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Der Vereinigungsprozess als Konflikt - Deutsch-deutsche Annäherungen

Title: Der Vereinigungsprozess als Konflikt - Deutsch-deutsche Annäherungen

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 18 Pages , Grade: 2

Autor:in: Kristin Jankowsky (Author)

Sociology - Culture, Technology, Nations
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Das Wort „Konflikt“ stammt von dem Lateinischen von dem Wort conflictus ab und bedeutet Aneinanderschlagen, Zusammenstoß und im weiteren Sinne Kampf oder Streit. Interpersonelle Konflikte charakterisieren sich durch folgende Eigenschaften:
x Vorhandensein von mindestens zwei Konfliktparteien
x d.h. es existieren zwei oder mehrere Parteien, die sich gegenüberstehen und unterschiedliche Standpunkte einnehmen, wobei das Verhalten der einen Partei Konsequenzen für das Verhalten der anderen Partei nach sich zieht
x Unvereinbarkeit der Handlungstendenzen
x allgemein sind Konflikte durch Handlungsdispositionen gekennzeichnet, welche sich aus der Wirksamkeit subjektiver Interessen (Motive), grundlegender Überzeugungen und Werthaltungen sowie aus den damit zusammenhängenden Erwartungen und Einstellungen erklären
x Unvereinbarkeit des Verhaltens
x dies stellt das direkt beobachtbare Konfliktverhalten dar, wobei Meinungsverschiedenheiten noch nicht dazu gehören, falls sie noch nicht in entsprechendem Interaktionsverhalten manifestiert sind
Selbstverständlich können auch widersprüchliche Handlungstendenzen innerhalb einer Person auftreten. Hier spricht man dann von einem intrapersonalen Konflikt.

likt als Kampf, so daß Konfliktverhalten als Kampfhandlung verstanden werden kann, die je nach Situation und nach der Ausstattung der beteiligten Parteien mit unterschiedlichen Strategien vollzogen wird.

Aus Kapitel IV des Buches „Theorie sozialer Konflikte“ ( Lewis A. Coser ) geht im letzten Abschnitt hervor „Konflikt kann dazu dienen, auflösende Elemente aus einer Beziehung zu entfernen und die Einheit wiederherzustellen...“. Diese These werde ich unter Betrachtung des Themas wieder aufgreifen und untersuchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Zum Begriff „Konflikt“

II. Geschichtlicher Hintergrund

Das Nachkriegsdeutschland (1945 – ca.1961)

Der kalte Krieg (1961 – ca.1980)

Die Entspannungsphase (1980 – ca.1989/90)

Das Ende der DDR und die deutsche Einheit (1989/90)

III. Deutschland nach der Wiedervereinigung

III.1. Das deutsch- deutsche Verhältnis

III.2. Die Jugend in Ostdeutschland zehn Jahre nach der Vereinigung

IV. Möglichkeiten der Konfliktlösung

V. Abschlusswort

VI. Quellenangabe

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Vereinigungsprozess Deutschlands als soziologischen Konfliktfall. Ziel ist es, die historische Entwicklung der deutsch-deutschen Entfremdung und Annäherung nachzuzeichnen und auf Basis sozialwissenschaftlicher Theorien Wege zur Konfliktbewältigung im vereinten Deutschland aufzuzeigen.

  • Analyse des Konfliktbegriffs im Kontext sozialer Spannungen
  • Historische Einordnung der deutsch-deutschen Beziehungen seit 1945
  • Untersuchung der psychologischen und sozialen Folgen der Wiedervereinigung
  • Evaluation von Lösungsansätzen zur Überwindung der „Mauer in den Köpfen“
  • Reflektion des Umgangs mit dem ostdeutschen Erbe und der Integration in westliche Strukturen

Auszug aus dem Buch

III.1. Das deutsch- deutsche Verhältnis

Nach einer kurzen Phase der Euphorie über die gewonnene Freiheit und Wiedervereinigung traten im Zusammenleben von Ost und West Veränderungen auf, die zu erheblichen Missverständnissen und Problemen führten. In einer Studie über den „Kulturschock Deutschland“ wurden drei verschiedene Entwicklungsstufen benannt, welches mit Euphorie (1) begann, dem bald Befremden (2) und schließlich Schuldzuweisungen (3) folgten.

1. Euphorie: Nach dem Fall der Mauer besuchte man sich gegenseitig in Ost und West mit übermäßiger Freude, um die Menschen im eigenen Land kennenzulernen. Man ging offen und vertrauensvoll miteinander um, der Westen half dem Osten mit Geld und Geschenken. Westliches Vorbild und westliche Hilfe bestimmten diese Zeit.

2. Befremden und Mißtrauen: Das Befremden untereinander setzte nach der ersten Euphorie ein. Man spürte, daß Sprache und Verhalten unterschiedlich zwischen Ost und West waren. Ähnliche Begriffe hatten nicht die gleiche Bedeutung. Der neue gemeinsame Staat fand in Ost und West nicht nur Zustimmung. Im Westen war zwar das wirtschaftliche Unternehmertum dominant, aber besonders in Westberlin hatten viele Menschen eine sehr kritische Haltung zur freien Marktwirtschaft und setzten sich für soziale Gerechtigkeit ein. Doch in der Ablehnung der Ostberliner schienen sie gleich: Der Unternehmerbereich warf den Ostdeutschen vor, ihr altes Sozialsystem mit Arbeitsplatzsicherheit u.a. Elementen bewahren zu wollen und damit die wirtschaftliche Entwicklung zu behindern, und die Arbeitnehmer warfen den Ostdeutschen vor, nun schlimmer als die westlichen Unternehmer nur auf das Geldverdienen ohne soziale Aspekte zu schauen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Zum Begriff „Konflikt“: Einführung in die theoretischen Grundlagen des Konfliktbegriffs unter Bezugnahme auf Lewis A. Coser und Darstellung der Voraussetzungen für interpersonelle Konflikte.

II. Geschichtlicher Hintergrund: Überblick über die zentralen politischen Phasen von der Nachkriegszeit über den Kalten Krieg bis zum Mauerfall und der Wiedervereinigung.

III. Deutschland nach der Wiedervereinigung: Untersuchung der sozioökonomischen Spaltung nach der Wende und der psychologischen Auswirkungen auf die Bevölkerung.

III.1. Das deutsch- deutsche Verhältnis: Analyse der Phasen der Annäherung, beginnend mit Euphorie über gegenseitiges Befremden bis hin zu gegenseitigen Schuldzuweisungen.

III.2. Die Jugend in Ostdeutschland zehn Jahre nach der Vereinigung: Betrachtung der spezifischen Lebenswelten, Werte und Gewaltbereitschaften ostdeutscher Jugendlicher in einem sich wandelnden System.

IV. Möglichkeiten der Konfliktlösung: Darlegung praktischer Management-Strategien und soziologischer Ansätze zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Ost- und Westdeutschen.

V. Abschlusswort: Zusammenfassende Reflektion über den Prozess der Konfliktaustragung und das notwendige gegenseitige Verständnis als Basis für eine gemeinsame Zukunft.

VI. Quellenangabe: Auflistung der verwendeten Literatur und Online-Ressourcen.

Schlüsselwörter

Wiedervereinigung, Ost-West-Konflikt, Deutsche Einheit, Mauer in den Köpfen, Konfliktlösung, Sozialisation, Systemwechsel, Identität, Vorurteile, Transformation, DDR, Bundesrepublik, Transformation, Kulturschock, Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit betrachtet den deutschen Vereinigungsprozess nicht nur als politischen Akt, sondern primär als sozialen Konflikt, der tiefgreifende Auswirkungen auf die Psyche und das Zusammenleben der Menschen in Ost- und Westdeutschland hatte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Genese der Teilung, die Herausforderungen der ökonomischen und sozialen Transformation nach 1990 sowie die psychologischen Barrieren, die unter dem Begriff „Mauer in den Köpfen“ zusammengefasst werden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Dynamik der Konfliktentstehung und -austragung zu analysieren und konkrete Lösungsansätze aufzuzeigen, wie ein fruchtbares Miteinander trotz unterschiedlicher Sozialisationserfahrungen erreicht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Studien zur deutsch-deutschen Geschichte und Transformationssoziologie, ergänzt durch die Anwendung der Konflikttheorie von Lewis A. Coser.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Konfliktphasen, eine detaillierte Analyse der deutsch-deutschen Befindlichkeiten (inklusive einer separaten Betrachtung der Jugend) und die Vorstellung von Lösungsstrategien für den Arbeitsalltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Wiedervereinigung, Ost-West-Konflikt, Transformation, Identität und Konfliktlösung.

Warum wird die „Shell-Studie“ im Text mehrfach zitiert?

Die Studie dient als empirische Grundlage, um die Einstellungen, Sorgen und Zukunftsperspektiven der ostdeutschen Jugend objektiv im Vergleich zum Westen bewerten zu können.

Welche Bedeutung misst die Autorin der „Mauer in den Köpfen“ bei?

Sie gilt als das zentrale Hindernis für eine echte Einheit. Die Autorin betont, dass diese psychologische Barriere nur durch einen ehrlichen Dialog und die gegenseitige Anerkennung der unterschiedlichen Lebensleistungen überwunden werden kann.

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Details

Title
Der Vereinigungsprozess als Konflikt - Deutsch-deutsche Annäherungen
College
Humboldt-University of Berlin  (Soziologie)
Course
HS Soziale Konflikte
Grade
2
Author
Kristin Jankowsky (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V16869
ISBN (eBook)
9783638215886
Language
German
Tags
Vereinigungsprozess Konflikt Deutsch-deutsche Annäherungen Soziale Konflikte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kristin Jankowsky (Author), 2002, Der Vereinigungsprozess als Konflikt - Deutsch-deutsche Annäherungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16869
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