Im Folgenden möchte ich mich mit dem Verfahren der regulativen Musiktherapie beschäftigen. Es wurde in den 70er Jahren von Christoph Schwabe entwickelt, auf dessen Buch „Regulative Musiktherapie“ ich mich in dieser Hausarbeit beziehe. Auf Grund besserer Lesbarkeit benutze ich die Abkürzung RMT für Regulative Musiktherapie. RMT und Psychotherapie Bei der RMT handelt es sich um eine psychotherapeutische Behandlungsform. Meist wird sie zur Unterstützung anderer Therapieformen eingesetzt, so dass ein Patient durchaus gleichzeitig durch verschiedene psychotherapeutische Verfahren behandelt werden kann. Bei jeder Psychotherapie handelt es sich um einen Interaktionsvorgang zwischen zwei oder mehr Personen. Ziel ist dabei, die Auseinandersetzung des Patienten mit sich selbst und mit anderen zu aktivieren, um dadurch krankhafte Erlebnis- und Handlungsweisen zu beeinflussen. Pathologische Erscheinungsformen sollen verbessert werden. Diese können sowohl das psychische als auch das körperliche Befinden des Patienten betreffen. Es ist die Aufgabe des Therapeuten, den Patienten in die Lage zu versetzen, die wesentlichen Schritte zum Erreichen dieser Ziele selbst tun zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. RMT und Psychotherapie
3. Das trainingsbezogene Handlungsprinzip
4. Spezifische Merkmale der Musiktherapie
5. Rezeptive Musiktherapie
6. Spezielle Ziele der RMT
7. Die Funktion der Musik in der RMT
8. Die Durchführung von RMT
9. Charakteristischer Verlauf einer RMT
10. Regulatives Musiktraining
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verfahren der Regulativen Musiktherapie (RMT) nach Christoph Schwabe. Ziel ist es, das therapeutische Konzept, die methodischen Grundlagen sowie den charakteristischen Verlauf dieser psychotherapeutischen Behandlungsform darzustellen und ihre Bedeutung für die Regulation von Fehlspannungen und die Förderung des körperlich-psychischen Wohlbefindens zu erläutern.
- Grundlagen des trainingsbezogenen Handlungsprinzips in der RMT
- Die spezifische Funktion der Musik als Instrument der Entspannung
- Methodik der Durchführung von Musikrezeption und Trainingsgespräch
- Die vier Entwicklungsphasen im Verlauf einer RMT
- Abgrenzung und Anwendung des Regulativen Musiktrainings für den Alltag
Auszug aus dem Buch
Die Funktion der Musik in der RMT
Die in der RMT verwendete Musik teilt Schwabe in die beruhigende Musik, welche langsam ist und liedhafte Melodik besitzt, sowie die aktivierende Musik, die sich durch rhythmische Akzentuierungen und schnelleres Tempo auszeichnet (vgl. Schwabe, 1979, S. 75f). Die beruhigende Musik löst meist Reaktionen wie Entspannung und Ruhe aus, der Patient wendet sich eher sich selbst als der Musik zu. Dagegen fordert aktivierende Musik mehr Aufmerksamkeit und lenkt den Patienten somit von sich selbst ab. Allerdings fühlen sich einige Patienten von dieser Art der Musik eher überrumpelt, was zusätzliche Verspannungen zur Folge hat.
In der RMT wird instrumentale Musik bevorzugt, da ein Text zu viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde. Weiterhin soll die verwendete Musik dem Patienten nicht bekannt sein, da sie sonst an bestimmte Emotionen oder Situationen erinnert, was den Patienten daran hindert, eine zunächst neutrale Haltung gegenüber der Musik einzunehmen.
Schwabe geht davon aus, dass der Patient eine Beziehung zur Musik aufbaut, wenn er sich ihr zuwendet (vgl. Schwabe 1979, S. 71). Da er sich in Folge dessen nicht mehr auf die eigenen Gedanken und den eigenen Körper mit seinen Beschwerden konzentriert, können diese Bereiche entspannen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema der Regulativen Musiktherapie und Klärung der verwendeten Abkürzungen.
RMT und Psychotherapie: Einordnung der RMT als psychotherapeutisches Verfahren und Beschreibung des therapeutischen Interaktionsvorgangs.
Das trainingsbezogene Handlungsprinzip: Erläuterung der theoretischen Basis, bei der durch gezieltes Training spezifische Verhaltensweisen zur Symptombeseitigung erlernt werden.
Spezifische Merkmale der Musiktherapie: Darstellung der Besonderheiten wie der nonverbalen Kommunikation und der emotionalen Auslöser durch Musik.
Rezeptive Musiktherapie: Abgrenzung der rezeptiven zur aktiven Musiktherapie und Erläuterung der Bedeutung der Musikrezeption.
Spezielle Ziele der RMT: Definition der RMT als Entspannungsverfahren zur Korrektur von Fehlspannungen und zur Verbesserung des Wohlbefindens.
Die Funktion der Musik in der RMT: Unterscheidung zwischen beruhigender und aktivierender Musik sowie deren gezielter Einsatz.
Die Durchführung von RMT: Beschreibung der praktischen Rahmenbedingungen, wie Körperhaltung, Geschehenlassen und die Struktur des Trainingsgesprächs.
Charakteristischer Verlauf einer RMT: Detaillierte Betrachtung der vier Entwicklungsphasen (Suggestiv-, Umsetzungs-, Realisierungs- und Interiorisationsphase).
Regulatives Musiktraining: Vorstellung der daraus abgeleiteten Methode für das Selbststudium im Alltag.
Schlüsselwörter
Regulative Musiktherapie, RMT, Christoph Schwabe, Entspannungsverfahren, Musikrezeption, Fehlspannung, Geschehenlassen, Trainingsprinzip, Psychotherapie, nonverbale Kommunikation, Wohlbefinden, Symptombeeinflussung, Therapiestunde, Musiktherapie, Selbsttraining
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Regulativen Musiktherapie (RMT), einem von Christoph Schwabe entwickelten Verfahren, das darauf abzielt, durch gezieltes Musikhören und ein begleitendes Training körperliche und psychische Fehlspannungen zu regulieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der RMT?
Zentrale Themen sind das trainingsbezogene Handlungsprinzip, die Unterscheidung zwischen beruhigender und aktivierender Musik sowie das Konzept des "Geschehenlassens" als passive, erwartungsfreie Haltung während der Musikrezeption.
Welches primäre Ziel verfolgt die RMT?
Das primäre Ziel ist die Verbesserung des körperlichen und psychischen Wohlbefindens durch den Abbau von Fehlspannungen und die Förderung einer verbesserten Eigenwahrnehmung des Patienten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der RMT angewandt?
Die RMT nutzt die Musikrezeption als therapeutisches Instrument. Der Prozess wird durch ein strukturiertes Trainingsgespräch ergänzt, in dem die Patienten ihr Erleben reflektieren und ihr Verhalten reflektiert anpassen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der RMT, die spezifische Funktion der Musik, die praktische Durchführung der Therapiestunden und eine detaillierte Analyse der vier charakteristischen Entwicklungsphasen einer RMT-Gruppe.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere "Regulative Musiktherapie", "Geschehenlassen", "Symptombeeinflussung", "Musikrezeption" und "trainingsbezogenes Handlungsprinzip".
Was genau versteht man unter dem Prinzip des "Geschehenlassens"?
Es bezeichnet eine aktive Haltung des Patienten, bei der dieser bewusst auf jegliche willentliche Anstrengung oder Konzentration verzichtet und alle Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle ohne Abwehr einfach zulässt.
Wie unterscheidet sich die RMT von anderen Therapieformen?
Im Vergleich zu anderen Psychotherapien steht bei der RMT der gezielte Einsatz von Musik im Mittelpunkt, die als Zwischenglied fungiert, um eine direkte, oft angstbesetzte Beziehungsaufnahme zu erleichtern.
- Arbeit zitieren
- Melanie Knapp (Autor:in), 2002, Regulative Musiktherapie nach Christoph Schwabe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16331