Die Katharer. Ketzer, Hexen und Inquisition im Mittelalter


Hausarbeit, 2007

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtliche Herleitung

3. Die dualistische Herkunft

4. Aufstieg

5. Lehre und Praktik

6. Vernichtung der Katharer

7. Literaturverzeichnis / Monographieverzeichnis

Das Katharertum war offenbar die machtvollste Häresie des 13. Jhd. Was die führenden Vertreter der Kirche gegen sie in die Wege leiteten, veränderte die Strukturen des kirchlichen Lebens. Mehr als irgendeine andere Gruppe lösten die Katharer Angst und Feindseligkeit aus, und sie trieben die Entwicklung der Inquisition geradezu voran “ (Lambert 2001, S.108).

1. Einleitung

In dem zweitrimestrigen Seminar „Ketzer, Hexen und Inquisition im Mittelalter“ befassten wir uns in den bisherigen Sitzungen im Schwerpunkt mit den verschiedenen Formen des Ketzertums bzw. der Häresie. Wer den Luxus besitzt in einem aufgeklärten modernen Land zu leben, für den ist es schon schwer, sich ein Leben jenseits von Laizismus oder auch Religionsfreiheit vorzustellen. Wie absurd erscheinen im Vergleich zum okzidentalen Weltbild und Freiheitsverständnis die religiösen Eiferer dieser Welt. Ob es sich nun um fanatische Christen im Herzen Amerikas handelt, eifrig bestrebt Gottes Staat auf Erden zu errichten, oder um islamistische Extremisten, welche für ihre Irrlehren zu sterben streben.[1] Um wie viel schwieriger aber ist es dann, sich in vergangene Epochen zu versetzen, in denen gerade im heutigen Europa jeglicher freidenkerische Akt als Ketzerei gebrandmarkt wurde. Es waren nicht die in Ansätzen modernen Überlegungen Einzelner, welche die etablierte katholische Kirche fürchtete und auch nicht der Zorn unterdrückter Klassen, die bessere Lebensbedingungen forderten. Die großen Volksbewegungen, welche Anlass für groß angelegte Kreuzzüge gegen die Häresie waren, sind aus den Augen mittelalterlicher Theologen schlicht und einfach Teufelswerk gewesen (vgl. Lambert 2001, S.2). Es waren Feinde des Glaubens, die sich in Abweichung von der einen, wahren Lehre gegen die Kirche gestellt hatten und damit Feinde des Glaubens waren. Ketzer oder Häretiker wurden all jene genannt, die sich der Sittenlosigkeit und Ausschweifung hingaben, was oft nicht viel mehr bedeutete als eine andere Überzeugung vorzuleben und gegebenenfalls zu predigen. Zu den bedeutendsten nicht-integrierbaren Ketzergruppen zählen die Waldenser, Hussiten, Taboriten und die Katharer oder Albigenser (vgl. Wallisser 2005, Ketzer).

Diese Ausarbeitung fasst nun die wesentlichen Bestandteile des Referates zu den Katharern, später auch als Albigenser bezeichneten, und wohl größten Ketzer Bewegung des Mittelalters, zusammen.

2. Geschichtliche Herleitung

Der Begriff des Katharismus tauchte zuerst in der Mitte des 12. Jahrhunderts auf. Dort wurden die Anhänger der im Folgenden zu beschreibenden Glaubensrichtung erstmals als cathari bezeichnet, wobei der Ursprung des Wortes in der Forschung kontrovers diskutiert wird. So hängt der Begriff Katharer etymologisch mit catus, lat. Katze, und catarsis, griech. Reinigung, zusammen (vgl. Oberste 2003, S.28). Er kann aber auch von dem griechischen katharos, was sauber oder rein bedeutet, abgeleitet werden (vgl. Rottenwöhrer 2007, S.55). In Verbindung mit dem volkssprachlichen Begriff Katze oder Kater hat die Bezeichnung einen schmähenden Charakter, der in der Propaganda der Kirche die Kennzeichnung der Katharer als Häretiker begleitete[2]. Später kam der Begriff der Albigenser in Frankreich auf, welcher auf die Stadt Albi zurückgeht, die wiederum in der Hochzeit der Katharer eine der geistigen Hochburgen war. Die Katharer selber identifizierten sich mit diesen Namen nicht, sie verstanden sich selbst, nach Aussagen vor der Inquisition, schlicht als gute Christen oder gute Leute oder im Lateinischen boni homines (vgl. Oberste 2003, S.29) . Einige Quellen bringen auch noch den Namen der Bogomilen mit in den Diskurs, welcher auf den bulgarischen Priester Bogomil aus dem 10.Jahrhundert zurückzuführen ist.

Die bogomilischen Lehren vom Dualismus sollen Pate gestanden haben für das dualistisch geprägte Konzept der Katharer. Viele Historiker sind sich einig, dass die Bogomilenkirche, welche im 10. Jahrhundert in Teilen Makedoniens und Bulgariens verbreitet war, eine Rolle als Vorreiter für die Herausbildung des westlichen Katharismus gebildet haben. Einige Historiker gehen soweit, das Katharertum ausschließlich als eine Weiterentwicklung der bogomilischen Tradition zu betrachten: „Wie bereits bemerkt, handelte es sich hier nicht um eine westeuropäische Neubildung, sondern sowohl im Lehrsystem, dem religiösen Dualismus, als auch in den organisatorischen Strukturen um die vollständige Übernahme der bogomilischen Häresie“ (Werner, Erbstößer 1994, S.317). Frühere Verbindungen zu älteren dualistischen Religionen, wie den Paulikianern, den Manichäern oder den Gnostikern lassen sich allerdings nicht belegen (vgl. Barber 2003, S.11). Um nun also die Entstehung des Katharertums nachvollziehen zu können, soll eine kurzer geschichtlicher Abriss sowie eine Darstellung der dualistischen Lehre erfolgen.

[...]


[1] Die Bezeichnung Irrlehre ist interessanterweise eines der Wörter welches als Übersetzung für Häresie gebraucht wird.

[2] Mit der Verbreitung und Etablierung der katholischen Kirche kam das Phänomen der Ketzerei oder der Häresie. Gerade durch autonome Bewegungen wie der des Manichäismus, wurde die katholische Kirche gezwungen ihre eigenen Lehrsätze zu definieren und davon abweichende Auffassungen mit dem Bann zu belegen; die Konstruktion der Häresie (vgl. Lambert 2001, S.1).

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Details

Titel
Die Katharer. Ketzer, Hexen und Inquisition im Mittelalter
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Veranstaltung
Ketzer, Hexen und Inquisition im Mittelalter
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V166610
ISBN (eBook)
9783640829521
ISBN (Buch)
9783640829446
Dateigröße
356 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
katharer
Arbeit zitieren
B.A. Maximilian Stangier (Autor:in), 2007, Die Katharer. Ketzer, Hexen und Inquisition im Mittelalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166610

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