Die Lyder in der griechischen Literatur


Hausarbeit, 2006

14 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Lyder in der griechischen Literatur
2.1 Herodot
2.2 Herakleitos
2.3 Xenophanes
2.4 Sappho

3 Das Leben der Lyder

4 Literaturverzeichnis
4.1 Primärquellen
4.2 Sekundärquellen

1 Einleitung

Das Reich und das Volk der Lyder ist in der Historie schwer zu bewerten. Es exis- tieren nur fragmenthafte Relikte des einstigen Lyderreiches. Fakten zur politi- schen Geschichte und dem Volk der Lyder sind nur aus den lyrischen Werken griechischer Dichter zu beziehen und aus diesem Grund mit Vorsicht zu behan- deln.

Ziel dieser Hausarbeit ist es, einige Nennungen der Lyder in der griechische Lite- ratur zu bewerten und zu analysieren. Zu den bedeutendsten Autoren dieser Zeit zählen allen voran Herodot, dann Heraklit von Ephesos, Xenophanes von Kolophon sowie Sappho von Lesbos. Alle geben uns einen Einblick in das Volk der Lyder. Für die Analyse weiterer vorhandener griechischer Literatur reicht der Umfang einer einfachen Hausarbeit nicht aus, daher wird sich die Analyse auf die genannten Autoren beschränken.

Ziel ist es nach Untersuchung der schriftlichen Überlieferungen eine Charakteristik der Lyder zu erstellen um die Frage, wie die Lyder wirklich waren, soweit es diese Hausarbeit ermöglicht zu beantworten.

2 Historischer Einblick

Diesem Teil der Hausarbeit gebührt ein kleiner Einblick in die Historie des lydischen Reiches, die als Grundlage zur Interpretation der nachfolgenden Texte dienen. Dieser Teil ist bewusst oberflächlich und kurz gehalten, da es sonst den Umfang einer Hausarbeit sprengen würde.

Das Reich der Lyder erstreckte sich etwa um das heutige zmir bis etwa Ala ehir ins Landesinnere der heutigen Türkei, dem damaligen Kleinasien. Ihre Hauptstadt war Sardes, im Hermostal am Fuße des Tmolosberges gelegen. Die Lyder waren ein indogermanisches Volk mit einer eigenen Sprache, welche ein Mischprodukt der luwischen und alt-anatolischen Sprache war. Mit der Zerstörung des phrygischen Reiches im 7. Jahrhundert v. Chr. stieg Ly- dien bis ca. 680 v. Chr. mit der Eroberung der ostionischen Küste und Ausweitung der Reichsgebiete unter König Gyges bis zum Fluss Halys zur lokalen Großmacht auf. König Alyattes machte Lydien im 6. Jahrhundert v. Chr. zur gleichberechtig ten Macht neben Medien, Babylonien und Ägypten. König Kroisos führte letzt endlich einen vernichtenden Krieg gegen die Perser, die 546 v. Chr. Sardes eroberten und Lydien als Satrapie in das entstehende persische Großreich integrierten. Die Mermnaden, Gyges bis Kroisos, führten Lydien zum Machthöhepunkt und in den Untergang.

3 Die Lyder in der griechischen Literatur

In diesem Abschnitt wird nun gesondert auf die Literatur griechischer Autoren und Autorinnen eingegangen. Notwendig sind diese zur Erschließung von Kenntnissen der Lyder, da uns von diesen selbst nicht viel erhalten ist. Neben archäologischen Funden, die den von den Griechen beschrienen Prunk und Reichtum der Lyder bestätigen, existiert nur ein fragmenthaft erhaltenes Schriftwerk der Lyder selbst. Die spärlichen Relikte der Lydiaka von Xanthos1 sind leider aufgrund sprachlicher Probleme kaum aufschlussreich verwertbar.2

Herodots (ca. 485 - 424 v. Chr.) Historien zählen zu den bedeutendsten und umfangreichsten Überlieferungen, die uns von der lydischen Großmacht und deren Untergang berichten. Herodot, der sich selbst als Historiker verstand, berichtet weniger über den lydischen Menschen an sich, sondern von politischen Taten der Könige Lydiens, vor allem dem Kroisos, der das Großreich in einen verhängnisvollen Krieg gegen die aufstrebenden Perser führte.

Heraklit (um 500 v. Chr.) von Ephesos, ein Vorsokratiker aus der ionischen polis Ephesos, war ein Philosoph, der uns in seinen Fragmenten auch Eindrücke über die einst lydisch kontrollierte Mittelmeerpolis Ephesos und darüber hinaus ver- mittelt.

Xenophanes (ca. 570 - 467 v. Chr.) von Kolophon, eine Mittelmeerpoleis zwi- schen Smyrna und Ephesos gelegen, war ebenfalls ein vorsokratischer Philosoph der vor den Persern aus seiner Heimatstadt in die griechischen Gebiete flüchtete. Mit seinen Erkenntnissen des Wanderlebens, niedergeschrieben in seinem Werk Fragmente, vermittelt er uns einige besonders kritische Ansichten des lydischen Lebens.

Sappho (um 600 v. Chr.) von Lesbos zählt zu den Musen dieser Zeit und gehörte dem „Kanon der neun Lyriker“3 an. Sie förderte die Kultur indem sie Schülerinnen aufnahm und ihnen die musisches Fertigkeiten lehrte. Auch sie hinterließ uns in ihren Strophen und Liedern einen Einblick in das lydischen Leben.

3.1 Herodot

„Herodot aus Halikarnaß veröffentlicht hiermit seine Forschung, auf daß die mensch- lichen Werke bei der Nachwelt nicht in Vergessenheit geraten, und damit große und wunderbare Taten der Griechen und der Barbaren4 nicht ohne Gedenken bleiben.“5 Auch wenn Herodot sich selbst als Historiker sieht, müssen seine geschichtlichen Aufzeichnungen mit Vorsicht bewertet werden. „Herodot will [...] einerseits »fest-stellen, ermitteln, erkennen«, andrerseits werten.“6 Als Leser ist es daher schwie-rig zwischen Fakten und Wertungen zu unterscheiden, da nur selten andere Sicht-weisen bekannt sind.

Herodot berichtet in seinen Historien hauptsächlich über die Auseinandersetzung der Griechen mit den Persern. In dem ersten Buch spricht er einleitend von den Lydern, ihrem Aufstieg und Untergang mit der Erstarkung des Perserreichs. In diesem Zusammenhang erläutert Herodot, wie die Lyder überhaupt zu ihrem Na- men kamen: „Die Könige dieses Landes [...] waren Nachkommen des Lydos [...] nach dem das jetzige ganze Volk Lyder heißt, die man vordem als Meïer be- zeichnete.“7 Besondere Beachtung findet in dem ersten Buch der Historien der lydische König Kroisos. Die Wichtigkeit ebendiesen Königs begründet Herodot wie folgt:

„Dieser Kroisos war der erste Barbarenkönig, von dem wir Kunde haben, daß er ei- nen Teil der Griechen tributpflichtig machte, mit andern wieder Freundschaft schloß. Er unterwarf die Ionier, Aiolier und Dorer in Kleinasien, mit den Lakedaimoniern schloß er Freundschaft. Vor Kroisos’ Herrschaft waren alle Griechen frei.“8

[...]


1 Ein lydischer Geschichtsschreiber des 5. Jahrhunderts v. Chr.

2 Vgl. Heubeck, Alfred: „Lydiaka. Untersuchung zu Schrift, Sprache und Götternamen der Lyder“, in: „Erlanger Forschungen. Reihe A: Geisteswissenschaften“, Band 9, Erlangen 1959, S. 7f., S. 78 -

82 und Erhardt, Norbert: „Die Ionier und ihr Verhältnis zu den Phrygern und Lydern. Analyse der literarischen, epigraphischen und numismatischen Zeugnisse“ in: Schwertheim, Elmar und Winter, Engelbert (Hrsg.): „Asia Minor Studien. Neue Forschung zu Ionien“, Band 54, Bonn 2005, S. 102.

3 Einteilung von Gelehrten des hellenistischen Alexandrias.

4 Mit „Barbaren“ sind hier der ursprünglichen Bedeutung entsprechend nicht-griechisch Sprechende gemeint, also auch die Lyder.

5 Hdt. I 1.

6 Focke, Friedrich: „Herodot als Historiker“, Stuttgart 1927, S. 5.

7 Hdt. I 7.

8 Ebd. I 6.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Lyder in der griechischen Literatur
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Proseminar "Griechenland und der Orient in archaischer Zeit"
Note
2,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
14
Katalognummer
V165346
ISBN (eBook)
9783640808748
ISBN (Buch)
9783640808960
Dateigröße
419 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lyder, Kroisos, Krösus, Herodot, Sappho, Herakleitos, Xenophanes, Griechenland, Kleinasien
Arbeit zitieren
Sönke Sönnichsen (Autor), 2006, Die Lyder in der griechischen Literatur, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165346

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