In diesem Beitrag bespreche ich ein Analysewerkzeug, das in der germanistischen Linguistik seit Jahrzehnten verwendet wird, um den Aufbau deutscher Sätze zu erklären: das sogenannte Topologische Modell, auch Feldermodell genannt. Ziel meiner Überlegungen ist es, zu klären, unter welchen Voraussetzungen dieses Modell sinnvoll eingesetzt werden kann. Dabei zeigt sich, dass man dafür bereits eine grammatische Analyse voraussetzen muss, die das Modell selber nicht bereitstellt. Nimmt man außerdem ernst, dass eine vollständige Analyse auch beschreiben muss, welche Strukturen nicht grammatisch sind, so erweist sich das Topologische Modell allein als wenig hilfreich. Um die empirische Aussagekraft des Modells zu stärken, bräuchte man eine Ergänzung durch eine explizitere syntaktische Theorie. Dann aber wird das ursprüngliche Feldermodell eigentlich überflüssig. In diesem Sinne kann es, wie Wittgensteins Leiter, letztlich ``weggeworfen'' werden.
- Quote paper
- Wolfgang Sternefeld (Author), 2026, Was ist dran am Topologischen Modell?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1685500