Aktienbewertung mittels technischer Analyse


Hausarbeit, 2010
16 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Dow Theorie als Basis der Technischen Aktienanalyse

3. Der Trend nach Dow

4. Darstellungsformen der Technischen Analyse
4.1 Liniencharts
4.2 Balkencharts

5. Einzelwertanalyse
5.1 Chartanalyse
5.1.1 Trendanalyse
5.1.2 Unterstützung und Widerstand
5.1.3 Formationsanalyse
5.2 Indikatoren und Oszillatoren
5.2.1 Gleitende Durchschnitte
5.2.2 Momentum

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Trendsarten nach Dow, Trendermittlung

Abbildung 2: Balkenkurs

Abbildung 3: Kopf-Schulter-Formation

Abbildung 4: Gleitender Durchschnitt und Momentum

1. Einleitung

Die Aktienanalyse hat den primären Zweck, Aktien zu beurteilen und dadurch Anle-ger in ihrem Entscheidungsprozess, ob eine Aktie gekauft, verkauft oder gehalten werden soll, zu unterstützen. Hierbei werden gegenwärtige sowie vergangene Daten und Informationen gesammelt und systematisch ausgewertet, um auf dieser Basis den zukünftigen Aktienkurs bestmöglich vorherzusagen.[1]

Die Prognose von Aktienkursen mittels Informationen aus der Vergangenheit oder Gegenwart impliziert die Annahme eines Kapitalmarktes, auf welchem diese Informa-tionen nicht vollständig in den Kursen verarbeitet sind.

In der Wissenschaft wird diese Auffassung, unter Bezugnahme auf die Theorie infor-mationseffizienter Kapitalmärkte von Fama, kontrovers diskutiert. Diese besagt, dass auf einem effizienten Kapitalmarkt Informationen unendlich schnell verarbeitet werden und sich unmittelbar im Kurs widerspiegeln.[2] Kurse können demnach gar nicht über- oder unterbewertet sein und der Kursverlauf folgt einem nicht vorherseh-baren Zufallspfad (Random-Walk). Folglich ist eine Kursprognose nutzlos, da sich die Kurse zufällig bilden.[3] Zahlreiche empirische Untersuchungen, die die Bestätigung oder die Negierung der Informationseffizienz von Kapitalmärkten zum Ziel hatten, lieferten kein eindeutiges Ergebnis. Vielmehr hat sich die Vorhersage von Kursver-läufen in der Praxis zu einem unverzichtbaren Instrument entwickelt.

In der Neoklassischen Finanzierungstheorie lassen sich grundlegend zwei differie-rende Modelle zur Kursprognose unterscheiden; die Technische Aktienanalyse und die Fundamentalanalyse.[4]

Zentrale Annahme bei der fundamentalen Aktienanalyse ist, dass es für ein Unter-nehmen einen „wahren“, „objektiven“ Wert gibt, um den der Kurs schwankt und der durch Sammlung und Auswertung sämtlicher Fundamentaldaten ermittelt wird[5]. Deterministisch sind demnach sowohl unternehmensbezogene Daten, wie Jahres-gewinn oder Kapitalstruktur, als auch gesamtwirtschaftliche Entwicklungen, wie Konjunkturdaten oder Zinssätze.[6]

Die technische Aktienanalyse wählt einen konträren Ansatz: Gegenstand der tech-nischen Aktienanalyse ist die Beobachtung und Auswertung der historischen Aktien-kurse und Umsatzentwicklungen, sowie die Identifikation der daraus resultierenden Formationen, um auf dieser Basis die weitere Marktbewegung zu antizipieren. Primä-res Ziel dieser Methode liegt in dem frühzeitigen Erkennen von Trendverläufen inklu-sive deren Umkehrpunkte anhand von Datendiagrammen, sogenannten Charts, und deren Instrumente, wie beispielweise Indikatoren.[7]

2. Dow Theorie als Basis der Technischen Aktienanalyse

Die Dow Theorie bildet das Fundament der technischen Aktienanalyse, insbesondere der Gesamtmarktanalayse, und geht auf die Überlegungen von Charles Dow zurück. Dieser gründete 1882 in Zusammenarbeit mit Edward Jones die Dow Jones & Com-pany. Am 3.7.1984 stellten diese den ersten aus 11 Aktien bestehenden Index auf: 9 Eisenbahngesellschaften und 2 produzierende Firmen. 1897 fand eine Aufspaltung statt, es wurde für die Eisenbahnbranche und dem produzierenden Sektor jeweils ein eigener Index geführt; der Dow Jones Industrial Average (12 Werten) und der Dow Jones Transportation Average (20 Werten). 1928 wurde der Industriewerteindex auf 30 Titel verstärkt und ein Jahr später ein Versorgungswerteindex ergänzt. Dow hatte die Intension, mit den Indices einen Indikator für den wirtschaftlichen Zustand einer Volkswirtschaft zu schaffen. Die Ergebnisse aus den Beobachtungen der Kursver-läufe unter Berücksichtigung der Umsatzentwicklung der Indices veröffentlichte Dow in einer Serie von Aufsätzen im eigens gegründeten Wall-Street Journal.[8]

Im Kern lassen sich aus Dow s Erkenntnissen nachstehend aufgeführte Annahmen ableiten, die noch heute Bestand haben und auf die jedes technische Aktienanalyse-verfahren aufbaut[9]:

- Die Indices diskontieren alles.
- Der Markt hat drei Trends.
- Primäre Trends haben drei Phasen.
- Die Indices müssen einander bestätigen.
- Das Volumen muss den Trend bestätigen.
- Ein Trend besteht so lange, bis es definitive Signale gibt, dass er sich umkehrt.

Dow war der Überzeugung, dass alle kursbeeinflussenden Faktoren – fundamentale, politische und psychologische – zum Zeitpunkt deren Bekanntwerdens vom Markt aufgenommen und unmittelbar im Marktpreis verarbeitet werden.[10] Mit anderen Worten spiegelt der geltende Aktienkurs sämtliche relevanten Informationen wieder und es genügt, diesen zu studieren. Zu betonen ist, dass die meisten Techniker kei-neswegs bezweifeln, dass fundamentale Daten den Kurs beeinflussen. Während die Fundamentalisten jedoch die Gründe für Marktveränderungen studieren, konzen-trieren sich die Techniker alleine auf deren Auswirkungen. Ihnen genügt zu wissen, dass bei steigenden Kursen die Nachfrage das Angebot übertrifft und somit die Fun-damentaldaten positiv sein müssen und bei fallenden Kursen vica versa.[11]

Da sich die übrigen Punkte Dows gedanklich im weiteren Sinne um den essentiellen Begriff Trend drehen, werden diese im anschließenden Kapitel separat behandelt.

3. Der Trend nach Dow

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten Abbildung 1 : Trendsarten nach Dow, Trendermittlung

Dow definiert einen Aufwärtstrend (Abwärtstrend) als eine Situation, in welcher der neue Hochpunkt und der neue Tiefpunkt jeweils höher (tiefer) liegen als die ihnen voran-gegangene. Mit anderen Worten, ein Aufwärtstrend (Abwärtstrend) besteht aus einer Abfolge steigender (fallender) Hochpunkte und Tiefpunkte.[12] In Abbildung 1 zeigen die grün und blau eingezeichneten Linien Aufwärtstrends, die rote Linie bildet einen Abwärtstrend.

Des Weiteren wird zeitlich zwischen drei Arten von Trends differenziert, wie der ein-jährige Kursverlauf der BASF-Aktie in Abbildung 1 verdeutlicht:[13]

- Primärtend: Mit einer Dauer von einem Jahr und länger ist er der Haupttrend und spiegelt die langfristige Entwicklung wider.
- Sekundärtrend: Mit einer Dauer von zwei bis zwölf Monaten ist er mittel-fristiger Natur und konjunkturzyklisch bedingt.
- Tertiärtrend: Mit einer Dauer von ein bis zwei Wochen ist er der kurzfristige Trend, der sich losgelöst von fundamentalen Daten aus zufälligen Schwan-kungen und psychologischen Einflüssen ergibt.

Der Primärtrend zeichnet sich durch eine Aufspaltung in die Akkumulationsphase, die Mark-Up-Phase und die Distributionsphase aus. In der Akkumulationsphase sind alle negativen Nachrichten im Aktienmarkt eingepreist und die Kurse entspre-chend niedrig. Das öffentliche Interesse für Aktien ist gering. Gezielt in dieser Phase werden Anleger, wie Informed Trader oder Smart Investors, aktiv und kaufen Aktien zu niedrigen Kursen. Durch die zunehmend positiven Nachrichten sowie durch die Signale der Smart Investors angezogen, tritt in der Mark-Up-Phase eine größere An-zahl von Käufern (Herder) auf den Markt und die Kurse beginnen zu steigen. In der Distributionsphase erreicht das öffentliche Interesse und der Aktienkurs den Höchst-stand. Noch bevor der sich anschließende Abwärtstrend, bei dem die Phasen in um-gekehrter Reihenfolge ablaufen, beginnt, veräußern die Informed Trader ihre Anteile am Markt.[14]

Gemeinhin wird ein Aufwärtstrend als Kaufsignal und ein Abwärtstrend als Verkaufs-signal interpretiert. Dow war jedoch der Auffassung, dass ein Trend der Bestätigung durch das Handelsvolumen sowie durch einen parallelen Verlauf der Indices bedarf. Demnach sollte ein steigender Index parallel mit einem weiteren Index ansteigen sowie von zunehmenden Handelstätigkeiten begleitet werden. Erst dann gilt der Aufwärts-trend als valide.

Der letzte Leitsatz Dows lässt sich mit dem physikalischen Gesetz der Bewegung illustrieren. Denn ähnlich wie ein Gegenstand in Bewegung, tendiert auch der Trend dazu, in Bewegung zu bleiben bis externe Kräfte einen Richtungswechsel bewirken. Oder anders ausgedrückt, eine Trendfortführung wird als wahrscheinlicher angese-hen als eine Trendumkehr. Die schwierige Aufgabe der Dow-Verfechter besteht darin, mittels technischer Hilfsmittel Umkehrsignale zu lokalisieren und eine Abgren-zung zwischen normalen sekundären Korrekturen in einem existierenden Trend und den Beginn eines Trends in entgegengesetzter Richtung vorzunehmen.[15]

[...]


[1] Vgl. Dornbusch (1999), S.19

[2] Vgl. Franke, Max (2003), S.398

[3] Vgl. Breuer, Gürtler, Schuhmacher (2006), S.258

[4] Vgl. Braun (2007), S.3

[5] Vgl. Steiner, Bruns (2000), S.210 f

[6] Vgl. Franke, Hax (2003), S.402 f

[7] Vgl. Homolka, Kauper, Küspert (1994), S.90

[8] Vgl. Eller, Dreesbach (1997), S.53

[9] Vgl. Murphy (1991), S. 22 ff

[10] Vgl. Sambul (1997), S.38 f

[11] Vgl. Eller, Dreesbach (1997), S.21

[12] Vgl. Sambul (1997), S. 41

[13] Vgl. Braun (2007), S.41 f

[14] Vgl. Braun (2007), S. 41 f

[15] Vgl. Eller, Dreesbach (1997 ), S.58

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Aktienbewertung mittels technischer Analyse
Hochschule
Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe Bonn
Veranstaltung
Produkte und Geschäfte am Kapitalmarkt
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V164200
ISBN (eBook)
9783640948062
ISBN (Buch)
9783640948215
Dateigröße
647 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Technische Analyse, Technische Aktienanalyse, Aktienanalyse, Chartanalyse, Charttechnik
Arbeit zitieren
Henning Kempen (Autor), 2010, Aktienbewertung mittels technischer Analyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164200

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