„Ungerecht und unsozial?“ - Versuch einer exemplarischen Diskursanalyse am Beispiel der Studiengebühren


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

25 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Diskurs
2.2 Diskursanalyse
2.3 Studiengebühren

3 Diskursanalyse
3.1 Intertextualität
3.2 Kollektivsymbolik
3.3 Argumentationstopoi
3.4 Schlagwörter in der diskursiven Auseinandersetzung

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Argumentationsschema

1 Einleitung

„Ungerecht und unsozial “ lautet die Überschrift eines Artikels, der im Frühsommer dieses Jahres in der Zeitschrift Focus erschienen ist und sich mit dem Thema Studiengebühren beschäftigt (vgl. Röll, 2010).[1] Dabei spricht sich der Autor dieses Artikels - wie man eventuell zunächst vermuten könnte - nicht gegen sondern für Studiengebühren aus.

An anderer Stelle trägt ein Aufsatz von Stark (2009, S. 73) den Titel „Studiengebühren sind sozial gerecht“, eine Feststellung, die sich zunächst mit dem Inhalt von Rölls Artikel vereinbaren ließe. Allerdings wählt Stark den Untertitel „Die Debatte um Putzfrauen und Zahnarztsöhne oder wie Finanzierungsmodelle aus dem gesellschaftlichen Kontext gelöst werden.“

Schon hier wird deutlich, dass Stark bezüglich des Themas Studiengebühren eine andere Meinung zu vertreten scheint als Röll, sie nimmt im Diskurs um diese eine andere Position ein als ihr „Kollege“.

Dieses einleitende Beispiel soll verdeutlichen, dass zu jedem Thema und damit in jedem Diskurs unterschiedliche Meinungen koexistieren, die letztendlich den Gesamtdiskurs bilden.

Mit Hilfe der, in diesem Falle sprachwissenschaftlichen Diskursanalyse, lassen sich diese Diskurspositionen bzw. lässt sich auch der gesamte Diskurs untersuchen. Grundlage dieser Arbeit ist der Artikel von Röll, dessen Bedeutungsgehalt mit ausgewählten diskursanalytischen Mitteln untersucht werden soll. Dabei versucht diese Arbeit jedoch nicht die Frage zu beantworten, ob Studiengebühren nun gut oder schlecht bzw. sozial gerecht oder eben nicht sind, es sollen lediglich die Mittel hervorgehoben werden, mit denen Röll eine solche Position vertritt oder aber sich gegen sie ausspricht.

Hierfür werden in Kapitel zwei zunächst einige theoretische Grundlagen geklärt: Es erfolgt eine Annäherung an die Begriffe Diskurs und Diskursanalyse sowie eine kurze Skizzierung der Geschichte der Studiengebühren in Deutschland.

In Kapitel drei werden verschiedene diskursanalytische „Werkzeuge“ zunächst erläutert und anschließend auf den Text von Röll angewendet. Die Ergebnisse dieser Analyse werden im Schlussteil dieser Arbeit zusammengeführt.

2 Theoretische Grundlagen

Nachdem im vorangegangenen Abschnitt die Ziele dieser Arbeit formuliert wurden, wird nun, wie bereits dargestellt, eine kurze Einführung in die Begrifflichkeit der Diskursanalyse erfolgen.

Hierzu wird zunächst geklärt, was die Bezeichnung Diskurs überhaupt meint und was folglich unter dem Konstrukt Diskursanalyse zu verstehen ist.

2.1 Diskurs

Der Diskursbegriff hat seinen etymologischen Ursprung im lateinischen „discurrere“/„discursus“, welches zunächst für ein „Hin- und Herlaufen“ bzw. „orientierungsloses Umherirren“ stand (vgl. Carius, 2009, S, 97; Keller, 2008, S. 99).

Laut Keller (ebd.) handelte es sich hierbei in seiner frühen Begriffsgeschichte um ein „Allerweltswort“, welches in den unterschiedlichsten Zusammenhängen gebraucht wurde.[2]

Im 13. Jahrhundert präzisierte sich die Bedeutung des Wortes „discursus“ und meinte nun vornehmlich „[…] formale Strukturen logischen Schlussfolgerns und die Verstandestätigkeit.“ (ebd.)

Ende des 18. bzw. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde dieses Verständnis von Wissenschaftlern wie Hume oder Bentham mit dem tatsächlichen Gebrach von Sprache in Verbindung gebracht. Sie wurde hier als Werkzeug des Diskurses und somit des Denkens verstanden (vgl. ebd.).

Ein anderes, von Beginn an am Sprachgebrauch orientiertes Verständnis des Diskursbegriffes, entstand in der italienischen Renaissance. Hier verstand man unter Diskurs zum einen „[…] die mündliche, öffentliche, akademische oder institutionelle Rede, andererseits die schriftliche, gelehrte, schließlich wissenschaftsdialogische Abhandlung.“ (S.100).

Diskurse wurden hier als eine Möglichkeit der sprachlichen Kommunikation, die eigenen Regeln zur Strukturierung folgt, verstanden.

Dieses Verständnis findet sich in etwa ab dem 16. Jahrhundert auch im deutschen Sprachraum wieder (ebd.).

Schon anhand dieser knappen Darstellung lässt sich erahnen, dass das Verständnis des Diskursbegriffes auch heute noch kein einheitliches ist und seine Bedeutung maßgeblich von den jeweiligen Fachdisziplinen abhängt, in deren Kontext er genutzt wird.

So konstatieren auch Fuchs-Heinritz et al. (1995, S. 146), der Begriff des Diskurses sei kein eindeutiger.

Ebenso stellt Keller (2008, S. 97) fest:

„Unter ‚Diskurs‘ wird heute in der Alltagssprache wie auch in den Sozial- und Geisteswissenschaften sehr unterschiedliches verstanden. Das gilt sowohl für die theoretische Konzeptualisierung wie für die methodische Umsetzung in konkreten Forschungsprojekten.“

Nach Fuch-Heinritz et al. (1995, S. 145) versteht Foucault unter Diskursen

„ […] spezifisch geregelte Verknüpfungen oder Formationen von ‚Aussagen‘ (enoncé). Darunter versteht Foucault weder die Proposition (die deskriptive Aussage) noch den grammatikalischen Satz oder den Sprechakt. Demgegenüber sollen die ‚Aussagen‘ die völlig individualisierte, kontingente und reine Materialität des zu einer bestimmten Zeit und an einem bestimmten Ort wirklich Gesagten bezeichnen.“[3]

Was Foucault unter „Aussagen“ versteht, soll durch folgende Annahme von Jäger und Jäger (2007, S. 23) noch einmal verdeutlicht werden:

„Der Diskurs als ganzer [Herv. d. Verf.] ist also infolge der Rekursivität seiner Wissenselemente eine regulierende Instanz […]“, für die Bedeutung des Gesamtdiskurses sind demnach nicht seine einzelnen separaten Aussagen oder Teile, sondern ihr Zusammenspiel als „Ganzes“ zu betrachten.

Dennoch existieren aus einzelnen Aussagen bestehende Diskursfragmente, die sich mit spezifischen Themen beschäftigen. Diese wiederum sind Bestandteile von Diskurssträngen, deren Bedeutung maßgeblich durch diskursive Ereignisse beeinflusst wird, die außerdem Rückschlüsse auf den diskursiven Kontext ermöglichen.

Die Diskursstränge lassen sich letztendlich auf unterschiedlichen Diskursebenen verorten (ebd. S. 27f.).

Jäger und Jäger (S. 28) schlagen vor, man könne: „ […] solche Diskursebenen auch als die sozialen Orte bezeichnen, von denen aus jeweils gesprochen oder geschrieben wird.

Ebenso wie die einzelnen Diskursstränge sind auch die verschiedenen Diskursebenen eng miteinander verwoben (vgl. S. 27f.). Insgesamt stellen Jäger und Jäger (S. 25) fest:

„Diskurse sind eng miteinander verflochten und miteinander verschränkt; sie bilden in dieser Verschränktheit ein ‚diskursives Gewimmel, das zugleich im ‚Wuchern der Diskurse‘ resultiert und das Diskursanalyse zu entwirren hat.“

Angermüller (2001, S. 8) betont außerdem, die Bedeutung eines Diskurses ließe sich nicht unabhängig von Kontext und Ort feststellen, in dem dieser verwendet wird.

Weiterhin wichtig, um die Aussagekraft eines Diskurses erfassen zu können, ist die jeweilige Diskursposition des Diskursteilnehmers[4], d.h. der Standpunkt, von dem aus er seine Meinung entfaltet, dieser kann beispielsweise ein politischer sein (vgl. Jäger und Jäger, S. 28).

2.2 Diskursanalyse

„Mit dem Begriff der Diskursanalyse ist es nicht anders als mit dem Begriff des Diskurses oder der Aussage. Sie tauchen alle in unterschiedlichen Disziplinen oder Theorien auf, und sind dort mit jeweils unterschiedlichen Funktionen versehen […].“ (Paskoski, 2003, S. 15)[5]

Angermüller (2001, S. 7) sowie Carius (2009, S. 97) betonen die Notwendigkeit einer begrifflichen Abgrenzung von Text- und Diskursanalyse. Laut Carius (ebd.) ist letzere mit der Textanalyse zwar immer verknüpft, geht aber über sie hinaus.

Angermüller (2001, S. 8) spezifiziert:

„So unterscheidet sich eine Textanalyse insofern von einer Diskursanalyse, als erstere Sinn als textimmanentes Phänomen betrachtet und letztere den Kontext sprachlicher Äußerungen reflektiert. Während eine Textanalyse den Text als geschlossenes System distinktiver Elemente betrachtet, das autonomen […] Mechanismen der Sinngenerierung folgt, heben diskursanalytische Zugänge die Verbindung des Textes mit seinem Kontext hervor.“

Im Zentrum der Diskursanalyse steht außerdem weniger der Inhalt des Diskurses, sondern vielmehr die Frage nach den Formen, Mechanismen und Regeln, die Text und Kontext diskursiv verknüpfen (ebd.).

Des Weiteren ist es nicht das Ziel der Diskursanalyse, objektive Wahrheiten zu produzieren, es geht nach Jäger und Jäger (2007, S. 15) vielmehr darum, „[…]diskursive Sagbarkeitsfelder darzustellen, diese zu interpretieren und einer Kritik zu unterziehen.“

Dies bedeutet auch, dass diskursives Wissen oder anders ausgedrückt die Ordnung des Diskurses von den jeweiligen Akteuren fortwährend neu ausgehandelt werden muss (vgl. Angermüller, 2001, S. 9).

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Diskurse als Träger von Wissen fungieren und aus dieser Position heraus Macht auf die Gesellschaft ausüben, bzw. bestimmte Verhaltensweisen der in ihr lebenden Menschen beeinflussen und strukturieren können (vgl. Jäger und Jäger, 2007, S. 19f.).[6]

„Diskursanalyse zielt demnach auf die Kritik von Macht und Machtverteilung.“ (S. 20).

2.3 Studiengebühren

„Die Einführung von Studiengebühren bestimmte in den letzten 15 Jahren wie kaum ein anderes Thema das öffentliche Bild in der Hochschulpolitik in Deutschland. Das Thema gelangte von der Diskussion innerhalb der Hochschule und der Politik in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.“ (Krause, 2008, S. 11)

Studiengebühren als solche gibt es bereits seit mehreren Jahrhunderten, zunächst in Form von sogenannten „Kolleggeldern“, die an die Lehrenden zu zahlen waren, ab dem 20. Jahrhundert letztendlich auch an den Staat (vgl. S. 22).

Diese Gebührenstruktur existierte zunächst auch noch nach Ende des Zweiten Weltkrieges.[7]

1970 wurden die Gebühren, beeinflusst durch die 68er Bewegung sowie ein gewandeltes Bildungsverständnis der Gesellschaft, abgeschafft. Bildung avancierte zu einem der wichtig- sten politischen Themen in Deutschland (vgl. ebd.).[8]

In den folgenden Jahren sind Studiengebühren und die Debatte um sie für die Politik mal mehr und mal weniger relevant. Krause (S. 195) führt die Gründe hierfür auf folgenden Umstand zurück:

„Studiengebühren werden immer dann durch die Hochschulvertreter und die Landespolitiker thematisiert, wenn die Unterfinanzierung in Anbetracht der Studentenzahl zu extrem war und aus den verschuldeten Länderhaushalten nicht mehr Geld erwartet werden konnte.“

Die wesentlichen Stationen der Gebührendiskussion sieht er in folgenden Punkten:[9] 1993-1995 wurden erneute Zahlungen für Langzeitstudenten im Rahmen einer allgemeinen Hochschulreform diskutiert, die SPD forderte damals ein allgemeines Gebührenverbot, die CDU jedoch stellte sich vehement dagegen. Es folgte eine Debatte, die sich über die nächsten fünf Jahre hinzog und ihr Ende 1998 darin fand, dass das Hochschulrahmengesetz ohne ein derartiges Verbot verabschiedet wurde.

Als Folge des allgemeinen politischen Machtwechsels versuchte die SPD bezüglich ihres Anliegens einen Staatsvertrag zwischen den Ländern zu erwirken, dies scheiterte jedoch. Am 26.04.2002 verabschiedete die Bundesregierung die 6. Novelle zum Hochschulrahmengesetz, die Studiengebühren verbot (vgl. auch Achelpöhler et al., 2007, S. 22).

Hiergegen klagten jedoch sechs CDU-regierte Länder Anfang 2005 entschied das Bundesverfassungsgericht, der Bund habe mit der 6. Novelle seine Kompetenzen überschritten (vgl. auch Achelpöhler et al., 2007, S. 22; Heine, Quast & Spangenberg, 2008, S. 5ff.).

In der folgenden Zeit beschlossen sieben Bundeländer die Einführung von allgemeinen Studiengebühren ab dem ersten Semester, in Hessen wurden diese mit dem Wintersemester 08/09 wieder abgeschafft (vgl.ebd.).[10]

Ebenso facettenreich wie die allgemeine Debatte um Studiengebühren ist die öffentliche Meinung, die sich im Diskurs bzw. den einzelnen Diskurssträngen zu diesem Thema widerspiegelt. Krause (2008, S. 14) führt als Besonderheit diesbezüglich an:

„Bei kaum einem anderen Thema gab es einen ähnlichen extremen und rapiden Einstellungswandel wie beim Thema Studiengebühren. […]Am Ende des Diskurses gab es keinen Kompromiss: Die Position der Befürworter setze sich eindeutig durch.“

Vor dem vorgestellten Hintergrund will die vorliegende Arbeit im nächsten Abschnitt einen Fokusartikel diskursanalytisch beleuchten, der den Verzicht auf Studiengebühren als „ungerecht und unsozial“ bezeichnet. Hierbei erhebt die Analyse aufgrund des geringen Umfangs dieser Arbeit keinen Anspruch auf Vollständigkeit, es wurden vielmehr einzelne geeignete Analysemittel ausgewählt, die vor ihrer Anwendung zunächst kurz erläutert werden.

Außerdem beschränken sich die Ausführungen aus eben denselben Gründen auf diesen Artikel, es wird keine Auswertung von allen Artikeln, die in einem bestimmten Zeitraum zu diesem Thema erschienen sind, angestrebt. Die Verfasserin dieser Arbeit ist sich natürlich im Klaren, dass aus diesem Grunde keine allgemeinen Erkenntnisse, sondern nur punktuelle (nicht übertragbare) Einblicke in das Themenfeld erlangt werden können.

3 Diskursanalyse

Wie bereits einleitend erwähnt, handelt es sich bei dem Artikel, der dieser Analyse zu Grunde liegt, um einen Beitrag in der Zeitschrift „Fokus“. Der Artikel trägt die Überschrift „Ungerecht und unsozial“, gefolgt von dem Untertitel „Der Verzicht auf Studiengebühren schadet dem Land. Das haben Ökonomen der Universität Bochum herausgefunden.“ Schon der Titel macht deutlich, dass der Artikel in den Diskurs um Studiengebühren einzuordnen ist. Hierbei wird konsequent die Position der Gebührenbefürworter vertreten, es wird im kompletten Artikel nur ein einziges Argument direkt angeführt, das aus dem Diskursstrang der Gebührengegner stammt. Dieses wird jedoch sofort wieder entkräftet.

3.1 Intertextualität

Die Bezeichnung Intertextualität wurde lauf Fix (2007, S. 450) 1967 von der Bulgarin Julia Kristeva geprägt.

„Der Gedanke, dass Texte sich immer auf Texte beziehen (müssen), liegt allen Auffassungen von Intertextualität zugrunde.“ (ebd.; ähnlich auch Schröter, 2009, S. 59)

Fix (2007, S. 449) geht von der Annahme aus, man hätte lediglich den ersten Text, den man in seinem Leben als solchen wahrgenommen habe, ohne intertextuellen Bezug rezipiert.

Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass jeder Text vom Autor sowie dem Leser immer vor der Folie eines bestimmten Textwissens bzw. einer bestimmten Texterfahrung zuvor verfasster bzw. rezipierter Texte verstanden wird. Es ist demnach nicht möglich „[…] außerhalb der Welt der Texte und unabhängig von ihr zu kommunizieren.“ (ebd.)

Fix (ebd.) unterscheidet drei Arten intertextueller Beziehung:

1. Text-Textwelt-Beziehung: Nach dieser Vorstellung ist ein Text nicht das Produkt eines einzelnen Produzenten, sondern setzt sich aus Zitaten und Paraphrasierungen des „Schon-Gesagten“ zusammen (vgl. Fix, 2007, S. 450; Schröter, 2009, S. 60). Intertextualität ist dieser Auffassung folgend laut Schröter (ebd.) „[…] konstitutiv für sprachliches Handeln an sich sowie für Textualität.“
2. Text-Text-Beziehung: Nach Schröter (S.61) ist diese Art des Textbezuges für die tatsächliche Analyse in der Regel am interessantesten. Hier geht es um konkrete Bezüge und Anspielungen von Texten auf- bzw. untereinander
3. Text-Textmuster-Beziehung: Dieses Verständnis beschäftigt sich mit Merkmalen und Gemeinsamkeiten von Texten, aufgrund derer man sie verschiedenen Sorten und Genres zuordnen kann (vgl. S. 60; Fix, 2007, S. 449).

[...]


[1] Dieser Arbeit liegt der Online-Artikel zugrunde (s. Anhang), dieser entspricht dem im Heft 19/20010 erschienenen Focus-Artikel.

[2] Als Beispiele führt Keller (ebd.) unter anderem die „[…]Beschreibung von ruckartigen Körperbewegungen, des Blutkreislaufes, der Bahn der Gestirne oder des Fluchtverhaltens geschlagener Armeen […]“ an.

[3] Auch wenn Foucault als einer der Wissenschaftler gilt, die den Diskursbegriff sowie die Diskursanalyse maßgeblich geprägt haben, wird auf seine Erkenntnisse aufgrund des thematischen Schwerpunktes dieser Arbeit nicht näher eingegangen. Weiterführend sei daher an dieser Stelle auf seine „Archäologie des Wissens“ verwiesen.

[4] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit werden in dieser Arbeit überwiegend beide Geschlechter unter männlichen Ausdrucksformen subsumiert, gemeint sind aber in der Regel Frauen und Männer.

[5] So hat beispielsweise die angelsächsische Diskursforschung ihren Ursprung in der Sprachwissenschaft und beschäftigt sich, an linguistischen Fragestellungen orientiert, vornehmlich mit Prozessen des alltäglichen Gebrauches von Sprache. Die französische Tradition dagegen fokussierte zunächst die gesellschaftliche Entstehung und Wandlung von Wissensanordnungen (vgl. Keller, 2008, S. 97f.).

[6] Da der Scherpunkt dieser Arbeit ein sprachwissenschaftlicher und kein soziologischer ist, wird auf das komplexe Verhältnis von Diskurs und Macht an dieser Stelle nicht näher eingegangen. Dies soll allerdings nicht bedeuten, dass die Sprachwissenschaft sich nicht mit dieser Thematik auseinandergesetzt hätte.

[7] Damals setzen sich die Gebühren aus einer einmaligen Zahlung bei der Einschreibung von 30 DM und den Semestergebühren, welche aus der Studiengrundgebühr (ca. 80 DM) und den für die einzelnen Lehrangebote zu entrichtenden Hörergeldern (2,50 bis 3 DM je Wochenstunde) bestand, zusammen.

[8] Als Auslöser hierfür nennt Krause (2008, S. 23) u. a. den von Georg Picht veröffentlichten Artikel „Die deutsche Bildungskatastrophe“. Hessen war das erste Bundesland, das die Studiengebühren zumindest für Landesbürger und Studenten aus Bundesländern abschaffte, in denen Hessen ebenfalls ohne die Leistung von Zahlungen studieren konnten. Als weiteren entscheidenden Faktor für die letztendliche Abschaffung der Gebühren nennt Krause die Wandlung der Ingenieurs-Fachschulen zu Fachhochschulen, diese hätten aufgrund ihres neuen Status` nun auch Gebühren erheben müssen. Da dies durch die allgemeine politische Stimmung nicht möglich gewesen wäre, entschieden sich die Ministerpräsidenten am 16.04.1970 für eine Gebührenfreiheit.

[9] Für eine ausführliche Darstellung sei auf Krauses Buch „Die Debatte um Studiengebühren“ verwiesen.

[10] In folgenden Bundesländern wurden Studiengebühren eingeführt und müssen auch derzeit noch gezahlt werden: Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Saarland (vgl. Gebührenkompass 2010).

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
„Ungerecht und unsozial?“ - Versuch einer exemplarischen Diskursanalyse am Beispiel der Studiengebühren
Hochschule
Universität Kassel  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
„Panoptikum der Panik - Katastrophendiskurse“
Note
1,0
Jahr
2010
Seiten
25
Katalognummer
V166982
ISBN (eBook)
9783640831616
ISBN (Buch)
9783640830862
Dateigröße
611 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diskursanalyse, Studiengebühren, Intertextualität, Kollektivsymbolik, Argumentationstopoi, Schlagwörter
Arbeit zitieren
Anonym, 2010, „Ungerecht und unsozial?“ - Versuch einer exemplarischen Diskursanalyse am Beispiel der Studiengebühren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166982

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