauungen vermittelt, die als allgemeingültig angenommen werden, obwohl diese Denkmuster hauptsächlich von Männern stammen. Die Kunstdidaktikerin Helga Kämpf-Jansen zeigt beispielhaft auf, was an ästhetischen Ausdeutungen einer Weiblichkeitsrolle auch heute noch in den Köpfen der Menschen steckt:

Die Frau hat offiziell noch immer ihren Platz in der Privatheit des gesellschaftlichen Lebens, während der Platz des Mannes in der beruflichen Öffentlichkeit liegt. So ist die Frau zuständig für das Glück, die Gemütlichkeit, Geborgenheit und Harmonie des häuslichen Lebens – von der Hochzeit und der Geburt des ersten Kindes an bis zum Tod des Gatten. ›Schmücke dein Heim‹, ›Liebe Mann und Kind‹, und ›übe deinen Körper in Anmuth und Grazie‹ waren historisch und sind auch aktuell die Eckpunkte, in die ein weibliches Leben eingeschrieben ist. Längst bevor wir als Frauen aktiv eigene Bilder von uns entwerfen konnten, haben fremde Bilder uns bereits definiert. Es sind die Bilder von weiblicher Schönheit, von erfüllter bzw. sehnsuchtsvoll unerfüllter Liebe, einem glücklichen Leben als Ehefrau und Mutter sowie einem schönen Heim.

(Kämpf-Jansen 1991b:187)

Dass zum Beispiel das Motiv und Klischee der Hochzeit von Frauen teilweise anders gesehen wird als von Männern, wird in den folgenden zwei Abbildungen auf der nächsten Seite ersichtlich (Abbildung links aus Kämpf-Jansen 1993:90, Abbildung rechts aus http://artnews.org/gallery.php?i=858&exi=5701):

Die Abbildung links ist eine typische, weit verbreitete verklärte und romantisierte Darstellung von Kindern, die ein Hochzeitspaar darstellen. Dieses Glanzbild ist von 1976. Helga Kämpf-Jansen beschreibt die Situation als „ ‚Hochzeit – der schönste Augenblick im Leben einer Frau’ – von klein auf leben wir mit den trivialen Märchenbildern und ihrem großen Versprechen: … bis dass der Tod euch scheidet“ (Kämpf-Jansen 1993:90). Im Gegensatz dazu steht die Abbildung rechts, „Die Braut“, von Hanna Höch, von 1927. Die Künstlerin betrachtet das Thema Hochzeit wohl mit etwas anderen Augen, kritisch. Die Braut hat in ihrem Gemälde einen ängstlichen, sorgenvollen Blick. Jedenfalls symbolisiert Höchs Darstellung der Hochzeit nicht das gängige Klischee vom schönsten Tag im Leben einer Frau.

Selbst Frauen, die beruflich Karriere gemacht haben oder politisch engagiert sind und nicht unbedingt den gängigen Rollenklischees der Frau entsprechen, verfallen in Tagträumen den romantischen Vorstellungen und Sehnsüchten (vgl. Kämpf-Jansen 1991b:187f). Und weil diese Anschauungen und Rollenklischees so tief in einem selbst drin stecken, kommt man oft gar nicht erst auf die Idee, sie in Frage zu stellen. Ein Beispiel ist die Rollenverteilung von Mann und Frau bei der Hausarbeit und der Berufstätigkeit. Die Künstlerin Christa Näher gestaltete eine Grafik, die 1984 als Postkarte der Edition Staeck herausgegeben wurde:

(Abbildung aus Below 1993:202)

Gezeigt wird eine Frau beim Putzen, nur das Putztuch fehlt offensichtlich. Die Künstlerin thematisiert hier eine der Rollenaufgaben der Frau, nämlich die Hausarbeit, als Aufgabe, vor der sich die Frau nicht drücken darf, auch wenn sie so sinnlos ist wie das Wischen ohne Putztuch. Christa Näher reflektiert in ihrer Arbeit die traditionellen patriarchalen Denk- und Wahrnehmungsmuster. Außerdem zeigt sie, dass weibliche Kreativität und künstlerische Tätigkeit von Frauen sich gegen eigene und fremde Bilder von geschlechtsspezifisch bestimmter Arbeit behaupten müssen (vgl. Below 1993:202f).

Ein weiteres Beispiel ist eine Arbeit der Künstlerin Rosemarie Trockel. Sie experimentierte in verschiedenen Arbeiten mit Motiven, Techniken und Symbolen, die in spezifischer Weise mit Frau und Weiblichkeit und den ihr zugewiesenen Orten einerseits und Mann und Männlichkeit andererseits konnotiert sind. Ein Material, das sie verwendet, ist Wolle, welche als typisch für weibliches Handarbeiten gilt. Sie verstrickt die Wolle in ihren Bildern und macht sie damit bildwürdig (vgl. Below 1993:204):

(Abbildung aus Below 1993:205)

Die Künstlerin strickt in ihrem Bild „Cogito ergo sum“ Markenzeichen männlicher kultureller Produktion nach, nämlich Descartes’ Satz „cogito, ergo sum“ und Malewitschs schwarzes Quadrat (vgl Below 1993:204). Der Kunsttheoretiker Peter Weibel sagt über die Arbeit Trockels folgendes:

Indem Rosemarie Trockel dieses künstlerisch minderwertige Material und diese minderwertige ästhetische Prozedur einführt, werden wir gewahr, wie sehr das Weibliche aus der Kultur ausgeschlossen ist. Denn das Material Wolle, die Methode Stricken und das Motiv Strickmuster sind Signifikanten des Weiblichen. Gelten die Signifikanten als künstlerisch minderwertig, so auch eo ipso das Weibliche selbst. Diese erste Demontage der Bedingungen des Kunstwerks zeigt uns, dass die Kultur nicht der Ort der Frau ist. Da aber alle Gesten der Zerschlagung der Kultur wieder akkulturiert worden sind, kann die Kultur nur mehr transformiert, aber nicht zerstört werden. Indem sich Trockel dem öffnet, was bisher aus der Kunst als minderwertig ausgeschlossen war, transformiert sie durch ihr genuin weibliches Material und ihre genuin weibliche Aktivität die Kultur.

(Weibel 1988:44)

Möchte man also eine spezifisch weibliche Ästhetik in unserer Kultur entdecken, muss man sich die patriarchale Überformung bewusst machen und versuchen, typische Rollenzuweisungen und Vorurteile aufzudecken. Viele Künstlerinnen wie beispielsweise Camille Claudel, Suzanne Valadon, Judy Chicago, Frida Kahlo, Louise Bourgeois oder Hanna Höch zeigen, dass Frauen die Kunst mit ihrer Ästhetik nachhaltig geprägt haben. Gute Kunst und Ästhetik hängen aber nicht vom Geschlecht ab, man kann bei Erwachsenenkunst meist auch gar nicht sagen, ob der Erschaffer eines Kunstwerks nun ein Mann oder eine Frau war. Diese Unterscheidung ist bei Kindern und Jugendlichen noch leichter zu treffen.

2.1.3 Deutlichere Ausprägung geschlechtsspezifischer Unterschiede im ästhetischen Verhalten und Gestalten bei Kindern als bei Erwachsenen

Wie bereits erwähnt, haben genetische Dispositionen und Sozialisation Einflüsse auf die ästhetische Einstellung und Gestaltung beim Menschen. Laut Meyer hat aber die Gesellschaft bei der Sozialisation den größeren Einfluss auf die unterschiedliche geschlechtsspezifische Entwicklung in Sachen Ästhetik (vgl. Meyer 1990:258). Die geschlechtstypische Sozialisation fängt bei den Kindern an, sobald sie erkennen, dass es Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen gibt. Die jeweilige Geschlechtsrolle üben die Kinder ein und grenzen sich bewusst vom jeweiligen anderen Geschlecht ab. Man kann am unterschiedlichen Spielverhalten der Kinder ausmachen, dass sie etwa nach dem 2. Lebensjahr geschlechtstypisch spielen. Das wird von den Eltern und anderen Menschen verstärkt, denn sie neigen dazu, den Jungen Spielsachen wie Autos, Eisenbahnen und Flugzeuge zu schenken und den Mädchen Miniaturhaushaltsgeräte, Puppen und Kinderwägelchen (vgl. Largo 2007:282f).

Die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen werden natürlich auch im ästhetischen Gestalten deutlich und spätestens im Kindergartenalter von den Erzieherinnen und Erziehern geschlechtstypisch verstärkt. Auch im Schulalter urteilt man unterschiedlich über ästhetische Produktionen von Jungen und Mädchen, wenngleich sich auch viele Vorurteile hartnäckig halten und Eigenschaftszuschreibungen wie die folgenden teilweise arg polarisierend sind (vgl. Kämpf-Jansen 1990:7f):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Als anschauliches Beispiel dienen hier zwei Kinderzeichnungen, in denen man die oben genannten Eigenschaften erkennen kann (Abbildungen aus Kämpf-Jansen 1990:6):

Abgesehen davon, dass viele dieser Eigenschaften die äußeren Grenzen bei den Unterschieden zwischen Jungen und Mädchen darstellen, lässt sich eine Aussage mit Sicherheit treffen: „Mädchen und Jungen haben verschiedene ästhetische Zugänge zu dieser Welt. Sie haben unterschiedliche ästhetische Vorlieben und statten ihre Umwelten mit unterschiedlichen Dingen aus. Sie sammeln andere Sachen und bekommen andere Dinge geschenkt.“ (Kämpf-Jansen 1990:8)

Grob unterscheiden kann man die ästhetischen Umwelten von Jungen und Mädchen in Gewalt und Idylle. „Mädchen richten sich mit ihren Barbie-Puppen in Kuschelecken ein und kleben Glanzbilder in Poesiealben. Jungen breiten sich derweil mit ihren Transformatoren, Batmanns und Soldaten in imaginären Weltenräumen aus, gewinnen imaginierte Schlachten, kleben Maradonna neben andere Fußballhelden in ihre Sammelalben und reden über Hooligans.“ (Kämpf-Jansen 1990:8). Mädchen finden Tierposter und Plüschtiere süß und Jungen toben sich am Computer bei Ballerspielen aus und spielen mit Lego-Technik. Es hat sich seit den Zeiten der Großeltern und Urgroßeltern im Spielverhalten der Kinder nicht viel verändert, nur die technischen Möglichkeiten sind anders. Mädchen sind die häuslicheren, die mehr Zeit mit Handarbeiten verbringen und Jungen toben sich nach wie vor mehr außerhalb des Hauses aus (vgl. Kämpf-Jansen 1990:10).

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Frauenästhetik - anders als Männerästhetik
Hochschule
Universität Augsburg  (Lehrstuhl Kunstpädagogik)
Veranstaltung
Ästhetiktheorie
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V162892
ISBN (eBook)
9783640768325
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
aus urheberrechtlichen Gründen ohne Bildmaterial, aber mit Bildquellenangabe
Schlagworte
Kunst, Ästhetik, Ästhetiktheorie, Mann, Frau, Kunstmarkt, Geschlechterverhältnis, schön
Arbeit zitieren
Stefanie Rapp (Autor), 2009, Frauenästhetik - anders als Männerästhetik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162892

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