Wertvorstellungen deutscher und mexikanischer Studierender im Vergleich

Eine länderspezifische Analyse von Kulturdimensionen und Werten


Bachelorarbeit, 2010
109 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Fremdwörterverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorieteil
2.1 Studieren in Deutschland und Mexiko
2.1.1 Die mexikanische Gesellschaft
2.1.2 Studieren in Deutschland und Mexiko im Vergleich
2.2 Werte als Manifestation von Kultur
2.2.1 Kultur als kollektives Wertesystem
2.2.2 Werte
2.2.3 Erfassung von Werten
2.2.3.1 Werteforschung
2.2.3.2 Rokeach Value Survey
2.2.3.3 Universelle Werttypologien nach Schwartz und Bilsky
2.2.3.4 Ingleharts World Values Survey
2.2.4 Wertewandel in Gesellschaften
2.3 Kulturvergleichende Forschung
2.3.1 Die kulturvergleichende Forschung
2.3.2 Die Kulturdimensionen Hofstedes
2.3.3 Die GLOBE Studie
2.3.4 Herausforderungen und Grenzen der kulturvergleichenden Forschung

3. Empirischer Teil
3.1 Fragestellung
3.2 Methodik
3.2.1 Untersuchungsmaterial
3.2.2 Pretest
3.2.3 Datenerhebung
3.2.4 Auswertung
3.2.5 Ergebnisse
3.2.5.1 Stichprobe/Sampling
3.2.5.2 Hypothese 1: Deutsche und mexikanische Studierende haben unterschiedliche Kulturdimensionen
3.2.5.3 Hypothese 2: Deutsche und mexikanische Studierende haben unterschiedliche Wertvorstellungen
3.2.5.4 Hypothese 3: Deutsche und mexikanische Studierende unterscheiden sich hinsichtlich der Wertdimension Selbsterhöhung nicht
3.2.5.5 Hypothese 4: Deutsche und mexikanische Studierende unterscheiden sich hinsichtlich der Wertdimension Selbstüberwindung nicht
3.2.5.6 Hypothese 5: Deutsche Studierende sind offener gegenüber Veränderung als mexikanische Studierende
3.2.5.7 Hypothese 6: Mexikanische Studierende sind konservativer als deutsche Studierende
3.2.5.8 Hypothese 7: Die Kulturdimension Machtdistanz steht im Zusammenhang mit der Wertdimension Selbstüberwindung
3.2.5.9 Hypothese 8:Die Kulturdimension Unsicherheitsvermeidung steht in Zusammenhang mit der Wertdimension Konservativismus
3.2.5.10 Hypothese 9: Auslandserfahrung hat einen Einfluss auf die Wertorientierung Studierender

4. Diskussion der Ergebnisse und Ausblick

5. Zusammenfassung

Anhang A - Allgemeine Länderdaten Deutschlands und Mexikos im Vergleich

Anhang B - Experteninterview mit Dr. Adrián de Garay Sánchez vom 2. Juni 2010

Anhang C - Terminale und Instrumentelle Werte nach Rokeach

Anhang D - Ergebnisse der GLOBE-Studie für (West-)Deutschland und Mexiko, gesellschaftliche Kulturdimensionen

Anhang E - Fragebogen

Anhang F - Erhobene soziodemographische Daten

Anhang G - Varianzgleichheit der Stichproben von Abiturienten, Studierenden und jungen Akademikern

Anhang H - Auswertungen

Anhang I - Diskussion

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Das Zwiebeldiagramm: Manifestation von Kultur auf verschiedenen Tiefenebenen

Abb. 2: Zuordnung der Werttypen zu den Polen der Wertdimensionen nach Schwartz

Abb. 3: Globale Kultur-Landkarte mit Hervorhebung der Länder Deutschland und Mexiko

Abb. 4: Hofstede-Kulturdimensionen Deutschlands und Mexikos

Abb. 5: GLOBE-Kulturdimensionen Deutschlands und Mexikos

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Daten zum Hochschulstudium in Deutschland und Mexiko

Tab. 2: Zuordnung der Rokeach-Werte zu den motivationalen Werttypen

Tab. 3: Kulturdimensionen der GLOBE Studie

Tab. 4: Signifikante Unterschiede der Kulturdimensionen deutscher und mexikanischer Studierender (N=194)

Fremdwörterverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

There is no such thing as absolute value in this world. You can only estimate what a thing is worth to you.

(Charles D. Warner, 1829-1900)

Menschen messen Dingen einen unterschiedlichen Wert bei, insbesondere wenn sie verschiedenen Kulturen angehören. Sie setzen unterschiedliche Prioritäten und orientieren sich an jeweils anderen gesellschaftlichen Richtlinien.

Die vorliegende Arbeit soll Wertvorstellungen, sogenannte Werte, deutscher und mexikanischer Studierender anhand einer länderspezifischen Analyse von Kulturdimensionen und Werten mithilfe einer quantitativen empirischen Untersuchung ermitteln, vergleichen und analysieren. Es liegt die Annahme zugrunde, dass ein Zusammenhang zwischen Gesellschaft und Kultur, sowie Lebenssituation und Wertorientierung bei Studierenden besteht.

Junge Akademiker stellen die künftige Bildungsschicht eines Landes dar und sind somit für eine wirtschaftliche, soziale und politische Weiterentwicklung wichtig. Mexiko steht als Schwellenland und Mitgliedsland der NAFTA eine wirtschaftliche Entwicklung bevor und somit spielen gut ausgebildete junge Arbeitskräfte eine Schlüsselrolle in der Gesellschaft. Außerdem spitzt sich die problematische gesellschaftliche Lage im Land weiterhin zu und die Unsicherheit der Bevölkerung wächst.[1]

Sowohl in Mexiko als auch in Deutschland ist die Generation der Studierenden und jungen Akademiker immer stärker den Auswirkungen der Globalisierung ausgesetzt. Dazu tragen insbesondere moderne Massenmedien, wie das Internet, aber auch immer beliebtere Auslandsaufenthalte wie z.B. AuPair oder Auslandssemester bei. Diese globale Vernetzung trägt auch zu einem Wandel von Kulturen und sozialen Werte bei. Allerdings ist es schwierig, Veränderungen dieser Art aufzuzeigen und zu dokumentieren. Wie sich die Globalisierung auf Kulturen und Werte weltweit auswirkt, ist umstritten.

Diese Arbeit soll aufzeigen, ob sich die Kulturdimensionen und Werte deutscher und mexikanischer Studierender unterscheiden. Im Besonderen soll gezeigt werden, ob sich Kultur und Wertvorstellungen der Länderstichproben unterscheiden und inwiefern die Werte der Studierenden der beiden Länder voneinander abweichen. Des Weiteren soll anhand zweier Beispiele gezeigt werden, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen Werten und Kulturdimensionen gibt. Zuletzt soll versucht werden die Frage, ob interkulturelle Erfahrung in Form von Auslandsaufenthalten Einfluss auf die Wertorientierung einer Person hat, zu beantworten.

Der Aufbau der Arbeit besteht im Wesentlichen aus drei Hauptteilen, wobei der erste Teil die theoretische Grundlage bildet. Im zweiten Teil werden die empirische Untersuchung sowie ihre Ergebnisse vorgestellt. Der dritte Teil diskutiert die empirischen Resultate mit Bezug auf die theoretische Grundlage und gibt einen Ausblick für weitere Forschungsfragen.

Zu Beginn des theoretischen Teils der Arbeit soll zunächst die mexikanische Gesellschaftstruktur erläutert werden, um dann mithilfe eines Ländervergleichs die stratifizierte Stichprobe, also die mexikanischen und deutschen Studierenden, zu charakterisieren und greifbarer zu machen.

Daraufhin werden die zentralen Begriffe Werte und Kultur definiert und erläutert, in welchem Zusammenhang sie zueinander stehen. Außerdem werden Studien zur Erfassung von Werten vorgestellt und Theorien zum Wertewandel kurz dargestellt.

Den Abschluss des Theorieteils bildet das Aufgabengebiet der kulturvergleichenden Forschung und eine kurze Auseinandersetzung mit Hofstedes Kulturdimensionen und der GLOBE Studie. Auch auf mögliche Herausforderungen und Grenzen im Rahmen dieser Studie und des Kulturvergleichs im Allgemeinen wird eingegangen.

Auf Grundlage des Theorieteils wird die, im Rahmen dieser Arbeit im Frühjahr 2010 durchgeführte, quantitative empirische Untersuchung vorgestellt, welche als Online­Befragung realisiert wurde. Bei der Erstellung der hierbei verwendeten Umfrage wurde auf die zuvor genannten, bereits international erprobten Forschungsinstrumente zurückgegriffen: Den RVS und die GLOBE Studie. Diese Befragung wurde von Studierenden aus Deutschland und Mexiko beantwortet. Die erzielten Daten wurden dann mit der Statistiksoftware SPSS ausgewertet und hinsichtlich der aufgestellten Hypothesen überprüft. Die verwendeten Methoden und die daraus gewonnenen Erkenntnisse sollen im Laufe der Arbeit ausführlich beschrieben werden.

2. Theorieteil

2.1 Studieren in Deutschland und Mexiko

2.1.1 Die mexikanische Gesellschaft

Zu Beginn der Arbeit soll Mexiko knapp von einem gesellschaftlichen Standpunkt aus betrachtet und Deutschland gegenüber gestellt werden.[2]

Zunächst werden beide Länder mithilfe zweier Indikatoren verglichen: Dem Human Development Index (HDI) und dem Gini-Index.

Der HDI misst den Entwicklungsstand eines Landes und wird mithilfe von Lebenserwartung, Bildung und Kaufkraft berechnet. Er vermittelt einen besseren Einblick in die Entwicklung eines Landes als z.B. das Bruttoinlandsprodukt, da er neben ökonomischen auch soziale Daten berücksichtigt. Der HDI bewegt sich zwischen 0 und 1. 2007 belegte Norwegen mit 0,971 den besten und Niger mit 0,340 den schlechtesten Rang der 182 beurteilten Nationen. Der HDI Deutschlands ist 0,947 und der Mexikos 0,854 (vgl. UNDP, 2009a, http://hdrstats.undp.org/en/indicators/87.html). Hierbei bleiben jedoch die sozialen Disparitäten und Einkommensunterschiede, die es in einem Land gibt, weitgehend unberücksichtigt.

Deshalb wird zur besseren Vergleichbarkeit beider Länder der Gini-Index hinzugezogen. Dieser ist ein statistisches Maß für Verteilungsgleichheit. Im Gegensatz zum HDI lässt er jedoch keine Rückschlüsse auf den Entwicklungsstand eines Landes ziehen. Je höher der Gini-Index, desto ungleicher die Einkommensverteilung. Der Index bewegt sich zwischen 0 und 100. 2007 war Schweden mit 25,0 das Land mit der absolut gleichsten und Namibia mit 74,3 das Land mit der absolut ungleichsten Einkommensverteilung. Im gleichen Jahr betrug der Gini-Index in Deutschland 28,3 und in Mexiko 48,1 (vgl. UNDP, 2009b, http://hdrstats.undp.org/en/indicators/161.html). Der Gini-Index ist ein guter Indikator dafür, wie unterschiedlich der Entwicklungsstand in den einzelnen Regionen Mexikos ist.

Grund für diese gesellschaftlichen Ungleichheiten ist zum einen die ethnische Vielfalt Mexikos. Indigene Volksstämme sind vor allem in südlichen Bundesstaaten, wie Chiapas oder Oaxaca angesiedelt. Wie wenig erfolgreich die Bestrebungen der Regierung, diese Volksgruppen in die Mehrheitsgesellschaft zu integrieren, sind, zeigt allein schon die Analphabetenrate. 40% der indigenen Bevölkerung kann weder lesen noch schreiben. Unter der weiblichen Bevölkerung sind es sogar 70%.

Ein weiterer Grund für die gravierenden Disparitäten in der Gesellschaft sind die Migrationsbewegungen. Hierfür ist nicht nur die hohe Abwanderung ins Nachbarland USA verantwortlich. Auch Transmigration, d.h. Mittel- und Südamerikaner auf dem Weg in die Vereinigten Staaten, und besonders Binnenmigration haben das Land in letzter Zeit stark geprägt. Aufgrund der steigenden Landflucht der Bevölkerung südlicher Staaten[3] verarmen die ländlichen, von relativ unproduktiver Landwirtschaft dominierten Regionen im Süden immer mehr. Ziel auf der Suche der Landbevölkerung nach Arbeit und besseren Zukunftschancen sind entwickelte und industrialisierte Ballungsräume, wie Mexiko-Stadt, Guadalajara oder Monterrey, wo sich eine beachtliche Anzahl internationaler Unternehmen niedergelassen hat. Desweiteren bietet vor allem das Grenzgebiet zu den USA mit seinen maquiladoras die Möglichkeit besserer Verdienstchancen auch für ungelernte Arbeiter. Auch im Bildungssystem spiegelt sich Mexiko als Land der ausgeprägten Gegensätze wider (vgl. InWEnt, 2010, http://liportal.inwent.org/mexiko/gesellschaft.html).

Eine weitere Herausforderung für die Gesellschaft und das mexikanische Bildungssystem ist die hohe Rate des Bevölkerungswachstums, welche aktuell bei 1,12% liegt. Außerdem sind 28,7% der Einwohner unter 14 Jahr alt (vgl. CIA, 2010, https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/mx.html). Im Vergleich dazu beträgt der Anteil der unter 14-jährigen in Deutschland nur 13,5% und das Bevölkerungswachstum liegt bei -0,061% (vgl. CIA, 2010, https://www.cia.gov/library/ publications/the-world- factbo ok/geos/gm. html).

2.1.2 Studieren in Deutschland und Mexiko im Vergleich

Zunächst soll hier das Studium in Deutschland und Mexiko anhand statistischer Kennzahlen dargestellt werden, um danach einen genaueren Vergleich zu erheben. Hierbei wird von Zahlen aus dem Jahr 2008 ausgegangen, da zum Zeitpunkt der Arbeit von Mexiko keine genauen aktuellen Daten vorliegen.

Tab. 1: Daten zum Hochschulstudium in Deutschland und Mexiko.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nach BMFG, 2010, http://www.sozialerhebung.de/pdfs/Soz19_Haupt_Intemet_A5.pdf; Destatis, 2010, http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Intemet/DE/Presse/pm/2010/03/PD10 102 213,t emplateId=renderPrint.psml; ANUIES, 2008, http://www.anuies.mx/servicios/e_educacion/index2.php

Diese Zahlen sollen nun erläutert werden. Betrachtet man zunächst die Tatsache, dass in Mexiko-Stadt etwa 44% und in einigen anderen Bundesländern wie z. B. Chiapas unter 12% der Alterskohorte studieren, sollte man davon ausgehen, dass der Anteil der Studierenden an der altersspezifischen Bevölkerung Mexikos nicht besonders aussagekräftig ist. Dieser Unterschied spiegelt nicht nur den Zusammenhang von Armut und mangelnder Bildung wider, sondern auch der Anteil der Studierenden an der Bevölkerung hängt in erster Linie mit der Verbreitung indigener Völker, die kaum Zugang zu weiterführender Bildung haben, zusammen (vgl. DAAD, 2008, http://www.daad.de/berichte/Mexiko.pdf). Der Frauenanteil an den Hochschulen ist in beiden Ländern etwa gleich. Die Rolle der Frau hat sich auch in Mexiko in letzter Zeit drastisch geändert. Über ein Drittel aller Frauen ist berufstätig und dieser Trend hält weiterhin an. Das durchschnittliche Bildungsniveau nähert sich dem der Männer stark an (vgl. Brodbeck, Chhokar und House, 2008, S. 730).

Das Hochschulsystem in Mexiko ähnelt in seiner Struktur sehr dem, in Deutschland im Rahmen des Bologna-Prozess‘ eingeführten, Bachelor-Master-System. Diese Umstellung war einer der Hauptgründe für einen bundesweiten Bildungsstreik im Wintersemester 2009/10 in Deutschland. Die Studierenden protestierten in erster Linie gegen ein verschultes Universitätssystem. In Mexiko variiert das System hinsichtlich Anwesenheitspflicht, Klassengrößen, etc. von Institution zu Institution. Oftmals finden die Vorlesungen in sogenannten turnos, also Schichten, statt, um die hohe Nachfrage an Studienplätzen zu befriedigen. Desweiteren ermöglicht dies neben dem Studium einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (vgl. de Garay Sánchez, 2010).

Im Allgemeinen ist das mexikanische Hochschulsystem sehr vielfältig und eine einheitliche Qualität ist aufgrund der starken Dezentralisierung des Systems nicht gewährleistet. Die meisten Studiengänge sind lediglich bei der Secretaría de Educación Pública (SED), die für das öffentliche Bildungssystem verantwortlich ist, gemeldet, aber nicht akkreditiert. Besonders auffällig ist die starke Präsenz privater Hochschulen in Mexiko. Während diese in Deutschland eine eher geringe Rolle spielen, hat das Angebot meist teurer, jedoch qualitativ sehr unterschiedlicher Privathochschulen in den letzten Jahren in Mexiko weiterhin zugenommen.

Aufgrund der demographischen Entwicklung ist das öffentliche Hochschulsystem teilweise stark überlastet, worunter die Qualität der Lehre leidet.[4] Dazu kommt, dass meist das Ansehen der besuchten Hochschule in Mexiko über gesellschaftliches Prestige und die beruflichen Möglichkeiten entscheidet. So trägt das Wachstum des privaten Hochschulsektors einen Teil dazu bei, den Zugang bildungsferner Schichten mit geringem Einkommen zu besseren Zukunftschancen zu mindern und reproduziert somit Ungleichheit (vgl. DAAD, 2008, http://www.daad.de/berichte/ Mexiko. pdf , S. 67; DAAD, 2004, http://www.daad.de/de/download/export/laenderstudien/laender studie _mexico .pdf).

In Deutschland hat in letzter Zeit zwar die Bildungsbeteiligung an Hochschulen von Kindern mit akademischem Hintergrund nachgelassen, dies allerdings auf sehr hohem Niveau von 83 % auf 71 % innerhalb von nur zwei Jahren. Dies zeigt deutlich, dass in Deutschland Kindern aus hochschulnahen Familien ein Studium noch immer zugänglicher ist, als Kindern aus eher bildungsfernen Schichten (vgl. BMFG, 2010, http://www.sozialerhebung.de/pdfs/Soz19_Haupt_Internet_A5.pdf, S. 11).

Da die Einführung von Studienbeiträgen[5] an deutschen Hochschulen, auch Studiengebühren genannt, kontrovers diskutiert wurde, soll hier ein kurzer Blick auf die Studienfinanzierung geworfen werden.

Insgesamt 65% aller Studierenden jobben neben dem Studium bzw. in den Semesterferien. 58,6% aller Studierenden gibt an, dass es zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts unbedingt notwendig ist. 23,0% der Studierenden werden nach dem BAföG gefördert und ein weiterer Teil erhält Unterstützung durch Stipendien oder nimmt einen Studienkredit auf (vgl. BMFG, 2010, http://www.sozialerhebung.de/pdfs/Soz19_Haupt_Internet_A5.pdf, S. 543-546).

In Mexiko übernehmen meist die Eltern alle entstehenden Kosten. Nur 35% der Studierenden arbeitet nebenbei, 60% davon, um sich das Studium zu finanzieren. Private Hochschulen mit oftmals sehr hohen Studienbeiträgen bieten eine geringe Anzahl an Stipendien an (vgl. de Garay Sánchez, 2010, Interview). Desweiteren profitierten in Mexiko 234.211 Studierende, also gerade einmal knapp 9% vom nationalen Stipendienprogramm PRONABES. Dieses mit BAföG vergleichbare System unterstützt Erststudierende aus Familien mit geringem Einkommen mit einem Betrag von bis zu 1.000 Pesos (entspricht rund 62 €) monatlich (vgl. SED, 2008, http://ses2.sep.gob.mx/pronabes/). Dieser Betrag ist jedoch ein Tropfen auf den heißen Stein, vor allem wenn man bedenkt, dass ein Studium für Familien der Unterschicht eine volle Arbeitskraft weniger bedeutet.

Der deutsche Studierende ist im Durchschnitt 24,5 Jahre alt (vgl. BMFG, 2010, http://www.sozialerhebung.de/pdfs/Soz19_Haupt_Internet_A5.pdf, S. 548) und in seiner Art zu Wohnen zeigt sich die frühe Unabhängigkeit junger Menschen in Deutschland.

Im Sommersemester 2009 lebte der Großteil der deutschen Studierenden in einer Wohngemeinschaft (25,8%). Diese Wohnform wird dicht gefolgt von einer Unterkunft bei ihrer Familie (23,3%), einem Zimmer im Studentenwohnheim (12,3%) und einer eigenen Wohnung bzw. einer Wohnung mit dem Partner (17,2% bzw. 19,8%). Jedoch leben nur wenige (5,0%) der Studierenden in einer Ehe, weitere 52,3% leben in einer festen Partnerschaft und 42,7% sind alleinstehend (vgl. BMFG, 2010, http://www.sozialerhebung.de/pdfs/Soz19_Haupt_Internet_A5.pdf, S. 547; S. 550). Mexikanische Studierende wohnen im Normalfall zuhause bei den Eltern. Gehen sie zum Studieren in eine andere Stadt, so leben die meisten mit Angehörigen oder Bekannten der Familie zusammen. Ein geringerer Anteil lebt in Wohngemeinschaften, einer eigenen Wohnung oder mit Freunden. Anstelle von Studentenwohnheimen, die in Deutschland sehr beliebt sind, gibt es in Mexiko Gästehäuser[6] (vgl. de Garay Sánchez, 2010, Interview).

Im Vergleich zu deutschen Studierenden liegt der Altersdurchschnitt generell etwas niedriger, da die sogenannte preparatoria, die in Deutschland etwa der Sekundarstufe II des Gymnasiums entspricht, mit durchschnittlich 18 Jahren abgeschlossen wird. Außerdem wird sowohl der servicio militar als auch der servicio social[7] parallel zum Studium absolviert. Somit verlieren Studenten kein Jahr durch den Wehr- bzw. Zivildienst.

Bei deutschen Studierenden wird ein Auslandssemester oder -praktikum immer beliebter. Im Jahr 2009 machten ca. 14% aller Studierenden von dieser Möglichkeit Gebrauch (vgl. http://www.sozialerhebung.de/pdfs/Soz19_Haupt_Internet_A5.pdf). Laut de Garay Sánchez (2010) gehen nur sehr wenige mexikanische Studierende ins Ausland, er geht von 1,5% aller eingeschriebenen Personen aus.

Die verwendeten Daten zum Studium in Deutschland sind Ergebnisse der 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, die im Sommersemester 2009 vom HIS, dem Hochschul-Informations-System durchgeführt wurde und vom BMFG veröffentlicht wurden. Die Ergebnisse basieren auf den Angaben von 16.370 Befragten und sind repräsentativ für Studierende an deutschen Hochschulen.

Dass es für Mexiko keine sozialen Daten gibt, ist ein Indikator dafür, dass eine öffentliche Auseinandersetzung mit der Problematik des ungleich verteilten Zugangs zu einer Hochschulbildung in Mexiko offenbar noch nicht stattfindet.[8]

Bevor im empirischen Teil dieser Arbeit Kulturdimensionen und Werte deutscher und mexikanischer Studierender ermittelt und nach bestimmten Gesichtspunkten verglichen werden, soll vorab eine ausführliche Auseinandersetzung mit den Begriffen Kultur und Werte sowie der wissenschaftlichen Disziplin des Kulturvergleichs stattfinden.

2.2 Werte als Manifestation von Kultur

2.2.1 Kultur als kollektives Wertesystem

Aufgrund unzähliger verschiedener Kulturbegriffe soll nun zunächst eine maßgebliche Definition von Kultur gegeben werden.

Generell umfasst folgende Definition von A. Thomas (1993), dessen Forschungsschwerpunkt auf der Psychologie interkulturellen Handelns liegt, alle hier relevanten Aspekte von Kultur:

Kultur ist ein universelles, für eine Gesellschaft, Organisation und Gruppe aber sehr typisches Orientierungssystem[9]. Dieses Orientierungssystem wird aus spezifischen Symbolen gebildet und in der jeweiligen Gesellschaft usw. tradiert. Es beeinflusst das Wahrnehmen, Denken, Werten und Handeln aller ihrer Mitglieder und definiert somit deren Zugehörigkeit zur Gesellschaft. Kultur als Orientierungssystem strukturiert ein für die sich der Gesellschaft zugehörig fühlenden Individuen spezifisches Handlungsfeld und schafft damit die Voraussetzung zur Entwicklung eigenständiger Formen der Umweltbewältigung (S. 380).

Im Folgenden soll Kultur jedoch in erster Linie als Wertesystem betrachtet werden. Dieses leitet sich aus dem sozialen Umfeld ab, denn Kultur ist erlernt und nicht angeboren (vgl. Hofstede und Hofstede, 2009, S. 4).

G. Hofstede (2009, S. 4) definiert Kultur als Bestandteil aus „ungeschriebenen Regeln des sozialen Spiels. Sie ist die kollektive Programmierung des Geistes, die die Mitglieder einer Gruppe oder Kategorie von Menschen von einer anderen unterscheidet.“ Dabei zeigt sich Kultur in unterschiedlichen - sichtbaren sowie unsichtbaren - Ausprägungen. Ein Modell, das die unterschiedlichen Elemente von Kultur gut darstellt, ist das Zwiebelmodell von G. Hofstede. Es veranschaulicht, dass Symbole die oberflächlichsten und Werte die tiefgründigsten Manifestationen von Kultur sind.

Abb. 1: Das Zwiebeldiagramm: Manifestation von Kultur auf verschiedenen Tiefenebenen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nach Hofstede und Hofstede, 2009, S.8

Symbole, Helden und Rituale werden unter dem Begriff Praktiken zusammengefasst, denn als solche sind sie für Individuen anderer Kulturen sichtbar. Hier, also in den äußeren Schalen der Zwiebel kann sich Kultur relativ schnell verändern. Der Kern, also Werte, ist beständiger (vgl. Hofstede und Hofstede 2009, S. 9). Dennoch sind die einzelnen Elemente des Zwiebeldiagramms miteinander verbunden, denn sie beeinflussen sich gegenseitig und bilden dadurch das kulturelle System (vgl. Barmeyer 2010a, S. 15).

Ein weiterer Aspekt von Kultur ist ihre Betrachtung als „kollektives Phänomen, da man sie zumindest teilweise mit Menschen teilt, die im selben sozialen Umfeld leben oder lebten, d.h. dort wo diese Kultur erlernt wurde“ (Hofstede und Hofstede 2009, S. 4). Diese Kollektive bestehen „aus einzelnen Individuen, die insofern als die letztendlichen Träger der Kultur anzusehen sind“ (Hansen, 2003, S. 158).

2.2.2 Werte

In diesem Abschnitt sollen Werte, auch Wertvorstellungen genannt, die laut Hofstede den Kern kultureller Systeme bilden, näher betrachtet und definiert werden.

A. Thomas (1991) bezeichnet Werte zusammen mit Einstellungen, Normen, Regeln, u.Ä. als Kulturstandards. Diese „geben Mitgliedern der jeweiligen Kultur eine Orientierung für ihr eigenes Verhalten und ermöglichen ihnen zu entscheiden, welches Verhalten als normal, typisch oder noch akzeptabel anzusehen ist“ (S. 7).

Deswegen ist es sinnvoll, Werte zunächst von den anderen Kulturstandards abzugrenzen. Im Gegensatz zu Einstellungen sind Werte „[...] not tied to any specific attitude [sic!] object or situation [...]“ (Rokeach, 1972, S. 124). Normen und Regeln hingegen basieren auf einem oder mehreren Werten und sind direkte und situationsspezifische Verhaltensregeln (vgl. Peukert, 2006, S.353). Daraus lässt sich folgern, dass Werte im Gegensatz zu anderen Kulturstandards generelle, indirekte und verinnerlichte Leitfäden sozialen Handelns sind.

Betrachtet man zunächst die Definition von C. Kluckhohn (1951), die Werte als A conception, explicit or implicit, distinctive of an individual or characteristic of a group, of the desirable which influences the selections from available modes, means and ends of actions (S. 395)

bestimmt, so müssen hier folgende Ergänzungen gemacht werden: Zunächst soll die Explizität von Werten vorausgesetzt werden, da es sich hierbei um eine empirisch­quantitative Arbeit handelt, denn implizite - und somit unbewusste - Werte sind mithilfe von Fragebögen kaum erfass- und messbar. Desweiteren soll Kluckhohns desirable von desired abgegrenzt werden, denn empirisch erfasste Werte sollten niemals mit Taten oder Praktiken gleichgesetzt werden. Jedoch repräsentiert Gewünschtes eher die pragmatischen Werte, die von der Mehrheit in einer Gesellschaft geteilt werden, als Wünschenswertes, denn diese sogenannten conceptions of the desirable sind eher ethisch verpflichtende Bevorzugungen einer Verhaltensweise gegenüber einer anderen (vgl. Hofstede, 2001, S. 6­7; Rokeach, 1973, S. 9-10).

Werte sind auch im weiteren Sinne Bevorzugungen einer Verhaltensweise bzw. eines Endzustands gegenüber einer/s anderen innerhalb der eigenen Wertehierarchie, denn sie sind Teil eines Wertesystems.

A value system is an enduring organization of beliefs concerning preferable modes of conduct or end-states of existence along a continuum of relative importance (Rokeach, 1973, S.5).

Da Werte als enduring bezeichnet werden, kann man davon ausgehen, dass sie relativ beständig sind. Dennoch sind Werte keine konstanten Gegebenheiten, sondern finden immer in einem sozialen Rahmen statt (vgl. Rokeach, 1973, S.6).

Auch wenn man oft von einem gesamtgesellschaftlichen Wertesystem hört, so muss davon ausgegangen werden, dass es in komplexen Gesellschaften immer zahlreiche Subsysteme gibt, denn der Prozess der Differenzierung und Spezifizierung gesellschaftlicher Wertvorstellungen setzt sich auf den Ebenen der sozialen Schichten, der Subgruppen, der Generationen, etc. fort. Außerdem kann man davon ausgehen, dass eine Gesellschaft desto stabiler ist, je höher die Kongruenz der Wertesysteme ist (vgl. Peukert, 2006, S. 353).

Ergänzend soll hier noch in Kürze auf T. Parsons moderne soziologische Systemtheorie eingegangen werden, in welcher dem Wertbegriff eine zentrale Stellung zukommt. Laut deren Aussage sind an jeder Handlung drei Systeme beteiligt: Das kulturelle System, das auch als Wertesystem bezeichnet wird, das soziale System und das Persönlichkeitssystem. Diese Systeme sind zwar eigenständig, aber beeinflussen sich gegenseitig. Die Werte des Kultursystems werden im Persönlichkeitssystem durch Sozialisation verinnerlicht und dadurch für das Individuum handlungsweisend. Das Sozialsystem hingegen ist durch soziale Rollen gekennzeichnet. Diese Verhaltensmuster verkörpern Normen und Werte und legen die Aufgabe eines Individuums in der Gesellschaft, also in Interaktion mit anderen fest (vgl. Parsons, Shils und Olds, 1954, S. 47).

2.2.3 Erfassung von Werten

2.2.3.1 Werteforschung

Die Werteforschung ist hauptsächlich Gegenstand der Psychologie, der Soziologie und der vergleichenden Kultur forschung. Werten kommt eine zentrale Rolle bei der Vermittlung zwischen der Mikro- und Makroebene des sozialen Systems zu und somit sind sie für die Analyse des Zusammenspiels von Individuum, Gesellschaft und Kultur unverzichtbar. Innerhalb der kulturvergleichenden Forschung lassen sich allgemein zwei Ansätze hinsichtlich der Erfassung von Werten voneinander abgrenzen: Die Werteforschung auf der Ebene des Individuums sowie die Werteforschung auf der Ebene des kulturellen Systems, also der Gesellschaft.

Hier soll zunächst auf drei Konzepte eingegangen werden: Den Rokeach Value Survey, die universelle Werttypologie nach Schwartz und Bilsky und den World Values Survey von Inglehart.

2.2.3.2 Rokeach Value Survey

Das wahrscheinlich einflussreichste Konzept zur Ermittlung von Werten auf der Ebene des Individuums der letzten Jahrzehnte ist der Rokeach Value Survey (RVS) (1973) von M. Rokeach, einem US-amerikanischen Sozialpsychologen. Da der RVS für die Erstellung des Fragebogens verwendet wurde, soll an dieser Stelle genauer auf dessen Inhalt eingegangen werden.

Rokeach betrachtet Werte als “enduring belief that a specific mode of conduct or end-state of existence is personally or socially preferable to an opposite or converse mode of conduct or end-state of existence” (Rokeach, 1973, S. 5) und macht dabei weitere Annahmen. Zunächst geht er davon aus, dass die Gesamtzahl der Werte eines Individuums relativ klein ist. Alle Menschen verfügen über dieselben Werte, dies aber in unterschiedlichem Ausmaß, wobei alle Werte in Wertesystemen integrativ verbunden sind. Desweiteren sind menschliche Werte in der Kultur, der Gesellschaft, deren Institutionen und der Persönlichkeit des Individuums begründet. Letztlich manifestieren sich Werte in fast allen gesellschaftlichen Phänomenen (vgl. Rokeach, 1973, S. 3).

Bei dem RVS wird zwischen terminalen und instrumentellen Werten unterschieden. Terminale Werte beziehen sich auf die bevorzugten Zielzustände der befragten Person und können in personale und soziale Werte unterteilt werden. Personale Werte sind intrapersonal, d.h. auf das Individuum selbst bezogen. Ein Beispiel hierfür ist Erlösung. Soziale Werte hingegen sind interpersonal, also mit Bezug auf gesellschaftliche Interaktionen. Hier kann z.B. Gleichheit genannt werden. Die Bevorzugung eines personalen Wertes innerhalb der Rangfolge des Wertesystems geht auf Kosten eines sozialen Wertes und umgekehrt.

Instrumentelle Werte können als Arten der Lebensführung betrachtet werden und bestehen einerseits aus moralischen Werten, d.h. wenn diese Werte nicht eingehalten werden, entstehen Gewissensbisse oder sogar Schuldgefühle. Exemplarisch hierfür ist der Wert Ehrlichkeit. Das Verletzen von Kompetenzwerten oder auch Werten der Selbstverwirklichung wiederum zeigt sich andererseits in Scham über persönliche Unzulänglichkeiten. Ein Beispiel für Kompetenzwerte ist Logik. So kann man auch hier zwischen inter- und intrapersonalen Werten differenzieren.

Terminale und instrumentelle Werte hängen insofern zusammen, als instrumentelle Werte zu terminalen Werten führen können, aber nicht müssen. Ein terminaler Wert kann jedoch auch in mehreren instrumenteilen sowie terminalen Werten begründet sein (vgl. Rokeach, 1973, S. 7-8 und 12).

Bei dem RVS werden die Wertvorstellungen mittels des Rangordnungsverfahrens erfasst. Die befragten Personen werden dazu aufgefordert, die jeweils 18 terminalen und instrumentellen Werte in die Reihenfolge zu bringen, in der sie ihnen persönlich in ihrem Leben am wichtigsten sind. Der wichtigste Wert soll auf der Liste ganz oben stehen. Es wird angenommen, dass nicht das absolute Bestehen eines Wertes von Bedeutung ist, sondern primär seine relative Anordnung im Wertesystem. Dadurch dass praktisch alle gegebenen Werte in der Gesellschaft erwünscht sind, befürchten die befragten Personen oft, dass sie nicht zuverlässig geantwortet haben oder sie ihre Reihenfolge gar wahllos festgelegt haben. Intuitive Antworten sind jedoch in diesem Fall erwünscht (vgl. Rokeach, 1973, S. 27-30).

Jedoch sollte hier noch knapp auf die „Oughtness of values“ (Rokeach, 1973, S. 9) Bezug genommen werden. Diese betrifft Werte, die unpersönlich, relativ unveränderlich und in der Gesellschaft von großer Gültigkeit sind und mit den „conceptions of the desirable“ (Kluckhohn, 1951, S. 395) verglichen werden können. In erster Linie sind hier instrumentelle, moralische Werte, z.B. Toleranz, inbegriffen (vgl. Rokeach, 1973, S. 9; ebd. S. 42). Zumindest bei den terminalen Werten konnte eine Tendenz zur Beantwortung nach „social desirability“ (Rokeach, 1973, S. 42) ausgeschlossen werden. Desweiteren kann Rokeach (1973) ein weiteres methodologisches Manko, nämlich die „order effects“ (S. 39-42), ausschließen, d.h. die Reihenfolge in welcher die Werte der befragten Person präsentiert werden, hat keinen bedeutenden Einfluss auf die Rangordnung.

Auf weitere Vorteile des RVS und warum es sich sinnvoll erwiesen hat, diesen Ansatz als Forschungsinstrument in dieser Arbeit zu verwenden, soll in Kapitel 3.3.2 Untersuchungsmaterial näher eingegangen werden.

2.2.3.3 Universelle Werttypologien nach Schwartz und Bilsky

1987 begannen der israelische Psychologe Shalom H. Schwartz und der deutsche Psychologe Wolfgang Bilsky eine umfassende Typologie von Wertvorstellungen aufzustellen, welche zunächst als inhaltliche Differenzierung und Fortsetzung von Rokeachs Theorie betrachtet werden kann (vgl. Schlöder, 1993, S. 80).

In der Schwartz Value Survey (S VS) standen die Richtlinien im Leben der befragten Personen im Mittelpunkt. Dabei kam ein Forschungsinstrument mit 56 Werten aus der Literatur, u.a. von Rokeach, zum Einsatz (vgl. Hofstede, 2001, S. 8). Diese Werte können sowohl auf einer individuellen als auch auf einer gesellschaftlichen Ebene in verschiedene Kategorien, „klar unterschiedene und universelle motivationale Bereiche“ (Schlöder, 1993, S. 82), eingeordnet werden.

Im Rahmen dieser Arbeit sollen lediglich die zehn individuellen Werttypen betrachtet werden. Diesen können 28 der 36 Rokeach Werte zugeordnet werden.

Tab. 2: Zuordnung der Rokeach-Werte zu den motivationalen Werttypen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nach Schwartz, 1992

Diesen Werttypen können wiederum zwei Grunddimensionen, Offenheit gegenüber Veränderung vs. Konservative Werte und Selbsterhöhung vs. Selbstüberwindung, zugeordnet werden.

Abb. 2: Zuordnung der Werttypen zu den Polen der Wertdimensionen nach Schwartz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nach Schwartz, 1992

2.2.3.4 Ingleharts World Values Survey

Der US-amerikanische Politikwissenschaftler R. Inglehart setzte 1990 eine europäische Studie der European Values Systems Study Group unter dem Namen World Values Survey (WVS) weltweit fort. Die Studie wurde bis 2005 bereits viermal in mehr als 40 Ländern durchgeführt (vgl. WVS, 2009a, http://www.worldvaluessurvey.org/).

Der WVS beinhaltet einen Fragebogen mit mehr als 360 Selektivfragen zu folgenden Themengebieten: Ökologie, Wirtschaft, Bildung, Gefühle, Familie, Geschlecht und Sexualität, Regierung und Politik, Gesundheit, Individuelle Lebensvorstellungen, Freizeit und Freundschaften, Moral, Religion, Gesellschaft und Nation sowie Arbeit. Hier werden jedoch nicht nur Werte, sondern auch Einstellungen abgefragt (vgl. Basanez, Inglehart und Moreno, 1998).

Mithilfe statistischer Analysen ermittelte Inglehart zwei wesentliche Dimensionen: Die eine wird durch die Faktoren Traditionell vs. Weltlich-Rational gekennzeichnet. Traditionelle Gesellschaften legen großen Wert auf Familienzusammenhalt, Autoritäten und Glauben. Scheidungen, Abtreibung, Sterbehilfe und Selbstmord hingegen gelten als verwerflich. Außerdem spielt Nationalstolz eine wichtige Rolle in der Gesellschaft. Die zweite Dimension beschreibt die Entwicklung von dem Fokus auf Überleben, also der Sicherung der Grundbedürfnisse, hin zu Wohlergehen.

In postmaterialistischen[10] Gesellschaften ist der Trend dahingehend, dass Selbstverwirklichung und Lebensqualität einen größeren Stellenwert einnehmen. Dies spiegelt sich in einem gesteigerten Bedürfnis, an politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen teilzunehmen, aber auch in offeneren Einstellungen gegenüber Ausländern, Homosexuellen und einer generellen Kultur des Vertrauens und der Toleranz wider (vgl. WVS, 2009b, http://www.worldvaluessurvey.org/).

Die folgende Grafik zeigt die aktuelle Einordnung Westdeutschlands[11] und Mexikos hinsichtlich dieser beiden Dimensionen auf der weltweiten Kultur-Landkarte.

Abb. 3: Globale Kultur-Landkarte mit Hervorhebung der Länder Deutschland und Mexiko.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nach Inglehart und Welzel, 2005, S. 64

Aus dieser Kulturlandkarte ist gut zu sehen, dass die beiden Länder hinsichtlich der Dimension Überleben vs. Wohlergehen in etwa die gleiche Position einnehmen. Bei der
zweiten Dimension lässt sich jedoch erkennen, dass in Mexiko - wie auch in allen anderen Ländern Lateinamerikas - traditionelle Werte Vorrang haben, während Deutschland deutlich weltlich-rationaler ist.

2.2.4 Wertewandel in Gesellschaften

In seinem wohl bekanntesten Werk The Silent Revolution (1977) thematisiert Inglehart den Wertewandel in der westlichen Gesellschaft.

Er geht davon aus, dass kulturelle Werte eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung einer Kultur verknüpft sind und formuliert dabei zwei Hypothesen: Zum einen stellt er eine Sozialisationshypothese auf, die aussagt, dass die grundlegenden Werte eines Individuums die Bedingungen widerspiegeln, die zu seiner Jugendzeit vorlagen. Desweiteren entwirft er eine Knappheitshypothese, d.h. die persönliche Wertrangfolge eines Individuums ist von seiner sozioökonomischen Lage abhängig, da man den Dingen, die relativ knapp sind, den höchsten subjektiven Wert gibt.

Hierbei beruft sich Inglehart auf die Maslowsche Bedürfnispyramide, d.h. sobald die physischen und ökonomischen Grundbedürfnisse gedeckt sind, welche als materialistisch bezeichnet werden, wendet sich der Mensch postmaterialistischen Werten zu. Postmaterialistische Werte wären nach Maslow demnach soziale Bedürfnisse und Anerkennung sowie Selbstverwirklichung (vgl. S. 22-23). Diesen Wandel konnte Inglehart ab den 70er Jahren in westlichen Gesellschaften feststellen (vgl. Inglehart, 1997, S. 131).

Klages (1984) kritisiert an Ingleharts Modell, dass es zu undifferenziert und eindimensional sei und lediglich von einer Aufgabe alter materialistischer Werte zugunsten neuer postmaterialistischer Werte gesprochen werde.

Er geht davon aus, dass beide Wertfaktoren auch nebeneinander existieren können (vgl. S. 22-24). So könnte man folgern, dass die wirtschaftliche Entwicklung nach dem Industriezeitalter, aber auch die Auswirkungen der Globalisierung nicht etwa in einem Wertewandel, sondern eher in einem Wertepluralismus münden.

Wovon man ziemlich sicher ausgehen kann, ist die Tatsache, dass moderne Gesellschaften wandelbar und offen für Veränderung sind. Hofstede (2001) definiert im Rahmen seiner Kulturforschung das kulturelle Wertesystem als:

[A] self-regulating quasi-equilibrium. Change comes from the outside, in the form offorces of nature or force of human beings: trade, conquest, economical or political dominance, and technological breakthroughs (S. 34).

Aktuell haben technologische Innovationen, allen voran Massenmedien wie das Internet, den wohl weitreichendsten Einfluss auf die Entwicklung von Gesellschaften. Darüber, in welche Richtung dieser Prozess verläuft, gibt es verschiedene Ansichten: Einerseits kann davon ausgegangen werden, dass Gesellschaften sich aneinander angleichen. Andererseits könnte es auch sein, dass sich die Unterschiede eher verfestigen (vgl. Hofstede, 2001, S. 34).

Eine wichtige Rolle im Wertewandel von Gesellschaften spielen drei unterschiedliche Effekte, welche jedoch nur mithilfe von Längsschnittstudien unterschieden werden können. Zum einen sind das Generationsunterschiede, die nicht mit Altersunterschieden verwechselt werden dürfen. Im Rahmen von Längsschnittstudien wurden mehrere zeitversetzte Befragungen gemacht. Bei Personen, die zum Zeitpunkt der unterschiedlichen Befragungen im gleichen Alter waren, konnte auch nach Jahren kein Wandel festgestellt werden. Daraus lässt sich ein Reifeprozess schließen, d.h. Werte ändern sich mit dem Alter und der Lebensphase, die das Individuum durchläuft. Man geht davon aus, dass dieser Prozess natürlich ist. Klagen über die heutige Jugend gab es schon zu Zeiten der alten Ägypter.

Generationsunterschiede hingegen können zu einem allmählichen Wertewandel beitragen. Werte, die in der Jugend erlernt wurden, bleiben bei der jeweiligen Altersgruppe ein Leben lang erhalten.[12] Ändern sich die Lebensumstände jedoch drastisch, so entwickeln nachkommende Generationen womöglich ein abweichendes Wertesystem und tragen somit zum Wertewandel bei.

Ein weiterer Einfluss auf das Wertesystem ist der Zeitgeist, welcher für einschneidende Erlebnisse steht, die Altersgruppen als auch Generationen in gleichem Maße betreffen (vgl. Hofstede, 2001, S. 34-36; Lüsebrink, 2001, S.13).

Das Ermitteln und die Analyse kultureller Wertesysteme ist u.a. Gegenstand der kulturvergleichenden Forschung, welche Thema des folgenden Kapitels ist.

2.3 Kulturvergleichende Forschung

2.3.1 Die kulturvergleichende Forschung

Die kulturvergleichende Forschung erhebt und analysiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestimmter kultureller Systeme, wobei deren spezifischen Eigenschaften und Besonderheiten vergleichend gegenübergestellt werden. Sie sollte von der interkulturellen Forschung insofern abgegrenzt werden, als sie sich nicht mit den Interaktionen zwischen Kulturen sondern mit der kontrastiven Gegenüberstellung der Merkmale mehrerer Gesellschaften oder Gruppen befasst. Aus dieser Gegenüberstellung des Eigenen und des Fremden kann der eigene Absolutheitsanspruches relativiert werden (vgl. Barmeyer und Genkova, 2010, S.119-120).

Ein Schlüsselkriterium in der kulturvergleichenden Forschung ist die Perspektive des Forschers. K.L. Pike (1954) führte hierzu die zwei Begriffe emic (emisch) und etic (etisch) ein, welche er aus den sprachwissenschaftlichen Perspektiven der Phonemik und der Phonetik ableitete (vgl. S. 8).

Die emische Perspektive geht davon aus, dass jede Gesellschaft über einzigartige Merkmale verfügt, die einen Kulturvergleich fast unmöglich machen. Der Forscher stellt seine Untersuchungen innerhalb des kulturellen Systems und wendet hierbei einen qualitativen Ansatz an. Etisch bezeichnet eine kulturübergreifende, von außen an das System herangetragene Sichtweise. Es wird anhand universeller, absoluter Kulturdimensionen gearbeitet, die einen Vergleich von Kulturen ermöglichen. Hier wird ein quantitativer Forschungsansatz angewendet. Kulturspezifische Merkmale werden jedoch vernachlässigt. Auch wenn es einige wissenschaftliche Versuche gibt, diese beiden Ansätze zu verknüpfen[13], so zeigen diese beiden Sichtweisen deutlich die Problematik der kulturvergleichenden Forschung, kulturspezifische Eigenarten zu berücksichtigen und gleichzeitig nach universellen Kriterien zu arbeiten (vgl. Barmeyer und Genkova, 2010, S. 131-133; Helfrich, 1993, S. 116-118).

Dadurch lässt es sich auch erklären, dass die meisten Projekte der kulturvergleichenden Forschung mit quantitativen Instrumenten arbeiten. Zu den Studien kulturvergleichender Forschung zählen auch der RVS, die universellen Werttypen nach Schwartz und Bilsky und Ingleharts WVS, welche bereits zuvor ausführlich beschrieben wurden. Es gibt noch eine Reihe weiterer Forschungsprojekte, welche Landes- aber auch Untemehmenskulturen in erster Linie mithilfe von Kulturdimensionen erfassen. Am wohl bekanntesten ist die weltweit angelegte IBM-Studie G. Hofstedes. Aber auch E. T. Halls, F. Trompenaars, R. House, u.a. trugen mit ihren Forschungsprojekten zur kulturvergleichenden Forschung bei.

Kultur wird meist in Kulturstandards oder -dimensionen gemessen. Diese sollten im Idealfall als Orientierungsrahmen und Erklärungsansatz kultureller Unterschiede betrachtet werden, um eine starre Kategorisierung kulturbedingter Unterschiede zu vermeiden (vgl. Barmeyer, 2010b, S. 112-114).

Im Folgenden sollen im Besonderen die Kulturdimensionen Hofstedes und die GLOBE Studie (Global Leadership and Organizational Behavior Effectiveness Research Program) unter der Leitung von R. House erläutert werden.

2.3.2 Die Kulturdimensionen Hofstedes

Hofstede (2001), der Kultur als „the collective programming of the mind that distinguishes the members of one group or category of people from the other“ (S. 9) definiert, sieht Kulturdimensionen als „weltweit gemeinsame Grundprobleme [...], die Folgen für das Funktionieren der Gesellschaft, von Gruppen innerhalb dieser Gemeinschaft und von Individuen innerhalb der Gruppe haben“ (Hofstede und Hofstede, 2009, S. 28). Diese Dimensionen sind Aspekte einer Kultur, die sich im Verhältnis zu anderen Kulturen messen lassen.

Im Rahmen einer globalen Studie befragte Hofstede zwischen 1967 und 1973 116.000 Mitarbeiter von IBM in 72 Ländern in 20 Sprachen. Dabei ermittelte Hofstede folgende vier Kulturdimensionen: Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung, Individualismus vs. Kollektivismus und Maskulinität vs. Femininität (vgl. Hofstede, 2001, S. 41). Um das Problem des Ethnozentrismus[14], also in diesem Fall die Dominanz der westlichen Kultur, zu reduzieren, entwickelte M. Bond 1980 zusammen mit chinesischen Sozialwissenschaftlern den Chinese Value Survey. Hierbei ergab sich eine fünfte Dimension, die auf den Lehren des Konfuzianismus beruht: Langfristige vs. Kurzfristige Orientierung (vgl. Hofstede und Hofstede, 2009, S.37-39).

Folgende Grafik stellt die Kulturdimensionen Deutschlands und Mexikos vergleichend dar.

Abb. 4: Hofstede-Kulturdimensionen Deutschlands und Mexikos.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nach Hofstede und Hofstede, 2009, S. 56, 105, 166 und 234

Für die fünfte Dimension Langfristige vs. Kurzfristige Orientierung lagen zum Zeitpunkt der Arbeit keine Werte für Mexiko vor.

2.3.3 Die GLOBE Studie

Bei der GLOBE Studie handelt es sich um eine internationale Langzeitstudie, die den Zusammenhang zwischen (Landes-)Kultur, Organisationskulturen und Führung konzeptionell und empirisch erfasst. Kultur wird hier als [S]hared motives, values, beliefs, identities, and interpretations or meanings of significant events that result from common experiences of members of collectives and are transmitted across age generations (Dorfman, Gupta, Hanges, House und Mansour, 2004, S. 57), also auch wieder als kollektives, durch Sozialisation erlerntes Wertesystem definiert.

Seit 1994 arbeitet ein Team von 170 Mitarbeitern unter der Leitung von R. House an diesem Forschungsprojekt, an welchem 62 Länder beteiligt sind. Die Studie bezieht sich auf die Ergebnisse von über 17.000 Personen des mittleren Managements in drei Industrien: Telekommunikations- und Finanzdienstleistungen sowie die Lebensmittelindustrie.

Die hierfür benötigten Forschungsinstrumente wurden speziell für diese Studie entwickelt und für den internationalen Vergleich standardisiert und validiert. Die Gesellschafts- und Organisationskultur wird in diesem Forschungsprojekt jeweils in neun und Führung in sechs universalen Dimensionen abgebildet (vgl. Dorfman et al., 2004, S. 11) Im Rahmen dieser Arbeit soll lediglich auf die Instrumente und Dimensionen der Landes- bzw. Gesellschaftskultur eingegangen werden.

Die Kulturdimensionen, die im Rahmen der GLOBE Studie identifiziert wurden, wurden teilweise direkt von Hofstede übernommen (Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung, Zukunftsorientierung) bzw. in weitere Dimensionen aufgespalten (Maskulinität: Geschlechtergleichheit und Konfliktorientierung; Individualismus: Gruppenkollektivismus und Institutioneller Kollektivismus). Desweiteren wurden Hofstedes Kulturdimensionen um zwei weitere Dimensionen, nämlich Humanorientierung und Leistungsorientierung, ergänzt (vgl. Dorfman et al., 2004, S. 13-14).

Diese Kulturdimensionen werden in der folgenden Tabelle erläutert.

Tab. 3: Kulturdimensionen der GLOBE Studie.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Nach Dorfman et al., 2004, S. 11-13

Desweiteren unterscheiden Dorfman et al. (2004) zwischen Praktiken und Werten in einer Kultur. Mit Praktiken werden hier jedoch nicht Rituale, Helden und Symbole, wie sie im Zwiebeldiagramm zu finden sind, gemeint. As Is-Fragen stellen dar, wie gegenwärtige Praktiken, also Handlungen und Gewohnheiten, in ihrer Gesellschaft vom Befragten wahrgenommen werden. Should Be-Fragen lassen die befragten Personen bewerten, wie Praktiken in ihrer Gesellschaft ihrer Meinung nach sein sollten (vgl. S.21). Die Differenz zwischen dem As Is- und Should Be-Wert zeigt, inwieweit die gesellschaftliche Praxis mit den angestrebten Werten übereinstimmt (vgl. Brodbeck, Chhokar und House, 2008, S. 745). Die jeweils 38 Items zu den Praktiken und Werten in der Gesellschaft sollen von den befragten Personen auf einer 7-stufigen Likert-Skala bewertet werden und beziehen sich jeweils auf eine der genannten Kulturdimensionen.

Mithilfe folgender Abbildung soll die Einordung der Praktiken und Werte Deutschlands und Mexikos, die in der GLOBE Studie ermittelt wurden, grafisch dargestellt werden.

[...]


[1] Auf aktuelle gesellschaftliche Problematiken Mexikos wie z.B. Armut, Kriminalität, Drogenkrieg, Korruption und Regierungsprobleme kann im Rahmen dieser Arbeit nicht direkt Bezug genommen werden.

[2] Allgemeine Länderdaten befinden sich im Anhang A Allgemeine Länderdaten Deutschlands und Mexikos im Vergleich.

[3] Eine Ausnahme bilden hier die Tourismuszentren Yukatans.

[4] Es gibt durchaus Ausnahmen, wie z.B. die UNAM (Mexiko-Stadt), die in aktuellen Rankings zu den besten spanischsprachigen Universitäten weltweit zählt.

[5] An 58,8% aller Hochschulen fielen im Sommersemester 2009 neben dem obligatorischen Semesterbeitrag Studienbeträge an (BMFG., 2010, S. 542).

[6] Die casa de huésped, also das Gästehaus, ist eine Art Wohnheim. Der Vermieter, oft alleinstehende ältere Damen, wohnt oft mit im selben Haus. Die Mietkosten beinhalten oft Essen, Putzdienst und einen Wäscheservice, jedoch gibt es in den meisten Fällen Sperrstunden und viele Regelungen.

[7] Auch für Frauen obligatorisch.

[8] Es gibt zwar einige Artikel, die sich u.a. mit der Ungleichverteilung im Bezug auf universitäre Bildung befassen. z.B. de Garay Sánchez, Adrián (2002). Un Sistema de Educación Superior, dos Realidades Distintas: la Universidad Pública y la Universidad Privada. In: Revista de la Educación Superior 31 (No. 122), S. 69 - 77. Veröffentlichte Statistiken mit sozialen Daten gibt es jedoch keine.

[9] Auf die Hauptmerkmale dieses Orientierungssystems, die sogenannten Kulturstandards wird in 2.2.2 Werte eingegangen.

[10] Ingleharts Differenzierung zwischen materialistischen und postmaterialistischen Werten wird im Abschnitt 2.2.4 Wertewandel in Gesellschaften erläutert.

[11] Beim WVS werden die Werte die Werte der neuen Bundesländer immer noch getrennt ermittelt. In dieser Arbeit soll der Einfachheit halber lediglich auf die westdeutschen Werte eingegangen werden.

[12] vgl. Sozialisationshypothese Ingleharts.

[13] z.B. der Ansatz der derivedetics (Berry, 1989, zitiert nach Rippl, S. und Seipel, C., 2008, S. 45).

[14] Soll in 3.4 Herausforderungen und Grenzen der kulturvergleichenden Forschung näher erläutert werden.

Ende der Leseprobe aus 109 Seiten

Details

Titel
Wertvorstellungen deutscher und mexikanischer Studierender im Vergleich
Untertitel
Eine länderspezifische Analyse von Kulturdimensionen und Werten
Hochschule
Universität Passau
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
109
Katalognummer
V163817
ISBN (eBook)
9783640949083
ISBN (Buch)
9783640949335
Dateigröße
1273 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wertvorstellungen, studierender, vergleich, eine, analyse, kulturdimensionen, werten
Arbeit zitieren
Nadine Leptich (Autor), 2010, Wertvorstellungen deutscher und mexikanischer Studierender im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163817

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