Was ist unter Methoden der Sozialarbeit zu verstehen? Mit welchen Begriffen sind diese untrennbar verbunden und welche Methoden wurden früher angewandt und finden heute keine Anwendung mehr? Warum werden die damaligen Methoden heute eher kritisch betrachtet? Was beinhaltet die Methode der Sozialen Gruppenarbeit und welche Bedeutung hat die Gruppenbeobachtung? Die vorliegende Hausarbeit soll versuchen, eine Antwort auf diese Fragen zu geben unter Zuhilfenahme verschiedener Quellen.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2.Methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit
2.1 Methoden der Sozialarbeit
2.1.1 Kritik der traditionellen Methoden
2.1.2 Die Methodenentwicklung bis heute
2.2 Konzeptentwicklung in der Sozialarbeit
3. Methode der Sozialen Gruppenarbeit
3.1.1 Geschichte der Sozialen Gruppenarbeit
3.1.2 Soziologische Gruppenterminologie; Gruppenarten
3.1.3 Gesetzeskontext
3.1.4 Normen, Werte, Ziele, Motivation
3.1.5 Gruppenphasen
3.1.6 Rollen
4. Gruppenbeobachtung
4.1 Handlungsleitende Frage
4.2 Gruppenkonstellation
4.3 Fallbeschreibung
4.4 Interpretation
4.5 Generalisierung
4.6 Selbstevaluation
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht theoretische Grundlagen sowie praktische Aspekte der Methoden in der Sozialen Arbeit, mit einem besonderen Fokus auf die Soziale Gruppenarbeit und eine empirische Gruppenbeobachtung.
- Methodisches Handeln und Konzeptentwicklung in der Sozialen Arbeit
- Entwicklung und Kritik der klassischen Methoden
- Theorie der Sozialen Gruppenarbeit (Phasen, Rollen, Gruppendynamik)
- Praktische Gruppenbeobachtung und Interpretation von Gruppenprozessen
Auszug aus dem Buch
3.1.5 Gruppenphasen
Es gibt fünf Phasen bei der Entwicklung von Gruppen. Die erste ist die „Orientierungsphase“, in welcher sich die Gruppenmitglieder kennenlernen, zunächst über allgemeine Dinge sprechen (z.B. Wetter) und Höflichkeitsfloskeln austauschen. Das Verhalten der Gruppenmitglieder ist eher unpersönlich und formal. Da man sich noch nicht kennt, ist man noch verunsichert, aber gleichzeitig auch neugierig und voller Vorfreude.
Die zweite Phase ist die „Konfliktphase“, in welcher Meinungsverschiedenheiten auftreten aufgrund der unterschiedlichen Einstellungen und Ideen der Gruppenmitglieder. Das Verhalten der einzelnen Mitglieder ist sehr unterschiedlich, der eine reagiert eher defensiv und scheut den Konflikt, während der andere über Netzwerke versucht, seine Meinung durchzusetzen. Wichtig in dieser Phase ist die faire Auseinandersetzung sowie die Klärung gegenseitiger Standpunkte. Konfliktbereitschaft ist ausdrücklich erwünscht, allerdings sollte der Konflikt möglichst sachlich bleiben, damit ein Übergang in die dritte Phase gewährleistet ist.
Die dritte Phase ist die „Konsolidierungsphase“, die als Ergebnis einer erfolgreichen Auseinandersetzung die gemeinsamen Ziele definiert und die Aktivitäten koordiniert, es entstehen Gruppennormen. Hierbei handelt es sich um ungeschriebene Gesetze, die einerseits die interne Organisation regeln (z.B. die Rollen der einzelnen Mitglieder), andererseits aber auch festlegen, welche Meinungen, Einstellungen, Werthaltungen und Verhaltensweisen eine Person aufweisen muss, damit sie als Gruppenmitglied anerkannt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellungen zu Methoden der Sozialarbeit ein und erläutert die Relevanz der Untersuchung von Gruppenarbeit und Gruppenbeobachtung.
2. Methodisches Handeln in der Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Methode, kritisiert klassische Methodenstränge und beschreibt die aktuelle Methodenentwicklung inklusive Konzeptentwicklung.
3. Methode der Sozialen Gruppenarbeit: Hier werden die historische Entstehung, soziologische Grundlagen, der gesetzliche Kontext sowie gruppendynamische Prozesse und Rollenverteilungen detailliert erläutert.
4. Gruppenbeobachtung: Dieses Kapitel präsentiert die konkrete Fallbeschreibung und Interpretation einer studentischen Seminargruppe sowie eine Selbstevaluation des Autors.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Methoden, Gruppenarbeit, Gruppendynamik, Gruppenphasen, Rollen, Beobachtung, Konzeptentwicklung, SGB VIII, Sozialisation, Ressourcenaktivierung, Interaktion, Gruppenidentität, Fallbeispiel, Selbstevaluation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der Methoden in der Sozialen Arbeit und wendet diese exemplarisch auf eine praktische Gruppenbeobachtung an.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf dem methodischen Handeln, der Konzeptentwicklung in der Sozialarbeit sowie den spezifischen Mechanismen der Sozialen Gruppenarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Methoden der Sozialarbeit zu definieren, ihre historische Entwicklung und Kritik zu beleuchten sowie Prozesse innerhalb einer Seminargruppe theoretisch zu fundieren und praktisch zu beobachten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt Literaturanalysen zur theoretischen Fundierung und eine teilnehmende Beobachtung (Gruppenbeobachtung) zur praktischen Anwendung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Erörterung von Methoden und Gruppenarbeit sowie die empirische Fallstudie des Seminars „Kinderfernsehen“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Soziale Arbeit, Gruppenarbeit, Gruppendynamik, Methodenentwicklung, Gruppenphasen, Rollenverteilung und Beobachtung.
Welche Bedeutung hat das SGB VIII für die Gruppenarbeit?
Das SGB VIII, speziell der § 29, dient als gesetzlicher Rahmen, der soziale Gruppenarbeit zur Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten bei Kindern und Jugendlichen vorsieht.
Welche Rolle spielt die „Orientierungsphase“ in Gruppen?
Die Orientierungsphase ist die erste Entwicklungsphase, in der sich Mitglieder kennenlernen, was durch formales Verhalten und Unsicherheit geprägt ist.
Wie erklärt der Autor die hohe Fehlquote an bestimmten Seminartagen?
Der Autor führt dies auf externe Ereignisse wie den Karnevalsauftakt oder den Ausfall anderer Lehrveranstaltungen zurück.
Was ist das Ergebnis der Selbstevaluation des Autors?
Der Autor bewertet seine eigene Rolle als durchschnittlich, geprägt von einer gewissen Zurückhaltung bei der mündlichen Mitarbeit aufgrund der Angst vor Fehlern.
- Arbeit zitieren
- Florian Gotthardt (Autor:in), 2009, Methoden der Sozialarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167571