E-Procurement

Strategische Beschaffung auf elektronischen Marktplätzen


Seminararbeit, 2010
21 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Beschaffung
2.1 Traditionelle Beschaffung
2.2 Elektronische Beschaffung

3 Elektronische Marktplätze
3.1 Marktplatztypen
3.2 Funktionen und Dienstleistungen
3.3 Katalogverantwortung
3.4 Geschäftsmodelle / Realisierungsformen

4 Standards
4.1 Datenübertragung
4.2 Produktklassifikation
4.3 Datenstrukturstandard

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Abbildungsquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wandel der Beschaffung

Abbildung 2: Prozesskosten im Verhältnis zum Einkaufspreis

Abbildung 3: Fokus der Beschaffung

Abbildung 4: Konsten/Standard Matrix im E-Procurement

Abbildung 5: Grundidee des elektronischen Marktplatzes

Abbildung 6: Mögliche Systemlösungen für den Betrieb eines E-Marktplatzes

Abkürzungen

1 Einleitung

Die Beschaffung gehört neben der Produktion und dem Verkauf zu den betrieblichen Grundaufgaben in einem Unternehmen. Sie ist daher maßgeblich am wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmung beteiligt. Ihr wird immer mehr eine strategische Rolle zugewiesen und als „Waffe im Kampf um Kostenführerschaft und Gewinnsteigerung eingesetzt“1. Diesen Gesichtspunkt lässt sich auchökonomisch an einem Beispiel so ausdrücken, dass man bei einer Umsatzrendite eines Unternehmen von drei Prozent den Umsatz um 60 % erhöhen müsste, um die selbe Renditewirkung zu erzielen, wie eine Senkung der Beschaffungskosten um drei Prozent.2 Die strategische Rolle der Beschaffung ist hieraus erkennbar. Um diese Strategie umzusetzen, sind gerade durch die technologische Entwicklung, im speziellen die des Internets und des WWW, den Unternehmen neue Möglichkeiten gegeben, ihre Prozesse in der Beschaffung zu optimieren. Gerade im Hinblick auf das hohe Beschaffungsvolumen eines Unternehmen von 50 bis zu 80 % des Umsatzes3 sind die Einsparpotentiale ersichtlich. Auf Basis des Internets wurden neue Instrumente bereitgestellt, die die Prozesse in der Beschaffung unterstützen und optimieren, welche unter dem Begriff „E-Procurement“ fallen. Für den Begriff lautet eine Definition:

„E-Procurement bezeichnet die Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien zur elektronischen Unterstützung und Integration von Beschaffungsprozessen.“4

Das Ziel durch die Nutzung von E-Procurement Lösungen ist es also durch Zuhilfenahme der elektronischen Hilfsmittel die Beschaffungsprozesse im Hinblick auf die Prozesskosten und das Prozessergebnis zu optimieren.

Im nachfolgenden wird die genaue Wandlung der traditionellen zur technischen, elektronisch unterstützten Beschaffung eingegangen. Es sollen die unterschiedlichen Lösungen des E-Procurement aufgezeigt werden. Speziell soll in dieser Ausarbeitung auf die virtuellen Marktplätze eingegangen werden. Dabei werden die verschiedenen Formen und unterschiedlichen Dienstleistungen, sowie deren Nutzen fürs Unternehmen erläutert werden.

2 Beschaffung

Die Beschaffung in einem Unternehmen umfasst „sämtliche Unternehmens- und marktbezogenen Tätigkeiten, die darauf gerichtet sind, dem Unternehmen die nötigen, aber nicht selbst hergestellten Objekte verfügbar zu machen.“5 Der Wandel und Ausrichtung des Einkaufs, wie sie in der Abbildung 1 dargestellt ist, wird nachfolgend näher erläutert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Wandel der Beschaffung

2.1 Traditionelle Beschaffung

Im traditionellen Einkauf, wie man ihn heute noch oft in mittelständischen Unternehmen vorfindet, werden alle diese Tätigkeiten durch den Einkauf durchgeführt. Der nächste konsequente Schritt war die strategische Ausrichtung des Einkaufs, im dem zwischen der strategischen und operativen Beschaffung unterscheiden wird. Während der strategische Einkauf für die Ermittlung der Bedarfe, Auswahl geeigneter Lieferanten (Anbahnung), sowie den Abschluss von Lieferverträgen mit dem Lieferanten (Vereinbarung) zuständig ist, beschäftigt sich der operative Einkauf mit der Abwicklung der Verträge, sowie deren Kontrolle auf korrekte Durchführung.6 Trotz dieser Unterteilung fällt der Fokus im Einkauf größtenteils auf administrativen Tätigkeiten bei der Beschaffung. Ihm wird ein Anteil von 62 Prozent bemessen, ohne die zusätzlichen Kosten der anderen Abteilungen zu berücksichtigen.7

Gerade bei den häufigsten Bestellungen von Teilen mit einem niedrigen Bestellwert (C - Teile) stehen die Prozesskosten in einemüberproportionalen Verhältnis zum Einkaufspreis (siehe Abbildung). Als Beispiel für diesen Sachverhalt kann die Frankfurter Flughafen AG genannt werden, bei der die Bestellung eines Bleistiftes auf traditionellem Weg auf ca. 143€ beziffert wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Prozesskosten im Verhältnis zum Einkaufspreis

Neben den Prozesskosten müssen hierbei weitere Transaktionskosten z.B. für die Suche und Auswahl der Lieferanten, berücksichtigt werden. Neben den Kosten ist zudem ein langer zeitlicher Ablauf für einen Bestellvorgang ersichtlich. So dauert ein kompletter Bestellvorgang laut Untersuchungen der „Aberdeen Group“ im Durchschnitt 7,3 Tage8. Weitere negative Aspekte bilden die vielen Medienbrüche, die während des Bestellvorgangs im traditionellen Einkauf stattfinden. Der Bestellvorgang wird telefonisch durchgeführt, muss anschließend manuell ins EDV System nachgetragen werden. Die Lieferscheine und Rechnungen werden per Brief oder FAX zugestellt und müssen evtl. nochmal im EDV System eingepflegt werden. Durch den Einsatz vieler Medien wird der Bestellvorgang aufwendig, kostenintensiv, schwer kontrollierbar und vor allem fehleranfällig.9 Diese Unkontrollierbarkeit fördert das sogenannte „Maverick Buying“, bei denen Bestellungen an an bestehenden Verträgen vorbei bestellt werden.10

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der traditionelle Einkauf viele Schwächen in der Effizienz aufweist. Durch diese Schwächen entsteht jedoch ein hohes Einsparpotential.

2.2 Elektronische Beschaffung

Eine Umstellung der Beschaffung auf elektronische Mittel gibt es durch EDI schon lange. Es handelt sich dabei um einen elektronischen Austausch von Geschäftsdaten (z.B. Bestellungen, Rechnungen) in einem standardisierten Format.11 Die Technik stellte eine private Punkt-zu-Punkt Verbindung zwischen zwei Geschäftspartnern dar und bietet lediglich die Möglichkeit des Austausches der vereinbarten Dokumente. Zusammen mit den hohen Kosten für den Einsatz der Technologie blieb diese hauptsächlich größeren Unternehmen Vorbehalten. Durch die Verbreitung und günstigen Zugang zum Internet stehen den Unternehmen neue Möglichkeiten der Beschaffung zur Verfügung. Durch die Zuhilfenahme der elektronischen Lösungen im Beschaffungsprozess können viele Probleme der klassischen Beschaffung beseitigt werden.12 Zum einen wird Zeit für wiederkehrende Aufgaben, wie z.B. die Suche nach Lieferanten und Produkten, durch die elektronische Unterstützung eingespart. Die geltenden Einkaufsregularien werden beim Bestellvorgang benutzt und werden nicht mehr umgangen. Dadurch dass die Bestellabwicklung, sowie das Genehmigungsverfahren, durch die Automation effizienter und schneller abgewickelt werden können, werden zeitliche Ersparnisse erzielt. Zusammenfassen wird versucht folgende positiven Auswirkungen zu erzielen:

- Reduzierung der Prozess- / Durchlaufzeit um bis zu 83 Prozent13
- Reduktion der Beschaffungskosten
- Qualitätsverbesserung und Erhöhung der Transparenz in der Beschaffung

All diese Ziele beim Einsatz von E-Procurement haben zur Folge, dass der Einkauf von seiner administrativen Aufgabe weg, zu seiner strategischen Ausrichtung, um z.B. Lieferverträge auszuhandeln oder die Geschäftsbeziehungen zu den Lieferanten zu pflegen, eingesetzt werden kann. Der administrative Anteil von genannten 62 Prozent kann so auf 18 Prozent gesenkt werden. Der Fokus wird auf die strategische Komponente ausgelegt, wie das nachfolgende Diagramm verdeutlicht.14

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Fokus der Beschaffung

Stets beachtet sollte werden, welche Beschaffungsobjekte sich fur den Einsatz bei der Beschaffung in Form einer E-Procurement Lösung eigenen. Nicht bei allen Produktgütern lassen sich gleiche Einsparpotentiale verwirklichen. Ob sich ein Produkt für die Beschaffungüber E-Procurement Lösungen eignet, kann durch eine Kategorisierung einer Produktgruppe anhand der drei Faktoren der Kosten-Standard­Matrix beurteilt werden.15

Je näher sich das Produkt in den Quadranten mit einem hohen Beschaffungswert, hoher Standardisierbarkeit und hohen Prozesskosten kategorisieren lässt, um so geeigneter ist das Produkt für eine elektronische Beschaffung. Die Bedeutung der Faktoren wird nachfolgende näher erläutert:

[...]


1 Vgl. Backhaus (1999), Seite 58

2 Vgl. Wildemann (Interview), Seite 1

3 Vgl. Warschun (2002), Seite 34

4 KPMG Konsulting (2002), Seite 2

5 Vgl. Arnold (1997),Seite3

6 Vgl. Nenninger (1999), Seite 12

7 Vgl. Nekolar (2003) Seite 4

8 Vgl. Held(2003), Seite132

9 Vgl. Nenninger (1999), Seite13

10 Vgl. Wannenwetsch (2008), Seite 67 ff

11 Vgl. Bullinger, Berres (2000), Seite 29

12 Vgl. Kollmann (2009), Seite 86

13 Vgl Wirtz (2001), Seite 339

14 Vgl. Nekolar (2003), Seite 4f

15 Vgl. Wannenwetsch (2002), Seite 45

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
E-Procurement
Untertitel
Strategische Beschaffung auf elektronischen Marktplätzen
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Düsseldorf früher Fachhochschule
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
21
Katalognummer
V164263
ISBN (eBook)
9783640794614
ISBN (Buch)
9783640795253
Dateigröße
675 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
E-Procurement, E-Markets, Elektronische Marktplätze, Beschaffung, Procurement, Strategischer Einkauf
Arbeit zitieren
Lukas Koschitzki (Autor), 2010, E-Procurement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164263

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Titel: E-Procurement


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