Gleichwertige Lebensverhältnisse? Die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Infrastrukturpolitik am Beispiel Mecklenburg-Vorpommerns


Magisterarbeit, 2010
114 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Der demographische Wandel in Mecklenburg-Vorpommern
2.1 Gesamtbevolkerung
2.2 Bevolkerungsstruktur
2.3 Geographische Verteilung
2.4 Zwischenfazit: Alterung und regionale Unterschiede bei der Schrumpfung

3 Infrastruktur als Grundlage gleichwertiger Lebensverhaltnisse
3.1 Der Grundsatz gleichwertiger Lebensverhaltnisse
3.2 Technische Infrastruktur
3.2.1 Verdichtungsgebiete
3.2.2 LandlicheRegionen
3.3 Soziale Infrastruktur
3.3.1 Verdichtungsgebiete
3.3.2 Landliche Regionen
3.4 Zwischenfazit: Benachteiligung landlicher Regionen

4 Anforderungen an die kunftige Infrastrukturpolitik
4.1 Schwerpunktverschiebungen des Infrastrukturbedarfs
4.1.1 Anforderungen an die technische Infrastruktur
4.1.2 Anforderungen an die soziale Infrastruktur
4.2 Chancen fur die Infrastrukturentwicklung
4.3 Handlungsoptionen
4.4 Zwischenfazit: Herausforderung fur eine neue Infrastrukturpolitik

5 Infrastrukturpolitische Reaktionen
5.1 Bundespolitische MaRnahmen
5.1.1 Angleichung der Lebensbedingungen: ,,Aufbau Ost“
5.1.2 Bundesprogramm ,,Stadtumbau Ost“
5.1.3 Weitere Bundesprogramme
5.2 Landespolitische MaRnahmen Mecklenburg-Vorpommerns
5.3 Kommunale MaRnahmen
5.3.1 Potentiale nutzen - Mehrgenerationenhauser
5.3.2 Regionale Initiativen
5.3.3 Einzelprojekte
5.4 Zwischenfazit: Geforderte lokale Flexibilitat

6 Schlussbetrachtung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang
§ 2 Absatz 2 Raumordnungsgesetz vom
Verwaltungskarte Mecklenburg-Vorpommern
Eisenbahnnetzkarten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Bevolkerungsentwicklung von Mecklenburg-Vorpommern und Prognose in drei Varianten

Abbildung 2: Wanderungsentwicklung uber die Landesgrenzen Mecklenburg- Vorpommerns hinweg und Prognose nach Variante

Abbildung 3: Zusammengefasste Geburtenziffer Mecklenburg-Vorpommern

Abbildung 4: Wanderungssalden uber die Landesgrenzen Mecklenburg- Vorpommerns nach Altersgruppen uber die Jahre 1990 bis 2008 gemittelt

Abbildung 5: Entwicklung der Altersgruppen in Mecklenburg-Vorpommern

Abbildung 6: Altersaufbau der Bevolkerung in Mecklenburg-Vorpommern 2006 und 2030 (V2)

Abbildung 7: Wanderungsgewinn bzw. -verlust je 1.000 Einwohner der Bevolkerung nach Gemeinden im Zeitraum 1990 bis 2008 insgesamt

Abbildung 8: Bevolkerungsentwicklung und -prognose (ab 2008) in den kreisfreien Stadten

Abbildung 9: Bevolkerungsentwicklung und -prognose (ab 2008) in den Landkreisen

Abbildung 10: Anteil der Bevolkerungsgruppen an der Gesamtbevolkerung 2008

Abbildung 11: Anteil der Bevolkerungsgruppen an der Gesamtbevolkerung 2030

Abbildung 12: StraRen in Abhangigkeit von der Einwohnerdichte, nach Landkreisen

Abbildung 13: Faktoren derzukunftiger Infrastrukturpolitik

Abbildung 14: Netzwerkstrukturen in der Modellregion Demografischer Wandel - Region schafft Zukunft - Stettiner Haff

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Krankenhauser in den kreisfreien Stadten Mecklenburg-Vorpommerns 2008

Tabelle 2: Krankenhauser in den Landkreisen Mecklenburg-Vorpommerns 2008

Tabelle 3: Bedeutungsbeurteilung verschiedener Versorgungsbereiche vor Ort

Tabelle 4: Handlungsoptionen zur Anpassung der Infrastruktur

1 Einleitung

Mehr als 15 Prozent Bevolkerungsverlust innerhalb der vergangenen zwanzig Jah- re, Geburteneinbruch, eine starke Abwanderung junger Menschen, verwaiste Regio- nen und uberalterte Dorfer kennzeichnen den demographischen Wandel in Mecklen­burg-Vorpommern. Dieser ist laut Harry Glawe, dem Vorsitzenden der CDU- Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern, die groRte Herausforderung fur das Bundesland. Der Landtag des Landes stellte zum Auftakt seiner Sitzung am 10.03.2010 dieses Problem in den Mittelpunkt. ,,Demografischen Wandel gestalten - Kinderlachen zulassen, Familien helfen, Wirtschaft entwickeln und Senioren einbin- den“ lautete das Thema.[1]

Ein Zusammenhang zwischen demographischem Wandel und Lebensverhaltnis- sen ist nicht unmittelbar gegeben. Bevolkerungsruckgang und Wandel der Alters- struktur mussten sich nicht auf die Lebensbedingungen der Burger auswirken, wur- den damit nicht die Bedurfnisse der Menschen und die Rentabilitat der Infrastruktur beeinflusst werden. Denn diese stellt vor allem die Bereiche der offentlichen Einrich- tungen dar, die der Befriedigung der menschlichen Grundbedurfnisse dienen. Nach Walter Buhr sind das zum Beispiel Wasser, Warme, Licht, Gesundheit, Schutz und Sicherheit, Informationen, Bildung und Mobilitat.[2]

Infrastrukturelle MaRnahmen haben hohe Initial- und Betriebskosten. Der Bedarf, die Ausstattung und die Finanzierung von Infrastruktur werden durch die demogra- phische Entwicklung beeinflusst. Die Infrastrukturpolitik muss dies berucksichtigen.

Durch die Bevolkerungsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern ist ein Ruckbau von Infrastrukturanlagen in manchen Regionen erforderlich, besonders in jenen, die bereits Strukturschwachen aufweisen und von starker Abwanderung betroffen sind. Vor allem in der sozialen Infrastruktur wird das qualitative und quantitative Niveau nicht mehr gehalten werden konnen. Eine Verschlechterung der Zukunftschancen in einigen Regionen ist zu erwarten.

In Anbetracht dieser Aussichten stellt sich die Frage, ob ,,zukunftsorientierte Pla- nung“ bedeutet sich ,,schrittweise aus solchen Regionen zuruckzuziehen“, wie es das Berlin-Institut fur Bevolkerung und Entwicklung vorschlug.[3] So kann eine qualitativ hochwertige Infrastruktur in Zentren gefordert werden, von welcher der groRte Teil der Menschen profitiert. Starke Zentren konnen strukturschwache Regionen beleben. Aber sind umfangreich ausgebaute Infrastruktureinrichtungen nach dem Vorbild gro­wer Stadte uberhaupt fur gleichwertige Lebensbedingungen notwendig?

In den vergangenen zwanzig Jahren wurden die Lebensbedingungen fur die Be- volkerung in den funf neuen Bundeslandern - und damit auch in Mecklenburg- Vorpommern - objektiv verbessert. Die Fortschritte, die bei der Verkehrsinfrastruktur, der Kommunikationsinfrastruktur, bei der Sanierung von Gebauden und ganzen Stadtteilen sowie der Produktivitat der Wirtschaft des Landes gemacht wurden, sind deutlich erkennbar. Die StraRen wurden den Bedurfnissen des modernen Individual- verkehrs entsprechend ausgebaut, Ver- und Entsorgungseinrichtungen wurden mo- dernisiert, eine flachendeckende Telefonversorgung wurde etabliert, viele Altstadte konnten restauriert werden und das Bruttoinlandsprodukt des Landes hat sich mehr als verdoppelt. Trotzdem belegen die Burger des Landes im bundesweiten Vergleich der Zufriedenheit den vorletzten Platz (vor Sachsen-Anhalt) und erwarten auch kunf- tig keine Besserung.[4] Vielleicht lassen sich neue innovative Strukturen finden, die auch fur kleinere Gemeinden tragbar sind und den dort lebenden Menschen ange- nehme Lebensbedingungen bieten. SchlieRlich hat das Leben in landlichen Regio­nen fur viele Menschen auch Vorteile. Natur, Ruhe und saubere Luft bieten optimale Voraussetzungen fur eine hohe Lebensqualitat.

Die vorliegende Arbeit besteht aus vier Teilen. Jeder der verschiedenen hier be- handelten Bereiche beeinflusst direkt oder indirekt die Umsetzung gleichwertiger Le- bensverhaltnisse und wird im jeweiligen Zwischenfazit dahingehend gepruft.

Da die Veranderung der demographischen Verhaltnisse in Mecklenburg- Vorpommern Ausgangspunkt der hier aufgezeigten Problematik ist, wird zunachst die demographische Entwicklung des Landes abgebildet. Die prognostizierte Entwick- lung stutzt sich dabei auf die 4. Landesprognose des statistischen Landesamtes Mecklenburg-Vorpommern, welche die Bevolkerungsentwicklung bis 2030 darstellt. Zwar existieren auch andere Prognosen, beispielsweise vom Bundesamt fur Bauwe- sen und Raumordnung, der Bertelsmann Stiftung und dem Rostocker Zentrum zur Erforschung des demographischen Wandels, jedoch beschreibt die Prognose des Statistischen Landesamtes die Entwicklung auch auf kleinteiliger Ebene. Die Ver- gleichbarkeit mit anderen Daten ist besser gewahrleistet, da diese oft vom statisti­schen Landesamt direkt, zumindest aber vom Land Mecklenburg-Vorpommern erho- ben werden. In der Tendenz beschreiben alle Prognosen eine ahnliche Entwicklung der Bevolkerung in Mecklenburg-Vorpommern: ein Ruckgang der Einwohnerzahlen, vor allem in den landlichen Regionen im Sudosten des Landes, weniger junge Men- schen und ein deutlicher Zuwachs an Senioren. Die Geschlechterstruktur wird in die- ser Arbeit kaum beleuchtet, da sie fur die Infrastruktur aufgrund ahnlicher Infrastruk- turbedurfnisse von Frauen und Mannern eine untergeordnete Rolle spielt.

Im zweiten Teil der Arbeit werden die Rolle der Infrastruktur fur die Gleichwertig- keit der Lebensverhaltnisse und der Infrastrukturbestand des Landes aufgezeigt. Insbesondere ist hierbei die Infrastruktur aus Sicht der Haushalte und der Bevolke- rung zu betrachten, da sie fur die Frage nach den Lebensverhaltnissen wichtig ist. Es wird zwischen technischer Infrastruktur und sozialer Infrastruktur sowie Verdich- tungsgebieten und landlichen Regionen unterschieden. Kreisfreie Stadte stellen die Verdichtungsgebiete dar, die Landkreise die landlichen Regionen.

Im weiteren Verlauf werden die kunftigen Anforderungen definiert, welche die Inf- rastrukturpolitik bestimmen. Durch den Wandel der Altersstruktur, den Ruckgang der Bevolkerungszahl in vielen Regionen und den Trends der Suburbanisierung in den 1990er Jahren werden lokal infrastrukturelle Auspragungen beeinflusst und mussen uberpruft werden. Entsprechende Handlungsoptionen werden in dieser Arbeit be- schrieben, auf entstehende positive Moglichkeiten fur die Infrastrukturpolitik wird hin- gewiesen.

AbschlieRend sind die infrastrukturpolitischen Reaktionen, mit denen Bund, Lan­der und Kommunen den aktuellen und kunftigen demographischen Entwicklungen begegnen, dargestellt und bewertet. Lander- und regionenubergreifende Programme sind hier genauso wichtig wie kommunale Einzelprojekte und Initiativen. Oftmals grei- fen die verschiedenen MaRnahmen ineinander. Da die Probleme und Losungsmog- lichkeiten lokal differieren, mussen sie ortlich gepruft und organisiert werden, sind jedoch nicht immer mit der aktuellen kommunalen Finanzausstattung gedeckt.

Zur Unterteilung verschiedener Regionen wird in der Arbeit die Kreisstruktur des Landes genutzt. Die Aufgliederung durch das Bundesamt fur Bauwesen und Raum- ordnung (BBR) in vier Raumordnungsregionen ist zu grob. AuRerdem ist sie fur den Vergleich innerhalb des Landes ungeeignet, da lediglich die Raumordnungsregion Mittleres Mecklenburg / Rostock als verstadterter Raum mittlerer Dichte gilt. Die drei anderen Raume sind als landliche Raume geringer Dichte klassifiziert.

Eine Unterteilung auf Gemeindeebene ist aufgrund der unzureichenden Daten- grundlage im Rahmen dieser Arbeit nicht moglich. Gerade fur kleine Gemeinden sind viele Daten nicht detailliert verfugbar und ihre Erhebung ist zudem nicht immer sinn- voll, da besonders die soziale Infrastruktur oft nur fur den gesamten Kreis vorgehal- ten wird und sich in dessen Tragerschaft befindet. AuRerdem andern sich die Ge- meindestrukturen haufig durch Fusionen, sodass eine zeitliche Beobachtung nicht ohne weiteres durchzufuhren ist.

Im Anhang ist unter anderem eine Ubersichtskarte mit der Verwaltungsgliederung Mecklenburg-Vorpommerns auf Kreisebene beigefugt.

In den vergangenen Jahren wurde die Thematik des demographischen Wandels und seiner Bedeutung fur die Zukunft unserer Gesellschaft verstarkt diskutiert. Ein Grund hierfur mag die ungewohnlich schnelle und neuartige Entwicklung in den funf ostlichen Bundeslandern sein. Entsprechend gab es auch in der wissenschaftlichen Literatur zunehmend Veroffentlichungen zum Thema sowie zur besonderen und ak- tuellen Lage in den neuen Bundeslandern. Die Frage nach der Bedeutung und der Auspragung gleichwertiger Lebensverhaltnisse wurde haufig thematisiert und in den vergangenen Jahren zunehmend in Aufsatzen behandelt.

Zur Darstellung der noch fortschreitenden Entwicklungen im demographischen und infrastrukturellen Bereich werden viele Quellen und Daten im Internet uber Da- tenbanken oder Webseiten veroffentlicht. In der vorliegenden Arbeit fanden insbe- sondere Daten der beiden Datenbanken Gemeinsames Neues Statistisches Informa- tions-System (GENESIS)[5] der statistischen Amter des Bundes und der Lander und das statistische Informationssystem (SIS)[6] des statistischen Landesamtes Mecklen­burg-Vorpommern Verwendung. In diesen Datenbanken sind umfangreiche statisti­sche Daten zur Bevolkerungsstruktur, Infrastrukturausstattung und -nutzung auf Kreisebene verfugbar.

Einen detaillierten Bericht zu den Auswirkungen des demographischen Wandels hat das Ministerium fur Bau, Landesentwicklung und Verkehr des Freistaats Thurin- gen 2006 mit seinem Demographiebericht vorgelegt.[7] Selbstredend auf das mittel- deutsche Bundesland bezogen, werden hier die Auswirkungen von Bevolkerungs- ruckgang und Altersverschiebung auch fur die Infrastruktur dargelegt. Aufgrund ahn- licher Entwicklungen in beiden Landern gelten einige Schlussfolgerungen des Be- richts auch fur Mecklenburg-Vorpommern.

2 Der demographische Wandel in Mecklenburg- Vorpommern

2.1 Gesamtbevolkerung

Seit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten und der Neugrundung der funf neuen Bundeslander hat das Gebiet der ehemaligen DDR (inklusive Ost- Berlin) 2,4 Millionen Einwohner verloren, fast 15 Prozent der Einwohner der DDR im Jahr 1988.[8] Bereits mit dem Mauerfall 1989 sank die Zahl der Einwohner Ost- deutschlands um eine viertel Million bis zum Ende des Jahres.[9] Das entspricht unge- fahr der damaligen StadtgroRe Rostocks, der groRten Stadt des Landes Mecklen­burg-Vorpommern.

Die Bevolkerung des Gebietes des heutigen Bundeslandes Mecklenburg- Vorpommern sank in diesem Zeitraum von 1,98 Millionen[10] am Ende des Jahres 1988 auf 1,66 Millionen im Jahr 2008[11] [12]. Das entspricht einem Ruckgang von 16,2 Prozent.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Bevolkerungsentwicklung von Mecklenburg-Vorpommern und Prognose in drei Varianten12

In Abbildung 1 ist der tatsachliche Verlauf der Bevolkerungsentwicklung Mecklen- burg-Vorpommerns dargestellt sowie die 4. Landesprognose des statistischen Lan- desamtes zum weiteren Verlauf bis 2030 mit dem Basisjahr 2006 in drei Varianten.

Variante 1 kennzeichnet dabei die ..positive" Entwicklung mit der Annahme einer Erhohung der Geburtenhaufigkeit bis auf 1,55 Kinder pro Frau. Ein Anstieg der Ge­burtenhaufigkeit auf das bestandserhaltende Niveau (2,1 Kinder pro Frau) wird nicht angenommen. Es wird eine leichte Erhohung der Zuzuge erwartet, um den Arbeits- kraftemangel, hervorgerufen durch die geburtenschwachen Jahrgange der 1990er Jahre, auszugleichen.

Die Standardvariante, Variante 2, nimmt einen leichten Anstieg der Fertilitatsrate auf bis zu 1,45 Kinder pro Frau an. Dies liegt knapp uber dem bundesdeutschen Durchschnitt, da Mecklenburg-Vorpommern aus mehr landlichen Raumen besteht als andere Gebiete der Bundesrepublik und diese fur gewohnlich uber hohere Fertilitats- raten verfugen als urbane Raume.[13] Dem bundesdeutschen Trend folgend wird auch im hier betrachteten Bundesland das Maximum der altersspezifischen Fertilitatszif- fer[14] ansteigen (bis 2020 auf 29,5 Jahre). Allerdings bleibt Mecklenburg-Vorpommern wie bisher ein bis zwei Jahre unter dem bundesdeutschen Schnitt. Die Sterbewahr- scheinlichkeiten liegen fur jedes Alter und Geschlecht auf Basis von Sterbetafeln vor. Es kann mit einem Anstieg der Lebenserwartung bis 2030 um 3,8 Jahre bei Frauen und um 5,6 Jahre bei Mannern gerechnet werden. Des Weiteren wird von einem Ruckgang der Zuzuge aus den anderen neuen Bundeslandern aufgrund der gebur­tenschwachen Jahrgange der 1990er Jahre um 10 Prozent ausgegangen. Gleichzei- tig wird eine Halbierung der Fortzuge bis 2020 erwartet, da sich das Hauptmigrati- onsmotiv - das unzureichende Arbeits- und Ausbildungsplatzangebot - aufgrund der geburtenschwachen Jahrgange bei unveranderter Nachfrage der Wirtschaft nach jungen Arbeitskraften vermindert. Auch in der AuRenwanderung wird ab 2011 ein positiver Verlauf erwartet, da Grenzen zu neuen EU Mitgliedsstaaten geoffnet wer­den. Es wird von einem Anstieg der Zuzuge aus anderen Staaten um 10 Prozent ausgegangen.

Die „pessimistische“ Variante 3 geht von einer zunehmenden Verlagerung der Geburten auf ein hoheres Alter der Mutter aus, sowie von einem ,,fehlenden Nachho- leffek[t] fur Geburten zu einem spateren Zeitpunkt [...]“. Die Geburtenhaufigkeit sinkt dabei bis 2030 auf 1,2 Kinder pro Frau. Daruber hinaus wird ein Ruckgang der Zuzu- ge ab 2012 angenommen. Zum einen, weil die geburtenschwachen Jahrgange in den anderen, neuen Bundeslandern als Zuzugler fur Mecklenburg-Vorpommern ent- fallen, zum anderen, weil auch weniger Zuzuge aus den alten Bundeslandern erwar- tet werden. AuRerdem wird der in Variante 2 unterstellte Wanderungsruckgang um 4 Jahre zeitversetzt stattfinden, da anzunehmen ist, dass die migrationsstarksten Jahr­gange von den 22-Jahrigen anstatt von den 18-Jahrigen gestellt werden.[15]

Wie in Abbildung 1 gezeigt, sank die Bevolkerung des Gebietes des heutigen Mecklenburg-Vorpommerns seit 1988 kontinuierlich. Dies stellte einen Bruch in der vorherigen Entwicklung dar. Bis dahin war die Bevolkerung auf dem Gebiet noch seit 1975 durchgangig angestiegen.[16]

Die Bevolkerungsverluste gehen dabei auf naturliche Bevolkerungsbewegungen und auf Wanderungen zuruck. So gab es mit der Wende einerseits einen massiven Geburtenruckgang und damit einen Sterbeuberschuss, andererseits eine starke Ab- wanderung, der nur eine minimale Zuwanderung gegenuberstand. Abwanderungen aus landlichen und strukturschwachen Regionen sind in der alten Bundesrepublik auch vor der Wende bereits nicht ungewohnlich gewesen. Die Bevolkerung wandert in Regionen mit besserer wirtschaftlicher Zukunft ab.

Dieser Trend zeigt sich in Mecklenburg-Vorpommern wie in allen neuen Bundes­landern (Abbildung 2). Vor allem in der Wendezeit und Anfang der 1990er Jahre war der Wanderungssaldo negativ. Lediglich 1995 und 1996 gab es kurzzeitig mehr Zu- zuge als Fortzuge, was gleichermaRen an einer Zunahme der Zuzuge und an einer Abnahme der Fortzuge lag. Ab der Jahrtausendwende nahm die Abwanderung wie- der verstarkt zu, woraus ein anhaltender negativer Wanderungssaldo fur das Bun- desland resultiert. Wie bereits erwahnt, wird ab Mitte des zweiten Jahrzehnts des Jahrhunderts ein positiver Wanderungssaldo erwartet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[17]

Ein Novum der neuen Bundeslander nach der Wende im Vergleich zu anderen Bevolkerungsumbruchen war der massive Geburtenruckgang innerhalb kurzester Zeit, wie in Abbildung 3 gezeigt. Zwar gab es gerade im 20. Jahrhundert auch andere Geburteneinbruche, wie zum Beispiel nach den beiden Weltkriegen sowie Ende der 1960er Jahre („Pilleknick“), aber aufgrund der regionalen Begrenztheit und der tem- poraren Ursachen stellt sich der Geburtenruckgang in den neuen Bundeslandern An- fang der 1990er Jahre anders dar.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[18]

Mit der Wendezeit setzte in Mecklenburg-Vorpommern - wie auch in den anderen neuen Bundeslandern - ein plotzlicher Geburtenruckgang ein und verstarkte sich nach der Wiedervereinigung vor allem in den kreisfreien Stadten. 1994 erreichte die- ser seinen Tiefpunkt mit einer zusammengefassten Geburtenziffervon[19] 0,74 in Mecklenburg-Vorpommern. Dies ist statistisch mehr als ein Kind pro Frau weniger als noch im Jahr 1988 mit 1,8. Nach Kreisen lag die geringste zusammengefasste Ge­burtenziffer 1994 in Neubrandenburg bei 0,54 Kindern. Der hochste Wert war mit 0,9 Kindern im Landkreis Demmin zu finden.

Seit 1995 steigt die Geburtenziffer im nordostlichen Bundesland wieder und nahert sich der westdeutschen Geburtenrate an. Sie wird jedoch auf absehbare Zeit - wie in ganz Deutschland - deutlich unter dem bestandserhaltenden Niveau von 2,1 Kindern pro Frau bleiben, sodass ein Ruckgang der Bevolkerung auch bei ausschlieRlicher Betrachtung der naturlichen Bevolkerungsbewegungen zu erwarten ist.

Der Geburtenruckgang Anfang der 1990er Jahre ist nur teilweise auf Zukunftsun- sicherheit der Bevolkerung zuruckzufuhren. Auffallig ist eine Angleichung des gene- rativen Verhaltens an Westdeutschland. Wahrend das Maximum der Geburten in der DDR auf das 22. Lebensjahr der Mutter vorgezogen war, liegt es heute cirka beim 28. In der Folge verringert sich die Wahrscheinlichkeit von Folgegeburten, die Wahr- scheinlichkeit lebenslanger Kinderlosigkeit steigt und die Generationenfrequenz wird vergroRert.[20] Damit einhergehend kann der Wegfall der pronatalistischen MaRnah- men der DDR-Regierung ursachlich sein, wie sie seit den fruhen 1970er Jahren durchgefuhrt wurden.[21]

Hinzu kommt eine Abwanderung gerade junger Frauen in die westlichen Bundes- lander. Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet die hochsten Fortzugsraten 18- bis 25-jahriger Frauen im Vergleich zu den ubrigen vier neuen Bundeslandern (siehe Abbildung 4).[22] In den letzten Jahren ist der Wanderungssaldo durchweg negativ geblieben, was allerdings nicht allein einer starken Abwanderung aus dem Land, sondern auch einer zu geringen Zuwanderung in das Land geschuldet ist.

Trotzdem ist laut einer Umfrage im Rahmen der Studie „Perspektive Deutschland" der Kinderwunsch in Mecklenburg-Vorpommern im Bundeslandvergleich am hochs- ten. Im Durchschnitt wunschen sich die 16- bis 45-jahrigen Frauen des Landes 1,98 Kinder. Der deutschlandweite Durchschnitt liegt bei 1,87 Kindern.[23]

2.2 Bevolkerungsstruktur

Einhergehend mit dem Ruckgang der Gesamtbevolkerung fand in den letzten Jah- ren eine starke Veranderung der Altersstruktur in der Bevolkerung statt. Wahrend in der DDR der Anteil der Bevolkerung im arbeitsfahigen Alter bis 1988 auf 65,0 Pro- zent anstieg und der Anteil der Wohnbevolkerung im Rentenalter gleichzeitig auf 16,0 Prozent fiel, weisen die Zahlen fur 1989 erstmals seit Mitte der 1960er Jahre einen Abfall der Arbeitsbevolkerung um 0,2 Prozentpunkte bei gleichzeitigem Anstieg der Rentenbevolkerung, auch um 0,2 Prozentpunkte, auf.[24] Ursachlich hierfur durften vor allem die ungleichen Wanderungssalden in den Bevolkerungsgruppen sein. So waren 1989 lediglich 2,6 Prozent der 296.958 Wegzugler aus der DDR (davon gin- gen 255.756 in die BRD) im Rentenalter. Demgegenuber standen 76,8 Prozent Aus- wanderer in der Gruppe der Bevolkerung im erwerbsfahigen Alter.[25]

Der Grundgesetzartikel 11 Absatz 1 sichert jedem Deutschen Freizugigkeit im ganzen Bundesgebiet zu, dies ist die gesetzliche Grundlage fur die innerdeutsche Migration. So setzte sich nach der Wiedervereinigung dieser Trend fort. In zwanzig Jahren verlieRen fast 200.000 Menschen mehr Mecklenburg-Vorpommern, als im gleichen Zeitraum zuwanderten. Das entspricht einem Zehntel der Bevolkerung von 1990. Dabei ist auffallig, dass die Altersgruppen der Migranten stark unterschiedliche Werte aufweisen (siehe Abbildung 4).

Ein besonders negativer Wanderungssaldo ist fur die Altersgruppen zwischen 15 und 35 Jahren festzustellen. Einer aktuellen Befragung zufolge wird sich dieser Trend weiter fortsetzen. So fand die Firma Statistik-Consult im Auftrag des Wirt- schaftsministeriums des Landes Mecklenburg-Vorpommern heraus, dass uber sech- zig Prozent der Schuler die Berufschancen auRerhalb ihres Landes viel besser be- werten. Diese Meinung ist vor allem bei den Abiturienten verbreitet. Fur cirka ein Drit- tel von Ihnen steht bereits fest, dass sie Mecklenburg-Vorpommern verlassen wer- den, nur zehn Prozent wollen bleiben. Gleichzeitig auRerten allerdings 62 Prozent der befragten Schuler Interesse an einem Arbeitsplatz im eigenen Land. Und auch das Angebot an Ausbildungsplatzen uberstieg 2009 erstmals die Bewerberzahlen.[26] Um die Vermittlungsquote zu erhohen und die Ausbildung in Mecklenburg- Vorpommern zu bewerben, starteten das Ministerium fur Wirtschaft, Arbeit und Tou- rismus und die Industrie- und Handelskammern des Landes ein eigenes Onlineportal (www.durchstarten-in-mv.de).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Wanderungssalden uber die Landesgrenzen Mecklenburg-Vorpommerns nach Altersgruppen uber die Jahre 1990 bis 2008 gemittelt[27]

In den bereits genannten Altersgruppen zwischen 15 und 25 Jahren ist daruber hinaus eine deutlich starkere Abwanderung von Frauen festzustellen. In den Grup- pen zwischen 25 und 35 Jahren uberwiegt der Negativsaldo der Manner. Insgesamt ist der Wanderungsverlust an Frauen zwischen 15 und 25 Jahren aber grower.

In den Altersgruppen ab 55 Jahren gibt es jeweils ein leichtes Wanderungsplus fur den Zeitraum zwischen 1990 und 2008.

Zu den Grunden von Wanderungsbewegungen sagen Hartmut Fischer und Ursula Kuck:

„Migration reflektiert Unzufriedenheit und zugleich be- wusste Lebenshaltung. Sie ist Ausdruck unterschiedlich wahrgenommener und individuell unterschiedlich gewichteter Distanzen in den Lebensbedingungen von Regionen. Die Le- bensbedingungen umfassen die Bereiche Wirtschaft, Sozial- ordnung, Politik, Recht, Kultur und Natur. Konkrete Auslo- ser der Migration sind jedoch Arbeitschancen, Lohnniveau, Bildungschancen, kulturelles Angebot, Freizeitangebot, so- ziale Netze, Naturraume etc., die in der Regel multikausal zu einer individuellen Wanderungsentscheidung fuhren."[28]

Die Grunde fur Migration liegen haufig im subjektiven Zufriedenheitsempfinden der Bevolkerung. Hieruber liefert beispielsweise die zwischen 2001 und 2006 regelmaRig durchgefuhrte Umfrage ,,Perspektive Deutschland" unter Schirmherrschaft des ehe- maligen Bundesprasidenten Richard von Weizsacker aufschlussreiche Daten. Im Bereich ,,Zufriedenheit mit dem Leben" ist Mecklenburg-Vorpommern uber samtliche Erhebungsjahre hinweg deutlich unter dem Bundesschnitt zu finden und nach Sach- sen-Anhalt auf dem vorletzten Platz. Nur 49 Prozent der Befragten sind hiernach zu- frieden mit dem Leben in ihrer Region. Auch blickt die Bevolkerung nicht sonderlich optimistisch in die Zukunft. Nur 25 Prozent der Befragten meinen, dass sie in funf bis zehn Jahren in ihrer Region noch zufrieden sein werden.[29]

Zur Frage, ob man einem potentiellen Arbeitgeber mit einem Umzug entgegen- kommen wurde, bote dieser einem eine Arbeitsstelle, liegt die Bevolkerung Mecklen- burg-Vorpommerns im Bundeslandvergleich auf Platz eins. 32 Prozent der Berufsta- tigen und 28 Prozent der Arbeitslosen wurden einem Umzug zu einem uber einhun- dert Kilometer entfernten Arbeitsplatz zustimmen (Bundesdurchschnitt: 29 bezie- hungsweise 23 Prozent).[30]

Der in Abbildung 4 vergleichsweise starker ausschlagende Wanderungssaldo in den jungeren Altersgruppen gegenuber den alteren ist nicht nur auf einen groReren Unterschied zwischen Zu- und Fortzugen zuruckzufuhren, sondern insbesondere auf eine hohere Mobilitat junger Menschen im erwerbsfahigen Alter[31] sowie auf eine star­ke Bildungs- und Arbeitsplatzwanderung. Ein negativer beziehungsweise positiver Wanderungssaldo in den unterschiedlichen Altersgruppen lasst sich so vor allem durch unterschiedliche Migrationsmotive erklaren. Wahrend jungere Altersgruppen in Regionen mit besseren Ausbildungs- und Berufschancen ,,fliehen", zieht es altere

Menschen eher in angenehme Regionen fur ihren Lebensabend. Teilweise siedeln sie in heimatliche Regionen oder Orte um, in denen nahe Angehorige und Freunde leben, um eine bessere Versorgung im Alter sicherstellen zu konnen.

Einer nichtreprasentativen Studie[32] zufolge waren die haufigsten Grunde fur den Wegzug erwerbstatiger Bevolkerung mit 74,4 Prozent vor allem im Bereich „Job, Kar- riere“ zu finden. Dies bestatigen auch Umfragen des Bundesamtes fur Bauwesen und Raumordnung in den neuen Landern.[33] Als weitere Grunde wurden die Rah- menbedingungen in Mecklenburg-Vorpommern mit 26,5 Prozent genannt (auch hier insbesondere die allgemeine Arbeitsmarktlage mit 23,9 Prozent) sowie der Bereich ,,Familie und Privates", der von 18,8 Prozent der Befragten angegeben wurde (Mehr- fachnennungen waren moglich). Somit lasst sich eine stark okonomisch motivierte Abwanderung festhalten. Uber die Halfte der Befragten war vor ihrem Wegzug ar- beitslos beziehungsweise befurchtete den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren.[34]

Zu den Ruckkehrbestrebungen der Befragten ist auffallig, dass sich ,,die uberwie- gende Mehrheit vorstellen kann, bei einem entsprechenden Arbeitsplatzangebot [...] nach [Mecklenburg-Vorpommern] zuruckzukehren", selbst dann, wenn nur ein gerin- geres Gehalt gezahlt wurde.[35] Diese Ruckkehrbestrebungen sind fur das Land Meck­lenburg-Vorpommern wichtig. Nach Andrea Schultz kann auf diese Weise Abwande­rung auch einen Mehrgewinn darstellen, denn aufgrund von Ruckwanderung und dem Informationsaustausch durch soziale Netzwerke mit Daheimgebliebenen entste- hen ein Humankapitalgewinn und ein Anreiz fur die im Land gebliebenen Bevolke- rungsteile sich weiterzubilden.[36] Aktuell scheint dies jedoch in Mecklenburg- Vorpommern noch nicht der Fall zu sein, vielmehr findet ein ,,Braindrain", also eine Abwanderung von Wissen in Form von gut ausgebildeten Menschen, statt.[37]

Zusammen mit einer niedrigeren Geburtenrate (siehe Abbildung 3) und einer stei- genden Lebenserwartung aufgrund des medizinischen Fortschritts und gesunderer Lebensweise, sorgt die in Abbildung 4 dargestellte Wanderung auch in den kom- menden zwanzig Jahren fur eine massive Verschiebung der Altersstruktur, wie Abbildung 5 zeigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[38]

Dargestellt ist die Anzahl der Bevolkerung der Altersgruppen der Jugendlichen (junger als 20 Jahre), der Erwerbstatigen (20 bis unter 65 Jahre) und der Senioren (alter als 65 Jahre). Von 1995 bis 2008 (senkrechte Linie) ist der tatsachliche Verlauf abgebildet, ab 2008 die Erwartung laut der 4. Landesprognose des statistischen Landesamtes mit dem Basisjahr 2006. Die lang gestrichelten Linien stellen dabei die mittlere Variante dar (Variante 2), die kurz gestrichelten Linien die Varianten 1 und 3. Da die mittlere Variante laut dem statistischen Landesamt als die wahrscheinlichste anzunehmen ist, werde ich mich in meinen weiteren Ausfuhrungen auf diese bezie- hen.

Die Tendenz in Abbildung 5 ist deutlich: Die Bevolkerung in der Gruppe der Senio­ren hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen und wird bis 2030 auf mehr als das Doppelte des Jahres 1995 ansteigen. Gleichzeitig verringert sich die Bevolke­rung in der Altersgruppe der Jugendlichen und der Erwerbstatigen deutlich. Bereits 2004 hatte die Zahl der jugendlichen Einwohner die der Senioren unterschritten.

Bei der Anzahl der jugendlichen Bevolkerung wird ab 2010 eine Stagnation prog- nostiziert, unter anderem deshalb, weil man nach Erreichen des westdeutschen Ge- burtenniveaus mit einer gleich bleibenden Fertilitatsrate rechnet (siehe Punkt 2.1). Fur den Verlust des erwerbstatigen Bevolkerungsteils ist zum einen die starke (Ab-) Wanderung in den „aktiven“ Lebensjahren verantwortlich, zum anderen ein Ubertritt der geburtenstarken Jahrgange in die Gruppe der Senioren bei gleichzeitig geringem Ubergang aus den geburtenschwachen Jahrgangen.

Diese Entwicklung hat neben den Auswirkungen auf den Lastenquotienten, der nach Variante 2 der 4. Landesprognose im Jahr 2030 hundert Prozent ubersteigen wird[39], sodass auf eine Person im erwerbstatigen Alter ein Leistungsempfanger kommt, vor allem auch Konsequenzen fur die benotigte Infrastruktur, da die diversen Altersgruppen starke Unterschiede in ihren Bedurfnissen aufweisen.

Der prognostizierte Altersaufbau des Jahres 2030 in der mittleren Variante im Vergleich zu 2006 ist detailliert in Abbildung 6 dargestellt. Hier wird deutlich, wie sich die Bevolkerungsanteile zugunsten der Senioren verschieben. Ebenso ist absehbar, wie sich der Geburteneinbruch nach der Wiedervereinigung in kunftigen Generatio- nen fortsetzt. So wird der Prognose zufolge die Zahl der Geburten ab 2015 nochmals sinken (siehe verringerte Altersgruppen der 0- bis 15-Jahrigen des Altersaufbaus von 2030 in Abbildung 6). Voraussichtlich wird sich diese Verschiebung im Hinblick auf naturliche Bevolkerungsbewegungen in den darauf folgenden 25 Jahren fortsetzen und intensivieren, da weiterhin breite Bevolkerungsschichten in die Senioren- Altersgruppe vorrucken, wahrend nur dunn besetzte Jahrgange in die Altersgruppe der potentiell Erwerbstatigen ubergehen.

Ursachlich fur die ,,im internationalen Vergleich besonders rasche Alterung des deutschen Volkes ist die Verringerung der Zahl der Geburten“.[40] Zudem ist die inner- halb der letzten 150 Jahre stark gestiegene Lebenserwartung zu berucksichtigen.

Durch eine Erhohung der Geburtenrate wird dieser Trend auf lange Sicht nicht aufzuhalten sein. Die seit den 1970er Jahren kontinuierlich unter dem bestandserhal- tenden Niveau liegenden Geburtenzahlen sorgen fur ein Fehlen potentieller Eltern in der Folgegeneration, sodass diejahrliche Geburtenzahl auch abnimmt, wenn die Fer- tilitatsrate wieder auf durchschnittlich 2,1 Kinder pro Frau steigen wurde.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[41]

2.3 Geographische Verteilung

Die Gesamtzahl der Bevolkerung Mecklenburg-Vorpommerns differiert raumlich sehr stark, genauso wie die Altersstruktur. Bestimmte Wanderungsschemen sind deutlich zu erkennen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[42]

In den 1990er Jahren gab es in Mecklenburg-Vorpommern eine starke Tendenz zur Suburbanisierung. Wie deutlich aus Abbildung 7 hervorgeht, verzeichnen alle sechs kreisfreien Stadte des Landes (Wismar, Schwerin, Rostock, Stralsund, Greifs- wald und Neubrandenburg) Wanderungsverluste, wahrend die umliegenden Ge- meinden durchweg Wanderungsgewinne aufzeigen. Kleinraumige Abbildungen zur Bevolkerungsentwicklung zeigen aquivalente Entwicklungen. Die Bevolkerung in den groRen, kreisfreien Stadten sinkt, wahrend die Bevolkerung in den umliegenden Ge- meinden zunimmt.[43]

Eine verstarkte Schrumpfung ganzer Regionen ist zu erkennen. Nach der oben bereits erwahnten Studie ,,Perspektive Deutschland" sind innerhalb Mecklenburg- Vorpommerns besonders die Menschen in den wirtschaftsschwachen Regionen Vor- pommern und der Mecklenburgische Seenplatte unzufrieden. Etwas zufriedener ist man um Rostock und in der Region Westmecklenburg.[44] Dies spiegelt sich im Wan- derungssaldo der Abbildung 7 wider, genauso wie in der Einwohnerentwicklung von Abbildung 8 und Abbildung 9. Die Bevolkerung „flieht“ aus den sudostlichen Gebieten des Landes, was zu einem ,,Braindrain“ in den betroffenen Regionen fuhrt. „Wissen“ ist die Infrastrukturgrundlage fur Industrie, Wirtschaft und Innovation. Eine selektive Abwanderung Hochqualifizierter erschwert somit zusatzlich die Ansiedelung neuer Wirtschaftsunternehmen und fuhrt damit zu steigender Arbeitslosigkeit.[45] Die groie- ren Stadte Stralsund, Greifswald, Neubrandenburg, Gustrow, Waren und Neustrelitz konnen diesen Trend in ihren Umlandregionen zwar teilweise eingrenzen, jedoch ist die Abwanderung auierhalb der Region Westmecklenburg und der Umlandregion Rostocks deutlich uberwiegend (gelbe Bereiche in Abbildung 7).

Abbildung 8 und Abbildung 9 zeigen diese Tendenz im Verlauf der Bevolkerungs- entwicklung der kreisfreien Stadte beziehungsweise der umliegenden Landkreise. In den 1990er Jahren - als die kreisfreien Stadte besonders an Einwohnern verloren - gewannen die Landkreise Bad Doberan (Rostock), Nordwestmecklenburg (Wismar, Schwerin), Ludwigslust, Parchim (beide Schwerin), Nordvorpommern (Stralsund) und Mecklenburg-Strelitz (Neubrandenburg) deutlich an Bevolkerung hinzu.[46]

Dieser Verlauf ist vor allem auf den in der DDR unterdruckten Drang nach Eigen- heimbau zuruckzufuhren und dem daraus resultierendem ,,Nachholbedarf“ zur Schaf- fung von Wohneigentum. Anfang der 1990er Jahre zogen insbesondere junge, sol- vente Familien in die umliegenden Gemeinden. Die kreisfreien Stadte kamen dem ,,dringenden Wohnbedarf der Bevolkerung“ mit der Ausweisung von Wohngebieten nicht zugig genug nach.[47]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[48]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[49]

Abbildung 9: Bevolkerungsentwicklung und -prognose (ab 2008) in den Landkreisen

Der Prozess der Suburbanisierung fand in den vergangenen funfzig Jahren auch in der BRD statt, wurde allerdings durch eine Verteilung auf Jahrzehnte und durch Eingemeindungen statistisch weniger erfasst. In Mecklenburg-Vorpommern fanden kreisubergreifende Eingemeindungen kaum statt. Die Verwaltungsgrenzen der Stad- te des Landes Mecklenburg-Vorpommern entsprechen im Wesentlichen noch denen der 1920er Jahre. Dies fuhrt - abgesehen von den statistischen Effekten des Bevol- kerungsruckgangs - zu Schwierigkeiten in der kommunalen Finanzierung. Zentrale Infrastruktureinrichtungen mussen weiter vorgehalten werden, die dafur benotigten Ausgaben bleiben konstant, wahrend gleichzeitig die Steuerzuweisungen an die Kommunen aufgrund der geringeren Bevolkerungszahlen sinken.[50] Zudem ist die Abwanderung sozial wie altersmaRig ungleich verteilt. Einkommensschwache Burger sowie altere Bevolkerungsgruppen bleiben in der Stadt wohnen, wahrend junge, gut ausgebildete und einkommensstarke Einwohner Eigenheime in den umliegenden Gemeinden bauen und aus den Stadten abwandern.[51]

Da in absehbarer Zeit von einer Sattigung des Eigenheimmarktes auszugehen ist, wird sich eine derartige Entwicklung in Zukunft voraussichtlich nicht fortsetzen. Es besteht ein gewisser Trend zur Reurbanisierung. Durch eine Verbesserung der Woh- nungsausstattungen und des Wohnumfeldes innerhalb der Stadte sowie durch das Angebot zur Nutzung durch Ruckbau freigewordener Flachen in zentraler Lage wer­den die Stadte wieder attraktiver. Wie schon erwahnt, nimmt der Anteil an alterer Be- volkerung zu und der der jungeren ab. Durch eine geringere Mobilitat der alteren Be- volkerung kann von einer groReren Attraktivitat von Wohnlagen mit guter Nahversor- gung (im Allgemeinen Stadte) ausgegangen werden. Gleichzeitig sind die groRen Stadte fur in Ausbildung befindliche, junge Burger attraktiv, da auch sie fur gewohn- lich nur gering motorisiert sind und das Ausbildungs-, Wirtschafts- und Kulturangebot in zentralen Orten hoher ist. Diese Entwicklung ist in den beiden Universitatsstadten Mecklenburg-Vorpommerns, Rostock und Greifswald, seit einigen Jahren deutlich zu erkennen. Die Einwohnerzahlen steigen hier langsam wieder an, sodass eine Reur­banisierung absehbar scheint. Zudem ist auch mit einem geringen Zuzug aus Regio- nen auRerhalb des Landes zu rechnen. Fur Greifswald wird beispielsweise von 2008 bis 2030 ein Bevolkerungswachstum von beinahe zehn Prozent prognostiziert. Damit wird sie die drittgroRte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns sein. Neubrandenburg, Stralsund und Schwerin werden dagegen weiterhin Einwohner verlieren. Fur Neu­brandenburg geht das statistische Landesamt sogar von einem Verlust von uber zwanzig Prozent innerhalb der nachsten 20 Jahre aus. Die zwolf Landkreise des Landes verlieren bis 2030 weiterhin an Bevolkerung. Am starksten werden die Land­kreise Demmin und Mecklenburg-Strelitz mit cirka 35 beziehungsweise 32 Prozent Bevolkerungsverlust betroffen sein. Nordwestmecklenburg wird dagegen lediglich um die funf Prozent seiner Einwohner einbuRen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10: Anteil der Bevolkerungsgruppen an der Gesamtbevolkerung 2008[52]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11: Anteil der Bevolkerungsgruppen an der Gesamtbevolkerung 2030[53]

Abbildung 10 und Abbildung 11 zeigen den Anteil der Bevolkerung im Jugend-, Erwerbstatigen- beziehungsweise Seniorenalter in den kreisfreien Stadten und den Landkreisen im Jahr 2008 beziehungsweise 2030. Durch die oben erwahnte starke

Wanderung der jungen, erwerbstatigen Bevolkerung in die Umlandgebiete nach der Wende liegt der Anteil der Senioren in den kreisfreien Stadten durchschnittlich noch geringfugig hoher (22,68 Prozent) als in den Landkreisen (21,45 Prozent). Der Wert der unter Zwanzigjahrigen ist demgegenuber in den kreisfreien Stadten geringfugig niedriger (durchschnittlich 14,34 Prozent gegenuber 16 Prozent in den Landkreisen). Dies trifft insbesondere auf die Landkreise zu, die die kreisfreien Stadte umgeben (zum Beispiel Bad Doberan und Nordwestmecklenburg). Insgesamt ist aber kein markanter Unterschied zwischen den groRen Stadten des Landes und den Landkrei­sen festzustellen.

Anders gestaltet sich die Verteilung der Altersgruppen im Jahr 2030. In einigen Landkreisen wird der Seniorenanteil nahezu funfzig Prozent betragen, wahrend der Anteil der jugendlichen Bevolkerung unter zehn Prozent liegen wird (Demmin, Meck- lenburg-Strelitz). Die kreisfreien Stadte werden hingegen deutlich „junger“ sein. Ins­besondere Greifswald kann durch die Anziehungskraft seiner Universitat seinen Ju- gendanteil auf uber zwanzig Prozent steigern.

2.4 Zwischenfazit: Alterung und regionale Unterschiede bei der Schrumpfung

Zusammenfassend lasst sich zur demographischen Entwicklung in Mecklenburg- Vorpommern festhalten, dass sie nicht allein auf einen massiven Bevolkerungsruck- gang und den Wandel der Altersstruktur im ganzen Land zu beschranken ist. Viel- mehr mussen kleinraumige Differenzierungen vorgenommen werden.

Der Geburtenruckgang Anfang der 1990er Jahre wirkt sich schon heute auf be- stimmte Bevolkerungsgruppen aus und durfte aufgrund der Nachhaltigkeit der gerin- gen Fertilitatsrate langfristig schwerwiegendere Folgen haben als die demographi­schen Einschnitte wahrend und nach dem zweiten Weltkrieg. Hinzu kommt eine an- haltende Abwanderung bei gleichzeitig geringer Zuwanderung. Dies gilt insbesonde­re fur die jungeren Bevolkerungsteile, was zum Phanomen des „Braindrain“ fuhrt. Beides trug innerhalb von 20 Jahren zu einem Ruckgang der Bevolkerung um 16 Prozent (315.600 Einwohner) bei.

Der reine Ruckgang der Bevolkerung ist allerdings nur ein Teil, aus dem neue An- forderungen an die Infrastrukturplanung erwachsen. Insbesondere fur die soziale Inf- rastruktur bedarf es zudem Umstellungen durch eine zunehmende Alterung der Be- volkerung. Schon heute liegt der Anteil der unter 20-Jahrigen in Mecklenburg- Vorpommern bei 15,5 Prozent, der Anteil der 20- bis 64-Jahrigen bei 62,8 und der der uber 65-Jahrigen bei 21,7 Prozent. Bis 2030 werden sich diese Anteile zuguns- ten der uber 65-Jahrigen (36,2 Prozent) und zuungunsten der bis 64-jahrigen (13,9 beziehungsweise 49,9 Prozent) verandern.

Diese demographischen Faktoren wirken sich in einigen Regionen starker aus als in anderen. Zwar wird in allen Landkreisen eine Abnahme der Bevolkerung prognos- tiziert, jedoch geht man in den innovativen, wirtschaftlich starken kreisfreien Stadten von einem Bevolkerungswachstum aus. Insbesondere Rostock und Greifswald profi- tierten hier bereits in den vergangenen Jahren. Fur Schwerin, Stralsund und Wismar wird bis 2030 eine ungefahr gleich bleibende Bevolkerungszahl vorausgesagt, ledig- lich Neubrandenburg wird aufgrund seiner isolierten Lage im Inland weiterhin stark an Einwohnern verlieren. Die innovativen Wirtschaftsstandorte liegen samtlich an der Ostsee und verfugen uber maritime Wirtschaft und renommierte Hochschulen. Ros­tock und Wismar profitieren von ihrer zentralen Lage mit guter Verkehrsanbindung. Stralsund und Greifswald bilden ein gemeinsames Oberzentrum und ziehen durch ihre Hochschulen, maritime Wirtschaft und Tourismus junge und erwerbsfahige Bur­ger an. Schwerin kann weiterhin vom Status als Landeshauptstadt profitieren.

Neubrandenburg hingegen kann nur als regionaler Anziehungsfaktor wirken und beschleunigt somit moglicherweise zusatzlich den besonders starken Bevolkerungs- verlust in den Landkreisen Mecklenburg-Strelitz und Demmin (siehe Abbildung 9). Dem im Vergleich zu Westmecklenburg und dem GroRraum um Rostock starken Be- volkerungsverlust kann die kreisfreie Stadt nicht entgegenwirken.

Regionaler Bevolkerungsruckgang und eine Anderung der Altersstruktur der Be­volkerung beeinflussen per se nicht die Lebensbedingungen der Bevolkerung. Beein- trachtigungen sind jedoch mittelbar insbesondere uber die Infrastruktur zu erwarten.

Traditionell bestehen groRe Unterschiede in Hinblick auf die Lebensverhaltnisse von Stadt und Land. Durch das Verlassen landlicher Regionen und einer Tendenz zur Reurbanisierung, insbesondere im Sudosten Mecklenburg-Vorpommerns, wird sich dieser Trend in den kommenden Jahren weiter verstarken.

3 Infrastruktur als Grundlage gleichwertiger Lebensver­haltnisse

3.1 Der Grundsatz gleichwertiger Lebensverhaltnisse

Der Wandel der Bevolkerungsstruktur in weiten Teilen Deutschlands hat in den letzten Jahren eine Diskussion uber den Grundsatz der gleichwertigen Lebensver­haltnisse in der politischen Offentlichkeit der Bundesrepublik hervorgebracht. Oftmals werden „gleichwertige“ als „gleiche“ Lebensverhaltnisse verstanden.[54] Demographi- sche Umstrukturierungen, geanderte Anforderungen durch den technischen Fort- schritt in den vergangenen Jahrzehnten und nicht zuletzt der Zusammenschluss bei­der deutscher Staaten vor zwanzig Jahren erfordern grundliche Untersuchungen u- ber die zeitgemaRe Bedeutung der Gleichwertigkeit.

,,Gleichwertig ist nicht gleich“ betitelte Eva Barlosius 2006 einen Artikel und fasste damit die wissenschaftliche Diskussion zusammen.[55] Bundesprasident Horst Kohler sprach von ,,eine[r] untragbare[n] Schuldenlast“, die wir ,,der jungen Generation“ auf- burden wurden, wenn wir die Unterschiede in den Lebensverhaltnissen ,,einebnen“ wollten.[56] Das Berlin-Institut fur Bevolkerung und Entwicklung resumierte in einer Studie, dass der Staat sich schrittweise aus Regionen zuruckziehen solle, deren ,,wirtschaftliche wie auch demographische Indikatoren schon uber langere Zeit nach unten weisen.“[57] Und auch der brandenburgische Ministerprasident Matthias Platz- eck erkennt, dass „nicht in allen Dorfern gleich gefordert werden kann“.[58]

Einhergehend mit dem ethischen Grundsatz der menschlichen Gerechtigkeit ist die Gleichwertigkeit der Lebensverhaltnisse in verschiedenen Gesetzen geregelt. Bereits im Grundgesetz legte man 1949 fest, dass der Bund zur Gesetzgebung be- rechtigt ist, ,,soweit ein Bedurfnis nach bundesgesetzlicher Regelung besteht, weil [...] die Wahrung der Einheitlichkeit der Lebensverhaltnisse uber das Gebiet eines Landes hinaus sie erfordert.“ 1994 wurde diese Regelung jedoch abgewandelt.[59]

[...]


[1] Vgl.: Ostsee-Zeitung (2010).

[2] Vgl.: Buhr, Walter (2007), S. 15.

[3] Vgl.: Krohnert, Steffen; Medicus, Franziska; Klingholz, Reiner(2007), S.11. So auch Joachim Ragnitz (Stellvertretender Geschaftsfuhrer des ifo Dresden) in: Norddeutscher Rundfunk (Hg.) (2010b).

[4] Vgl.: Perspektive Deutschland (Hg.) (2010), S. 8-12.

[5] Siehe: Statistische Amter des Bundes und der Lander (Hg.) (2010).

[6] Siehe: Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern (Hg.) (2010).

[7] Ministerium fur Bau, Landesentwicklung und Verkehr des Freistaats Thuringen (Hg.) (2006).

[8] 2008 waren es innerhalb von 20 Jahren 2.363.204 Einwohner (Berechnung mit Daten aus: Statisti- sches Amt der DDR (Hg.) (1990), S. 63, 394.; Statistische Amter des Bundes und der Lander (Hg.) (2010a).; Amt fur Statistik Berlin-Brandenburg (Hg.) (2009), S. 11.)

[9] Vgl.: Statistisches Amt der DDR (Hg.) (1990), S. 63.

[10] Vgl.: Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern (Hg.) (2009f), S. 40.

[11] Vgl.: Statistische Amter des Bundes und der Lander (Hg.) (2010a).

[12] Datenbasis: Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern.

[13] Hartmut Fischer und Ursula Kuck gehen im Gegensatz zum statistischen Landesamt allerdings von einem deutlichen Geburtenruckgang in Mecklenburg-Vorpommern ab dem zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts aus, der den Bevolkerungsverlust entsprechend verstarken wird. Ursachlich hierfur wa- ren die Abwanderung junger Frauen und die geburtenschwachen Jahrgange ab den 1990er Jahren, wodurch die Fertilitatsrate von 1994 noch unterschritten wird. Vgl.: Fischer, Hartmut; Kuck, Ursula (2004), S. 216.

[14] Lebendgeborene nach Altersgruppen der Mutter.

[15] Vgl.: Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern (Hg.) (2009a), S. 4f.

[16] Vgl.: Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern (Hg.) (2009e), S. 40.

[17] Datenbasis: Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern.

[18] Datenbasis: Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern.

[19] Die zusammengefasste Geburtenziffer ist die Summe der altersspezifischen Geburtenziffern im Alter von 15 bis unter 45 Jahren dividiert durch 1000. Sie gibt damit die hypothetische Kinderzahl ei­ner Frau an, wenn die zum Stichtag ermittelten altersspezifischen Geburtenziffern fur ihre gesamte fruchtbare Lebensphase gelten wurden.

[20] Vgl.: Kujath, Hans Joachim; Schmidt, Suntje (Hg ). (2007), S. 120f. Sowie: Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern (Hg.) (1995), S. 4f.

[21] Siehe auch: Sinn, Hans-Werner (2005), S. 68.

[22] Siehe: Fischer, Hartmut; Kuck, Ursula (2004), S. 206.

Siehe auch: Werz, Nikolaus (2001), S. 25.

[23] Vgl.: Perspektive Deutschland (Hg.) (2010), S. 47.

[24] Vgl.: Statistisches Amt der DDR (Hg.) (1990), S. 64.

[25] Eigene Berechnungen auf Grundlage von: Statistisches Amt der DDR (Hg.) (1990), S. 398.

[26] Vgl.: Hamann, Simone (2010).

[27] Datenbasis: Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern, eigene Berechnungen.

[28] Fischer, Hartmut; Kuck, Ursula (2004), S. 201f.

[29] Vgl.: Perspektive Deutschland (Hg.) (2010), S. 8-10.

[30] Vgl.: Perspektive Deutschland (Hg.) (2010), S. 39f.

[31] Vgl.: Fischer, Hartmut; Kuck, Ursula (2004), S.211.

[32] Die Umfrage wurde hauptsachlich im Internet durchgefuhrt und ist damit per Definition nicht repra- sentativ. Au&erdem wurden nur Personen befragt, die sich zuvor bei der Ruckkehreragentur mv4you registriert und somit zumindest ein rudimentares Interesse an einer Ruckkehr in das nordostliche Bun- desland sowie Kenntnis uber die Existenz der Agentur hatten. Aufgrund einer ahnlichen soziodemo- graphischen Verteilung der Befragten, sowie Studien zu Migranten in anderen Bundeslandern, lassen sich jedoch mindestens Tendenzen auf die Gesamtheit der jungen Migranten Mecklenburg- Vorpommerns ubertragen. Siehe: Schultz, Andrea (2004).

[33] Siehe: Bundesamtfur Bauwesen und Raumordnung (Hg.) (2005), S. 12-14.

[34] Vgl.: Schultz, Andrea (2004), S. 241f.

[35] Vgl.: Schultz, Andrea (2004), S. 245.

[36] Vgl.: Schultz, Andrea (2004), S. 234.

[37] Vgl.: Schultz, Andrea (2004), S. 249.

[38] Datenbasis: Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern, eigene Berechnungen.

[39] Der Lastenquotient ist hier als Summe aus dem Jugendquotient (Anteil der unter 20-jahrigen Bevol­kerung an der Bevolkerung im erwerbsfahigen Alter, zwischen 20 und 65 Jahren) und dem Altenquo- tient (Anteil der uber 65-jahrigen Bevolkerung an der Bevolkerung im erwerbsfahigen Alter) definiert.

[40] Vgl.: Sinn, Hans-Werner (2005), S. 57.

[41] Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern (Hg.) (2009g), S. 7. © StatA MV

[42] Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern (Hg.) (2009b), S. 46. © StatA MV

[43] Siehe: Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern (Hg.) (2006), S. 2.

[44] Siehe: Perspektive Deutschland (Hg.) (2010), S. 10.

[45] Vgl.: Schultz, Andrea (2004), S. 233.

[46] Eine Karte der Verwaltungsgliederung in Mecklenburg-Vorpommern ist zur Ubersicht im Anhang beigefugt.

[47] Bis 1998 stellte das Raumordnungsgesetz in § 2 Absatz 1 Punkt 13 einen „dringenden Wohnbedarf der Bevolkerung" fest. Im aktuellen Raumordnungsgesetz ist dieser Passus nicht mehr zu finden.

[48] Datenbasis: Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern.

[49] Datenbasis: Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern.

[50] Vgl.: Paul, Gans; Horn, Michael (2006), S. 508.

[51] Vgl.: Werz, Nikolaus (2001), S. 29.

[52] Datenbasis: Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern, eigene Berechnungen.

[53] Datenbasis: Statistisches Landesamt Mecklenburg-Vorpommern, eigene Berechnungen.

[54] Vgl.: Ragnitz, Joachim (2005), S. 6.

[55] Siehe: Barlosius, Eva (2006), S. 16-23.

[56] Vgl.: Interview mit Horst Kohler, in: Krumrey, Henning; Markwort, Helmut (2004).

[57] Vgl.: Krohnert, Steffen; Medicus, Franziska; Klingholz, Reiner (2007), S. 10f.

[58] Vgl.: Staatskanzlei Brandenburg (2004).

[59] Vgl.: Menzenbach, Steffi; Netterscheidt, Anja; Beckebanze, Maren u.a. (2009), S. 126f.

Ende der Leseprobe aus 114 Seiten

Details

Titel
Gleichwertige Lebensverhältnisse? Die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Infrastrukturpolitik am Beispiel Mecklenburg-Vorpommerns
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Institut für Politikwissenschaft und Soziologie)
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
114
Katalognummer
V163052
ISBN (eBook)
9783640779390
Dateigröße
7091 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Hierbei handelt es sich um eine "reine E-Book Veröffentlichung" inklusive Anhänge/Kartenmaterial - eine leicht abgeänderte Version in Buchform (ohne Anhänge)finden Sie unter der folgenden Archivnummer V163809
Schlagworte
demographischer Wandel, Infrastrukturpolitik, Mecklenburg-Vorpommern, M-V, gleichwertige Lebensverhältnisse, neue Bundesländer, Bevölkerungsrückgang, Infrastruktur, Infrastrukturbedarf, Demographie, Infrastrukturentwicklung, Aufbau Ost, Lebensbedingungen, Stadtumbau Ost, Mehrgenerationenhaus, Ostdeutschland, Demografie, demografischer Wandel, Meck-Pomm, MeckPomm, Politik, Geographie, Geografie, Bevölkerungsentwicklung, Bevölkerung, DDR, Stadtentwicklung, technische Infrastruktur, soziale Infrastruktur, Verkehr
Arbeit zitieren
Fabian Prante (Autor), 2010, Gleichwertige Lebensverhältnisse? Die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Infrastrukturpolitik am Beispiel Mecklenburg-Vorpommerns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163052

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