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Musik und Medien - Filmmusik

Titel: Musik und Medien - Filmmusik

Seminararbeit , 2011 , 14 Seiten , Note: 1

Autor:in: Regina Steinbügl (Autor:in)

Musik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Filmmusik. Ein nicht mehr wegzudenkendes Medium, mit dem man beinahe täglich „beschallt“ wird, sei es im Kino oder vor dem Fernseher. Diese Musik, die zu Beginn des 19.Jahrhunderts seine Anfänge fand, findet man in nahezu allen Fernseh- und Kinofilmen, ja auch in Dokumen-tationen und Serien. Oft ist sie so in den Film integriert, dass sie vollkommen überhört wird, wo sie doch eine so zentrale Funktion spielt. Filmmusik bringt uns den Film näher, macht ihn greifbar, verständlich, sie emotionalisiert oder erklärt.
Und: Filmmusik beeinflusst den Film auf starke Weise. Die Frage, die sich viele Wissenschaftler stellen, wurde in einem kleinen Experiment innerhalb des Referats zu dem Thema „Musik und Medien – Filmmusik“ in einem Seminar des Studienganges Musikpädagogik greifbar gemacht. Eingespielt wurde die Eröffnungsszene des Filmes „The Shining“ gezeigt (Erklärungen hierzu weiter unten in 2.2). Die Originalmusik wurde allerdings extrahiert und statt ihrer drei andere jeweils sehr unterschiedliche Filmmusiken eingespielt. Die Musik aus „Into the Wild“ gab der Szene dann eher die Wirkung, als würde ein „Roadtrip-Movie“ oder ein recht lustiger Abenteuer-film folgen. Ganz anders mit der Musik aus „A Map oft he World“, durch die die Szene einen eher romantischen, meditativen Charakter bekam. Und das sehr bekannte Anfangsstück der „Harry Potter“-Filme tauchte die Szene gleich eindeutig in den Charakter der Zauberwelt.
Drei unterschiedliche Musiken, drei unterschiedliche Wirkungen also. Und keine der Filmmusi-ken schaffte es, die eigentliche Stimmung, nämlich den mysteriös-unscheinbaren, herzustellen.
Doch wie entwickelte sich die Filmmusik? Welche Formen und Funktionen kann man ihr zuwei-sen? Und welche verschiedenen Techniken gibt es?
Diese Seminararbeit soll einen kleinen Überblick darüber schaffen, was in zahlreichen wissen-schaftlichen Arbeiten und Büchern geschrieben steht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Filmmusik als Medium

1 Geschichte der Filmmusik

2 Formen der Filmmusik nach H.-J. Pauli

2.1 Paraphrasierung

2.2 Polarisierung

2.3 Kontrapunktierung

2.4 Graphik nach H. Pauli

3 Funktionen und Wirkung

3.1 Ganzheitliches und wirkungsorientiertes Modell nach H. Pauli

3.1.1 Persuasive Funktion

3.1.2 Syntaktische Funktion

3.1.3 Hermeneutische Funktion

3.2 Nach N.J. Schneider

4 Grundtechniken

III Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle der Musik als prägendes Medium des Films. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Filmmusik durch spezifische Formen und Funktionen die Wahrnehmung des Zuschauers beeinflusst und welche technischen Mittel Komponisten einsetzen, um Stimmungen zu erzeugen oder Handlungsverläufe zu strukturieren.

  • Historische Entwicklung der Filmmusik vom Stummfilm bis zur Moderne
  • Kategorisierung der Filmmusikformen nach Hansjörg Pauli
  • Wirkungsmodelle und Funktionen der Filmmusik (persuasiv, syntaktisch, hermeneutisch)
  • Techniken der Filmmusikgestaltung wie Underscoring, Mickey-Mousing und Leitmotivik

Auszug aus dem Buch

2.3 Kontrapunktierung

Kontrapunktieren (auch „Kommentieren“) bedeutet, dass der musikalische Charakter dem des Bildes und seinen Bildinhalten widerspricht. Kontrapunktierung weckt das Interesse des Zuschauers, „provoziert“ zum Nachdenken. Gleichzeitig schafft sie „Freiräume“ für die Phantasie. Ein Beispiel aus dem Film „Im Körper des Feindes“ verdeutlicht dies: Während einer Schießerei wird einem Kind ein Kopfhörer aufgesetzt, aus dem Judy Garlands Song "Over the Rainbow" erklingt und plötzlich werden die Schüsse unhörbar, die Schreie verstummen, das Kind scheint in Sicherheit. Hier entsteht also ein deutlicher Kontrast („Kontrapunkt“) zwischen dem Geschehen im Bild und der Musik.

Häufig wird das Filmgeschehen durch widersprüchliche Musik auch ironisiert, wie in der letzten Szene des Filmes „Das Leben des Brian“ zu sehen und hören ist. Zum Tode verurteilte Männer hängen am Kreuze und werden bald sterben. Aber bald singen alle den Song „Always look on the bright side of life” und die ganze Szene wirkt nicht mehr brutal und traurig, sondern sehr fröhlich, hoffnungsvoll und sogar lustig. Auch hier besteht ein großer Kontrast zwischen Bild und Ton.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit von Filmmusik und deren Fähigkeit, Emotionen zu steuern und Filminhalte zu vertiefen.

II Filmmusik als Medium: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische Entwicklung der Filmmusik von den Anfängen der Stummfilmzeit bis hin zu zeitgenössischen Hollywood-Produktionen.

1 Geschichte der Filmmusik: Hier wird der Wandel von der einfachen Begleitung in Kinos durch Organisten hin zur komplexen, durch Tonfilmtechnik ermöglichten Komposition nachgezeichnet.

2 Formen der Filmmusik nach H.-J. Pauli: Das Kapitel führt die theoretische Einteilung der Filmmusik in Paraphrasierung, Polarisierung und Kontrapunktierung ein.

2.1 Paraphrasierung: Es wird erläutert, wie Filmmusik durch eine direkte Spiegelung des Bildgeschehens („Verdoppelung“) eingesetzt wird.

2.2 Polarisierung: Dieses Kapitel beschreibt die Technik, durch eindeutige Musikcharaktere neutrale oder mehrdeutige Filmbilder emotional festzulegen.

2.3 Kontrapunktierung: Die kontrapunktierende Musik wird als Stilmittel zur bewussten Irritation und Kontrastierung des gezeigten Bildes definiert.

2.4 Graphik nach H. Pauli: Eine visuelle Zusammenfassung der drei zuvor genannten Grundformen zur Veranschaulichung des Verhältnisses von Bild und Ton.

3 Funktionen und Wirkung: Ein Überblick über wissenschaftliche Modelle zur Systematisierung der filmischen Wirkungsweisen von Musik.

3.1 Ganzheitliches und wirkungsorientiertes Modell nach H. Pauli: Fokus auf Paulis Unterteilung in persuasive, syntaktische und hermeneutische Funktionsfelder.

3.1.1 Persuasive Funktion: Untersuchung der emotionalisierenden Kraft der Musik, die den Zuschauer in eine bestimmte Stimmung versetzt.

3.1.2 Syntaktische Funktion: Erklärung der musiktheoretischen Unterstützung bei der Gliederung und zeitlichen Strukturierung der Filmhandlung.

3.1.3 Hermeneutische Funktion: Beschreibung der vertiefenden Wirkung der Musik, die das Innenleben der Charaktere oder verborgene Bedeutungsebenen erschließt.

3.2 Nach N.J. Schneider: Vorstellung eines alternativen, detaillierten Systems mit 20 dramaturgischen Funktionen der Filmmusik.

4 Grundtechniken: Darstellung spezifischer Kompositionstechniken wie Underscoring, Mickey-Mousing, Leitmotivik und der Mood-Technik.

III Schluss: Abschließende Betrachtung der Bedeutung von Filmmusik als eigenständiges Kunstwerk.

Schlüsselwörter

Filmmusik, Stummfilm, Tonfilm, Paraphrasierung, Polarisierung, Kontrapunktierung, persuasive Funktion, syntaktische Funktion, hermeneutische Funktion, Mickey-Mousing, Leitmotivik, Mood-Technik, Filmgeschichte, Hansjörg Pauli, Dramaturgie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die grundlegende Bedeutung von Filmmusik für die Filmrezeption, ihre historische Entwicklung und ihre systematischen Funktionen sowie Techniken.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Klassifizierung von Musikformen im Film, die psychologische Wirkung auf den Zuschauer und die handwerklichen Gestaltungsmittel.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, einen strukturierten Überblick über die vielfältigen Funktionen der Filmmusik zu geben und aufzuzeigen, wie sie filmische Inhalte nachhaltig beeinflusst.

Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Modelle von Hansjörg Pauli zur Kategorisierung und Wirkungsweise sowie auf Norbert Jürgen Schneider für die dramaturgische Systematik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die drei Grundformen nach Pauli, erläutert die verschiedenen Funktionsbereiche wie die persuasive oder syntaktische Funktion und stellt gängige Grundtechniken vor.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Filmmusik, Paraphrasierung, Polarisierung, Kontrapunktierung, Leitmotivik und Dramaturgie geprägt.

Wie unterscheidet sich die "Persuasive" von der "Hermeneutischen" Funktion?

Während die persuasive Funktion vorrangig der emotionalen Einfärbung und Lenkung des Zuschauers dient, hat die hermeneutische Funktion die Aufgabe, verborgene Gefühle, Charaktereigenschaften oder tiefergehende Bedeutungen im Film zu verdeutlichen.

Was ist mit dem Begriff "Mickey-Mousing" gemeint?

Hierbei handelt es sich um eine Technik, bei der die Musik die Bewegungen der Filmfigur synchron imitiert, sodass die Musik die Bewegung regelrecht nachzeichnet und die Figur wie eine Marionette wirkt.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Musik und Medien - Filmmusik
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Musikpädagogik)
Veranstaltung
Empirische Musikpädagogik
Note
1
Autor
Regina Steinbügl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
14
Katalognummer
V168502
ISBN (eBook)
9783640857371
ISBN (Buch)
9783640856121
Sprache
Deutsch
Schlagworte
musik medien filmmusik Musikpädagogik Musikwissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Regina Steinbügl (Autor:in), 2011, Musik und Medien - Filmmusik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168502
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Leseprobe aus  14  Seiten
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