In der folgenden Hausarbeit „Entwicklung der Geschlechtsrolle“ möchte ich aufzeigen wie die Geschlechtsrollen entstehen und wodurch sie beeinflusst werden. Dabei gehe ich auch auf die Rolle der Gesellschaft ein, da Individuation (Persönlichkeitsreifung) immer in Wechselwirkung mit Sozialisation (Einwirkungen der sozialen Umwelt auf das Individuum und aktive Verarbeitung dieser Einflüsse) steht. Vorab stelle ich kurz den biologischen Ansatz vor. Nachkommend geht es darum wie Jungen und Mädchen ihre Geschlechtsidentität entwickeln. Dies beinhaltet die Erkenntnis, dass es überhaupt zwei verschiedene Geschlechter gibt und dass das eigene Geschlecht konstant ist. Im dritten Abschnitt setze ich mich damit auseinander, wie sich Geschlechtsrollenstereotype (allgemein geteilte Vorstellungen über Charakteristika, die als typisch für Jungen (Männer) und Mädchen (Frauen) angesehen werden und beide Gruppen von einander unterscheidet) bilden, entwickeln und ausprägen und welche Rolle dabei das soziale Umfeld und die Umwelt spielt. Schließlich untersuche ich die Entwicklung geschlechtstypischen Verhaltens. Dies geschieht durch ein Analyse des Spielverhaltens der Kinder.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Biologischer Ansatz
Geschlechtsidentität und Geschlechtskonstanz
Geschlechterstereotype oder Geschlechtsrollenstereotype
Entwicklung geschlechtstypischen Verhaltens
Fazit
Entwicklung der Geschlechtsrolle
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und Beeinflussung von Geschlechtsrollen bei Kindern im Kontext der Wechselwirkung zwischen Individuation und Sozialisation. Das zentrale Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kinder ihre Geschlechtsidentität entwickeln, welche Rolle Geschlechtsrollenstereotype spielen und wie sich geschlechtstypisches Verhalten, insbesondere durch Spielverhalten, manifestiert.
- Biologische Grundlagen der Geschlechtsdifferenzierung
- Entwicklungsphasen der Geschlechtsidentität und Geschlechtskonstanz
- Bildung und Ausprägung von Geschlechtsrollenstereotypen
- Sozialisationstheoretische Erklärungsansätze (Bekräftigung und Imitation)
- Analyse geschlechtstypischen Spielverhaltens bei Kindern
Auszug aus dem Buch
Geschlechtsidentität und Geschlechtskonstanz
Schon sehr früh (etwa mit 10-14 Monaten) erkennen Kindern dass Menschen in zwei Kategorien eingeordnet werden können: männlich und weiblich. Noch bevor sie sich selbst zu einer dieser Kategorien zählen, beginnen sie die Welt in männlich und weiblich zu ordnen. Zwischen dem richtigen Benennenkönnen und der wirklichen Einsicht, das es sich beim Geschlecht um ein naturgegebenes und unveränderliches Merkmal eines Menschen handelt besteht aber noch ein großer Unterschied.
Einige Untersuchungen Trautners (1991) zeigen, dass ein volles Verständnis der Geschlechtskonstanz bei vielen Kindern erst gegen Ende des Grundschulalters erreicht wird. Denn die Geschlechtskonstanz „beinhaltet die überdauernde Selbstwahrnehmung als männlich oder weiblich“ (Trautner, 1991: 335). Die Kinder wissen zwar zu welchem Geschlecht sie gehören, aber sie sind sich noch nicht im klaren darüber, dass sie ihr Geschlecht nicht wechseln können, sei es durch Veränderung der äußerlichen Erscheinung (z.B. Jungenhaarschnitt bei Mädchen) oder durch Äußerung geschlechtstuntypischen Verhaltens (z.B. mit Puppen spielen bei Jungen).
Dabei wird zwischen einer globalen und einer inhaltlich umschriebenen Geschlechtsidentität unterschieden. Während sich letztere mit der Art und dem Grad „der Selbstzuschreibung männlicher oder weiblicher Merkmale“ beschäftigt, geht es bei der globalen Geschlechtsidentität um die „bloße Selbstkategorisierung als männlich oder weiblich“. (ebd.)
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung umreißt die Zielsetzung der Arbeit, die Wechselwirkung von Individuation und Sozialisation sowie das methodische Vorgehen bei der Untersuchung der Geschlechtsrollenentwicklung.
Biologischer Ansatz: Dieses Kapitel erläutert die biologischen Grundlagen der Geschlechtsdifferenzierung, unterteilt in genetische, gonadale und genitale Aspekte.
Geschlechtsidentität und Geschlechtskonstanz: Es wird analysiert, wie Kinder im Verlauf ihrer Entwicklung erkennen, dass das eigene Geschlecht ein überdauerndes Merkmal ist.
Geschlechterstereotype oder Geschlechtsrollenstereotype: Dieses Kapitel thematisiert die Entstehung und Verinnerlichung gesellschaftlich geteilter Vorstellungen über geschlechtstypische Charakteristika und Verhaltensweisen.
Entwicklung geschlechtstypischen Verhaltens: Hier wird anhand der Analyse des Spielverhaltens untersucht, wie geschlechtstypische Verhaltensweisen bei Kindern entstehen und durch Spielmaterial beeinflusst werden.
Fazit: Das Fazit fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und betont den maßgeblichen Einfluss des sozialen Umfelds auf die Identitätsbildung.
Entwicklung der Geschlechtsrolle: Dieser Abschnitt dient als Zusammenfassung der theoretischen Kernpunkte und Erklärungsansätze der Arbeit.
Schlüsselwörter
Geschlechtsrolle, Geschlechtsidentität, Geschlechtskonstanz, Geschlechterstereotype, Sozialisation, Individuation, Spielverhalten, Geschlechtstypisierung, Bekräftigungstheorie, Imitationstheorie, Kindesentwicklung, Biologischer Ansatz, Rollenerwartungen, Soziales Umfeld, Geschlechtsdifferenzierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Entwicklung von Geschlechtsrollen bei Kindern und untersucht, welche Faktoren diesen Prozess beeinflussen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen biologische Grundlagen, kognitive Entwicklung der Identität, soziale Konstruktion von Rollenstereotypen und die Ausprägung geschlechtstypischen Verhaltens.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Geschlechtsrollen entstehen und inwiefern sie durch die Wechselwirkung zwischen Individuum und sozialer Umwelt geformt werden.
Welche wissenschaftlichen Erklärungsansätze werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf den biologischen Ansatz sowie sozialisationstheoretische Modelle, namentlich die Bekräftigungs- und die Imitationstheorie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert untersucht?
Im Hauptteil werden die Phasen der Geschlechtskonstanz, die Bildung von Geschlechtsrollenstereotypen und die Auswirkungen von Spielzeugwahl auf das kindliche Verhalten analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Geschlechtsidentität, Sozialisation, Geschlechtskonstanz und Geschlechterstereotype definiert.
Welche Rolle spielt das Spielverhalten für die Argumentation der Autorin?
Das Spielverhalten dient als empirisches Beispiel, um zu zeigen, dass geschlechtstypisches Verhalten weniger durch das Geschlecht selbst als durch das soziale Angebot und die damit verbundenen Erwartungen geprägt ist.
Warum erreichen Kinder laut dieser Arbeit erst spät ein volles Verständnis der Geschlechtskonstanz?
Das Verständnis erfordert die kognitive Reife, zwischen äußerer Erscheinung, wie etwa Kleidung oder Frisur, und der unveränderlichen biologischen Grundlage des Geschlechts unterscheiden zu können.
- Arbeit zitieren
- Kristine Langenstein (Autor:in), 2006, Entwicklung der Geschlechtsrolle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166318