Mittelalterliche Vorstellungswelten in der Chronik Hermann von Reichenaus


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

34 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Leben und Werk Hermanns von Reichenau
2.1. Das Leben
2.2. Das Werk

3. Die Chronik- Aufbau und Quellen
3.1. Aufbau
3.2. Quellen
3.3. Hermanns Chronik und die anonyme Inkarnationschronik

4. Mittelalterliche Vorstellungswelten in der wissenschaftlichen Arbeit Hermanns
4.1. Mittelalterliche Historiographie als wissenschaftliche Disziplin
4.2. Hermanns Wissenschaftlichkeit

5. Mittelalterliche Vorstellunswelten in Hermanns Zeit- und Raumerfahrungen
5.1. Geschichtliche und natürliche Zeit
5.2. Die Universalität der Reichenauer Chronik

6. Mittelalterliche Vorstellunswelten in Hermanns Geschichtsbild

7. Mittelalterliche Vorstellungswelten in Hermanns familiengeschichtlichen Nachrichten

8. Schlussbetrachtung

Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Schriftlich fixierte Erinnerung ist ohne Absicht nicht möglich“, schreibt Franz-Josef Schmale.[1] Diese Tatsache erwies sich für so manchen Historiker, der sich mit Geschichtsschreibung oder überhaupt der Geschichte des Mittelalters beschäftigte, als problematisch. Indem zunächst das Hauptaugenmerk auf den funktionalen Bereich und damit auf die Erforschung der Strukturgeschichte gelegt worden ist, schien die tendenziöse „Einfärbung“ in der mittelalterlichen Darstellung der Vergangenheit dem Interesse entgegenzustehen, eine „wahre“ Aussage in Hinblick auf die Ereignisse der Vergangenheit zu erhalten. Erst als man im Zuge der sich etablierenden Mentalitätsforschung[2] begann, der intentionalen Ausrichtung mittelalterlicher Historiographie um ihrer selbst willen Beachtung zu schenken, rückten Themen in den Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses, die Antworten suchten auf die Frage, welche Vorstellungen, seien sie nun individueller, sozialer, religiöser oder geistiger Art, dazu beitrugen, das Bild zu formen, dass der einzelne Historiograph von der Vergangenheit und seiner Gegenwart, der „Zeitgeschichte“, hinterließ. Bei dieser Untersuchung mittelalterlicher Vorstellungswelten muss der Tatsache Rechnung getragen werden, dass diese aufgrund der Quellenlage nur mittelbar erfahren werden können. Des weiteren ist eine Unterscheidung in bewusste und unbewusste Vorstellungen sinnvoll. Unter bewussten Vorstellungen sind solche zu verstehen, die zum Beispiel der mittelalterlichen Historiograph innerhalb seines Werkes im Rahmen einer Vorrede oder Einleitung ausdrücklich benennt, während die unbewussten zwar auf diese Arbeit Einfluss nehmen, jedoch nicht explizit genannt sind. Sie müssen „zwischen den Zeilen“ herausgelesen werden. Diese Weise, sich mittelalterlichen Quellen und insbesondere Texten zu nähern, erfordert ein hohes Maß an Interpretation und birgt dabei die Gefahr in sich, dass der gegenwärtige Rezipient sich in nicht ausreichend darüber im Klaren ist, dass er selbst ebenso den bestimmten Vorstellungen seiner eigenen Zeit unterliegt. Der Wende im Verständnis des Mittelalters sollte zugleich das Bewusstsein um den Wandel in den Vorstellungswelten von damals bis heute entsprechen.

In meiner vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit der Untersuchung mittelalterlicher Vorstellungswelten in der Chronik Hermanns von Reichenau beschäftigen. Dieses hochmittelalterliche Werk aus dem Bodenseekloster wurde vor allem in der älteren Forschung wegen seiner nüchternen und sachlichen Darstellung als der Beginn einer neuen Blüte hochmittelalterlicher Historiographie betrachtet.[3] Dennoch lassen sich auch in dieser Schrift Spuren spezifisch mittelalterlichen Denkens finden, wie ich im folgenden aufzeigen möchte.

Dazu werde ich nach einem Blick auf das Leben und Werk Hermanns von Reichenau kurz den Aufbau und die Quellen seiner Chronik analysieren, sowie den Zusammenhang mit einer weiteren anonymen Inkarnationschronik darlegen, welcher für die Interpretation von Bedeutung ist. Um die Vorstellungswelten Hermanns von Reichenau genauer herausarbeiten zu können, werde ich mich vorwiegend, soweit dies möglich ist, mit dem sogenannten „selbstständigeren“ Teil seiner Chronik befassen ab dem Jahre 901.

2. Leben und Werk Hermanns von Reichenau

2.1. Das Leben

Hermann von Reichenau wurde am 18. Juli 1013 als Sohn des Grafen Wolfrad von Altshausen und dessen Frau Hiltrud, über deren Herkunft nicht Näheres bekannt ist, geboren.[4] Er hatte vierzehn Geschwister. Von Geburt an gelähmt[5], blieb Hermann Zeit seines Lebens an einen Stuhl gefesselt und auf die Hilfe seiner Mitmenschen angewiesen. Der Umstand seiner Behinderung brachte ihm auch den Beinamen contractus, der Lahme, ein. Da ihm andere Laufbahnen aufgrund seines Gebrechens verwehrt blieben, wurde Hermann am 15. September 1020 von seiner Familie dem Unterricht, vermutlich der Klosterschule Reichenau[6], übergeben, um seine Versorgung und Bildung zu sichern. Dort übte er sich in den artes liberales, den sogenannten sieben „freien Künsten“, bestehend aus dem Trivium, welches die drei Fächer Grammatik, Rhetorik und Dialektik umfasste, und dem Quadrivium, bestehend aus den vier Fächern Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie.[7] Letzteren wandte er sich vorrangig zu, wie die Vielzahl seiner Schriften aus den Bereichen der Musik, Arithmetik und Astronomie bezeugt. Trotz seiner Behinderung wurde Hermann im Jahr 1043 in Reichenau zum Priester geweiht und zum Lehrer bestellt. Am 29. September 1054 starb Hermann von Reichenau.

Sein bevorzugter Schüler und vermutlicher Nachfolger als Lehrer in der Klosterschule, Berthold,[8] verfasste dem Freund eine vita seu elogium[9], welche als ein „authentische® Bericht über die Persönlichkeit, das Werk und die Krankheit“[10] des Mönches Aufschluss gibt. Berthold hob besonders die unermüdliche, geistige Beweglichkeit des ansonsten zur Regungslosigkeit verurteilten Mannes, sowie seine menschlichen Fähigkeiten als Lehrer hervor. Neben der Vita Bertholds ist Hermanns Weltchronik selbst eine wichtige Quelle zu seinem Leben, da es zu den Eigentümlichkeiten dieses Werkes zählt, biographische Daten des Verfassers und seiner Familie zu notieren.[11]

2.2. Das Werk

Hermann, der sich im Rahmen des Quadriviums auch mit der Musiktheorie beschäftigte, verfasste eine grundlegende Übersicht der herrschenden Musiklehre in dem Traktat de musica[13], das neben der Lehre der Tonarten auch eine eigene Notenschrift bietet, die sich jedoch nicht durchzusetzen vermochte.[14] Seine musikalische Begabung stellte er auch praktisch unter Beweis, indem er verschiedene Sequenzen für Feste des Kirchenjahres[15] und eine Anzahl von Offizien (Historien)[16] für den liturgischen Gebrauch komponierte, von denen allein das Offizium auf die Märtyrerin Afra erhalten ist.[17] Hermann werden des weiteren eine Anzahl Antiphone zugeschrieben, von denen er jedoch nur einen Teil vertont zu haben scheint[18], während wiederum andere hinsichtlich ihrer Echtheit angezweifelt werden.[19] Neben diesen für die Liturgie bestimmten Werke, sind von Hermann auch nichtliturgische Dichtungen überliefert. Seine umfangreichste Schrift de octo vitiis principalibus besteht aus 1722 Versen in 20 verschiedenen Metren. Dieses Lehrgedicht[20] an die Nonnen eines nicht genannten Frauenklosters befasst sich in der äußeren Form eines Zwiegespräches zwischen Hermann, der Muse und den Schwestern mit den acht Hauptsünden[21]. Des weiteren überarbeitete Hermann von Reichenau das Martyrologium Notkers des Stammlers[22], einen Heiligenkalender, der über die Angabe der Lebensdaten hinausgehend einen kurzen Abriss des Lebens des jeweiligen Heiligen liefert.[23] [12]

Außerdem erlangten die Schriften des Mönches zur Arithmetik und Astronomie[24] großes Ansehen und viel Beachtung. In verschiedenen Traktaten lehrte er die Zeitgenossen das Multiplizieren und Dividieren mit dem abacus, dem Rechenbrett des Mittelalters[25], und den Bau und Gebrauch des astrolabs[26]. Mit diesem Gerät wurden bereits in der griechischen Antike die Bewegungen der Himmelsgestirne beobachtet, um Zeitpunkte an verschiedenen Orten der Erde zu bestimmen.[27] Ein weiteres Traktat stellt ein im elften Jahrhundert aufgekommenes Brettspiel, das mittelalterliche Zahlenkampfspiel Rithmimachie, vor[28], mit welchem ebenso wie im Gebrauch des abacus das Multiplizieren und Dividieren eingeübt werden konnte.[29] Besonders diese Praktiken waren im Alltag des Klosterlebens von Bedeutung, da nur mit diesem Können die genaue Zeit, das heißt der richtige Tag bestimmter Kirchenfeste im jeweiligen Jahr ermittelt werden konnte.[30] Wie dies ohne Fehler zu geschehen habe, zeigte der gelehrte Mönch in seinem Lehrbuch, dem Computus[31].

Wie man bereits an diesem kurzen Überblick erkennen kann, sind mathematisches und komputistisches Wissen und Können eine wesentliche Voraussetzung mittelalterlicher Historiographie.

3. Die Chronik- Aufbau und Quellen

3.1. Aufbau

Hermanns Chronik weist im äußeren Aufbau[32] eine annalistische Gliederung auf. Die verschiedene Nachrichten werden nebeneinander gesetzt und jahrweise zusammengefasst.[33] Von Christi Geburt bis in das Todesjahr Hermanns 1054 wird chronologisch nach Inkarnationsjahren gezählt, die am linken Rand deutlich vom Text abgehoben werden. An den rechten Rand gerückt und eine Zeile über dem eigentlichen Beginn der Mitteilungen befinden sich zum Jahr des Regierungsantritts der Name und die Regierungsdauer des Herrschers. Diese Reihe römischer Kaiser bricht mit dem Jahr 375 ab und setzt erst im Jahr 714 wieder ein, wobei nun die fränkischen Herrscher hervorgehoben werden. Im Zuge der auftretenden Teilungen des karolingischen Reiches werden die Könige des Ost-, West und Mittelreiches gleichberechtigt erwähnt. Nach 877 nennt die Chronik Hermanns nur noch die ostfränkisch-deutschen Herrscher von Arnulf von Kärnten bis zu Heinrich II. Eine weitere Orientierung stellt die in den laufenden Text eingearbeitete, durchgehende Papstreihe dar, die vom „Ersten nach Petrus“ bis zum 153. Papst Leo IX. reicht.[34]

Genauso abrupt wie Hermanns Chronik mit seinem Todesjahr endet, so unvermittelt nimmt sie ihren Anfang, ohne dass ihr eine Einleitung oder Ansprache vorangestellt wäre. Inhaltlich[35] lässt sich das historiographische Werk in sechs „Epochen“ einteilen. Der erste Zeitraum umfasst die Darstellung der Anfänge der Christengemeinde, die sich vor allem durch die kaiserlichen Christenverfolgungen auszeichnen. Der zweite abgrenzbare Zeitraum ab dem Jahr 379 zeigt die Etablierung der Kirche als Institution infolge der Verschränkung von Kirche und Reich. Eine gegenläufige Entwicklung ist in der Zeit zwischen 550 und 714 zu bemerken, da Kirche und Reich durch den Zusammenbruch der politischen Einheit des Reiches erneut auseinander treten. Erst Karl Martell schafft Frieden und Einheit und prägt damit den vierten Zeitraum. Ab 827 wirft der Zusammenbruch des karolingischen Reiches seine Schatten und stiftet eine Verwirrung, die sich erst mit dem Regierungsantritt Ottos, dem Großen, im letzten Zeitraum ab dem Jahr 936 legt.

3.2. Quellen

Die Reichenauer Chronik stellt bis zu Hermanns Lebenszeit im elften Jahrhundert eine Kompilation aus zahlreichen Quellen dar, die hier nur ansatzweise in den Hauptquellen und keineswegs vollständig nachgezeichnet werden können.[36]

Bis zum Jahr 379 folgt Hermann fast wörtlich der Chronik des Hieronymus, falls er nicht Zusätze von Beda hinzuzieht. Mit dem Ende des Hieronymus 379 wird Prosper von Aquitanien zusammen mit dem sogenannten Fredegar als Quelle bis 454 herangezogen, wobei Prosper fast vollständig, Fredegar dagegen nur teilweise und unter Auslassungen wiedergegeben wird. Für denselben Zeitraum treten noch Beda und der Liber Pontificalis sowie andere Quellen hinzu. Ab Mitte des 5.jahrhunderts löst Cassiodor Prosper ab und wird gefolgt von der Gotengeschichte des Jordanes als Quelle für das frühe 6.Jahrhundert. Mit dem Regierungsantritt Chlodwigs gewinnt sowohl der Liber historiae Francorum an Bedeutung, als auch Gregor von Tour. Für den schlecht überlieferten Zeitraum zwischen 650 und 714 verwendet Hermann vor allem den Liber historiae Francorum, die Kirchengeschichte Bedas und die Langobardengeschichte des Paulus Diaconus, zu denen er weiterhin den Liber Pontificalis heranzieht. In der frühen Karolingerzeit stehen Annalenwerke von Stätten wie Lorsch, Fulda, St.Gallen und der Reichenau selbst im Vordergrund, zu denen später die Hersfelder Annalen treten, sowie Abtslisten der Bodenseeklöster. Die Verwendung der Chronik Reginos von Prüm und dessen Fortsetzern für das späte 9.Jahrhundert bis ins 10.Jahrhundert ist nicht eindeutig nachweisbar.[37]

Auch die weithin verbreitete Meinung, Hermann habe ab dem Jahre 901 seiner Chronik selbstständig gearbeitet, das heißt ohne abgeleitete Vorlagen,[38] kann nicht aufrecht erhalten werden.[39] Wie Franz-Josef Schmale dargestellt hat, besteht der wesentliche Unterschied in der Darstellung des 10. Jahrhunderts darin, dass Hermann nun nicht mehr vordergründig einer Quelle folgte, sondern eine Vielzahl von Berichten kombinierte.[40] Diese Berichte, meist Annalen[41], waren bereits chronologisch geordnet und reichten bis in die vierziger Jahre des elften Jahrhunderts. Man wird somit annehmen können, dass Hermann erst für seine Gegenwart und in der Eigenschaft als Zeithistoriker als selbstständig angesehen werden kann.[42]

[...]


[1] Schmale, Franz-Josef: Funktion und Formen mittelalterlicher Geschichtsschreibung. Eine Einführung. Darmstadt 1985. S.20.

[2] Vgl. dazu Kortüm, Hans-Henning: Menschen und Mentalitäten im Mittelalter: Einführung in die Vorstellungswelten des Mittelalters. Berlin 1996. S.13-34.

[3] Vgl. dazu Grundmann, Herbert: Geschichtsschreibung im Mittelalter. Göttingen 41987. S.20 und Vgl. dazu von den Brincken, Anna-Dorothee: Chronica. In: Legner, Anton (Hg.): Monumenta Annonis. Weltbild und Kunst im hohen Mittelalter. Köln/ Siegburg 1975. S.104-111. Hier S.104.

[4] Seine Mutter war es, die früh Hermanns starkes Interesse an Familiengeschichte weckte, indem sie Familiendaten und Gedenktage der Familie pflegte. Vgl. dazu Borst, Arno: Barbaren, Ketzer und Artisten. Welten des Mittelalters. München/ Zürich 1988. S.136f.

[5] Arno Borst geht von einem Gehirnschaden aus, den Hermann bei der Geburt erlitten haben soll. Vgl. dazu ebenda. S.136.

[6] Der genaue Ort ist unbekannt. Die Klosterschule Reichenau bot sich an, da dort nicht nur sein Großonkel Rudpert Mönch bereits war, sondern auch Hermanns jüngerer Bruder Werner dort eintreten sollte. Daneben kämen in Hinblick auf Hermanns Ausbildung auch noch St. Gallen oder Augsburg in Frage, doch lassen sich diese Einflüsse in seinem Werk nicht nachweisen. Vgl. dazu Borst, Arno: Ein Forschungsbericht Hermanns des Lahmen. In: DA 40 (1984). S. 379-477. Hier S.394f. Buchner, Rudolf: Einleitung. In: Waitz, Georg u.a. (Hg.): Quellen des 9. und 11. Jahrhunderts zur Geschichte der hamburgischen Kirche und des Reiches. Darmstadt 1961. S.617-626. Hier S.618. Brunhölzl, Franz: Geschichte der Literatur des Mittelalters. Die Zwischenzeit vom Ausgang des karolingischen Zeitalters bis zur Mitte des elften Jahrhunderts. 2. Band. München 1992. S. 450.

[7] Vgl. dazu Hartig, Michael: Die Klosterschule und ihre Männer. In: Beyerle, Konrad; Albert, Peter: Die Kultur der Abtei Reichenau. Erinnerungsschrift zur zwölfhundersten Wiederkehr des Gründungsjahres des Inselklosters 724-1924. Zweiter Halbband. München 1925. S.619-644.

[8] Vgl. Schmale, Franz-Josef: Die Reichenauer Weltchronistik. In: Maurer, Helmut: Die Abtei Reichenau. Neue Beiträge zur Geschichte und Kultur des Inselklosters. Sigmaringen 1974. S.125-158. Hier S.149f.

[9] Berthold schrieb diese Huldigung an seinen Lehrers, die er seiner Fortsetzung von Hermanns Weltchronik voranstellte (MGH SS V, S. 264-326), nicht direkt nach dessen Tod, sondern vermutlich erst 1076. Vgl. dazu Oesch, Hans: Berno und Hermann von Reichenau als Musiktheoretiker. Bern 1961. S.117.

Eine freie Übersetzung der Vita findet man ebenda . S.117-121.

[10] Das Kapitel 7 dieser Arbeit widmet sich der Untersuchung Hermanns persönlicher Nachrichten.

[11] Vgl. Einträge zu den Jahren 1013 (Hermanns Geburt) und 1020 (Eintritt in die Schule).

[12] Eine Übersicht der überlieferten Handschriften und Editionen grundlegend bei Oesch . S. 135-184.

[13] Vgl. Ellinwood, Leonard (Hg.): Musica Hermanni Contracti. 2. Auflage. Rochester 1952. Zur Musiktheorie Hermanns von Reichenau vgl. Oesch . S.204-248.

[14] Schmale, Franz-Josef: Hermann von Reichenau. In: In: Ruh, Kurt: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. Bd.3. Berlin/New York 1981. Sp. 1082-1090.

[15] Unter anderem Ave praeclaris maris stellae und Rex regum Dei Agne, wobei letztere eine weite Verbreitung fand. Vgl. Oesch . S.142-145.

[16] Hier meint historia einen Teil des kirchlichen Stundengebetes (Offizium). Sie wurde meist verehrten Heiligen gewidmet. Vgl. auch Brunhölzl, Franz: Geschichte der Literatur des Mittelalters. Die Zwischenzeit vom Ausgang des karolingischen Zeitalters bis zur Mitte des elften Jahrhunderts. 2. Band. München 1992. S. 455f.

[17] Berthold berichtet in seiner Vita (MGH SS V. S. 268) von Historien auf die Heiligen Georg, Gordian, Epimachus, Wolfgang und Magnus. Diese Werke müssen jedoch als verloren angesehen werden. Vgl. dazu Oesch . S.154f.

[18] Wie zum Beispiel O gloriosum lunem. Vgl. dazu Brunhölzl. S.456.

[19] Wie zum Beispiel Alma redemptoris mater (Marianische Antiphone). Vgl. dazu Oesch. S.148.

[20] Es muss zwischen 1044 und 1046 entstanden sein. Vgl. dazu ebenda. S.178.

[21] Oesch weist daraufhin, dass Hermann im Gegensatz zu den sieben preccata capitalis, welche die Bibel kennt, nämlich Rumsucht, Neid, Zorn, Traurigkeit, Geiz, Fraß und Völlerei, Unkeuschheit, in der Hoffart als achtes Laster die Ursache allen Übels sieht. Vgl. dazu ebenda. S.178.

[22] Vgl. dazu Borst, Arno: Ein Forschungsbericht Hermanns des Lahmen. In: DA 40 (1984). S. 379-477. Hier S.398ff.

[23] Vgl. dazu Dubois, J.: Martyrologium. In: Angermann, Norbert u.a. (Hg.): Lexikon des Mittelalters. Bd.6. München/Zürich 1993. Sp.357-360.

[24] Eine Übersicht der mathematischen Schriften Hermanns in Borst, Arno: Das mittelalterliche Zahlenkampfspiel. Heidelberg 1986. S.81-97 und S.335-339 und der komputistischen in ders.: Forschungsbericht. S.407-431.

[25] Regulae qualiter multiplicationesfiant in abaco. Vgl. auch ders.: Zahlenkampfspiel. S.95f.

[26] De mensura astrolabii und das erste Kapitel aus De utilitatibus astrolabii, liber secundus. Vgl. dazu Oesch. S.162-173.

[27] Vgl. dazu Borst, Arno: Astrolab und Klosterreform an der Jahrtausendwende. Heidelberg 1989. S.13.

[28] De conflictu ritmiacia. Entstanden vermutlich Anfang der 1040er Jahre. Vgl. dazu ders.: Zahlenkampfspiel. S. 96. Zur Autorenschaft Hermanns vgl. ebenda S. 81-97.

[29] Vgl. dazu ders.: Astrolab. S.78.

[30] Vgl. dazu ders.: Computus. Zeit und Zahl im Mittelalter. In. DA 44 (1988). S. 1-82. Hier S. 28f.

[31] Computus meint sowohl das Verfahren als auch die (schriftliche) Festlegung mittelalterlicher Zeitangaben in Hinblick auf die zyklische Berechnung des Jahreskalenders. Zum ersten Mal begründet wurde dieses Verfahren von Aristoteles in der griechischen Antike. Vgl. dazu ebenda.S.32ff.

[32] Buchner bietet einen Überblick, ist jedoch bei seiner Würdigung Hermanns zu sehr von der Interpretation von dessen Reichsbegriff bestimmt. Vgl. dazu Buchner, Rudolf: Geschichtsbild und Reichsbegriff Hermanns von Reichenau. In: AKG 42 (1960). Heft 1. S. 37-60. Hier S. 38-42.

[33] Annalen, die sich aus den Randnotizen der Ostertafeln entwickelt haben, sind als historiographische Gattung seit dem 8.Jahrhundert nachweisbar. Sie umfassen „Reihungen meteorologischer, militärischer und biographischer Fakten“, die als literarisch anspruchslos gelten und hauptsächlich für die eigene Klostergemeinde bestimmt waren. Vgl. dazu Jaeschke, K.-U.: Annalen. In: Auty, Robert: LexMa. Bd.1. München 1980. Sp.657-660.

[34] Vgl. dazu Buchner: Geschichtsbild. S.38.

[35] Diese Gliederung dient lediglich der Übersicht und folgt der Einteilung Borsts, die er nutzt, um Hermanns Geschichtskonzept darzulegen. Vgl. dazu Borst: Barbaren. S.147-153.

[36] Vgl. dazu Buchner: Geschichtsbild. S.44-49. Brunhölzl. S.451f. und in Hinblick auf die Bedeutung der St.Gallener und Hildesheimer Annalen vgl. Schmale: Geschichtsbild. S.141-149.

[37] Vgl. dazu Vgl. Schmale: Weltchronistik. S.145 und Anmerkung 84. Auch Buchner erwähnt Regino von Prüm nicht, vgl. dazu Buchner: Geschichtsbild. S.44-49. Brunhölzl nimmt dagegen die unmittelbare Verwendung Reginos an, vgl. dazu Brunhölzl. S.452.

[38] Vgl. Buchner: Geschichtsbild. S.49 und Schmale: Weltchronistik. S.146f.

[39] Vgl. ebenda .

[40] Vgl. ebenda .

[41] Es wurden von Hermann vor allem Annalen aus dem Südwesten des Reiches verwendet, da diese entweder bereits in der Reichenau vorhanden oder leicht von den benachbarten Klöstern St.Gallen oder Einsiedeln zu erhalten waren: Sangallenses maiores, Augienses, Alamannici und die Vita Udalrici des Abtes Bern, sowie den Liber Pontificalis. Vgl. dazu ebenda . S.147.

[42] Vgl. dazu ebenda.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Mittelalterliche Vorstellungswelten in der Chronik Hermann von Reichenaus
Hochschule
Universität Hamburg  (Historisches Seminar)
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
34
Katalognummer
V16698
ISBN (eBook)
9783638214605
Dateigröße
603 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mittelalterliche, Vorstellungswelten, Chronik, Hermann, Reichenaus
Arbeit zitieren
Nina Neitzert (Autor), 2003, Mittelalterliche Vorstellungswelten in der Chronik Hermann von Reichenaus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16698

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