Bei der Gestaltung von Produkten und deren Vertriebswegen, werden meist - verständlicherweise - die Bedürfnisse der Kunden in den Vordergrund gestellt. Es werden eine Vielzahl von Analysen erstellt, für welchen Markt, welche Verkaufspolitik gefahren werden soll, welche Vertriebswege es gibt und welche es zu erschließen gilt. Somit soll eine optimale Marktbearbeitung ermöglicht werden, daraus -so zumindest der Gedanke der Vertriebs und Marketingabteilungen- resultiert ein maximaler Ertrag.
Mit dieser Arbeit soll kurz verdeutlicht werden, welche Einflüsse die Produkt- und Distributionspolitik auf die Produktions- und Logistikprozesse eines Unternehmens haben kann.
Zielgruppe dieser Arbeit sind Personen die sich mit der Produktprogrammgestaltung, also dem Sortiment eines Unternehmens, und dessen Zusammenstellung beschäftigen. Des Weiteren bietet diese Arbeit Personen die mit der Produktion von Gütern beschäftigt sind, einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten der Sortimentsgestaltung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Produkt
3. Marketing Mix
4. Distributionspolitik
4.1. Vertriebsstrukturen
4.1.1. Auswirkungen auf die Produktion und die Logistik:
5. Produkt.- bzw. Programmpolitik
5.1. Verpackungspolitik
5.1.1. Auswirkungen auf die Produktion und die Logistik
6. Schlussbetrachtung
7. Literaturnachweis
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die wechselseitigen Einflüsse strategischer Marketingentscheidungen – spezifisch der Produkt- und Distributionspolitik – auf die operativen Fertigungs- und Logistikprozesse in einem Unternehmen. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass eine isolierte Betrachtung von Marketingzielen die Komplexität und Kosten in der Produktion und Logistik oft unberücksichtigt lässt.
- Gestaltung von Vertriebswegen und deren logistische Konsequenzen
- Herausforderungen bei der Umstellung von indirektem auf direkten Vertrieb
- Einfluss der Sortimentsgestaltung auf Fertigungsstufen und Lagerhaltung
- Notwendigkeit einer ganzheitlichen, systemorientierten Unternehmensbetrachtung
Auszug aus dem Buch
4.1.1. Auswirkungen auf die Produktion und die Logistik:
Nebst den durchaus verlockenden Vorteilen des direkten Vertriebs für den Kunden (kürzere Durchlaufzeiten, Preisvorteile,..) und den nicht zu vernachlässigenden Vorteilen für den Hersteller (Gewinnmaximierung, direktes Kundenfeedback,.) stellt der direkt Vertrieb eine große Herausforderung für die Fertigung dar.
Während beim indirekten Vertrieb meist in großen Losen an den Händler geliefert wird, muss unter Umständen beim direkten Vertrieb in extrem kleinen Losgrößen an den Endverbraucher geliefert werden. Da Händler meist ein eigenes Lager unterhalten, können diese in der Regel kurze Lieferzeiten garantieren. Zusätzlich übernehmen Händler meist auch die Verteilfunktion. Ihre Bestellungen beim Lieferanten beinhalten meist mehrere Kundenaufträge und sind somit um ein vielfaches größer als Bestellungen des Endverbrauchers.
Wird nun direkt an den Endkunden geliefert entfällt sowohl die Pufferfunktion des Händlers, als auch dessen Verteilfunktion. Dies kann vom Hersteller nur durch eine extrem flexible Fertigung (Leerlaufzeiten) und/oder entsprechende Lagerkapazitäten (Kapitalbindung) bewerkstelligt werden. Auch die Verteilung (Versorgung des Kunden) muss beim direkten Vertrieb durch den Produzenten abgedeckt werden, was wiederum einen erhöhten logistischen Aufwand bedeutet.
Je größer das Sortiment, desto komplexer wird zum einen die Lagerhaltung und die Verteilung der Ware in die unterschiedlichen Märkte, als auch die Planung und Steuerung der Produktion. Diese Kosten schmälern zwar den Ertrag, werden aber meist bei der Aufbereitung solcher Entscheidungen (Marktbearbeitung Ja/Nein?, direkter/indirekter Vertrieb?) vergessen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die Einflüsse von Produkt- und Distributionspolitik auf Produktions- und Logistikprozesse basierend auf Fachliteratur und praktischen Erfahrungen.
2. Produkt: Definition des Produktbegriffs und dessen Nutzen als wesentliches Differenzierungsmerkmal für Kunden.
3. Marketing Mix: Einordnung der Produkt- und Distributionspolitik als wesentliche Instrumente des Marketing-Mix zur Umsetzung von Strategien.
4. Distributionspolitik: Erläuterung der Gestaltung von Vertriebswegen und der Konsequenzen unterschiedlicher Vertriebsstrukturen auf die Logistik.
4.1. Vertriebsstrukturen: Analyse, wie sich die Wahl zwischen direktem und indirektem Vertrieb auf die Logistikanforderungen auswirkt.
4.1.1. Auswirkungen auf die Produktion und die Logistik:: Detaillierte Untersuchung der Herausforderungen bei kleinen Losgrößen und dem Wegfall der Pufferfunktion durch Händler.
5. Produkt.- bzw. Programmpolitik: Vorstellung verschiedener Instrumente der Produktpolitik wie Innovation, Variation und Verpackung zur Absatzsicherung.
5.1. Verpackungspolitik: Erörterung der Funktionen und wirtschaftlichen Vorteile einer durchdachten Verpackung im Logistikprozess.
5.1.1. Auswirkungen auf die Produktion und die Logistik: Beschreibung der operativen Zusatzaufwände in der Produktion bei einer Sortimentserweiterung durch Sets.
6. Schlussbetrachtung: Fazit über die Notwendigkeit, bei Marketingentscheidungen stets die Auswirkungen auf das gesamte Unternehmenssystem zu berücksichtigen.
7. Literaturnachweis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Produktpolitik, Distributionspolitik, Marketing-Mix, Logistikprozesse, Fertigungsprozesse, Vertriebsstrukturen, Sortimentsgestaltung, Verpackungspolitik, Direkter Vertrieb, Indirekter Vertrieb, Systemdenken, Wertschöpfung, Produktionsprogramm, Losgröße, Lagerhaltung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie strategische Entscheidungen im Marketing, speziell in der Produkt- und Distributionspolitik, die operativen Prozesse in Produktion und Logistik beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Gestaltung von Vertriebswegen, der Anpassung von Fertigungsabläufen an unterschiedliche Vertriebsformen sowie den Auswirkungen der Sortimentsgestaltung auf Lagerhaltung und Produktionsplanung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Marketingentscheidungen weitreichende Konsequenzen für andere Unternehmensbereiche haben und diese systemisch betrachtet werden müssen, statt nur den kurzfristigen Absatz zu maximieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf der Analyse bekannter Modelle aus der Fachliteratur, ergänzt durch praktische Erfahrungen des Autors und Interviews mit Fachspezialisten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Vertriebsstrukturen (direkt vs. indirekt) und deren logistische Implikationen sowie die Untersuchung der Sortiments- und Verpackungspolitik anhand eines praktischen Beispiels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Distributionspolitik, Produktpolitik, Logistik, Fertigungsprozesse, Vertriebsstrukturen und systemorientiertes Management.
Wie verändert sich die Logistik beim Wechsel zum direkten Vertrieb?
Beim direkten Vertrieb entfällt die Puffer- und Verteilfunktion des Händlers, was eine flexiblere Fertigung, erhöhte Lagerhaltung und einen deutlich höheren logistischen Koordinationsaufwand beim Produzenten erfordert.
Welchen Einfluss hat eine Sortimentserweiterung (z.B. durch Sets) auf die Produktion?
Eine Sortimentserweiterung erfordert meist zusätzliche Fertigungsstufen, neue Stücklisten und Arbeitspläne sowie eine verbesserte Abstimmung in der Disposition und Beschaffung des Verpackungsmaterials.
- Arbeit zitieren
- Martin Lenz (Autor:in), 2011, Auswirkungen der Produkt- und Distributionspolitik auf Logistik- und Fertigungsprozesse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167828